Optimierung meiner kleinen Beschallungsanlage

boerdi
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Ahoi!

Hab ein paar Fragen zum Betrieb meiner kleinen Beschallungsanlage.

Material und Hintergrundinfos:

Auf diesem Foto seht ihr einen typischen Aufbau.
Die Location steht repräsentativ für das was man bei uns in der Ecke so finden kann.
Umgebung und Musikrichtung: Extremer Metal und Core Zeugs.

Wenn ich mit der Anlage unterwegs bin steh ich quasi auch immer selbst mit der eigenen Band auf der Bühne.

- Mischpult: Yamaha MG166
- Stagebox: Cordial 8/4
- FOH Boxen: 2x RCF ART 412A
- Monitor vorne (für Sänger): RCF NX-12SMA
- Monitor hinten (Gitarren für den Drummer): Tapco Thump TH-15A (War meine allererste Aktivbox zu Beginn der Sängerkarriere)
- Gitarren und Kickdrum werden mikrofoniert
- Nur das nötigste wird über die PA geschickt

Alle Locations bei uns in der Gegend sind akustisch gesehen eher "suboptimal"... um es gelinde auszudrücken :)
Meistens hab ich es aber hinbekommen einen halbwegs ordentlichen Sound anzubieten.
Wenn der Sound scheisse war, lag es quasi immer an lustig eingestellten Amps der Gitarristen.

Feedbackprobleme gab es im Großen und Ganzen nie. Allerdings hatte ich als Sänger manchmal Probleme mich über den Monitor zu hören. Ein Kollege aus einer anderen Band hat dieses Problem auch. Wenn ich dann den Pegel des Monitors selbst überprüfe werd ich fast weggeblasen. Bei ihm weiss ich allerdings, dass er gerne und oft unbewusst neben (oder über) dem optimalen Abstrahlwinkel der Box steht :)

- Würde sich eine zweite RCF NX-12SMA als weiterer Gesangsmonitor lohnen? (Zwecks besserer Verteilung und Verständlichkeit mit besser verteiltem Pegel) Oder wäre es Overkill? Bin mit der Box prinzipiell sehr zufrieden. Aber je nachdem welchen Pegel die Gitarristen fahren kommt der Gesang über die eine Box schwerer durch. Die Box ist vom Preis her natürlich nicht geschenkt.
- Upgrade der Thump-15A für den Drummer? Gleiches Problem wie beim Gesang.
- Was könnte man besser machen? Sonstige Hinweise/Tips/Kommentare?

Vielen Dank fürs geduldige Lesen :)
 
Eigenschaft
 
"Was könnte man machen?" - Leiser!

Ich würde dir empfehlen, deinen Monitor probeweise auf Ohrhöhe auf ein Stativ hinter die Frontlautsprecher zu stellen und einen angepassten Gehörschutz zu verwenden (Concha-Form). Man kann bei geringerem Pegel differenzierter hören. Wenn also Gitarren und Gesang im gleichen Frequenzbereich volles Brett auf dich einprasseln, ist die Reduzierung der Lautstärke nicht nur aus gesundheitlicher Sicht sinnvoll, sondern auch dem besseren Zusammenspiel förderlich.
Genau das gleiche sollte auch der Drummer machen. Gehörschutz und Box auf Ohrhöhe in einem bis anderthalb Metern Abstand.

Wenn man die Gitarrenboxen auf Höhe bringt, müssen die Gitarristen vielleicht nicht mehr so laut drehen - flatternde Hosenbeine sind zwar nett, aber Beine können nun einmal nicht hören. Alternativ empfiehlt sich ein Boxenschrägsteller, damit die Gitarristen eben nicht durch den ganzen Raum schallen, sondern die Signale da ankommen, wo sie hin müssen (Gitarristenohren).
 
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Zustimmung!

Niedrigerer Pegel auf der Bühne ist das A und O für einen guten Bandsound und guten Monitorsound. Lasst Gitarre und Bass über die PA laufen und reduziert auf der Bühne den Pegel der Amps. Wenn das übliche Jammern kommt "Ich hör' mich nicht!" dann lass die Kollegen die Amps höher stellen und etwas weiter davon weg gehen - dadurch trifft der Schall direkt auf die Öhrchen des Spielers, und er hört sich besser. Dann braucht er auch nicht mehr den hohen Pegel, und meist werden die Höhen auch gleich abgesenkt. Habe ich am Dienstag erst wieder mit meiner eigenen neuen Band erlebt, nachdem wir uns im Proberaum nach meinen Anweisungen umpostiert hatten (verleichbar hiermit: http://www.mix4munich.de/proberaum.htm).

Wenn der Gitarrist nicht überzeugt ist, sag ihm folgendes (was übrigens der Wahrheit entspricht): Wenn er nur über seinen Amp den Saal beschallen will, ist er nicht nur auf der Bühne und vorn im Publikum zu laut, sondern auch hinten zu leise. Warum? Die hohen Frequenzen, welche für die deutliche Hörbarkeit zuständig sind, werden vom Publikum absorbiert, da sein Amp auf dem Boden steht. Nur wenn sein Sound über die PA widergegeben wird (deren Hochtöner sollten tunlichst über Kopföhe stehen), ist er bis hinten auch noch deutlich zu hören. Er braucht nur ein gescheites Mikro dazu (besser ein Sennheiser e906 oder ein Shure BETA57 als ein SM57).

