Posaunenchor - Tipps

von Lowgan, 03.09.16.

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  1. Lowgan

    Lowgan Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.09.16   #1
    Hallo Miteinander,

    Ich bin jetzt vom Nachwuchs in den Posaunenchor gekommen und spiele die 3 Trompete. Jetzt hab ich aber ein paar Fragen:

    1. Wie sollte man täglich üben?
    2. Wenn man sich eine Trompete anschaffen will welche soll es sein?
    3. Welches Mundstück? Das was ich jetzt hab ist vom Posaunenchor geliehen und sieht sehr benutzt aus.
    4. Wie übt man am besten ein Stück? Erst langsam dann schnell? Alles durchspielen oder Teil für Teil?


    Falls sich ein paar Fragen wiederholen tut es mir sehr leid.
    Ich bedanke mich schon mal für die Antworten :D


    Thomas
     
  2. Ralinem

    Ralinem Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.09.16   #2
    Zu 1-3 müssen die Blechbläser etwas sagen.

    Das hängt auch davon ab, wie schwierig ein Stück für Dich ist.

    Langsam und ganz bewusst zu Üben und dabei die Achtsamkeit auf verschiedene Aspekte lenken (z.B. schnelle Stellen auch mal punktieren oder anders artikurleren) ist der Schlüssel zum Erfolg am Anfang des Übens, bzw. bei schwierigen Stellen; im späteren Übungsstadium muss natürlich auch die Zielgeschwindigkeit des Posaunenechores geübt werden, damit das Zusammenspiel klappt (und da sollte man genug Temporeserven haben, denn wenn man gerade so eben das Zieltempo erreicht, wird es oft haarig beim Zusammenspiel, also eher 10-20% Reserve erarbeiten).

    Schwierige/problematische Stellen am besten isolieren, und in kleinen Teilen wiederholt üben; dabei solltest Du darauf achten, die Übergänge mit zu üben, sonst haken die Übergänge später u.U. Schwierige Stellen (eben nicht zu lange Passagen) sollten mind. 8-20mal hintereinander geübt werden, damit Hirn und Finger das Spiel verinnerlichen. Und diese Procedere am Folgetag, bzw. -tagen wiederholen, bis es sitzt.


    Bei neuen Stücken spiele ich meist einmal komplett durch, um den Istzustand aufzunehmen, (wo sind Schwierigkeiten und was läuft so); aber danach gehe ich nach dem o.g. Muster vor. Schwierige Stellen für besondere Aufmerksamkeit markiere ich zusätzlich mit einem Zeichen (z.b. "!").


    Eine "Bibel" für effektives Üben ist von Gerhard Mantel "Einfach Üben"; das sind allgemeine Übestrategien, die mehr oder weniger für alle Instrumente gelten. Ich konnte das Buch in meiner örtlichen Bibliothek ausleihen.
    (http://www.stretta-music.com/search/?searchparam=gerhard+mantel+einfach+%FCben)
     
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  3. BioMarco

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    Erstellt: 03.09.16   #3
    Hallo Thomas,

    Herzlich willkommen. Bist Du Dir mit der "3. Trompete" sicher? Die Standardaufteilung im Posaunenchor sieht aufgrund des 4-stimmigen Satzes bei Chorälen ja eigentlich nur 2 Trompetenstimmen vor. Es gibt zwar neuere Literatur (wir spielen teils 10-stimmig), aber die Regel ist nach wie vor 4-stimmig.

    Deine Fragen sind allesamt nachvollziehbar und nach 3 Jahren als Jungbläser größtenteils durchaus angebracht. Die normalerweise in der Gruppe stattfindende Jungbläserausbildung hat einfach den Nachteil gegenüber Einzelunterricht, dass auf solche Fragen nicht so sehr eingegangen wird. Das hängt natürlich auch vom Ausbilder ab, welche Erfahrung und Ausbildung er/sie mitbringt. Ich bin übrigens Jungbläserausbilder und habe schon einigen Bläsern das Blasen beigebracht.

