Puristischer Preamp, 400...550 Taler

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Hallo Welt,

bei mir steht vor Weihnachten noch ein Preamp auf der Einkaufsliste. Ich hab schon recht konkrete Vorstellungen, aber es bleiben immer noch mehr Preamps übrig, als ich antesten will. Hier meine Kriterien:

Puristisch: ich arbeite hauptsächlich ITB. Der Preamp soll verstärken und PP haben. Eventuell Pad oder einfach eine große Range. Phase, EQ, Kompressor und sonstiges ist nicht nötig. Ich hab nichts dagegen, andererseits möchte ich nichts zahlen, was ich nicht brauche. Ein guter(!) unauffälliger Kompressor wäre okay, ein ausgefeilter EQ mit vielen Bändern wäre zu viel.
Klinkeneingang ist keine Pflicht, darf aber.
Ich werde nur den analogen Ausgang benutzen.

Ich habe gute, transparente Preamps in meinem Interface (TC Konnekt). Dazu suche ich eine Erweiterung, die etwas Charakter hat, aber noch als neutral zu bezeichnen ist. Also nicht unbedingt was, das sich mit Vintage rühmt. Qualitativ auf demselben Level oder drüber.

Die Klassiker wie den 1073 oder ähnliche kenne ich nicht - mir ist auch nicht wichtig, ob ein Preamp den (angeblich?) kopiert oder nicht. Das Ding muss einfach klingen. Es muss auch kein Markenname sein, darf gerne ein Geheimtipp sein. Eigentlich wäre es ganz nett ein Gerät zu haben, das nicht "jeder Dackel" zu Hause stehen hat - es sei denn, die Verbreitung begründet sich in der Qualität und nicht im Design der Frontplatte oder so.

Zum Formfaktor: Kein 500er, ansonsten bin ich flexibel. Flach wäre schön, aber das steht als Kriterium wirklich weit hinten.


Bei der Anwendung denke ich vor allem an Gesang, aber auch akustische Instrumente denen die Farbe gut tut (z.B. A-Gitarre) und auch Amps.

Die etwa 400 bis 550 € sind für einen Kanal angesetzt. Wenn es zwei werden (so was wie der RNP, Lake People C360, DAV BG No. 1,...) dürfen es auch 650...700 werden.


Ich schiele eigentlich etwas in Richtung der kleinen oder unbekannten Hersteller, erhoffe mir da gute Leistung fürs Geld. Grade Warm Audio, Summit Audio und Black Lion brüsten sich ja damit, so tolle Ware zum eigentlich viel zu niedrigen Preis zu bringen - was dahinter steckt, vermag ich nicht einzuschätzen. Grade weil es sich um die beschriebene Gruppe von Hersteller handelt, stöbere ich v.a. im Sortiment vom DAS und plane eigentlich auch, mir dann mal von dort drei oder vier Preamps zum Test kommen zu lassen.


Ich würde mich freuen, von euch ein paar Tipps zu bekommen, um den potentiellen Kreis weiter einzugrenzen. Am liebsten eure eigenen Erfahrungen - denn Daten lesen kann ich selbst ;)

MfG, livebox
 
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Da hast du ja schon ganz ordentliche Anforderungen an den neuen Preamp gestellt, aber das sollte zu lösen sein.

Meine Vorschlag zu deinen Anforderungen:

Eine Möglichkeit ist der BLA B173, welcher dem Neve 1073 nachempfunden sein soll. Meiner Meinung nach kommt er nicht an das Original und auch nicht an die 1073 von BAE heran.
Dennoch ist der BLA B173 ein wirklich guter Preamp. Er ist wie du so schön gesagt hast puristisch und verzichtet auf sehr viel Features. Das einzige was mir wirklich fehlen würde wäre irgendeine, sei sie auch noch so rudimentäre, Meteranzeige. Da du ja aber viel ITB arbeitest sollte das kein zu großes Problem sein. An sich gibt der B173 dem Signal eine schöne Färbung ohne irgendwo zu übertreiben. Gerade mit neutraleren Kondensatormikrofonen versteht er sich ganz prächtig. Ich hatte den B173 aber auch mit einem MD419 an einer Gitarre war die Performance wirklich gut. Die Gainreserven reichen hier locker aus.
Meiner Meinung nach können da übrigens weder der GAP 73, noch der Warm Audio

In diesem Preisbereich würde ich als Alternativen sehen: Focusrite ISA One (nicht gerade puristisch und eher in der neutralen Ecke) und der Warm Audio WA12 über den ich leider nichts sagen kann.