Alternativ soll für den Sound auf der Bühne und im Proberaum auch dieses Gerät hier wahre Wunder wirken:
https://www.thomann.de/de/deeflexx.html
Lies Dir die Anwenderkommentare durch! Genial einfach, einfach genial. Leider hoffnungslos überteuert, wenn man den Materialwert betrachtet. Aber der Nutzwert ist enorm. Und viel billiger als ein neuer Monitor ist das Ding allemal.

Viele Grüße
Jo
 
Danke für die Hinweise! Es bestätigt quasi alles was mir mein Bauchgefühl bereits gesagt hat.

Und was hab ich vielen Bands den Satz "Macht leiser dann klingt es besser" schon gepredigt :)

Ich kann die Schuld allerdings nicht immer auf die Leute auf den (kleinen) Bühnen schieben.
Die Räume in denen wir hier in der Gegend spielen sind aktustisch alles andere als toll.
Was dann oft unbewusst zur bösen "wir müssen weiter aufdrehen" Spirale führt.

Die Sache mit den Kisten unter den Amps haben wir in kleineren Kneipen schon erfolgreich durchgeführt.
Als Gitarrenmikros benutz ich auch tatsächlich ein Paar e906er.

Und diese Deeflex Dinger klingen auf dem Papier wirklich top. Mal schaun ob ich unseren Gitarristen die Dinger schmackhaft machen kann :)
 
Ein weiterer Punkt sind Sound-Design und Arrangement. Gerade bei Heftig-Metall-Kapellen steht man als Toni immer wieder vor dem Problem, daß zwei Dünnsaiten-Quäler mit grossen Geschützen an Instrumentenverstärkern ankommen, jeder den "im Wohnzimmer alleine daddelnd klingt das super-geil"-Sound am Start, die nicht nur alles vom Bass bis in den Formantbereich des Gesangs zukleistern, sondern die beiden spielen auch noch annähernd dasselbe in derselben Lage.

Ist jetzt absichtlich überspitzt formuliert, aber der Realitätsbezug ist dennoch hoch. ;-)
Also: Gitarrensounds ausdünnen, der bass gehört dem Bass und der Gesang braucht eine Lücke, auch wenn noch mehr Kompressions-Knack auf'm Anschlag der Gitarre solo geiler wäre. Rhythmus-Gitarre macht Rhythmus und der andere Klampfer schraddelt da nicht mit, sondern schmeisst höchstens ein paar Fills rein (kann sein Ego dann beim Solo rauslassen... lol). Merke: Der Druck im Sound kommt nicht von fetten Einzelsounds, sondern vom Zusammenspiel der kompletten Band!


Der Punkt alles über die PA laufen zu lassen, ist natürlich zu unterstreichen, weil Vorteile bei Abstrahlung, Reichweite und Laufzeit. Knackpunkt allerdings das Fehlen eines Subwoofers bei Euch. Dennoch würde ich versuchen, zumindest die Gitarren auf die PA zu nehmen und den Bass mit entschärftem Tieftonbereich. Bassbox dann seitlich an den vorderen Bühnenrand, um den Laufzeitunterschied gering zu halten und quer über die Bühne blasen zu lassen. Gitarrenboxen am besten von schräg vorne nach hinten über die Bühne blasen lassen, hochgestellt bzw. auf Ohrhöhe zielend.

Und natürlich das Credo Nr.1: Bühne so leise, wie möglich.


domg
 
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Dem Credo der leisen Bühne stimme ich 200%ig zu. Allerdings ist es in "Schuhkarton-Locations" (wie oben auf dem gelinkten Foto im Eröffnungspost) nicht einfach den Drummer zu bremsen...

Im Normalfall laufen (neben dem Gesang) immer beide Gitarren (Senni e906) und Kickdrum (e902) über die PA. Damit die Leute weiter hinten auch was davon mitkriegen. Und die Kickdrum hat bisher tiptop über die beiden RCF 412er geklungen. Natürlich fehlt vielleicht der Wumms etwas untenrum aber der Rest vom "Körper" und "Kick" kommen wunderbar durch.

Vor allem freut es mich, dass das Stöbern im Musiker Board mich bei der Wahl des Materials und der Handhabung quasi alles gelehrt hat und mir allgemein keine größeren Schnitzer unterlaufen sind. Für den Rest muss man glaub ich ein Dompteur mit Fingerspitzengefühl sein um die Fellknüppler und Saiten-Divas unter Kontrolle zu behalten :p
 
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Problematisch finde ich auch, dass man meistens gar nicht so weit von den Gitarrenboxen weg stehen kann um den Sound anständig zu hören. Dann stellt man sich halt lauter und mit mehr Bässen, damit man den Druck an den Beinen so richtig spürt.
Ich habe gute Erfahrungen gemacht mit einem Anwinkeln der Gitarrenboxen - halt eine 212er hochkant an die Wand anlehnen. Somit wird der Gitarrist voll angeblasen und stellt sich automatisch leiser. Das Ganze wird dann auch in kleinen Locations über die PA genommen, weil eine Gitarrenbox abstrahlungstechnisch gelinde gesagt komplett verschissen ist. Über die PA bringt man dann eine gleichmässige Verteilung hin.

