Paula mit medium jumbo/jumbo bünden gesucht (Tokai?)

von fendero, 21.10.20.

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  1. fendero

    fendero Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.10.20   #1
    Hi Leute,

    ich bin zurzeit auf der Suche nach einer LP Style Gitarre die zu meinem Ansprüchen passt und nicht den Preisrahmen sprengt.

    Ganz schnell mal aufgelistet was ich mir wünsche:

    -Medium Jumbo/Jumbo Bünde
    -12 Zoll Radius
    -Klassisches Burst (Cherry oder Honey, sowas in der Richung)
    -klassische Elektronik
    -mittleres C (nicht zu dünn, kein slim taper)
    -max 4kg

    Ich hab jetzt seid etlichen Jahren nichts Singlecut mäßiges mehr im Haushalt gehabt, deswegen habe ich mich vor 2 Wochen entschieden mir eine Vintage Icon V100 distressed zu bestellen. Leider kam ich mit den Bünden nicht zurecht, die waren mir ein ganzes Stück zu niedrig. Ich habe sie dann wieder verkauft, was sich vielleicht als Fehler rausgestellt hat, man hätte sie ja neubundieren können, aber irgendwie kam mir das nicht in den Sinn.

    Nun ist mir eingefallen das ich vor über 10 Jahren mal eine Tokai Love Rock aus chinesischer Fertigung hatte. Mein Gott, war das ein Klasse Teil. Ich komm auf Gedeih und Verderb nicht mehr drauf warum ich sie damals verkauft habe. Die Bespielbarkeit war sowas von top, wenn ich mich richtig erinnere waren da etwas größere Bünde drauf.

    Da ich überwiegend Strat spiele suche ich jetzt eine (ja eine reicht mir) Paula um einen Deckel auf das Thema draufzumachen.

    Ich wollte euch nun Fragen wie eure Erfahrungen mit Tokai Love Rock's aus japanischer Fertigung so sind. Wie würdet ihr die Bünde dieser Love Rocks beschreiben? Wie sind die japanischen Tokais an sich so? Wie sind die Halsprofile von Tokai?Würde mich super freuen eure Erfahrungen zu hören.
    Wichtig ist mir außerdem das das Teil maximal 4 kg wiegt. Ich bin zwar noch jung, ich finde es einfach angenehmer.

    Ach ja, der Preis sollte sich so um die 1000 Euro drehen, im Netz finden sich ein paar neue und Gebrauchte in dieser Preisgegend.

    Ich bin aber auch offen für andere Vorschläge, vielleicht gibt es ja noch ander empfehlenswerte Singlecuts in dieser Preisregion

    Grüße
     
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  2. Markusaldrich

    Markusaldrich Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.10.20   #2
    Ich besitze drei Tokai aus verschiedenen Jahrgängen. Die sind alle wirklich gut und das Gewicht stimmt auch, nur die PU’s waren nie mein Fall und ich habe sie gewechselt.Die Hälse sind unterschiedlich. Die jüngste LS2 Und die älteste LS120 haBen einen kräftigen Hals. Die LC85 eher schmal. Die Bünde sind Keine Jumbo, da ich an zwei aber bereits die Bünde habe erneuern lassen, kann ich mich gar nicht mehr so genau an die ursprünglichen erinnern. Aber wie gesagt, wenn das nicht passt, kann man die ja erneuern lassen.
    Alternativ gäbe es ja noch FGN, aber da wirst du mit dem Gewicht hadern. Sonst sind die auch sehr gut, ich hatte das Oliver Hartmann Modell. Ansonsten gibt es von den noch die Expert Flame Modelle, dass ist eine abgewandelte Les Paul. Die sind auch prima und auch leichter.
     
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  3. bagotrix

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    Erstellt: 22.10.20   #3
    Hi,

    preislich musst Du bei unter 1.000 € auf dem Gebrauchtmarkt suchen, auch bei Tokai gibts dafür nichts neues mit diesen Merkmalen. Neu müsstest Du schon noch mal so 300 € drauflegen. Tokais aus den 80ern sind schon semi-legendär und es werden dafür recht hohe Preise aufgerufen, erst recht für die Modelle mit Nitrolack und massiven Decken. Oft sind die auch gut abgespielt. Die meisten MIJ-Tokais aus den 2000ern sehen dagegen noch gut gepflegt aus, und auf den Bereich würde ich mich konzentrieren.

