Preamp für Shure SM7B / Bass / E-Gitarre (Rock-Produktionen)

von Mac1984, 09.11.18 um 12:20 Uhr.

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Preamp für Rock-Produktionen

  1. Warm Audio WA73

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  2. Warm Audio Tone Beast TB12

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  1. Mac1984

    Mac1984 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.11.18 um 12:20 Uhr   #1
    Hallo,
    ich suche einen guten Preamp für das Shure SM7B, sowie für Bass und E-Gitarre.
    In meiner engeren Auswahl stehen der Warm Audio WA73 (Neve 1073 Klon) https://www.thomann.de/de/warm_audio_wa73.htm
    und der Warm Audio Tone Beast TB12 (API 312 Klon) https://www.thomann.de/de/warm_audio_tb12_tone_beast.htm?ref=search_prv_5

    Preislich sind sie auf Augenhöhe mit derzeit 639 € / 649 €. Gibt's da Klanglich zwischen 1073 und 312 so nen großen Unterschied? Habe gelesen dass die Neve Style Preamps top für Rock Vocals und Gitarren sind aber die API Style Preamps auch sehr universell einsetzbar und auch gut für Rock sein sollen. Ich möchte den Preamp hauptsächlich für Rock-Produktionen nutzen, auch hier und da mal Pop oder Metal (kein Core/Growl). Auf verzerrte Vocals stehe ich allerdings überhaupt nicht. Der Preamp soll also nicht groß zerren wenn man ihn ordentlich aufdreht und richtig laut a la Foo Fighters / Nirvana gesungen wird.
    Das Shure SM7B braucht ja generell viel Vorverstärkung. Hier wäre auch die Frage ob man zusätzlich noch nen FetHead braucht, damit der Preamp clean bleibt oder ob das klanglich kontraproduktiv ist.

    Außerdem möchte ich ihn als Bass und E-Gitarren-Preamp (Strats & Teles) verwenden. Für Pop/Female Vocals habe ich auch noch ein Rode NT-2A.

    Freu mich auf eure Antworten :)
     
  2. Rubbl

    Rubbl Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.11.18 um 13:23 Uhr   #2
    Hallo!

    ich kenne beide Preamps nur vom Hörensagen, aber:
    Die ganzen Neve - artigen sind vom Klang TENDENZIELL eher weicher und fetter, tragen etwas "Fülle" auf, während die API - artigen TENDENZIELL etwas schlanker und spritziger, vielleicht direkter sind. Es wird viele Menschen geben, die da keinen Unterschied hören, aber auch Tontechniker, die dann so was sagen wie: "Der versucht nach Neve zu klingen ist aber etwas schwammiger als ein 1073er..."

    Ich würde für dein Vorgaben eher den TB12 anstreben. Ist aber echt nur so ein Bauchgefühl.

    Wichtig: Aufpassen, welcher Wandler hinter dem Preamp stehen soll. Kumpels von mir haben so ein WA Api Klon teil und haben eher Probleme dass es hoffnungslos clippt im Wandler als dass der Preamp zu leise ist.
    FET Head wirst du bei beiden Preamps kaum brauchen.
    Es gibt auch keinen Grund zur Sorge, dass der Preamp zerrt, wenn es lauter wird, dazu kann man den Gain runter drehen.

    Soweit meine Einschätzung :)
     
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  3. Mac1984

    Mac1984 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.11.18 um 13:34 Uhr   #3
    hm okay danke, das mit dem Clipping ist natürlich ein wichtiger Punkt. Daran hab ich noch nicht gedacht. Hab ne alte Roland Firewire Soundkarte. Keine Ahnung wie die sich dann verhält mit dem Limiter.

    Kann ich dazu nicht den Output vom Preamp runterdrehen? Gain werde ich ja viel brauchen für das SM7B.

    Dass die klanglich nicht zu 100 % ans Original kommen ist okay für mich. Für die fehlenden 10% zahl ich nicht das doppelte oder dreifache. Man muss auch mal die Kirche im Dorf lassen...
     
