Piano Samples Loopen?

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fizzysound

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Moinsen liebe Forengemeinde.
Bin gerade dabei zu versuchen, ein Piano aus einem VST zu samplen für den Livegebrauch. Jetzt ist es so, das bspw bei einem Yamaha Motif Xf (weiß nicht wies bei anderen ist aber ich schätze mal ähnlich) die Pianos quasi einfach nur Loops sind. Sprich wenn ich eine Voice initialisiere und alle Filter etc. ''auf Null sind'' dann kann ich eine Taste für ewig lang halten und der Piano-Sound wird auch ewig ausgehalten. Die Modellierung mit vernünftigem Sustain etc. wird dann im Nachhinein in der Voice vorgenommen.
Das ist jetzt der Punkt wo ich mich frage, wie das genau klappt? Dieses Sample muss ja einen Loop-Start/-End haben, sonst würde das ja nicht gehen. Aber wie setzt man diesen bei einem Piano-Sound? Da komme ich absolut nicht weiter. Ich schätze mal da steckt irgendwie mehr dahinter, denn eben bloßes Copy & Paste einer kurzen Sequenz (was ja quasi einem Loop entspricht) führt ja zu keinem brauchbaren Ergebnis.

Alternative ist natürlich einfach 10 Sekunden eines Tons aus dem VST absamplen und fertig. Das ist dann eben etwas "starr". Würde mich freuen, wenn da jemand mehr dazu weiß. Liebe Grüße
 
egoldstein

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Naja, es ist an sich genauso wie du es beschrieben hast. :redface:

Man kann in einer Audio-Datei Markierungen setzen, die als Loop-Punkte dienen. Meist hat man bei geloopten (orchestralen) Samples eine Attack-Phase, die nicht geloopt wird. Darauf folgt dann der Beginn des Loops und - je nach Länge des Samples - ein paar Sekunden später das Ende des Loops. Hält man eine Taste gedrückt, wird die Attack-Phase einmal abgespielt und dann der Bereich zwischen Loop-Anfang und Loop-Ende so lange in einer Schleife wiederholt, bis man die Taste loslässt. Danach kommt unter Umständen noch eine Release-Phase mit eigenem Abschnitt der Audio-Datei...oder auch einem eigenen Sample.

Im Prinzip ist es genauso, als würdest du ab einem bestimmten Bereich einfach mit Copy & Paste endlos viele Wiederholungen ans Ende einfügen. Die Kunst liegt darin, diese Wiederholungen so unscheinbar wie möglich klingen zu lassen. Beginnt oder endet man nicht bei einem Nulldurchgang des Samples (vereinfacht gesagt: ist an exakt diesem Sample gerade keine kurze Stille), kommt es zu einem Knacken, was störend auffällt und den Loop entlarvt. Wenn sich der Klang hinsichtlich Lautstärke oder Klangfarbe zwischen Beginn und Ende des Loops deutlich verändert, fällt das natürlich auch auf. Störgeräusche bei der Aufnahme werden da gnadenlos bestraft.
Ebenso sind zu kurze Loops recht offensichtlich. Gerade bei frühen Drum-Samplern hat man den Becken schnell angemerkt, dass geloopt wurde, das hat man auch mit Filtern und Hüllkurven nicht vertuschen können.

Aber wenn man das alles berücksichtigt und korrigiert, dann funktioniert es auch ziemlich gut. :)

Etwas hochwertigere oder neuere Stage Pianos und Software-Klaviere arbeiten übrigens ohne Loops. Da lauft dann eine mehrere Sekunden lange Aufnahme eines Pianos einfach einmal bis zum Ende durch, so dass man den natürlichsten Ausklang hat. Das braucht dann aber auch leicht ein paar GB Speicherplatz, so dass man gerade bei Hardware teilweise noch auf Loops und Hüllkurven setzt.
 
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Martman

Martman

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Loopen bei perkussiven Sounds wie Piano oder Becken ist verdammt schwierig aus einem ganz einfachen Grund: Die Basissounds sind nicht statisch. Die werden von Natur aus mit der Zeit immer leiser. Man müßte also den Teil des Sample im Loop so normalisieren, daß er nicht leiser wird. Je länger der Loop ist, desto sorgfältiger muß man dabei sein. Und man kann den Teil des Samples hinter dem Loop entweder mit anpassen oder wegschmeißen.


Martman
 
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Da1976

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Pianos sind oft sehr komplexe, umfangreiche Konstrukte mit diversen Layern und natürlich auch Loops (mind. Sustain und Release). Der Aufbau ist das Staatsgeheimnis der Produzenten und Kostenfaktor No. 1

Ich würde ehrlich gesagt keine Zeit damit verschwenden, das das Ergebnis ohnehin in verschiedenen Hinsichten schlechter sein wird, als das Original, das man heute kostengünstig zur Verfügung hat.

Ich bin übrigens kein Musiker, sondern eher Sound Designer und mein Schwerpunkt sind Sampler.

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