Pickups selber einstellen und justieren - wie macht Ihr es?

von KickstartMyHeart, 16.01.20 um 16:19 Uhr.

Sponsored by
pedaltrain
  1. KickstartMyHeart

    KickstartMyHeart Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    11.12.14
    Zuletzt hier:
    17.01.20
    Beiträge:
    712
    Ort:
    Main-Taunus-Kreis
    Zustimmungen:
    806
    Kekse:
    7.086
    Erstellt: 16.01.20 um 16:19 Uhr   #1
    Bei meiner vor einiger Zeit gekauften PRS S2 Singlecut bin ich nicht ganz zufrieden mit den PRS-Korea-Pickups, die drin sind. Mir fehlt Klarheit, Saitentrennung, Druck und auch Output. Bevor ich jetzt zu meiner Standardlösung seit 30+ Jahren gegriffen habe, wollte ich erstmal sehen, ob der Pickup mir auch nach einer sehr gründlichen und sauberen Einstellung nicht gefällt (was ich normalerweise erst nach dem Pickupwechsel gemacht hätte). Oder ob sich Nacht in Tag verwandeln lässt. Bei der Gesamthöhe habe ich mich wie sonst auch grob an den Gibson-Empfehlungen orientiert. Um aber möglichst unbeeinflusst heranzugehen, bin ich bei den Pole-Pieces diesmal nicht nach Gehör vorgegangen, sondern habe akribisch jede Einzelsaite über mehrfach (drülfzich nach meiner Wahrnehmung) wiederholte DAW-Aufnahmen an die anderen angeglichen (die grafische Ausgabe des Audiosignals der möglichst immer gleichmäßig angeschlagenen Saiten; Garageband in dem Fall). Startpunkt war dabei die Grundeinstellung der tiefen E-Saite. Gleiches Spiel dann noch für den Neck-Pickup. Um es festzuhalten: Ich habe die Einzelsaiten versucht, so objektiv wie möglich auf Balance untereinander zu trimmen und bin erstmalig maschinengestützt vorgegangen und nicht nach Gehör.

    Das Ergebnis war insofern interessant, als ich auch subjektiv anschließend beim Spielen ein (vielleicht auch ein psychoakustisches Phänomen) spürbar ausgewogeneres Klangbild wahrgenommen habe. Die PRS hat deutlich in den Punkten Klarheit und Saitentrennung gewonnen und auch etwas mehr Druck, aber mir persönlich ist zumindest der Bridgepickup doch etwas zu schwach.

    Um nicht einem Einmaleffekt aufzusitzen, habe ich das Procedere dann auch bei meiner Lieblingsgitarre (die Linke im Avatar) angewandt und war doch ziemlich zufrieden, was die (dem Papier nach) objektivere Einstellungsmethode gebracht hat.

    Vor allem brachte es auch ein etwas anderes Bild, als bei der reinen „nach Gehör“-Variante, die ich sonst genutzt habe. Die Pole-Pieces sehen eher dem Fender-staggered-Muster ähnlich:

    IMG_3521.jpeg

    Sieht am Hals vergleichbar aus. Das ist insofern verständlich, als die blanke G-Saite einfach auch "die Lauteste" ist - obwohl die D-Saite deutlich "dicker" ist. Das liegt aber gerade an der fehlenden Ummantelung des Saitenkerns.

    Mich würde interessieren, wie Ihr es macht, warum es Euch so gefällt und ob Ihr eventuell auch eine andere Methode schon mal ausprobiert habt und wie es Euch damit erging. Stellt Ihr Eure Pickups selbst ein? Wenn ja, wie? Nur die generelle Höhe oder – sofern schraubbare Pole Pieces vorhanden sind – auch die Einzelsaiten? Nach Gehör? Nach gemessenem Abstand? Nach anderen Kriterien?

    Ich habe extra keine Umfrage gemacht, weil es hier einfach zu viele Variablen gibt und ich Euch nicht mit einem Fragenkatalog zubomben wollte.
     
  2. crazy-iwan

    crazy-iwan Helpful & Friendly User HFU

    Im Board seit:
    15.11.06
    Zuletzt hier:
    18.01.20
    Beiträge:
    15.070
    Ort:
    Hamburg
    Zustimmungen:
    10.534
    Kekse:
    35.026
    Erstellt: 16.01.20 um 17:24 Uhr   #2
    Ich machs tatsächlich mit Probiererei.
    Egal was mir daheim gefällt, in der Band kann es völlig anders kommen. Da habe ich oft mal das Problem, dass einer der Zerrer dann nicht richtig drauf reagiert. Daheim ist der Sound sehr fett und warm, in der Band mumpfig :nix:

    Deswegen nehme ich mit neuen Gitarren auch immer Werkzeug mit zur Probe :D
    --- Beiträge zusammengefasst, 16.01.20 um 17:24 Uhr, Datum Originalbeitrag: 16.01.20 um 17:23 Uhr ---
    Das in der DAW anpassen klingt aber spannend. Wie machste das?
     