    Als ich selbst Jungbläser war, habe ich nach 3 Jahren (das ist jetzt aber schon >25 Jahre her) mit Einzelunterricht angefangen. Ich hatte das Glück, dass der Chorleiter gleichzeitig auch 1. Posaunist beim örtlichen Heeresmusikkorps, also ein Profi war und mich echt weitergebracht hat. Durch Einzelunterricht beantworten sich die meisten Deiner Fragen auch fast von selbst, bzw. hast Du mit dem Lehrer dann auch einen Ansprechpartner, der auf Deine Bedürfnisse viel besser eingehen kann, weil er Dich auch kennt.

    Zu Deinen Fragen:
    1. Übungsmethodik. Einblasen (Warm-Up) sollte unbedingt dazu gehören. Das in einigen Posaunenchören heutzutage immer noch verpönte Einblasen stellt einfach die Grundlage dar ohne die eignetlich nichts mehr geht in der aktuellen Posaunenchorliteratur. Selbst absolute Vollprofis fangen morgens mit einfachen Atem- und Mundstückübungen an und nehmen sich eine volle Übungseinheit nur für technische Studien. Die Vorgehensweise ist dabei vom Prinzip her immer gleich: man wärmt den Körper auf und bereitet ihn behutsam auf die kommenden Belastungen vor, indem man mit technisch sehr einfachen Übungen (Töne gerade aushalten) beginnt und sich langsam in Tonumfang und technischer Schwierigkeit steigert. Es gibt dazu auch durchaus brauchbare Literatur für Posaunenchöre (evtl. im Chor schon vorhanden?), wie das "Chortraining für Posaunenchöre" oder "Der Ton macht die Musik".
    2. Die Wahl des Instruments ist sehr Individuell. Probieren geht hier klar über Studieren, will heißen: örtliches Musikgeschäft mit einem guten Bläser aufsuchen und probieren, welches Instrument Dir selbst am besten liegt und ualitativ OK ist. Es ist dann letztlich auch eine Frage des Budgets. Unterschätze dabei auch nicht den Markt an gebrauchten Instrumenten: wenn z.B. ein guter Bläser in Deinem Umfeld sich was Besseres zulegt, hat er meist eine Trompete zu viel. Oft bekommt man so ein wirklich brauchbares und gut gepflegtes Profiinstrument zum Neupreis eines Einsteigerinstruments. Achte aber auf den Gesamtzustand, also ob es funktioniert und gepflegt wurde. Auch hier jemanden Fachkundigen mitnehmen, wenn Du den Verkäufer nicht kennst und vertraust.
    3. Als "Standardmundstück" für Anfänger wird oft die Größe "7C" empfohlen. Das wird bei Dir vermutlich auch erst einmal reichen, allein ein glatter Mundstückrand wird Dir vermutlich einen Schub geben, so wie Du Dein Mundstück beschreibst...Aber generell gilt auch hier, dass man es ausprobieren sollte. Und wenn Du es selbst nicht so beurteilen kannst, wieder jemanden mitnehmen, der das kann.
    4. Das Einstudieren eines Stücks kann unterschiedlich angegangen werden. Am wichtigsten ist es meiner Meinung nach mit Metronom zu üben und selbstkritisch auf das Ergebnis zu hören (das ist nicht so selbstverständlich...). Stellen, die nicht so gut laufen, gezielt erst einmal langsam üben und das Tempo steigern, wenn Du es im langsam Tempo perfekt spielen kannst. Unbedingt in der Probe Notizen in die Noten reinschreiben, was der Chorleiter noch zusätzlich zur Ausführung gesagt hat (Atemzeichen, Artikulation, Lautstärke usw.), damit man das dann auch daheim mitübt. Wichtig beim Üben ist es auch, immer auf körperliche Entspannung zu achten. Also mal die Lippen ausschnauben, wenn es sehr anstrenegend war. Oder Dehnübungen für den Rücken und Schultergürtel machen usw.

    wenn Du weitere Fragen hast, bitte einfach schreiben

    Vielen Dank & Grüße
    Marco
     
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  4. Claus

    Claus MOD Brass&Keys - HCA Tp Moderator HCA

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    Erstellt: 04.09.16   #4
    Die Wahl der Trompete ist oft vom Ensemble abhängig, werden in deinem PC denn durchgängig Perinet- oder Drehventiltrompeten gespielt?