Einen Vergleich zwischen WA12 und B173 würde ich zu gerne hören!

lg Viktor
 
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Ich würde mal mit Arnd von DAS in Hamburg reden. Der hat da wirklich einen großen Überblick über die kleinen, feinen Marken.

Ich habe mir meinen Toolmod-Preamp von Herrn Jüngling (ADT), dem Rupert Neve des Ruhrpotts zusammenbauen lassen. Der hat ja jetzt auch ein 19-Zoll-Gehäuse mit gutem intergrierten Netzteil. War allerdings ein wenig teurer, aber jeden Taler wert.

Endbetrag, Euro 943.06 mit Sonderwunsch des Inputs vorne ohne Aufpreis. Das ist für mich genauso ein guter Laden wie Microtech Gefell im Mikro-Sektor.
 
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Ich hab mal in einem Test über diesen hier gelesen:
https://www.thomann.de/de/true_systems_psolo.htm

Das klang sehr vielversprechend. Klanglich eher auf der neutraleren Seite.

Edit: Ok, nachdem ich jetzt nochmal nachgelesen habe soll dieser Preamp sehr sehr neutral sein. Wenn du etwas farbigeres suchst, ist er wohl eher nichts.
 
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Hi,

danke für eure Antworten so weit! Ich hab noch viel im englischsprachigen Bereich (v.a. gearslutz, SOS) gelesen. Außerdem fiel mir ein, dass ich ja die Preamp Vergleichs-CDs von 3D Audio besitze und da noch mal rein gehört. Leider konnte ich mit den meisten Preamps vom Namen her nicht viel anfangen und sie also auch nicht einordnen. Und jetzt ausführlich genug über alle zu recherchieren und dann möglicherweise Vergleiche zu ziehen - das ist definitiv zu viel Aufwand. Aber das Anhören von ein paar Samples hat meine Ohren doch wieder sensibilisiert für die Unterschiede.
Oh, und wenn ich mal groß und reich bin, kauf ich mir nen Millennia M-2B! Lecker Tüte, dat Dingens...



Einer meiner heißen Kandidaten. Dem wird sehr viel gutes nachgesagt. BLA generell eigentlich, schon zu der Zeit, als sie hauptsächlich für Modding-Geschichten bekannt waren.
Nur ein Fragezeichen hab ich bei dem - die Eingangsimpedanz beträgt nur 150 Ohm, nicht schaltbar. Aber das soll er mal in der Praxis zeigen, was das bedeutet.


Focusrite ISA One (nicht gerade puristisch und eher in der neutralen Ecke)

Das wäre für transparent einer meiner ersten Anlaufpunkte gewesen. Stony und du, ihr seid schuld!


Einen Vergleich zwischen WA12 und B173 würde ich zu gerne hören!

Beim WA12 bin ich mir noch unschlüssig, ob der überhaupt in die engere Auswahl kommt. Vom TB12 wird viel geschwärmt; der WA12 sieht aus wie ein etwas abgespeckter TB12. Da muss ich noch mal bissl lesen, aber so vom bisherigen Bauchgefühl hält sich bei den Leuten die Begeisterung für den WA12 in Grenzen.


Ich würde mal mit Arnd von DAS in Hamburg reden. Der hat da wirklich einen großen Überblick über die kleinen, feinen Marken.

Genau das ist der Plan. Aber ich möchte davor schon etwas eingrenzen. Wann genau ich testen mag, weiß ich noch nicht. Weißt du zufällig, wie lange die Testdauer ist? Ab jetzt bis Weihnachten spiele ich wieder Krawattenzigeuner, bin nur am WE zu Hause und kann nur da testen.


Ich habe mir meinen Toolmod-Preamp von Herrn Jüngling (ADT), dem Rupert Neve des Ruhrpotts zusammenbauen lassen.

