Popularität von verzerrten Bässen

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Servus,

ich schau nur mal kurz bei euch Bassern rein weil ich ne, für euch leicht zu beantwortende, Frage hab. Ich habe heute bei der Bandprobe unseren Bassisten gefragt warum er eigentlich nie verzerrt spielt, woraufhin er und unser Bandleader meinten, dass ein verzerrter Bass völlig unüblich sei und das fast niemand täte. Wir spielen Rock und bei vielen meiner Lieblingsbands denke ich schon oft einen verzerrten Bass zu hören.
Ihr könnt mir das sicher ganz leicht beantworten ob es denn unüblich ist. Ich tu mich da eher schwer bei dem ganzen Durcheinander zwischen verzerrtem und cleanem Bass zu differenzieren, deshalb frag ich.


vanRijn
 
Eigenschaft
 
Lemmy von Motörhead ist doch das beste Beispiel!
 
Ob was übrlich oder unüblich ist, ist doch Wurst. Dem Spieler muss es gefallen, und es sollte in die Band passen. Wenn ich beispielsweise in in einer Kuschel-Pop Band eine Punk-Säge fahre, ist das denn nich so gut, nech? ;)

Im Rockbereich ist es mal so mal so. Im Metallbereich interessanter Weise (wie ich es kenn) fast nur "clean".

Ausserdem gibt es nicht so wahnsinnig viele Zerren, die für Bass gedacht sind, oder daran gut klingen.
Viele spielen einen Big Muff, andere den Boss ODB-3, manche eine ProCo Rat, seltener zu sehen sind EBS Geräte. Das waren dann auch schon die bekannten (reinen Zerrer). :redface:
 
Kommt natürlich auf die Musikrichtung an.
Bei Jazz und Blues- Sachen wird kaum ein Bassist verzerrt spielen.
Aber in Rock, Metal und ähnlichen Gefilden ist das durchaus üblich. Trotzdem solltet ihr da nicht verallgemeinern. Da solltet ihr (vor allem euer Bassist) entscheiden was euch/ihm besser gefällt.
 
Ist nicht unüblich. Zumindest ein angezerrter Bass ist sogar ziemlich üblich in Triobesetzungen (instrumental).
ZZ Top, Rush, NoMeansNo (der hat meinen Sound geklaut)...da gibt es reichlich Beispiele.
Selbst bei "Don't Stop Me Now" von Queen ist der Bass gut angezerrt. Oft hört man das gar nicht - wie du richtig schreibst - und die Obertöne des Basses schließen lediglich die Lücke zu Gitarre oder Keys.
 
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Wenn man unter 'verzerrter Bass' alles zwischen 'angezerrt' bis 'ultrahighgain' versteht, könnte die Frage eher lauten welcher Bassist im weiten Umfeld Rockmusik spielt ohne Verzerrer.

Selbst Bassisten mit ansonst cleanen Sound wie z.B. Marcus Miller verwenden für einige Songs oder Passagen eine Zerre. So ein Ding gehört zum guten Ton.
 
Schön, dass jemand NoMeansNo kennt! Die hatte ich ja schon völlig vergessen!
 
Unüblich oder üblich ist denke nicht unbedingt die Frage. "Völlig unüblich" kann man aber denke ich streichen. Es gibt diverse Rockbands in denen oft ein an- oder verzerrter Bass zu hören ist.
Ich kann meinen Vorrednern eigentlich nur zustimmen! Grundsätzlich ist es sicherlich eine Frage des Stils, aber vor allem muss es in die Band passen und es muss gefallen! Von vornherein ausschließen sollte man es aber nicht; zumindest meiner Meinung nach...
In diesem Fall geht vllt. auch "probieren über studieren" ;)
 
Um mal ein paar zeitgemässe Beispiele zu nennen:

Muse
http://www.youtube.com/watch?v=vt_uAiBU0Mk

Kings of Leon
http://www.youtube.com/watch?v=9xcPJmpn8dI

Converge
http://www.youtube.com/watch?v=Z9wZDd_GgPs

Anti Flag
http://www.youtube.com/watch?v=6dWlq15QeG0

Rise Against (angezerrt)
http://www.youtube.com/watch?v=RK3AI_tc-vw

Vor allem bei Bands wie die letzten beiden ist ein angezerrter Bass ziemlich "populär". Joe Principe von Rise Against sagte mal in einem Interview dass er gar keine zusätzliche Zerre benutzt sonder einfach sein Gain voll reindreht.