    Ich habe eine ganze Zeit lang nach einer Tokai gesucht und auch öfter nach dem Gewicht gefragt, wenn es nicht eh angegeben war. Methodisch sicher nicht ganz repräsentativ, aber japanische Tokai scheinen tendenziell eher auf der leichteren Seite zu sein. Meine LS-70F aus 2001 (entspricht ziemlich genau der aktuellen LS-136F) wiegt 3,96 kg. Eine noch leichtere wäre mir allerdings schon eher suspekt gewesen. Eine Les Paul mit 3,5 kg müsste entweder relativ großzügig gechambert sein (was den Sound mMn schon beeinflusst) oder aus ausgesucht leichtem Mahagoni bestehen, was mich in der Preisklasse wundern würde. 3,5 kg ist eher ein Gewicht, das für eine Strat aus Erle typisch ist, und schon da sind oft auch 200 g mehr drin.

    Was Du da als Höchstgrenze angibst, sehe ich also schon etwas kritisch, weil dann viele echt gute Paulas aus dem Rennen wären. Bei einer (massiven) Paula würde ich alles bis 4,3 kg noch als eher moderat einordnen. Musst Du natürlich selbst entscheiden, aber allzu leichte Les Pauls klingen für meine Ohren auch oft nicht mehr so richtig nach Les Paul.

    Die Bünde sind bei den chinesischen Tokais tatsächlich etwas fetter, aber die der japanischen Love Rock sind schon auch etwas dicker als Vintage oder auch als bei den aktuellen Gibson LP Standards. Keine Jumbos, aber Medium Jumbo würde ich sie schon nennen. Für richtig dicke Bünde müsstest Du wohl eher bei ESP bzw. Ltd suchen, aber die meisten Modelle sehen halt nicht so klassisch aus, viele haben sogar 24 Bünde :evil::govampire:.

    Ich selber war ja auch jahrzehntelang vor allem auf Superstrats (mit den entsprechenen Bünden) zu Hause und hatte meine LP Studio mit Jumbos neu bundieren lassen. Trotzdem hab mich aber sehr schnell an die Tokai gewöhnt. Liegt auch an dem Hals, der - wie meistens bei diesen mittleren Serien von Tokai - zwischen 50s und 60s-Profil liegt. "Mittleres C" triffts für meine Begriffe ziemlich genau, ich selber mag das Slim Taper auch nicht so.

    In Sachen Elektrik muss man halt damit leben, dass da kein klassischer Braided Wire verwendet wird. Werde ich wohl noch nachrüsten, aber für den Sound ist das mMn nicht soo entscheidend, allenfalls eine Abrundung, primär fürs Bauchgefühl. Wichtiger sind die Potis, und die fand ich sehr okay in Widerstand und Regelcharakteristik. Die Kondensatoren werden bei mir grundsätzlich ausgetauscht gegen Folien- oder günstige russische PIOs, 50s Wiring ist für mich unverzichtbar, war zumindest in meinem Fall aber schon vorhanden.

    Einer Meinung bin ich mit @Markusaldrich in Sachen PUs. Die klangen mir doch etwas zu bedeckt, zumal sie bei HiGain auch leicht mikrofonisch sind. Wer einen eher warmen, runden Sound mag, der kann mit ihnen durchaus glücklichwerden, meins waren sie nicht. Ist das Ziel ein eher offener Vintage-Les Paul-Sound, lohnt ein Austausch, denn die Tokais geben das durchaus her. Die Hardware von Gotoh ist auch gut, obwohl ein Alu-Tailpiece auch da noch ein bisschen was gebracht hat. In Sachen Les Paul hab ich lange gesucht und sehr viel angespielt, aber die Tokai ist ganz, ganz oben dabei, einfach in Primärsound, Ansprache und Sustain. Mit Gibson-HB klingt sie dann auch wie eine (sehr gute) Gibson, gerade diesen typischen Tiefmitten-Growl haben viele andere Kopien einfach nicht gehabt. Mit etwas Potiarbeit, Spieltechnik und dem richtigen Amp kann man wunderbar diese typischen Cello-Töne alter Aufnahmen rausholen, ohne das man Defizite der Gitarre mit viel Gain kompensieren müsste.