  4. adrachin

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    Erstellt: 09.11.18 um 13:41 Uhr   #4
    Na das Genre das Du erwähnt hast ist ja nicht gerade für leise Töne bekannt.... (;
     
  5. Hotspot

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    Erstellt: 09.11.18 um 13:59 Uhr   #5
    Natürlich kannst du den Output runter drehen.
    Das musst du ohnehin gedanklich trennen, Zerre entsteht im Preamp, wenn du die Verstärkung aufdrehst. Wieviel du davon in dein Interface schiebst, regelst du - unabhängig davon - mit dem Output - Regler.
    Den möchtest du in jedem Fall so einstellen, dass das Interface immer einen Pegel mit genügend Head room bekommt, also unter keinen Umständen übersteuert.
    Das beim Übersteuern enstehende Clipping klingt nicht nur kaputt sondern ist im Audio - Sinne auch nicht reparabel -> unbrauchbare Aufnahme.

    Ich finde schon.
    Neve und Api stehen erst mal für zwei grundverschiedene Preamp - Charaktere.
    Die günstigeren Klone, wie die WA's welche sind, sind an denen angelehnt, decken aber nicht die gesamte Charakteristik ihrer Vorbilder ab.
    Für Rock und Pop eignen sich beide, wenn Vocals im Spiel sind mit Tendenz zum 1073.

    Für das SM7B brauchst du etwa +60dB verzerrungsfreie Verstärkung, im Extremfall kann es etwas weniger sein, z.B. an lauten Signalen und Stimmen. Das können beide ohne Probleme.

    Du scheinst noch wenig Erfahrung mit externen Preamps zu haben, entsprechend schätze ich, dass du die Klangfarben erst noch erhören lernen musst.

    Ich würde da ganz pragmatisch vorgehen, beide miteinander vergleichen und das wählen, was dir am ehesten zusagt. Beide bestellen, testen, welcher dir besser liegt.
    Im Rahmen der 30 Tage money back schickst du dann den anderen wieder zurück.
    Etwas anderes kann ich hier eigentlich nicht mit gutem Gewissen empfehlen.
     
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  6. Mac1984

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    Erstellt: 09.11.18 um 16:30 Uhr   #6

    Danke für deinen Rat!
    Stimmt, da hab ich noch wenig Erfahrung. Mit Headroom ist klar, also wenn ich da keine spezielle Soundkarte brauche ist alles gut. Hab auch noch nen dbx Compressor, den ich dazwischen hängen könnte.
    60 dB sind halt schon oft fast das Maximum von Preamps. Deshalb möchte sicher gehen, dass die Premaps bei hohem Gain nicht die Vocals oder den Bass verzerren / anzerren und sowas dabei raus kommt



    ist jetzt ein übertriebenes Beispiel...
    Der Gesang soll einfach fetter werden und sich im Mix gut durchsetzen. Habe gemerkt, dass das hinterher mit Plugins alleine nur schwer machbar ist. Das gleiche gilt für den Bass. Wobei man da mit Software aus einem DI-Signal noch viel rausholen kann.

    Wenn jemand schon Erfahrungen mit den Geräten gemacht hat, freu ich mich auch über eure Meinung :)
     
  7. Hotspot

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    Erstellt: 09.11.18 um 19:35 Uhr   #7
    :-) Verstehe
    Ich habe einige Preamps, darunter auch einen 1073, aber diese Zerre bekomme ich mit keinem hin.
    Zumindest nicht mit dem Preamp allein.
    Da ist schon noch einiges mehr im Spiel. Brauchst du dir also keine Sorgen zu machen.
    Ich denke, hier liegt der Hase eher im Pfeffer. Erwartungshaltung.
    Ein Preamp allein macht nicht wirklich fett.
    Bevor wir jetzt lang drüber diskutieren, was für dich fetter bedeutet, würde ich dir wirklich raten, probier es einfach mal aus. Wenn du die beiden vor dir hast, bekommst du schon mal eine Idee davon, was geht mit einem Preamp und was nicht.