    Die zweite wesentliche Frage ist die nach deinem Budget.
    Wieviel willst/kannst Du ausgeben und soll das Instrument unbedingt neu sein oder nicht. Besonders in letzterem Fall ist eine persönliche Unterstützung ganz nützlich. Kennst Du denn jemand, der dir beim Gebrauchtkauf kompetent zur Seite stehen kann?

    https://thumbs5.static-thomann.de/thumb/bdbmagic/pics/bdb/279426/8197646_800.jpg
    https://www.thomann.de/de/yamaha_ytr_4335_gii.htm

    https://www.thomann.de/pics/prod/193308.jpg
    https://www.thomann.de/de/gerd_dowids_mserie_bbtrompete.htm


    Beim Mundstück würde ich als Ausgangspunkt ein 3C vorziehen, es ist das Allround Mundstück schlechthin und auch für Anfänger geeignet.
    Mit der Erfahrung von einigen Jahren kann man sich mit (teureren) Mundstücken beschäftigen, besonders wenn man Drehventiltrompete spielt.
    Andere Gründe für einen Mundstückwechsel sind neben Entdeckungslust die Suche nach einer besseren Unterstützung des Mundstücks für den gewünschten Klang, das Ansatzgefühl oder besondere Einsatzzwecke.
    Der bekannteste Spezialist für Drehventiltrompetenmundstücke des gehobenen Bedarfs ist Breslmair.

    Das 7C ist sehr tief, sogar tiefer als die symphonischen Profimundstücke Bach 1 1/2C und Bach 1 1/4C.
    Es hat außerdem einen flachen Rand mit harter Innenkante, was zum festen Drücken des Mundstücks gegen die Lippen verleitet. Das durchgängig zu feste Andrücken ist aber einer der größten Fehler, die Trompeter machen können, es verhindert die Entwicklung einer guten Ansatzmuskulatur.

    Standardmundstücke gibt es günstiger als von Bach in gleicher Qualität von aS (arnold & Sons a.k.a. Stölzel).
    Eine weitere Alternative zum 7C mit angenehmeren Rand wäre auch das Schilke 11 bzw. Yamaha 11.
    https://www.thomann.de/de/stoelzel_582020.htm
    https://www.thomann.de/de/yamaha_11_mundstueck_fuer_trompete.htm
    https://www.thomann.de/de/schilke_11_mundstueck_fuer_trompete.htm

    Zum systematischen Üben bzw. dem Aufbau von guten Übungsroutinen gibt es eine klare Empfehlung von mir, nämlich die derzeit beste Trompetenschule für Anfänger anzuschaffen: http://www.trompetentrainer.net/
    Achte bei Bestellung im Handel darauf, ein Heft der verbesserten zweiten Auflage zu bekommen, z.B. bei https://www.alle-noten.de/Blaeser/Trompete/Der-Trompeten-Trainer-2-Auflage-Neuausgabe-2014.html


    Es ist eine gute Idee, sich auch beim Üben immer um einen musikalischen Klang zu bemühen, also auch bei Tonleitern und Akkordbrechungen.
    Gute Aufnahmen sind eine wichtige Hilfe, wenn Du dich darum bemühst, deinen Klang in die Richtung deiner Vorbilder zu entwickeln.
    https://www.alle-noten.de/Blaeser/Trompete/Bel-Canto-For-Brass.html

    Bei Trompeten leistet das (fehlerfrei gebaute) Instrument im Wesentlichen die Verstärkung, den Klang formst Du größtenteils selbst, auch das Mundstück kann das nur unterstützen.

    Üben, bezogen auf ein Musikstück, lese ich es als erstes durch, summe dabei und fingere auf dem nicht angesetzten Instrument. Habe ich das Stück verstanden, spiele ich es langsam durch.

    Bei diesem Vorgehen fallen natürlich sofort die Stellen auf, um die man sich besonders kümmern muss.
    Bei schweren Stellen kommt es oft vor, dass die Atmung nicht so gut fließt wie sie müsste und der Klang wird deutlich schlechter. Das ideale Rezept dagegen ist das isolierte üben solcher Passagen allein auf dem Mundstück, gleiches gilt für "hohe" Passagen.
    Das "Buzzing" allen auf dem Mundstück hat den Vorteil, dass die Atmung besser funktioniert und wird die Passage mit Buzzing beherrscht, funktioniert das Spielen auf der Trompeter normalerweise ohne Probleme.



