Sele
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Vorwort
Das Review wird kein klassisches Gitarren Review sondern vielmehr ein technisches Review zweier Produkte. Das heißt: Es wird keine Soundbeispiele geben, diese lassen sich über die bekannten Plattformen, mit den bekannten Schwierigkeiten von Tonabnehmer Hörvergleichen, dort finden. Grundlage für dieses Review bildet die Reihe „How it Works – Eine Kompaktübersicht zur Gitarrenelektronik“, in der wir den Gitarrentonabnehmer und die elektrische Schaltung bereits besprochen haben.
Tonerider Tonabnehmer
Laut Homepage sitzt die Firma Tonerider in Canterbury Großbritannien, welche nach einem bekannten Kartendienst etwa 90 Minuten südöstlich von London, in der Nähe von Dover, liegt. Tonerider wurde 2003 gegründet und seit 2005 werden Tonabnehmer in Shenzen China nach Spezifikation der Firma Tonerider hergestellt. Dazu verwenden Sie eine globale Lieferkette so kommen, laut Homepage, Kabel aus den USA, Neusilber Bleche aus Taiwan, „Fibreboards“ aus Japan.
Die Tonabnehmer, welche wir uns hier näher ansehen, ist das AC2-Set und Birmingham-Humbucker Set mit jeweils 50 mm Pole-Piece-Abstand. Das Set ohne Kappen kostet etwa 100€ und ist entweder über die Tonerider Homepage oder lokale Händler in Deutschland zu beziehen. Damit liegt man etwa bei der Hälfte, was man für ein Set von US-Herstellern zahlt oder um es provokanter zu formulieren: Statt einen Humbucker, bekommt man gleich 2!
Tonabnehmer im Detail
Die Tonabnehmer werden in passenden Schachteln angeliefert. Hier hat der Hersteller wohl auch eine Umstellung vorgenommen, ein Tonabnehmer wurde in der gezeigten schwarzen Pappschachtel angeliefert, der andere Tonabnehmer in einer Plastikschachtel. Enthalten sind u.a. Befestigungsschrauben und -federn, Garantiekarte und Verdrahtungsplan. Insgesamt macht die Verpackung damit einen wertigen Eindruck.
Nun könnte ich darauf hinweisen das man bei den Tonabnehmern einen „Wooden-Spacer“ nimmt, wie man ihn bei den originalen aus den 50ern auch findet, dass der legendäre Gitarrist Pipifax der Band „interessiert mich nicht“ die in seinem Solo auch gespielt hat und es mich klanglich an die Scheibe „Hör nix, brauch nix“ erinnert, wo Pipifax das legendäre 3 minutige Solo gespielt hat, aber das überlasse ich anderen Medien.
Mich interessiert hier vor allem die Frage nach den technischen Daten und dazu sehen wir uns an was der Hersteller auf der Homepage schreibt:
Zunächst einmal sehen wir das die Tonabnehmer in Bridge und Neck typen eingeteilt sind. Die Neck Varianten haben eine geringere Induktivität als die Bridge Varianten. Das wird gemacht, um die Resonanzfrequenz etwas zu Erhöhen und damit den Halstonabnehmer etwas „heller“ klingen zu lassen. Ein Merkmal was alle modernen Interpretationen der 50er Jahre Humbucker-Tonabnehmer, von der Firma aus Kalamazoo bzw. inzwischen Nashville, teilen. Was verrät die Tabelle noch: Alinco 2 und Alnico 5 und die AC2 Tonabnehmer werden wild gewickelt (=Scatterwound). Und die Auffälligkeit das trotz geringerem DC-Widerstand, die gleiche Induktivität erreicht wird, da ich nicht vermute das hier unterschiedliche Wickeldrähte bzw. Durchmesser genommen wird, würde ich auf einen Tippfehler tippen. Jedoch sehr löblich: Der Hersteller gibt schonmal wesentlich mehr Details an als so manch ein Boutique Hersteller und das für die Hälfte der Kosten wie US-Platzhirsche in dem Bereich.
Eine Kurzeinschätzung zu den Daten:
Da ich beide Sets ausgebaut hatte, habe ich die Messmethode mit Erregerspule genutzt. Auch hier: Wer dazu mehr erfahren will, so sei auf die Reihe „How it Works – Eine Kompaktübersicht zur Gitarrenelektronik“ verwiesen, dort Stelle ich es kurz mit Blockdiagramm vor. Die Erregerspule sieht bei mir dann so aus, in dem Fall mit dem AC5 als Device Under Test (DUT).