Zu den 412ern in solchen Locations... naja.
 
Er meint die RCF ART 412a - und das sind Tops mit einem (!) Zwölfzöller im Bass plus einem Einzoll-HT. Das Gehäuse ist allerdings relativ groß, man würde von den Abmessungen eher einen 15er im Bass vermuten, und so klingen sie auch. Ich habe zufällig dieselben Boxen. Und dasselbe BD-Mikro. Und dieselben Gitarren-Mikros. Nur Deinen Monitor hätte ich gerne noch :) da fahre ich nämlich etwas drunter.
 
Obwohl ja auf dem Foto auch 4x12er Gitarrenboxen rumstehen. Sie sind zwar nicht auf dem Bild aber ich denke, dass es da auch 'passende' Tops dazu gibt. Meist klingen die aber erst bei einem Pegel der eigentlich schon waffenscheinpflichtig sein sollte, vor allem in solch kleinen, halligen Räumen. Downsizen der Gitarrenamps wäre imo nicht der verkehreste Schritt, aber es ist halt 'Extreme Metal und Core Zeugs'.

Vielleicht kann man ja Arrangementtechnisch noch etwas nachbessern. Bei Gesangspassagen den Rest ausdünnen um Platz zu schaffen wäre ev. ein Ansatz.

Mir ist auch am Foto aufgefallen, dass die RCF 412er gerade nach vorne ausgerichtet sind. Damit spielen sie relativ viel Energie in die Wände und die Decke. Reindrehen und neigen hilft ungemein um die dadurch entstehenden Reflexionen zu verringern. Von K&M gibts ein neigbares zwischenstück das da recht gut passen würde.
 
Potente Röhrenamps kann man relativ günstig mit einem Power-Soak aus Hochlastwiderständen auf angenehme Lautstärken drosseln, ohne direkt den Chrunch und Punch zu verlieren. Zweite Methode der Eindrosselung wäre die Reduktion der Membranfläche. Eine 4x12"-Box klingt natürlich anders als ein einfacher 12"er, allerdings wird in der Regel sowieso so nah mikrofoniert, dass die Unterschiede nicht groß ins Gewicht fallen.
 
Uff... ich meine tatsächlich die 4x12er Gitarrenboxen und nicht die RCF. Sorry für die Verwirrung!
 
Zum Thema Amps und 4x12 Gitarrenboxen: Aufbocken der Boxen (mit Bierkisten o.ä.) ist immer gut! Und ich kenne hier in der Gegend niemanden der ne 2x12 Box hat :D
Ich sag den Gitarristen auch immer, dass sie ihre Amps auf den jeweiligen Raum und fremde Gitarrenbox bestmöglich anpassen sollen, aber viele spielen dann trotzdem mit ihrem eigenen "Proberaumsound" und klingen dann dementsprechend suboptimal :)

Und noch ein kleiner "Nachtrag". Letzten Samstag in einer neuen Location:

2014-02-15.jpg

Der Sound war über den ganzen Abend sehr gut. Vielleicht ein kleines Fitzelchen zu laut, aber bei weitem nicht so schlimm wie auf dem Foto im ersten Post! (Ich hab nur Material gestellt, jemand anders hatte die Finger an den Reglern)
Alles wurde abgenommen: Gesang, Gitarren, das gesamte Drumkit (Snare, Kick (2x), Toms) und sogar der Bass lief über die RCF 412er. Der Sound war klar und druckvoll, allerdings gerieten die Boxen wegen des Basses manchmal in den Bereich wo die eingebauten Limiter bremsen mussten.
 
Uff... ich meine tatsächlich die 4x12er Gitarrenboxen und nicht die RCF. Sorry für die Verwirrung!

Was nimmt RCF auch so eine bescheuerte Typenbezeichnung? Die Verwechslung ist eigentlich vorprogrammiert :gruebel:
Egal, ich mag sie trotzdem!
 
Was nimmt RCF auch so eine bescheuerte Typenbezeichnung? Die Verwechslung ist eigentlich vorprogrammiert :gruebel:

Eigentlich ist die Bezeichnung doch logisch:
XYZ

X die ungefähre Leistung in Watt mal Hundert
Y die Größe des Hochtöners in Zoll
Z die Größe des Tief-/Mittentreibers in Zoll minus Zehn

725 --> ca. 700 Watt, 2" Hochtöner, 15" Tief-/Mittentöner
310 --> ca. 300 Watt, 1" Hochtöner, 10" Tief-/Mittentöner
 
Zuletzt bearbeitet:
N
  • Gelöscht von Fish
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HenrySalayne
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  • Grund: korrigiert
Aber die ART 408a ist kein Subwoofer, sondern ein 8"/1"-Böxchen :) Das mit der Leistung stimmt allerdings.
 

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