    Also langsam und in sinnvollen Abschnitten üben und wenn alle Teile funktionieren, wird das Stück durchgespielt und schließlich auf Vortragstempo gebracht.


    Viel Spaß, Gruß Claus
     
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  5. BioMarco

    BioMarco Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 04.09.16   #5
    Hi Claus,

    Danke für die Ergänzungen. Gerade zum Mundstück. Ich werde die Mundstückempfehlung für 3C in meinem Hinterkopf behalten, wenn mal wieder Mundstücke für Anfänger angeschafft werden sollen. Bisher hieß es immer "7C", und ich muss mich ja auf das verlassen, was mir von teils Profi-, Trompetern diesbzgl.gesagt wird. Als Bassposaunist kann ich da icht aus meinem eigenen Erfahrungsschatz schöpfen. Zumindest würde ich das 3C mal testen (lassen).

    Bzgl. Instrumentenwahl denke ich allerdings, dass es für einen 3 Jahre spielenden, gerade in den "großen Chor" aufgenommenen Jungbläser noch nicht von großer Relevanz ist, ob er nun Drehventile order Perinetventile benötigt. Wir reden hier von Posaunenchor, nicht Brass-Ensemble (wobei es auch vereinzelt Posaunenchöre gibt, die Brass-Ensemble Literatur auf hohem Niveau spielen). Ein vernünftig verarbeitetes Instrument, auf dem er erst einmal gut vorankommt, ist da wohl wichtiger. Die allermeisten Posaunenchöre achten da ohnehin nicht drauf und es ist eher eine bunte Mischung aus Perinet- und Drehventilen vorhanden, man nimmt was da ist. Aber Du hast recht: sollte der Posaunenchor wirklich strikt eine Bauart bevorzugen, wäre es dumm, sich was anderes anzuschaffen und Äger mit dem Chorleiter zu provozieren. Im Zweifelsfall vorher den Chorleiter fragen. Andrerseits zeigt die Erfahrung, dass man sich in dem Moment, in dem der Klangcharakter des Instruments relevant für den Sieler und die Musik wird, ohnehin nochmal ein besseres Instrument anschaffen wird.

    Solange Thomas keinen Einzelunterricht hat, würde ich ihm eher nicht mit separater Literatur zudecken. Das kann warten, bis er einen Lehrer hat, der ihm dann seine bevorzugte Schule ohnehin vorgeben wird. Im Moment reicht die im Posaunenchor gespielte Literatur vollkommen aus, ggf. ergänzt mit einer der beiden o.g. Hefte/Bücher mit Einblasübungen, falls es dazu im Posaunenchor keine Routine gibt. Man sollte hier auch nicht vergessen, dass Trompeter in Posaunenchören das Notenlesen "in C" lernen. Das liegt historisch begründet darin, dass Posaunenchöre in ihren Anfangszeiten (Ende 19. Jahrhundert) hauptsächlich die 4-stimmigen Sätze aus der geistlichen Chor- und Orgelmusik gespielt haben. Explizite Noten für Posaunenchöre gab es damals noch nicht, man hat ganz pragmatisch die ohnehin schon vorhandenen Noten mitverwendet und konnte so flexibel auch gemeinsam mit Chor und Orgel musizieren. Im Gegensatz dazu wird die weltliche Literatur für Trompeten - und sicher auch die genannte Trompetenschule - "in B" notiert, was sicher auch seine guten Gründe hat. Natürlich sollte auch ein Trompeter aus dem Posaunenchor irgendwann auch mal "in B" lesen können (und umgedreht ebenso). Aber nach 3 Jahren muss Thomas wohl erst einmal lernen, das für ihn noch hohe Niveau im Posaunenchor zu meistern. Eine Trompetenschule "in B" sehe ich da im Moment eher als verwirrendes Hindernis, auch wenn die Schule sicherlich gut sein wird.

    Gruß
    Marco
     
  6. Claus

    Claus MOD Brass&Keys - HCA Tp Moderator HCA

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    Erstellt: 04.09.16   #6
    Das 7C war von Vincent Bach als das symphonische Mundstück konzipiert worden, nicht etwa als Anfängermundstück.