Als Ergebnis, mit ein bisschen Filterung der Messwerte, erhalten wir dann Folgende Übertragungsfunktion der Tonabnehmer.
Wir sehen: Der AC2 Bridge und AC2 Neck sind gar nicht so weit auseinander. Die Resonanzfrequenz liegt bei etwa 3 kHz (AC2 Bridge) und 3,2 kHz (AC2 Neck). Auch das AC5 Set verhält sich erwartungsgemäß: Die Resonanzfrequenz liegt bei 2,8 kHz (AC5 Bridge) und 3,3 kHz (AC5 Neck) mit der Verwendeten Last (vgl. How it Works – Eine Kompaktübersicht zur Gitarrenelektronik).
Damit klingt der AC5 Bridge einen Hauch „kräftiger“ und der AC5 Neck ein bisschen Höhenreich als die jeweiligen AC2 Pendants. Wer nun die Kompaktübersicht zur Gitarrenelektronik gelesen hat, wird feststellen das ich gesagt habe das der Tonabnehmertausch fraglich ist. Wie kommt es nun das ich so etwas selbst durchführe? Wegen des Nachweises natürlich…. Nicht! Ich habe für die Gitarre in die die AC5 eingebaut werden sollen, Zebra Humbucker haben wollen und es waren vorher AC2 in Schwarz drinnen. Es war damit einzig die Optik schuld und weil ich wissen wollte welche Daten der AC5 wirklich hat.
Fazit
Ich halte Tonerider aktuell für eine valide Option, wenn man Tonabnehmer nachrüsten möchte. Sie sind preislich absolut in Ordnung. Ich wüsste jetzt nicht wo andere Hersteller etwas besser machen könnten, was einen höheren Preis, rein funktional betrachtet, rechtfertigen würde. Ich nutze die Tonabnehmern gern bei Nachrüstungen. Als Erstausrüster scheinen Tonerider aktuell auch bei Eastman eingesetzt zu werden, insofern scheinen Sie ihren Weg dann zu machen.
In diesem Sinne: Rock’n’Roll
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Das Review wird kein klassisches Gitarren Review sondern vielmehr ein technisches Review zweier Produkte. Das heißt: Es wird keine Soundbeispiele geben, diese lassen sich über die bekannten Plattformen, mit den bekannten Schwierigkeiten von Tonabnehmer Hörvergleichen, dort finden. Grundlage für dieses Review bildet die Reihe „How it Works – Eine Kompaktübersicht zur Gitarrenelektronik“, in der wir den Gitarrentonabnehmer und die elektrische Schaltung bereits besprochen haben.
Tonerider Tonabnehmer
Laut Homepage sitzt die Firma Tonerider in Canterbury Großbritannien, welche nach einem bekannten Kartendienst etwa 90 Minuten südöstlich von London, in der Nähe von Dover, liegt. Tonerider wurde 2003 gegründet und seit 2005 werden Tonabnehmer in Shenzen China nach Spezifikation der Firma Tonerider hergestellt. Dazu verwenden Sie eine globale Lieferkette so kommen, laut Homepage, Kabel aus den USA, Neusilber Bleche aus Taiwan, „Fibreboards“ aus Japan.
Die Tonabnehmer, welche wir uns hier näher ansehen, ist das AC2-Set und Birmingham-Humbucker Set mit jeweils 50 mm Pole-Piece-Abstand. Das Set ohne Kappen kostet etwa 100€ und ist entweder über die Tonerider Homepage oder lokale Händler in Deutschland zu beziehen. Damit liegt man etwa bei der Hälfte, was man für ein Set von US-Herstellern zahlt oder um es provokanter zu formulieren: Statt einen Humbucker, bekommt man gleich 2!
Tonabnehmer im Detail
Die Tonabnehmer werden in passenden Schachteln angeliefert. Hier hat der Hersteller wohl auch eine Umstellung vorgenommen, ein Tonabnehmer wurde in der gezeigten schwarzen Pappschachtel angeliefert, der andere Tonabnehmer in einer Plastikschachtel. Enthalten sind u.a. Befestigungsschrauben und -federn, Garantiekarte und Verdrahtungsplan. Insgesamt macht die Verpackung damit einen wertigen Eindruck.