    Den 1073 würde ich als die bessere Wahl bei deinem SM7B sehen, die harmonieren einfach gut miteinander.
    Warum? Das SM7 ist an sich ein 'langweiliges' Mikrofon. Als ich vor paar Jahren das SM7 ausschließlich am Interface hatte, habe ich mich immer gefragt, was finden die Leute nur an dem Ding. Das klingt doch nach nichts. Nuschelig, bedeckt.
    Erst mit einem guten Preamp bekommt das Teil wirklich Leben. Ideal ist ein Preamp, dessen Übertrager man gut hören kann. Dadurch wird das SM7(B) um die Frequenzen bereichert, die bei ihm naturgegeben etwas schwächer ausgeprägt sind.
    Denn, bei allem Respekt für das Mikro - ich mag es ja auch - es ist irgendwo doch nur ein besseres SM57.

    Am 1073 ist es gut, noch (viel) besser ist es am Telefunken V672, den ich freudigerweise mein Eigen nenne.
    An einen Api würde ich es nicht bevorzugt hängen. Hatte zum Test einen BAE 312 Api hier. Für das SM7 ist mir der zu farblos.
    Bass kann man auch schön über den DI des 1073 einspielen, der klingt daran sehr gut. Obwohl ich dafür wiederum einen Röhren-Preamp bevorzuge. E-Gitarren spiele ich nie über DI ein, aber am Amp mikrofoniert würde der Api eine prima Figur machen, auch für Akustikgitarre (per Mikro). Beides geht aber auch wunderbar mit dem 1073.

    Mein Fazit:
    Wenn du nur einen haben willst/kannst, finde ich den 1073 die bessere Lösung.
    Nur meine Meinung, andere sehen das bestimmt anders.
     
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  8. Mac1984

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    stimmt, die ist hoch :D aber was man so auf youtube im vergleich hört und überall liest bringt es schon viel... ich möchte halt, dass meine Aufnahmen in Zukunft professioneller klingen.


    Okay das hilft mir sehr danke! Immerhin hat Michael Jackson mit dem SM7B das Thriller Album eingesungen und die Chili Peppers auch schon diverses... Das Rode, dass ich habe "klirrt" bei lauten Vocals oder ist bissl zu dünn / nasal. Da erhoffe ich mir schon besseres vom Shure, wenn jeder sagt, dass wäre das beste für Rockvocals.

    Wir haben die letzten Bass-Aufnahmen mit nem SPL Channel One Röhrenpreamp gemacht. das klang auch mega! Hoffe dass der Neve da nicht viel schlechter ist...

    danke dir für die Tipps!!
     
  9. Astronautenkost

    Astronautenkost HCA Mikrofone HCA

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    Erstellt: 10.11.18 um 09:44 Uhr   #9
    Nicht jeder sagt das. Das SM7 ist sehr brauchbar, wenn es gut vorverstärkt wird, für rockige Aufnahmen. Es lebt von der MJ-Legende. Bruce Swedien hat Michael Jackson aber auch oft mit seinem Telefunken U 47 aufgenommen.
     
  10. Hotspot

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    Erstellt: 11.11.18 um 19:15 Uhr   #10
    Nicht zu vergessen, dass auch feinsinnigere Vocals mit dem SM7 gut funktionieren, ordentliche Verstärkung vorausgesetzt.



    Hier tendiert das SM7 auch wieder zu leichter Bedecktheit, hat aber obendrauf den leichten „Schmelz“ des Preamp-Übertragers. James neigt bei seinem Tenor zu etwas scharfen Sibilanten, der Preamp verschleift die hier gut.
    Wäre interessant zu wissen, was die da eingesetzt haben.
    Könnte in Neve - Richtung gehen. Das Mikro wurde auf jeden Fall zusätzlich EQed.
    Ich hätte vielleicht noch den Plopschutz des SM7 abgenommen, denke das wird aber der Aufnahmesituation geschuldet sein, dass man nicht mit einem externen Plopschutz hantieren wollte.
    Mir persönlich bringt das Teil bei Gesang immer zu viel Filterung, manchmal geht die Sonne direkt auf, wenn das Ding ab ist.
     
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