    Ein ganz zentraler Punkt ist für mich immer die Stabilität des Tons, daran messe ich eine LP immer zuerst. Sehr, sehr viele Originale haben im 10.-12. Bund auf der g-Saite einen Deadspot, wo der Ton einfach etwas dünn und plärrig wird. Wenn das so ist, kann man das nach meiner Erfahrung mit nichts ausgleichen. Ohne das jetzt konkret beweisen zu können, vermute ich die Ursache vornehmlich in der Qualität der Halsverbindung. Nimmt man den HalsPU raus, kann man sehen, dass der einfach sehr präzise ausgeführt wurde, ähnlich stramm eingepasst wie bei meiner US-Tremonti. Wenn man bei Gibsons unter dem Halsansatz an den Body klopft, klingt es oft etwas hohl (einfach weil der Hals da tatsächlich nicht unten aufliegt), bei der Tokai dagegen ganz solide. Da kann mir niemand sagen, dass das keine Auswirkungen hat.

    Der langen Rede kurzer Sinn: der Standard dieser Tokais aus den 2000ern ist wirklich hoch, die Verarbeitung wesentlich besser als bei Gibsons aus der gleichen Zeit. Um so richtig anzukommen, muss man sich noch auf ein paar Nachbesserungen einstellen, aber selbst wenn man die einrechnet, lohnt sich mMn die Anschaffung. Unterhalb des CS musste man zumindest in der Vergangenheit viel Glück haben, um eine Gibson mit diesen tonalen Qualitäten zu finden. Was einen halt nicht stören darf, ist dass die Ahorndecke halt durch ein Furnier aufgehübscht ist und dass die ganze Ausstrahlung der Lackierung (bis hin zum Geruch) nicht den Charme und die Tiefe eines gelungenen Nitro-Sunbursts auf einer massiven Decke erreicht. Aber alleine dafür muss man bei G halt auch mindestens das doppelte zahlen...

    Gruß, bagotrix
     
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  4. Pie-314

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    Erstellt: 22.10.20   #4
    Also, für all Deine Ansprüche gibt es eine passende Gitarre von Gibson:
    Alles von Dir gewünschte passt, nur das klassisches Burst (Cherry oder Honey, sowas in der Richung) eher weniger.
    Das wird also. :-)

    -Medium Jumbo/Jumbo Bünde -> Check
    -12 Zoll Radius -> Check
    -Klassisches Burst (Cherry oder Honey, sowas in der Richung) -> Das eher nicht
    -klassische Elektronik -> Check
    -mittleres C (nicht zu dünn, kein slim taper) -> Check
    -max 4kg -> Check

    Solltest die hier nehmen, nur sprengt die das Budget vermutlich massiv.
    Aber bis auf die Farbe und den Preis hätte die alles, was Du Dir wünschst.

    LG, der Pie :-)
     
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  5. ThisErik

    ThisErik Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.10.20   #5
    Wollte nur kurz anmerken, dass es hier im Süden jemand in Aalen gibt, der immer wieder Tokai´s aller Art auf Ebay verkauft, oft in gutem Zustand.
    Glaube der hatte irgendwas mit Tokai zu tun..
    Ebaysuche nach Tokai und verkaufte Artikel da findet man den Anbieter, dies nur als Info..
     
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  6. fendero

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    Erstellt: 22.10.20   #6
    Danke @bagotrix für einen weiteren, ausführlichen, hilfreichen Beitrag :great:.

    Ja also ich habe auch nochmal drüber nachgedacht, da der Schuss mit der Paula sitzen soll werde ich mir mit dem Kauf Zeit lassen und noch den ein oder anderen Obolus auf die Seite dafür legen.
    Klingt aber insgesamt sehr sehr gut was du über Tokai berichtest!


    @Pie-314 , danke, leider nicht mein Fall was die Farbe angeht und nun ja, der Preis :). Aber ich habe erst kürzlich mich an ein Video erinnert wo besagter Artist davon redet das er schöne Jumbos auf seiner Paula hat.