Ich weiß, hatte ich mitverfolgt. Aber knapp 1k für einen Kanal ist schon deutlich mehr als ich für 2 ausgeben will. Keine Option.


Ok, nachdem ich jetzt nochmal nachgelesen habe soll dieser Preamp sehr sehr neutral sein. Wenn du etwas farbigeres suchst, ist er wohl eher nichts.

Auf deinen Hinweis hin hab ich mich da auch noch mal etwas reingelesen, bin zum selben Fazit gekommen. Danke trotzdem! :)


Rausgefallen ist der RNP. Von dem was ich lese schätze ich ihn so ein, dass er eine Klasse unter dem spielt, was ich anstrebe. Was man ihm für 2 Kanäle @ 480 € auch nicht übel nehmen kann. Außerdem ist er wohl auch eher einer der transparenten.
Letzteres ist auch der Grund, warum ich mir die Lake People (C360, F366 als 2-Kanaler) in diesem Zusammenhang nicht anschauen werde.

Mir liefen außerdem noch die Line Audio Preamps über den Weg. Hatte schon wieder vergessen, dass LA auch Preamps im Programm hat. Da mir deren KMK gut gefällt, wäre das eine interessante Option gewesen. P/L soll wohl wieder der Knaller sein. Hätte das L tatsächlich auch gepasst, hätte ich mir vielleicht gleich den 8-Kanaler geholt (für 600 € !!!) und direkt an den ADA8000 gehängt. Aber auch hier wieder: wohl recht transparent.

Neben dem BLA 173 ist aus dem gleichen Haus noch der Auteur sehr interessant. Soll eher API-Charakter haben. Der DAV BG No. 1 ist im Moment eigentlich mein heißester Kandidat. Er wird oft so beschrieben, dass er gut auflöst und sehr natürlich klingt, aber ein bisschen "larger than life" einbringt. Das wäre genau das, wonach mir der Sinn steht.
Außerdem will ich mir mal den Klon vom Siemens V72, den Triton Audio D2O, anschauen. In Röhrenstellung soll der wohl extreeem nah am Original sein... und bei dessen Legende wäre das ein Grund, den Triton mal anzuhören.

MfG, livebox
 
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Den Triton Audio D2O hab ich überhaupt nicht auf dem Schirm. Da gibt es ja eine Stereovariante für 1k.
Sieht nicht nur extrem lecker aus,...scheint auch Qualitätsarbeit zu sein.
 
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Zumindest Andreas' Beiträge zum DAV kenne ich.

Nach etwas Recherche zum WA12 ist das Bauchgefühl doch besser geworden. Er wird viel gelobt für klaren Sound mit eigenem Charakter. Da wäre sie wieder, meine "Anforderung". Allerdings mit der Einschränkung, dass er nicht ganz allround-tauglich sei. Das ist ein Punkt, der dem DAV rigoros nachgesagt wird.

Übrigens, die Warm Audios orientieren sich am API 312, der Vergleich zum BLA B173 wird also zumindest nicht auf ein "welcher ist der bessere 1073 Clone" hinauslaufen können. Aber auf Preis und Funktion bezogen bietet sich der WA12 natürlich als "Gegenstück" direkt an.
 
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Den DAV hätte ich dir wohl auch empfohlen. Wenn du evtl. auch mit dem Lötkolben umgehen kannst (oder jemanden kennst, der das kann), dann würde ich dir auch die älteren Telefunken oder Siemens-Module empfehlen. Kann aber auch sein, dass das für dich schon wieder zu viel Klangfärbung ist.
 
