Ich habe Extreme kurz nach der Veröffentlichung des Pornograffity Albums in Hamburg im Logo gesehen.
Die 3. Single "More than Words" war gerade rausgekommen (vorher war glaube ich "Decadent Dance" und "Get the Funk out") und die ersten beiden hatten gelinde gesagt nicht soo eingeschlagen. Deswegen der Gig im Logo.
Für alle, die den Club nicht kennen: Bühne ca 30 cm hoch, und wohl 25 qm groß, lichte Höhe ca. 4m, wenn 100 Leute drin sind ist es schon nicht mehr wirklich leer.
Ich schätze es waren 300 Leute drin. Ich konnte kaum atmen. Ich stand in der 2. oder 3. Reihe direkt vor Nuno. Hinter ihm soweit ich erkennen konnte ein System mit 3 separat abgenommenen 4x12ern (schätze Mitte ohne FX und l/r StereoFX).
Kurzum ich hörte nicht den Sound über Foh sondern die Gitarrenboxen pur. Und ich war mehr als beeindruckt, wie klar und prägnant der Mann seine eigentlich ja übermäßig verzerrten Sounds gerade im Rythmusspiel rüberbrachte: Der beste Heavy Gitarrensound, den ich je hörte. Das Riff von He-Man Woman Hater hat mir echt die Schuhe ausgezogen.
Aber was Leute vom Schlage eines Nuno können, sieht man, wenn die die Akustikklampfe auspacken. Da hilft eben kein Gain mehr... Fazit: Überragender Gitarrist.
Viel wichtiger ist mir jedoch die musikalische Kompetenz, die der Mann hat. Gutes Songwriting kann mann eben nicht üben wie Skalenund Licks. Und er hat auch auf diesem Gebiet einiges los, finde ich.
Was ihm und vielen anderen (zu Recht oder Unrecht) unterschätzten Gitarristen allerdings fehlt (und deswegen sind sie wohl auch nicht soo die Götter) ist das stilbildende Element und der unverwechselbare Ton eines Brian May, Santana, Lukather, Van Halen, Hendrix usw. die Nuno wohl technisch alle in die Tasche steckt...
Und er hat das Pech, daß Extreme als Band eben auch nicht gerade Rockgeschichte geschrieben hat. Das Album "3 Sides to every Story" kam halt zum falschen Zeitpunkt raus, sonst hätte das evtl. für den Rock-Olymp gereicht.
Das Leben ist eben nicht immer fair....