    @ThisErik ,werde ich mal checken! Danke!
     
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  7. BeWo

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    Erstellt: 23.10.20   #7
    Ich schmeis mal Jolana hin.
    Die kommen aus der Fabrik wo auch Maybach gemacht wird.
    Klassische Elektronik ... ich hab nicht aufgeschraubt, hat auf alle Fälle auch Coil Split und die Potis sind ultra leichtgängig.
    Die Mensurangabe stimmt auf keiner Webseite. Die haben eine 25er Mensur.
    Aufpassen die gibts mit unterschiedlichen Pickups und Chicken Head statt Toggle.
    Ich habe Toggle und Amber Pickups.
    Super sauber verarbeitet, super bespielbar, Bünde Top gemacht und kam auch schon optimal eingestellt.
    Was mich von ihr neben der besseren Verarbeitung als das Original überzeugt hat, ist der super saubere, klare klang und mehr Attack.

    https://www.markstein.de/epages/Markstein.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/Markstein/Products/00034361
    http://jolanaguitars.com/de/model/diamant/jolana-diamant/#modelle
     
  8. drul

    drul Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.10.20   #8
    naja das ist halt der einschlägig bekannte Gottfried - seit vielen Jahren Tokai-Vertrieb in DACH und natürlich Faber: https://www.faberguitar.com/

    da könnten auch diese hier für Dich interessant sein: https://www.faberguitar.com/LP57-GT-Faber-LP-Rebirth-Series

    ich will da jetzt gar nicht groß Werbung machen, aber ich hab den Les Paul Markt die letzten Jahre beobachtet und die hier sind echt preiswert für das gebotene. Long Neck Tenon; massive Ahorndecke; Faber Hardware. Made in Japan. die Lackierung ist Poly; aber das ist denke ich bei dem fast schon sensationellen Preis legitim.
     
  9. InTune

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    Erstellt: 29.10.20   #9
    Ich war mal kurz davor, meine Les Paul Studio mit Jumbo Fret neu bundieren zu lassen; wurde aber dann gut beraten, denn der Gitarrenbauer hat noch mal deutlich darauf hingewiesen, dass bei einer Les Paul wegen der kürzeren Mensur und der resultierenden geringeren Bundabstände insbesondere in den höheren Registern es dann schon noch "enger" wird. So wurde aus 200€ für eine Neubundierung, 40 für ein professionelles Setup und ich spiele die Gitarre dennoch lieber als vorher...
     
  10. bagotrix

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    Erstellt: 29.10.20   #10
    Hi,

    Spielgefühl nimmt man natürlich sehr individuell wahr, aber ich habe meine Studio nicht mit den allerdicksten, aber schon ziemlich breiten Jumbos bundieren lassen und die Gitarre wurde dadurch für mich enorm verbessert. Ich kann nicht bestätigen, dass es oben irgendwie "enger" geworden wäre - wie auch, die Bünde sitzen ja nicht plötzlich näher aneinander, nur der Hohlraum dazwischen ist tiefer. Auffällig war für mich auch der spür- und hörbar verbesserte Ton der Gitarre - wobei ich fairerweise nicht sagen kann, ob es am zusätzlichen Material liegt oder an einer zu schlechten Passung der Werksbünde...

    Voraussetzung für entspanntes Spielen ist dabei natürlich schon, dass man die Bünde nicht einfach flach abrichtet und es dabei belässt, wie das bei Gibson früher teilweise ab Werk gemacht wurde. Bekommen sie hinterher eine saubere neue Bundkrone, kann das sich sehr gut anfühlen. Ich stimme Dir aber zu, dass bei vielen früheren Studios weniger die Höhe der (ich würde sagen Medium-) Bünde das Problem war als der damals oft unglaublich schlampige Fretjob. Ich hatte damals das Gefühl, dass man für eine gute Abrichtung so viel wegnehmen muss, dass mir die Bünde zu mickrig würden.

    Wenn man die ganz dicken nicht mag, die alte Bundierung aber als zu tief empfindet, gibt es allerdings auch hohe Bünde, die etwas schmaler sind. Die Vielfalt ist da ja sehr groß.

    Gruß, bagotrix
     
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