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da würde ich dann spontan direkt wieder von abraten... :p
meine (je 2) V676 und V357 (in Prinzip eine aktive DI) liegen alle vom Geräuschpegel deutlich über dem Audient ID22
dass die alten Dinger (ohne Service) nicht mehr 100% bringen, habe ich immer billigend in Kauf genommen
aber das ID22 hat mir die Dimension doch schmerzhaft vor Ohren geführt
das geht am recappen (was richtig Arbeit ist...) wohl kein Weg vorbei :(
die Preamps des Interfaces haben mich ebenfalls überrascht - dürften denen des Mico entsprechen
für meinen Geschmack ein gelungener Kompromiss aus Vintage und Modern - sind clean aber haben doch ein wenig 'extra'

Nur ein Fragezeichen hab ich bei dem - die Eingangsimpedanz beträgt nur 150 Ohm,
damit ist fast mit Sicherheit die (optimale) Quell-Impedanz gemeint, nicht die Impedanz der Eingangsstufe

cheers, Tom
 
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Sehe das wie Tom.
Die alten V672, V676, und so weiter haben schon ihren eigenen Charme. Aber sie sind auf keinen Fall das was Livebox hier sucht.
Die haben schon eine sehr eigene Färbung und wenn man sie nicht recapped,...dann sind sie oft nicht wirklich zu gebrauchen.

lg
 
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vom Sound her würde ich sie schon als geeignet einstufen...
da höre ich die modernen Vertreter eigentlich alle als 'künstlich'
der Grundklang der Module deckt sich exakt mit dem, was man in einer erstklassige Konzerthalle hört
(war zumindest meine Assoziation, als ich so einen Raum mal bewusst gehört habe)
aber mit dem ID22 liegt der noisefloor oft unter -70 dB, die vintage Teile bestenfalls bei -60dB
(ich hatte das als den normalen Hintergrund-Pegel interpretiert, was offenbar nicht der Fall ist)

ps: und man sollte die Anschluss-Problematik nicht unterschätzen... die Ausgänge müssen belastet werden, die waren für extrem niederohmige Sammelschienen gedacht.

cheers, Tom
 
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So, Testware ist geordert. Es kommen bald bei mir an: WA12, Triton D2O und BG No. 1. Der BLA173 fiel raus mit dem Argument: Ist als 173 Klon definitiv besser als die üblichen Verdächtigen im noch etwas günstigeren Segment, z.B. mit roter Blende... aber angesichts dessen, dass ein so guter Klon von BAE existiert, ist der BLA wiederum uninteressant. Wenn schon ein 1073 Klon, dann ist es der Aufpreis zum BAE definitiv wert.

Vom DAV wurde mir auch abgeraten aufgrund der Anforderung nach deutlich eigenem Charakter. Ich bin aber so angefixt, dass ich ihn mir trotzdem mitschicken lassen. Wobei ich mich auf die andern beiden genauso freue. Den WA12 finde ich vom Design ziemlich "fancy", so gar nicht mein Ding. Da trifft der D2O viel eher meinen Geschmack. Aber Optik steht für mich wirklich hinten an, wenn der Sound überzeugt.

Bin gespannt!


Ach übrigens, WA und Triton kommen zum Test als 500er in einem A-Designs 500 HR.
 
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Bei Deiner Anwendung Gesang, akust. Gitarre und Abnahme eGitarre unbedingt darauf achten (in Deinem Preissegment) dass das Signal trotz Färbung sauber und präzise bleibt.
Das ist gar nicht so einfach zu checken, ich hatte vor wenigen Monaten x-Preamps der Spitzenklasse zu Hause, die sich zum Teil stark unterschieden, der mit der meisten Farbe, war aber letztlich zu speziell UND konnte sich im Mix nicht so durchsetzen.
Alle guten Preamps färben auf ihre Weise, manche sind nicht ganz so schnell, klingt dagegen dann recht weich auf Gesang, macnhe sind klarer aber sehr offen, uvm.

Der DAV BGNo1 und sein Bruder mit dem "U" hinten sind auch färbende Preamps, dabei machen sie das Signal größer, und es klingt auch im Mix sehr durchsetzungsstark.
Ein BAE 1073 (alle Varianten) ist dagegen etwas voller und smoother in den Höhen (natürlich braucht man auch geeignete Mikros um das deutlich festzustellen).

Dennoch, ich setze den DAV immer noch gerne ein, wenn der BAE mir zu viel Pfund gibt.Und im Vergleich zu neutralen Preamps, macht der BGNo.1 das Signal größer und direkter/griffiger.

Viel Freude beim Testen, und teste lange!
 
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Zwischenbericht.

