Spielen welcher Instrumente erfordert zwingend (bzw. keine) Notenkenntnis?

Ich bin auch Gitarrist!

EDIT
Stichwort "Noten töten die Kreativität" oder "Niemand braucht Noten, weil Jimi Hendrix keine brauchte". Nicht in diesem Thread, aber kommt immer wieder mal vor.
Und ernsthaft?
Weil du schon ein paar mal irgendwo von irgendwem, den du höchstwahrscheinlich weder kennst, geschweige den etwas gehört hast sowas, gelesen hast nimmst du es als Argument (aber ohne, es so zu schreiben, sondern viel allgemein(gültig)er verpackt) - und distanzierst dich dann wieder davon, wenn man dir den geringen Gehalt in demselben vorwirft?

Sorry, das ist für mich (destruktives) Diskutieren des (destruktiven) Diskutierens wegen.
 
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Ja, ernsthaft. Und nicht nur einmal.

Wenn jemand ein anderes Instrument lernt, egal ob Geige, Trompete, Klavier, lernt er eins nach dem andern, erst einzelne Töne, dann kleine Melodien, lange und kurze Töne, dann mehr Töne und so weiter. Und es ist völlig normal, dass all das im Lehrbuch in Noten dargestellt und vom Lehrer erklärt wird. So lernt der Schüler gleichzeitig mit dem Instrument Notenschrift und Musiktheorie und bildet sein Gehör.

Bei Gitarristen ist das komplett anders (*). Die kaufen sich ne Gitarre und lernen am ersten Tag drei Akkorde, damit sie Lieder begleiten können, und Lehrer und Bücher sind sowieso doof und viel zu teuer.

(*) Nicht bei allen, das weiß ich. Aber bei denen, mit denen man besagte "Diskussion" führt.

In diesen drei Akkorden steckt aber genug Stoff für mindestens ein halbes Jahr intensiven Musikunterricht. Und bis man motorisch in der Lage ist, drei Akkorde in-time zu wechseln und gleichzeitig mit der anderen Hand sauber die Saiten zu treffen, könnte man super an diesen Grundlagen arbeiten. Das ist aber scheißegal, das wollen die alles nicht wissen. Die wollen nur so schnell wie möglich Highway to hell. Oder irgendeinen anderen Kracher.

Und dagegen kommst du mit keinem Argument an. Deswegen versuche ich das nicht mehr und sage einfach "ich sehe das so und so" und danach ist Ende.
 
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@LW97
wurdest du hier bereits geholfen, wünschst du dir mehr Diskussion /Grabenkämpfe zum Thema "Noten sind doof vs. es geht nicht ohne", passt das deiner Meinung nach hier gut rein oder soll ein Mod das auslagern oder in einen anderen, vergleichbaren Thread umparken?
 
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Wir können hier auch gerne aufhören
 
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Deswegen versuche ich das nicht mehr und sage einfach "ich sehe das so und so" und danach ist Ende.
Zeit wäre es jedenfalls, dieses Ringen um die Wahrheit zu beenden, zumal es die Frage des TE zu ca. 0% beantwortet.
 
Leute, die einzigen, die da halbwegs was dazu sagen könnten wäre entweder jemand, der tatsächlich etwa autodidaktisch via Tabs Gitarre und danach "erfolgreich" Notenlesen gelernt hat

Vor ca. 20 Jahren angefangen rein autodidaktisch mit Tabs. Nach ein paar Jahren einen Unfall gehabt und konnt nicht mehr spielen.
2019 neu angefangen bei null. Von Anfang an Griffbrett, Noten, Theorie ... dann zu einem Lehrer, noch ein paar Kniffe draufgepackt.
Es hat nur Vorteile und der Lernaufwand ist im Verhältnis gering. Aber das es ohne Noten und Theorie nicht geht stimmt einfach nicht. Dazu gibt es einfach auch abseits von Berühmtheiten genug Beispiele.