  3. waldru

    waldru Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    27.03.15
    Beiträge:
    414
    Ort:
    Berlin
    Zustimmungen:
    391
    Kekse:
    1.618
    Erstellt: 16.01.20 um 17:31 Uhr   #3
    Ich mach's nach Gehör - schließlich hör' ich es ja auch beim Spielen. Wie das in einer DAW graphisch aussieht ist mir Wurscht ;)
    Es muss in meiner Wahrnehmung ausgewogen klingen, das kann bei anderen Menschen dann wieder ganz anders wirken.
    Da stelle ich die PUs und PPs dann lieber so ein wie es mir gefällt.
     
  4. KickstartMyHeart

    KickstartMyHeart Threadersteller Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    11.12.14
    Zuletzt hier:
    17.01.20
    Beiträge:
    712
    Ort:
    Main-Taunus-Kreis
    Zustimmungen:
    806
    Kekse:
    7.086
    Erstellt: 16.01.20 um 18:03 Uhr   #4
    Mit dem un-Wissenschaftlichsten Versuchsaufbau überhaupt: Gitarre-Kabel-Interface-Garagebandprojekt. Spur ohne Alles anlegen und "Aufnahme" drücken. Dann jeweils eine Saite anschlagen und etwas ausklingen lassen. Da es bei mir auf 120 BPM voreingestellt war, habe ich alle zwei Takte einen Anschlag gemacht. Jeweils in Dreiergruppen also zu Beginn E-A-D. Immer wieder und laufen lassen so lange, bis ich SUBJEKTIV jede der Saiten gleich stark angeschlagen habe. Dann auf "Stopp" und sich das Bild angeschaut.

    Beispiel: D-Saitenauslenkung niedriger als A, dann Pole-Piece der D-Saite halbe oder ganze Drehung raus (im umgekehrten Fall natürlich rein). Und das Ganz Spiel so lange wiederholen, bis im Großen und Ganzen die Auslenkungen harmonisch waren. Wie gesagt, noch weniger wissenschaftlicher Anspruch geht fast nicht, es war aber auch eine Quick-and-Dirty-Sache, die ich versuchen wollte, weil ich dazu mal ein Video gesehen habe. Ich fand den Ansatz ganz charmant, weil ich zumindestens ein Stück weit meine Ohren als "Fehlerquelle" rausnehmen konnte.


    Das wäre auch mein Ansatz. Band-Mix/Live-Mix und Heimstudio/Übungsecke sind immer zwei Paar Schuhe:).


    Absolut korrekt. Ich wollte auch auf keinen Fall hier eine one-size-fits-all-Aussage machen:great:.




    DISCLAIMER: Ich trage seit 11 Jahren Hörgeräte und mir fehlen ein wenig die oberen Frequenzen. Deswegen traue ich meinen Ohren bei der Einstellung von Pickups (und auch Amps) nicht mehr ganz so wie früher. Ich komme zwar auf 100% ohne Probleme, WEISS aber, dass ich eine leicht andere Wahrnehmung damit habe als das früher der Fall war.
     
    gefällt mir nicht mehr 1 Person(en) gefällt das
  5. Stoptail22

    Stoptail22 Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    18.11.15
    Beiträge:
    643
    Zustimmungen:
    1.334
    Kekse:
    32.979
    Erstellt: 16.01.20 um 21:24 Uhr   #5
    Meine Vorgehensweise für Humbucker in Kurzform:

    1. Polepiece-Einstellung: Schlitz rechtwinklig zur Saite, alle in gleiche Höhe bringen, Ende geringfügig oberhalb des Covers, dann die beiden äußeren 1/2 Umdrehung tiefer, die beiden inneren 1/2 Umdrehung höher drehen. Das bildet den Griffbrett-Radius in etwa nach.
    2. Pickup-Einstellung: Abstand zwischen Pickup und den E-Saiten jeweils 2,4 mm, mit am letzten Bund gedrückter Saite, gemessen am inneren Ende des Pickups (da wo keine Polepieces sind).
    3. Pickup-Iteration: Pickup jeweils 1/2 Umdrehung höher drehen und mit vorheriger Einstellung vergleichen, klingt es besser, das gleiche nochmal, klingt es schlechter/unsauberer/überdrehter, 1/4 Umdrehung tiefer, klingt es immer noch nicht besser, nochmal 1/4 Umdrehung tiefer.
    4. Polepiece-Iteration: Polepieces 1/2 Umdrehung höher drehen, kling es schlechter, wieder zurück.
    Hat man sich tot-iteriert, kleine Pause machen, dann zurück zum Ausgangspunkt nach 1 und 2.

    So klappt es für alle meine PRS-Pickups ganz ausgezeichnet. Als Sound zum Testen nehme ich einen warmen Overdrive-Ton.
     
    gefällt mir nicht mehr 1 Person(en) gefällt das
Die Seite wird geladen...

mapping