Zunächst war ich positiv überrascht von den TC Preamps. Sie kommen zwar qualitativ an keinen der externen ran, sind aber nicht sooo weit entfernt. Und das wo jeder der Preamps mehr kostet als das komplette Interface mal gekostet hat. Aber der Vergleich zeigt auch deutlich, dass ein zusätzlicher Preamp viel wert ist. Die TCs sind seeehr nüchtern und ehrlich. Allerdings nicht ganz so linear, wie ich immer dachte. In den Tiefmitten haben sie etwas viel Bauch. Allerdings ohne dabei mumpfig zu klingen - eine gute Auflösung ist trotzdem da, auch wenn alle externen besser auflösen.

Der DAV ist raus aus dem Spiel. Die Beschreibungen im Internet sind zutreffend. Er ist neutral und auch ehrlich, im Vergleich zum TC aber weniger nüchtern sondern vielmehr musikalisch. Und ja, er macht das Signal "größer", rückt es mehr in den Vordergrund. Vor allem der Präsenzbereich / die oberen Mitten kommen sauber zur Geltung. In den Höhen ist er jetzt nicht als besonders "seidig" zu bezeichnen, löst aber sehr schön auf. Ich muss genauer sagen: Er ist raus für diesen Zweck. Generell echt ein leckeres Teil, dürfte ein sehr guter Allrounder sein, solange man nicht explizit Färbung vom Preamp sucht. Vielleicht ein andermal... ;)
Ach ja, Gainreserven hat das Ding ohne Ende!! Ich habe alle Preamps mit gleichlauter Quelle mit gleichem Abstand vor dem Mikro eingepegelt. Das hieß beim DAV: Nur ein Raster vom Linksanschlag weg... wobei dazu gesagt werden muss, die Rasterung ist bei dem recht grob.

Der WA12 färbt hörbar, egal ob mit oder ohne "tone" Einstellung. Mit der tone Einstellung war er mir fast etwas zu mumpfig. Die Höhen gut aufgelöst und sehr seidig, mir fast schon etwas übertrieben. Etwas Probleme hatte ich unterm Kopfhörer mit der Dynamik. Ich fühlte mich zu leise, hab etwas lauter gesungen und schwupps sprang mir das Signal ins Gesicht. Der Hi-Z Schalter bezieht sich übrigens nur auf den Klinken-Eingang; tatsächlich schaltet der den XLR Input stumm. Schön am WA12 ist die feine Rasterung am Gain. Und der Power-Schalter am 500er Gerät - für den energiebewussten Techniker (der vielleicht auch die Röhre nicht ständig heiß haben will, wenn das 500er Rack Strom hat).

Der Triton ist derzeit mein Favorit. Impedanz hi/lo und Röhre / FET lassen 4 mögliche klangliche Kombinationen zu. Okay, hi/lo macht von der Signalfärbung kaum Unterschied, es klingt auf lo nur etwas "grober" als mit hoher Impedanz. Keine Überraschung an der Stelle. Weniger Färbung als der WA12, natürlich auch anders. Aber definitiv ein eigener Charakter. Die Höhen schön seidig, aber nicht übertrieben. Die Röhreneinstellung klingt wirklich nach "alt aber gut", gefällt mir sehr. Aber auch der FET Modus macht was her. Ich muss mir wann anders mal überlegen, wie ich den Sound noch besser beschreiben könnte.
Einzig in der Verarbeitung kann der Triton nicht mit den beiden andern mithalten. Der WA12 ist solide, der DAV ist einfach ein Panzer. Beim Triton sind die Toleranzen, besonders bei den Tastern, etwas größer als bei den andern. Aber noch im grünen Bereich und die Schaltpunkte und Zustände sind klar definiert. Was ich am Triton nicht mag, ist ein Teil des Designs: Für die Taster sind die Schaltzustände links und rechts der Taster geschrieben. Ich hätte angenommen, links sei der Zustand bei nicht gedrücktem Taster. Einzig der 48V Taster hat eine LED und da ist es genau umgekehrt. Auch bei Röhre / FET und hi/lo lässt sich das klanglich so zuordnen. Wirkt auf mich kontra-intuitiv - entweder anders rum oder noch besser, LED Anzeigen, wären schön gewesen.
Unterm Kopfhörer habe ich mich mit dem Triton sofort sehr wohl gefühlt.