Weil du schon ein paar mal irgendwo von irgendwem, den du höchstwahrscheinlich weder kennst, geschweige den etwas gehört hast sowas, gelesen hast nimmst du es als Argument - und distanzierst dich dann wieder davon, wenn man dir den geringen Gehalt in demselben vorwirft?
Da hat @Mister Spock schon recht ... das mit der Kreativität und Hendrix und lalala kenn ich auch zur genüge ... und diese Meinung ist auch heute noch stark vertreten zB: kann man sich diesen gar nicht so alten Threat mal reinziehen ...
https://www.musiker-board.de/threads/noten-oder-tabs-bringen-mich-noten-weiter.725506/
 
@klaatu , abgesehen vom Startbeitrag von vor seit bald einer Woche hat der TO aber nichts an Spezifikation oder dgl. beigetragen - da wirds sowieso etwas schwierig mit der Antwort auf die Frage :confused:

@BeWo Na und?
Wie viele Schüler hatte Hendrix? Die Frage geht ums erlernen von Instrumenten. Ich brauch übrigens keinen Taschenrechner und auch keinen Matheunterricht, weil der beste Kopfrechenkünstler der Welt die beliebig vielte Wurzel auf beliebig viele Nachkommastellen im Kopf ziehen kann und der mal gesagt hat, dass ihn die Schule nie interessiert hat. Ich meine, was ist das für ein Argument?

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Dem würde ich mich anschließen, ich glaube die Argumente sind diesbezüglich mehr als zur Genüge ausgetauscht ;) :prost:
 
Ich verstehe nicht ganz auf was du raus willst?!?
Ich meine damit, dass es ettliche Leute gibt die auch heute noch Hendrix, Clapton, Beatles und Co als Argument aufführen, dass man Theorie und Noten nicht lernen soll, weil die als die Besten Musiker und Gitarristen aller Zeiten gelten und die das auch nicht gemacht haben. Meine Meinung ist das nicht ...
https://www.musiker-board.de/thread...-mich-noten-weiter.725506/page-3#post-9266819

Aber ich geb dir recht. Lassen wirs gut sein. Soll am Ende jeder selber wissen wie er klar kommt ... :prost:
 
Für mich ist das ganze für und wider im Hinblick auf „Erlernen“ eine didaktische Diskussion.
Wie lernt man effizient am meisten?
Das ist natürlich eine Frage zu der man eine Meinung haben kann, die wahrscheinlich auf persönlichen Erfahrungen beruhen, bzw. nur auf persönlichen Erfahrungen beruhen können, da es eben sehr individuelle Lerntypen und Randbedingungen/Ansprüche/Ziele gibt. Daher gibt es auch kein Patentrezept oder eine Wahrheit was besser oder schlechter ist.

Noch ein persönlicher Bericht (auch wieder ohne Anspruch auf Allgemeingültigkeit!)
…meine Tochter hat seit über 10 Jahren klassischen Gitarren Unterricht und kann Noten und Tabulaturen und nutzt auch beides, je nach dem, wo es für sie besser passt.
Wenn ich sie frage, wo ihr das Noten lesen hilft: „In der Schule im Musikunterricht…“ …was mit ein Grund für uns war, in den klassischen Unterricht zu investieren. Dümmer wird man dadurch nicht…
 
auf was du raus willst?!?
Worauf ich rauswill ist folgendes:

Hendrix (um jetzt bei dem einen zu bleiben) war ein absolutes Ausnahmetalent. Dass man so jemanden nacheifert ist nur naheliegend, aber ihn als Maßstab für eigene (oder allgemeingültige) Aussagen betreffend dem Erlernen von Instrumenten zu nehmen bedeutet ja, dass man unterstellt, genau so viel Talent wie Jimi zu haben. Das würde ich dann schon eher als vermessen bezeichnen. Und dann sozusagen als Steigerung davon "Irgendwelche nicht näher definierten Dritten glauben das halt - ich aber nicht"- da weiß ich nehrlich nicht wirklich, was ich davon halten soll.

Deswegen auch der Mathevergleich: Wer meint, weil Genie XY (angeblich- da ist oft auch viel Mythik dabei) keine Noten brauchte als Argument sieht, dass das auch auf einen selbst (oder x-belkiebige andere Einsteiger auf dem Instrument von Genie XY) zutrifft, der braucht auch nicht zum Matheunterricht gehen, schließlich gibt's da ja auch Leute, die den nie brauchten um auf dem Gebiet zu brillieren.

LG
 
Außerdem ist es nur ein Gerücht. Ichkann mir gut vorstellen daß Jimi Noten konnte.
 
Andererseits wird jeder Gitarrist, der die Stücke von Jimi 1:1 naschspielen will, sich kaum darauf verlassen können, dass es Noten gibt, die jede Nuance exakt für die Nachwelt festhält.