    Der legendäre Trompeter des Chicago Symphony Orchestra Adolph "Bud" Herseth (Principal über 53 Jahre, von 1948 - 2001) spielte lange Zeit ein Bach 7C Mundstück und sorgte mit seiner Anschaffung von Bach C-Trompeten in den 1950er Jahren dafür, dass die in Mount Vernon (New York) hergestellte Vincent Bach Stradivarius für über 50 Jahre zur Diensttrompete des CSO wurde.

    Bud Herseth trug aber um 1960 bei einem Autounfall eine schwere Lippenverletzung davon und musste in der Folge auf ein Mundstück mit großem Innendurchmesser umsteigen, das heute noch unter der Bezeichnung Bach 1X erhältlich ist.
    Das machte Trompetenmundstücke mit großem Innendurchmesser unter Symphonikern noch populärer.
    Sie spielen bis heute fast durch die Bank Mundstücke mit großem Innendurchmesser und tiefem Kessel (mind. Bach 1 1/2C, das spürbar größere 1 1/4C, Schilke 17 usw.).

    Das 7C liegt da als "Anfängermundstück" vergleichweise nahe, weil es den tiefen Kessel für den symphonischen Klang mitbringt, während der kleinere Innendurchmesser für eine leichtere Beherrschbarkeit und Ausdauer sorgen soll - soweit die Theorie.

    Herseth spielte Jahre nach eigenen Worten Jahre später wieder zwischendurch ein Bach 7C. Bekannt ist folgende Anekdote: er hatte ein anstrengendes Konzert vom Abend hinter sich und am nächsten Morgen eine Schallplattenaufnahme der "Bilder einer Ausstellung" vor sich.
    Also "trickste" er mit dem für ihn weniger kraftzehrend spielbaren Bach 7C und war sehr erfreut, dass ihm die Kollegen nach der gelungenen Einspielung zu seinem wieder einmal phantastischen symphonischen Klang gratulierten.
    Soll heißen, Herseths Klangvorstellung bewirkte mehr für den symphonischen Klang als die Dimensionen seines Mundstücks.


    Meinen oberen Beitrag möchte ich noch ein wenig differenzieren, weil ich da von einem Anfänger ausgegangen war.

    Im Grunde dreht sich die Frage des Mundstücks darum, ob das Lippengefühl gut ist und ob man auf dem Mundstück gut klingt.
    Hat man eine relativ gute Atem-/Ansatzkoordination, dann ist ein 7C eine gute Wahl für symphonischen Klang, weil es tief ist und aufgrund des kleinen Innendurchmessers zur Ausdauer beiträgt (solange man sich nicht die Lippen daran plattdrückt).

    Gibt es aber die häufig anzutreffenden Baustellen, dann finde ich ein 3C günstiger. Es wird von den Meisten als Mundstück mit dem bequemeren Rand angesehen und hat einen vergleichsweise etwas flacheren C-Kessel als das 7C. Der Innendurchmesser liegt noch im mittleren Bereich, den ich zwischen den Polen 7C und 1 1/4C verorten würde.
    Man erleichtert sich mit dem 3C ein obertonreicheres Klangbild, was dem Trompetenklang gerade bei Anfängern ganz gut tut.

    Auf Mundstücken mit größerem Innendurchmesser wie den beiden bei Symphonikern beliebten Bach 1 1/2C und besonders dem noch größeren 1 1/4C würde man bei vorhandenen Baustellen nur noch dumpf klingen - außerdem dürfte es mit Ausdauer und Höhe deutlich schwieriger werden.

    Funktioniert das Ansatz-/Atemsystem aber, dann spricht natürlich nichts dagegen, sich auf allen möglichen Mundstücken auszuprobieren.

