Dennis, wie muss oder kann ich mir das vorstellen mit diesen 24 x 4 Stimmen?
Wenn ich also einen OSC mit einem Sample anwähle, kann die V.A.S.T. quasi 3 "Ghost-Oszillatoren" dazu addieren? Wenn die aber nicht sample-basiert sind, was macht die Synthese dann? Erzeugt sie "analoge" Wellenformen wie SAW, SQU, SIN oder TRI, evtl. Noise, oder sind das dann Kopien des Samples, die man separat pitchen, tunen, im Filter oder ADSR bearbeiten kann?
Es sind nicht 24*4 Stimmen. Kurzweil wollte wahrscheinlich mit dieser 24 Stimmen, 96 Oszillatoren Bezeichnung, zwischen Sample-Engine, die auf gesampelten Wellenformen basiert und der - ich nenne Sie jetzt dann doch mal VA (virtuell analogen) - VA- Engine trennen.
Ich muss aber gleich einschränken, der K2000 ist kein VA-Synthesizer, wie z.B. der Nord Lead. VA bedeutet mehr, dass das komplette „Verhalten“ von klassisch analog aufgebauten Synthesizer mit einem mathematischen Algorithmus nachgebildet wird. Dies macht der K2000 nur bedingt.
Es ist schon so wie du vermutest. Ein Klangprogramm bei Kurzweil besteht aus Layern. Der K2000 hat drei Layer für normale Klangprogramme und einen speziellen Modus für Drumklänge. Dort kann er bis zu 32 Layer.
Zu einem Layer gehört eine Keymap. Dahinter verbirgt sich die Grundwellenformen des K2000. Die Keymaps sind samplebasiert. Hier findet man sowohl Naturklänge (Pianos, Steicher, Gitarren), als auch Samples von einfachen Wellenformen, wie Sinus, Rechteck, Sägezahn. Es gibt einen Mono-Modus, in der nur eine Keymap ausgewählt werden kann und es gibt auch einen Stereo-Modus. Hier können dann zwei Keymaps in einem Layer ausgewählt werden. Diese lassen sich im Stereopanorama verteilen.
Keymaps ziehen die Stimmen von den 24 Stimmen der Hauptklangerzeung.
Nun können die Klänge im K2000 weiter bearbeitet werden. Es stehen dafür mehrere Algorithmen zur Verfügung. Algorithmen bestehen aus mehreren Blöcken. Im K2000 aus bis zu drei Blöcken. Diese Blöcke oder Slots können verschiedene Funktionen haben (Filter, Waveshaper, Verstärker) und sie können auch verschieden mit einander Verbunden werden. Der K2000 ist ein kleines digitales Modularsystem.
Eine weitere Funktion, mit der ein Block eines Algorithmus ausgestattet werden kann, ist ein Oszillator (Noisegenerator gibt es auch). Diese Oszillatoren erzeugen Sinus, Rechteck (mit Pulsweitenmodulation) und Sägezahn. Ich glaube aus dem Kopf raus, dass es auch Dreieck gibt, da bin ich mir aber nicht mehr sicher.
Diese zusätzlichen Oszillatoren bedienen sich jetzt bei den 96 Oszillatoren und nehmen keine Stimme von den 24 Stimmen der Sample-Engine. In einem Algorithmus mit drei Blöcken, können auch drei mit diesen Oszis bestückt werden.
Im Drumchannel-Modus, können auch die 32 Layer mit drei Oszi-Blöcken programmiert werden. So kommen dann auch die 96 Oszillatoren zustande. 32*3 = 96
Man kann im K2000 Klänge programmieren, die keine der 24 Stimmen der Sample-Engine nutzen, sondern nur auf die 96 Oszillationen zugreifen.
Man muss aber gleich sagen, dass die berechneten Oszillatoren in hohen Lagen ganz viel Aliasing aufweisen. Für Bass-Sounds und tiefe Flachenklänge kein Problem.