Ich behaupte mal, dass verzerrte Bässe noch nie so populär waren wie heute, aber eigentlich sollte dieser Aspekt bei der Soundwahl auch gar keine Rolle spielen, viel wichtiger ist die Frage ob die dieser Sound zu eurer Band passt und wie er eingesetzt werden soll.
 
naja was heißt unüblich. wie viele meiner vorredner schon sagten muss es dem bassisten selber gefallen.
Um doch noch was produktives beizutragen: als wir im studio aufgenommen haben habe ich 3 bassspuren gleichzeitig aufgenommen. eine davon war über nen marshall-gitarrenamp mit dem wir das signal angezerrt haben. is ziemlich cool. vor allem kann man bei den gitarren dann bisschen bass raus holen. die angezerrte bassspur kann man so als bassspur so nicht aus unserem mix raushören. das hört sich an als wärs teil des gitarrensound, nur halt fett^^

live mache ich das übrigens nicht, da spiele ich nicht angezerrt. ich spiele aber mit dem gedanken mir ne Zerre zu kaufen.

musikrichtung is metalcore
 
Gut, danke euch allen.

Übrigens wollte ich meinen Bassisten nicht dazu zwingen verzerrt zu spielen, ich hab mich nur darüber aufgeregt, dass die beiden Helden mich als totalen Newbie dastehen haben lassen und mich das etwas geärgert hat.
 
vanRijn schrieb:
Ich tu mich da eher schwer bei dem ganzen Durcheinander zwischen verzerrtem und cleanem Bass zu differenzieren, deshalb frag ich.
Die Frage ist, wie man "Verzerrung" definiert und wo sie anfängt. Eigentlich versteht man darunter das Hinzufügen von Obertönen. Das aber passiert nicht nur in einem dezidierten Verzerrer, sondern in den meisten Vorstufen, in manchen Endstufen und in allen (!) Lautsprechern in mehr oder minder ausgeprägtem Maß. Die viel beschworene "Röhrenwärme" ist meist auch nichts anderes, als zusätzliche geradzahlige Obertöne, also Verzerrung.
Viele Bassisten sind ja auf der Suche nach einem "knurrigen" Sound, was man da meistens im Ohr hat, sind Klänge, die mit zusätzlicher Verzerrung erzeugt werden. Es handelt sich dabei weniger um die brutale Säge durch Vorschaltgeräte, aber es ist trotzdem Verzerrung.

Ich selber habe lange Zeit auch so gedacht, wie deine Bandkollegen. Aber dann habe ich mal testweise meinen Gitarrenamp parallel zum Übungsbasscombo laufen lassen. Das Resultat dieses Versuchs ist, dass ich jetzt ein Biamping-Setup spiele, bestehend aus meinem Ashdown-Halfstack und meinem Peavey Classic 30 Gitarrencombo. Zu beachten ist dabei, dass in dem Combo kein üblicher Gitarrenspeaker mehr ist, sondern ein PA-Chassis, dass den Basssignalen gewachsen ist.
Ein Grund für das Umdenken ist bei mir sicher auch die Entdeckung des Albums Dogman von King's X bzw. des Basssounds darauf. Und der treibt mir einfach jedes mal wieder ein fettes Grinsen ins Gesicht.
 
Die Frage ist, wie man "Verzerrung" definiert und wo sie anfängt.
Seh ich auch so. Wenn man leichten Overdrive, oder auch nur die punktuelle Übersteuerung des Signals bei Peaks mit hinzunimmt, dann stellt sich die Frage, welche /Bands/Bassisten den überhaupt clean spielen. Ganz früher geschah die Übersteuerung meist unfreiwillig und war im Mix nicht mehr zu hören. Bestes Beispiel: die Motown-Bassisten Jamerson und Babbitt.

Darf ich noch 2 meiner Lieblingsvideos mit Overdrive-Basssound posten? :evil:



 
Die Frage ist, wie man "Verzerrung" definiert und wo sie anfängt.

Für mich an dem Punkt, an dem die Zerre beginnt zu komprimieren und den Ton weiter trägt, als es das Sustain des Instrumentes von sich aus tun würde und sich der Anschlag etwas aufweicht..
So unterscheiden sich der Clean und der Zerrkanal meines PBDI's. Bei hartem Anschlag beginnt auch mein Cleankanal Obertöne zu erzeugen, aber der Attack bleibt fest und das Sustain des Basses ist unkomprimiert.
Im Zerrkanal steht der Ton so lange, wie ich ihn greife, kippt in höheren Lagen gerne mal, erzeugt Feedback und verbreitert das Fundament des Bandsounds ungemein.
 