Überhaupt sollte man, um auf die Eingangsfrage einzugehen, die Funktion von Noten klar benennen: Noten erklären einem nicht, WIE man ein Instrument spielt, sondern ausschließlich, WAS man spielt.

Und da muss man zwischen verschiedenen Musikrichtungen und Genres unterscheiden: Klassische Musik liegt komplett in Noten vor, moderne Unterhaltungsmusik – beginnend mit Jazz – nicht. Noten sind deshalb mangels Existenz in vielen Fällen nicht hilfreich.

Dazu muss man zwischen verschidenen Instrumenten unterscheiden. Bei Saiteninstrumenten sind Noten keine Hilfe für den Spieler, wenn es z.B. darum geht, eine eingeübte Melodie einen Halbton höher zu spielen, sondern im Gegenteil.
 
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Und dann sozusagen als Steigerung davon "Irgendwelche nicht näher definierten Dritten glauben das halt - ich aber nicht"- da weiß ich nehrlich nicht wirklich, was ich davon halten soll.
Scheinbar ist dir entgangen, dass ich auf den Faden verweise in dem mehrere Mitglieder solche Vergleiche und Aussagen tätigen. Ich denke das ist genau genug definiert.
Du schreibst ziemlich genau was meine Meinung ist, ich hätts nur ungalanterweise Größenwahnsinnig und Anmaßend genannt, ich wollt nur nicht schon wieder böse PMs bekommen ...
 
Klassische Musik liegt komplett in Noten vor, moderne Unterhaltungsmusik – beginnend mit Jazz – nicht. Noten sind deshalb mangels Existenz in vielen Fällen nicht hilfreich.
Bitte sehr, Songbücher für E-Gitarre bei Thomann: https://www.thomann.de/de/tabulaturausgaben_fuer_gitarre.html

Da sind so gut wie überall Noten dabei (322 Werke, davon mit Noten 310. Mit Tabs übrigens nur 239, Dank an die Filterfunktion). Und das, obwohl der Link "Tabulaturausgaben" heißt. Bei Akustikgitarre siehts ganz ähnlich aus.
 
Auch Keyboard/Klavier kann man wie jedes andere Instrument ohne Noten lernen (bis zu einem gewissen Grad).
Gutes Gehör vorausgesetzt.
Benny Andersson kann auch keine Noten, ist aber ein verdammt guter Pianist und hat ABBA letztlich sogar auf Synthpop umgebaut, was heißt, daß er noch mehr Tasteninstrumente ohne Noten zum Einsatz gebracht hat.

Ralf Hütter kann meines Wissens auch keine Noten, und der Mann ist im Grunde genommen Kraftwerk.

Die britische Synthpop-Szene entstand aus totalen Dilettanten, die nie zuvor Musik gemacht haben. Die haben sich für ein paar hundert Pfund per Mailorder einen billigen Korg geschossen und einfach losgelegt. Ohne Noten und ohne jegliche Ausbildung in Kompositionslehre. Das alleine konterkariert hart die Einstellung einiger Leute in den Tastenbereichen des Musiker-Boards, daß man zwingend eine mehrjährige Ausbildung zum Konzertpianisten braucht, bevor man auch nur einen Korg Monologue anfassen darf.

In der elektronischen Musik haben Noten selten eine große Rolle gespielt. Das liegt auch daran, daß man mit althergebrachten Noten die vielen Facetten der elektronischen Musik überhaupt nicht abbilden kann. (Panoramafahrten notieren? Filtersweeps notieren? Delayzeiten oder LFO-Geschwindigkeiten notieren? Änderungen von Modulationsintensitäten notieren? Sequencer-Umschaltorgien à la Tangerine Dream notieren, und damit meine ich nicht, die einzelnen vom Sequencer gespielten Noten zu notieren? Achromatische Klänge oder gar Geräusche à la musique concrète notieren? Überhaupt erstmal die initialen Klangeinstellungen notieren? Vor allem: Notiert man, was man hört, oder notiert man, was der Musiker letztlich spielen soll?)