    Gruß Claus
     
  7. ludius

    ludius Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.11.16   #7
    Hallo,
    lese zufällig den Beitrag( wußte nicht dass es hier auch eine Trompeten-Ecke gib ) und denke gerade, was ich für Glück hatte an eine wirklich super Trompetenlehrerin gekommen zu sein.
    Empfohlen hat sie mir das Mundstück 3C mit einer Getzen 300er Serie, kann ich so lange benutzen wie ich sie brauche.
    Hab mir als erstes ein Reinigungs-Set besorgt... alles auseinander genommen, Perninetventile, alle Züge raus und dann erstmal gründlich in der Badewanne geschrubbt, alles neu gefettet und geölt und zusammen gebaut, ist doch ein schöneres Spielgefühl.
    Das Üben versuche ich täglich wenigstens 30 Minuten. Angefangen, auf Anraten, mit Atemübungen, dann lange Töne, hoch tief, tief hoch.
    Dann das neue Stück analysieren, Sequenzen, Phrasen.. wo atme ich, Atemzeichen setzen, dann das Stück mir vor summen um ein Gefühl für den Klang zu bekommen, und dann Note für Note, Takt für Takt, hinten wieder anfangen und Takt für Takt zurück.
    Immer die Mahnung meiner T.L im Hinterkopf: " stell dir vor, dieses eine Stück wird dein Meisterstück, jeder einzige Ton soll perfekt sein,
    und da ist sie wirklich unnachgiebig, so will ich das nicht haben höre ich ziemlich oft. Egal wie lange du brauchst, du hast alle Zeit der Welt, meint sie dann,
    aber dieses eine Stück wird dein Meisterstück.
    War das beste was ich bis jetzt gehört habe. Seit dem übernehme ich es auch für Klavier und Keyboard und plötzlich ist das Üben so völlig entspannt geworden,
    der Druck ist weg. Und ganz wichtig, meinte sie, ein Metronom, hab mir eines auf dem PC installiert, zu Hause übe ich meist mit Metronom,
    da ich noch Neuling bin, ist es für mich noch schwer bei z.B einer punktieren halben Note so zu atmen das ich die Note abkürze um im Takt zu bleiben.
    Ich finde es immer noch schwierig Noten gucken, spielen und im Geiste zählen. Gerade, weil, wie ich fest stellte das Trompetenspiel ja viel Prima Vista spiel ist.
    Und da geht es bei mir im Moment eh nur langsam, fange meist nur so mit 50 - 60 bpm an...denke, Schnelligkeit kommt von allen.
    Das Thema eigene Trompete hatten wir auch schon, meine T.L meinte, wenn, nichts billiges, hole dir eine gute Gebrauchte in einem Fachgeschäft,
    die ist sauber und überholt und bekommst sie schon für die hälfte des Geldes. Na ja, bin mit meiner zufrieden und denke sie wird mich noch ein paar Jahre begleiten,
    natürlich mit viel Pflege.
    Ah ja, habe mir den Trompetenfuchs für Posaunenchor in C geholt, meine T.L findet das Buch auch ganz gut und meint, egal.. Noten sind Noten.
    Hatte mir erst das Buch von HG.Heumann einfach Trompete spielen geholt, weil ich das als Klavierbuch auch gut fand.., und dann stand ich auf dem Schlauch,
    Unterricht in C, Heumann in B, also transponieren... das nervt.. Buch liegt in der Ecke.. Trompetenfuchs ist ganz gut. Vielleicht wenn ich mal weiter bin und entspannter bin, versuche ich mich noch mal an den Heumann........
    Gruß
    Hans
     
  8. Claus

    Claus MOD Brass&Keys - HCA Tp Moderator HCA

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    Erstellt: 03.11.16   #8
    Wenn sich das Mundstück für dich gut auf den Lippen anfühlt, dann bist Du damit auf Jahre (oder für immer) gut versorgt. Die Kesselgröße erlaubt es, alles Übliche effizient und mit gutem Klang zu spielen.
    Die kleine Getzen geht sowieso ab wie Schmitz Katze, oder? Die Maschine mit den superschnellen vernickelten Ventilen ist einzigartig.

    Im Trompetenfuchs wird auch das Buzzing beschrieben ("Mundstückspiel"). Es wird sich für dein Vorankommen schnell auszahlen, wenn Du deine Übungen und Spielstücke nicht nur auf dem Instrument übst, sondern auch allein auf dem Mundstück zum Klingen bringst, so gut es geht.
    In nutze diese Technik des Mundstück Buzzing grundätzlich als Teil des Warmup und wenn ich anspruchsvollere Passagen erarbeite.
    www.youtube.com/watch?v=EG-bM25GBps
    www.youtube.com/watch?v=IH9PyK3bVr4
    Der oben verlinkte Clip ist ein fortgeschrittenes Beispiel mit Einsatz des Buzzing zur Verbesserung der Ansatz/Atemkoordination bei der Erarbeitung von schweren musikalischen Passagen:
    www.youtube.com/watch?v=KDx_Wm63PGA

    Gruß Claus
     
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