Hey Leute,
Ehrlich gesagt finde ich eine Diskussion über die Ausweitung des Begriffs "Verzerrung" unangebracht. Mich persönlich würde vielmehr interessieren, wie sehr Bässe, die jeder Musiker als verzerrt beschreiben würde, in Songarrangements üblich sind. Als extremes Beispiel hierfür würde ich King's X nehmen. Aber sonst fällt mir nicht mehr viel ein. Als ich mir grade Dont stop me now von Queen anhörte, muss ich zugeben, dass die Klangfarbe "verzerrter" ist, als der normale Basston. Nur als verzerrten Bass würde ich ihn ungern bezeichnen, da die meisten Basser ihn sicherlich als clean abtun würden. Somit ist die Zerre in dem Sinn meiner Meinung nach keine Verzerrung im klanglichen Sinne, sondern vielmehr ein Anstieg der Bissigkeit der Klangfarbe. Verzerrte Soloparts will ich damit auch außen vor lassen, da diese nicht die Hauptaufgaben der meisten Bassisten sind. Könnt ihr mir Beispiele nennen?
 
Das sind doch fließende Übergänge, die sich gar nicht auf den Punkt bringen lassen.
Will ich eine Zerre, weil sie als Aufälligkeit im Arrangement dienen soll - vielleicht eben "nur" für Solospots - oder will ich eine Zerre, weil ich aufgrund einer mageren Besetzung Lücken schließen und das Arrangement verdichten möchte.
Dusty Hill z.B. spielt einen absoluten HiGain Sound, hat lediglich wenig Hochmitten und Höhen drin, sodass er für den Reverend ein schickes Sofa bastelt, auf dem der sich tummeln kann. Lemmy spielt im Grunde eine viersaitige Rhythmusgitarre. Geddy Lee spielt sehr verzerrt, weil Rush eben ein Trio ist, bei dem ohnehin jeder reichlich zu tun hat und eben ein tragfähiges Fundament gefragt ist.

Als ich mir grade Dont stop me now von Queen anhörte, muss ich zugeben, dass die Klangfarbe "verzerrter" ist, als der normale Basston. Nur als verzerrten Bass würde ich ihn ungern bezeichnen, da die meisten Basser ihn sicherlich als clean abtun würden.
Das ist lediglich ein Zeichen dafür, dass die Nummer perfekt gemischt ist. Das Ding zerrt schon ordentlich.

Mit "Bissigkeit" hat eine Verzerrung in den seltensten Fällen zu tun. In den meisten Fällen ist eher das Gegenteil der Fall. Eine Zerre weicht den Anschlag auf und verlängert das Sustain...eine Spezielle Art der Kompression (auch abhängig vom Gerät) die den Klebstoff im Arrangement bietet.

Könnt ihr mir Beispiele nennen?
Wofür jetzt genau? Ich habe deinen Post drei mal gelesen.
 
Mich persönlich würde vielmehr interessieren, wie sehr Bässe, die jeder Musiker als verzerrt beschreiben würde, in Songarrangements üblich sind.

Könnt ihr mir Beispiele nennen?
Basszerre ist jedenfalls nicht unüblich, trotzdem würde ich behaupten, dass die Mehrheit der Produktionen mit eher cleanen Basssounds gemahct wurden. Zerrbass-Beispiele: Auf Seite 1 des Threads sind ja schon einige verlinkt.

---------- Post hinzugefügt um 09:37:26 ---------- Letzter Beitrag war um 09:23:19 ----------

oder will ich eine Zerre, weil ich aufgrund einer mageren Besetzung Lücken schließen und das Arrangement verdichten möchte.

Geddy Lee spielt sehr verzerrt, weil Rush eben ein Trio ist, bei dem ohnehin jeder reichlich zu tun hat und eben ein tragfähiges Fundament gefragt ist.
Völlig richtig. Zerre kommt of dort zum einsatz, wo der Bass genügend Platz dafür hat: in Trios!

Weitere Beispiele: Cream, John Mayer Trio (vor allem bei den Hendrix-Covers).
 

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