Notentranskriptionen selbst von Stücken von Jean-Michel Jarre oder Vangelis sind nichts weiter als schriftliche Kapitulationserklärungen vor der Unmöglichkeit, solche Musik gleichzeitig mit denselben Mitteln wie eine klassische Symphonie und der Präzision und dem Detailgrad wie bei einer klassischen Symphonie auszunotieren.

Ist Jazz nach Noten nicht eigentlich widersinnig, schließlich handelt es sich dabei per Definition um improvisierte Musik.
Free Jazz vielleicht. Dixieland Jazz vielleicht auch.

Swing à la Glenn Miller, Duke Ellington oder Benny Goodman, wo die Big Bands in Divisionsstärke anrollen und sich auch mal "Orchester" nennen, kannst du ohne Noten ziemlich vergessen.

Außerdem gibt es das Real Book auch nicht grundlos.

Auswendig wird nicht eingefordert. Eingefordert wird, dass man gut abliefert - wie man das macht, ist einem selbst überlassen.
"Geil abliefert", bitte.


Martman
 
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Hier in der Diskussion lese ich zu oft, dass die Ausführung klassisch-romantischer Musik mit Noten verknüpft wird. Aber das, was Musiker und Zuhörer bewegt, ist bei keinem Musikstil und keinem Konzept wirklich notierbar: Noten geben klassisch-romantische Musik genauso oberflächlich und unzulänglich wieder wie einen notierten Popsong.

Notentranskriptionen selbst von Stücken von Jean-Michel Jarre oder Vangelis sind nichts weiter als schriftliche Kapitulationserklärungen vor der Unmöglichkeit, solche Musik gleichzeitig mit denselben Mitteln wie eine klassische Symphonie und der Präzision und dem Detailgrad wie bei einer klassischen Symphonie auszunotieren.

Ich würde es nicht so hart als Kapitulation beschreiben, denn niemand hat je behauptet, Jean-Michel Jarres Musik oder eine klassische Symphonie seien überhaupt oder sogar präzise notierbar. Symphonien werden zwar notiert - das heißt aber nicht, dass Noten eine besonders genaue Beschreibung darstellen, was passieren soll. Musikalische Ideen wurde halt früher in Schriftsprache überführt, um sie transportierbar und verwertbar zu machen, aber Noten waren da immer nur Mittel zum Zweck. Und besonders präzise oder detailgetreu waren sie nie.

Was viel, viel wichtiger ist: Noten stellen ein extrem produktives Abstraktionsmittel von musikalischen Ideen dar, mit dem kompositorische Ideen eine Interpretationsgeschichte bekommt. Nur wenn Musik als Noten (und damit ziemlich rudimentär) vorliegt, ist der Musiker gefordert, mit eigenen interpretatorischen Ideen heranzugehen und das Stück in den Kontext seines eigenen Lebens, seiner Zeit, seines Instruments, seines Raums und seiner Zuhörer zu stellen.

Nimmt man dagegen eine Aufnahme als Vorlage, muss man erstmal selbst trennen, was musikalisches Konzept des Komponisten/Songwriters ist und was Ausführungsentscheidung des Musikers ist. Immer wieder schön zu sehen, wenn z.B. Soul-Popsongs nachgesungen werden und der/die Sänger*in entscheiden muss, ob er/sie die ganzen Verzierungen von Whitney oder Mariah nachsingt oder nicht. Wollte man Jean-Michel Jarre nachspielen, muss man sich Ähnliches überlegen, d.h. man muss entscheiden, was für einen selbst wichtig ist und was man selbst anders macht. Damit macht man den entscheidenden Schritt zu einer Abstraktion von Musik, der in Noten halt schon passiert ist.

Die wahren "Noten"fanatiker sind die Coverbands, die alles supergenau nachspielen wollen, wie es auf einer Aufnahme vorliegt, und das zu 100% natürlich nie erreichen. No offense intended, Martman, ich weiß, dass das dein Thema ist, und ich spiele auch gerne Musik sehr genau nach (nach welcher Vorlage auch immer). Aber sowohl Noten als auch Aufnahmen zeigen uns Musikern, dass Interpretation erst dann losgeht, wenn man beides überwindet und eine eigene Aussage findet.

"Geil ab[ge]liefert", bitte.

Das ist eh die Hauptsache, egal welcher Stil!
 
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Noten sind halt das Alphabet der Musik, früher als Tonaufnahmen nicht möglich waren war es die einzige Möglichkeit Musik zu
dokumentieren
 

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