Mich interessiert hier vor allem die Frage nach den technischen Daten und dazu sehen wir uns an was der Hersteller auf der Homepage schreibt:
| AC2 Bridge | AC2 Neck | AC5 Bridge | AC5 Neck | |
| DCR (kΩ) | 8.3 | 7.5 | 7.2 | 8.7 |
| Induktivität (H) | 5.1 | 4.2 | 4.2 | 5.5 |
| Magnet | Alnico 2 | Alnico 2 | Alnico 5 | Alnico 5 |
| Gewachst | Ja | Ja | Ja | Ja |
| Windung | Wild | Wild | ? | ? |
Zunächst einmal sehen wir das die Tonabnehmer in Bridge und Neck typen eingeteilt sind. Die Neck Varianten haben eine geringere Induktivität als die Bridge Varianten. Das wird gemacht, um die Resonanzfrequenz etwas zu Erhöhen und damit den Halstonabnehmer etwas „heller“ klingen zu lassen. Ein Merkmal was alle modernen Interpretationen der 50er Jahre Humbucker-Tonabnehmer, von der Firma aus Kalamazoo bzw. inzwischen Nashville, teilen. Was verrät die Tabelle noch: Alinco 2 und Alnico 5 und die AC2 Tonabnehmer werden wild gewickelt (=Scatterwound). Und die Auffälligkeit das trotz geringerem DC-Widerstand, die gleiche Induktivität erreicht wird, da ich nicht vermute das hier unterschiedliche Wickeldrähte bzw. Durchmesser genommen wird, würde ich auf einen Tippfehler tippen. Jedoch sehr löblich: Der Hersteller gibt schonmal wesentlich mehr Details an als so manch ein Boutique Hersteller und das für die Hälfte der Kosten wie US-Platzhirsche in dem Bereich.
Eine Kurzeinschätzung zu den Daten:
- Wilden Wicklung: Die Wicklung am Tonabnehmer wird kreuz und quer über den Spulekörper gelegt, wodurch die Kapazität der Spule sinkt, da Leiter und Abschirmung im Lagenpaket nicht mehr „aufeinander“ liegen. Der Änderung der Kapazität ist im Vergleich zur Kapazität des Gitarrenkabels gering, wodurch das keinen so großen (klanglichen) Einfluss hat.
- Alnico Variante: Nach Zollner tun sich Alnico 2 und Alnico 5 nicht viel, da es überschneidungspunkte gibt, in denen sogar beide etwa gleich sind und die Hersteller es nicht so genau angeben. Sprich: Es fehlt eigentlich die Untergruppe.
Da ich beide Sets ausgebaut hatte, habe ich die Messmethode mit Erregerspule genutzt. Auch hier: Wer dazu mehr erfahren will, so sei auf die Reihe „How it Works – Eine Kompaktübersicht zur Gitarrenelektronik“ verwiesen, dort Stelle ich es kurz mit Blockdiagramm vor. Die Erregerspule sieht bei mir dann so aus, in dem Fall mit dem AC5 als Device Under Test (DUT).
Als Ergebnis, mit ein bisschen Filterung der Messwerte, erhalten wir dann Folgende Übertragungsfunktion der Tonabnehmer.
Damit klingt der AC5 Bridge einen Hauch „kräftiger“ und der AC5 Neck ein bisschen Höhenreich als die jeweiligen AC2 Pendants. Wer nun die Kompaktübersicht zur Gitarrenelektronik gelesen hat, wird feststellen das ich gesagt habe das der Tonabnehmertausch fraglich ist. Wie kommt es nun das ich so etwas selbst durchführe? Wegen des Nachweises natürlich…. Nicht! Ich habe für die Gitarre in die die AC5 eingebaut werden sollen, Zebra Humbucker haben wollen und es waren vorher AC2 in Schwarz drinnen. Es war damit einzig die Optik schuld und weil ich wissen wollte welche Daten der AC5 wirklich hat.
Fazit
Ich halte Tonerider aktuell für eine valide Option, wenn man Tonabnehmer nachrüsten möchte. Sie sind preislich absolut in Ordnung. Ich wüsste jetzt nicht wo andere Hersteller etwas besser machen könnten, was einen höheren Preis, rein funktional betrachtet, rechtfertigen würde. Ich nutze die Tonabnehmern gern bei Nachrüstungen. Als Erstausrüster scheinen Tonerider aktuell auch bei Eastman eingesetzt zu werden, insofern scheinen Sie ihren Weg dann zu machen.
In diesem Sinne: Rock’n’Roll
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