Getestet habe ich alle insgeamt 8 Kombinationen (TC, DAV, WA mit/ohne tone, Triton in 4 Kombis) mit einem CAD e300s. Alle externen Preamps gingen in die Line Eingänge des TC Interfaces. Testsongs waren The Misty Mountains Cold und Only (Sunrise Ave, vom Akustik-Album). Der erste war fast zu tief, um sinnvoll Charaktere benennen zu können. Weitere Tests dann nur noch mit WA12 und D2O, dafür verschiedene Signalquellen / Mikros.
 
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Klappe zu, Affe tot. Morgen geht das Paket zurück nach Hamburg und ich werde einen Triton Audio D2O im Standalone-Format bestellen.

Bei den Tests mit der A-Gitarre (Mikro: N/D468, wollte hier bewusst ein dynamisches) konnte ich die Unterschiede zwischen den Preamps schön deutlich hören. Der WA12 hat mir im Vergleich zum Triton auch weniger gut gefallen. Er (der WA) scheint mir irgendwie auf den "Showeffek" aus zu sein. Viel pling-pling und so, fast ein bisschen Effekthascherei. Schon die Grundstellung riecht etwas nach Badewannen-EQ, was sich bei zuschalten des Tone-Tasters deutlich bemerkbar macht. Besonders dann fehlten mir auch die Tiefmitten. Wie gesagt, das im direkten Vergleich zum Triton. Der WA12 ist kein schlechter Preamp. Könnte ich mir zB für HipHop Vocals gut vorstellen, wo die Stimme glänzen muss wie die dicke Goldkette am Hals des Sängers.

Der Triton war definitiv mit eigenem Stempel, aber neutraler. Und hat auch grade bei den Saiten mehr Details rüber gebracht. Der Unterschied zwischen FET und Röhre ist, dass bei der Röhre weniger Höhen da sind, der Fokus wird mehr auf die Hochmitten gelenkt. Dafür sind die Höhen, welche vorhanden sind, seidiger... irgendwie eleganter. Da kommts echt auf den gewünschten Einsatzzweck drauf an . Auch der Impedanzschalter hat wirklich seinen Wert: Bei niedriger Impedanz lassen sich aggressive Gitarren gut bändigen, ohne ihnen dabei die Seele zu nehmen. So zumindest die Beschreibung, die es meinem Gefühl nach am besten trifft.


Ich freu mich nun also auf ein tolles, flexibles Werkzeug :)

Und noch mal schönen Dank für all eure Ratschläge hier. Ich weiß es zu schätzen!

MfG, livebox
 
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- Der D2O im nicht-500 Format ist von den Maßen her ja fast wie ein 500er. Das Netzteil ist extern recht großer Block. Etwa 10x8x8 cm und bestimmt 750g oder mehr an Gewicht.
- Dem D2O liegt ein Triton AirHead bei, das ist ein 15dB Dämpfungsglied. War auch schon beim Testmodell dabei, wollte aber erst abwarten ob das auch beim finalen Produkt so ist. Dies zollt wohl der Tatsache Rechnung, dass der D2O keinen Pad hat. Habe ich bislang auch noch nicht vermisst, aber nett zu haben. Und dabei noch flexibel einsetzbar :)

MfG, livebox
 
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Diese Zusammenfassung deiner Tests finde ich sehr interessant. Keine Überraschungen beim DAV, die beiden anderen Kandidaten kenne ich bisher gar nicht. Aber es gibt auch inzwischen so viele Kisten in dem Bereich, dass wohl niemand mehr glaubwürdig behaupten kann, alle davon in all ihren Nuancen und Unterschieden aus Erfahrung beschreiben zu können...
 
J
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sorry dass ich den thread wieder aktiviere!! ;-(
aber ich bin gerade ebenfalls auf der suche nach einem preamp und der tritonaudio wurde mir allerwärmstens empfohlen. leider gibt´s jedoch nur äußerst wenige infos im netz.

was kannst du nun nach längerem einsatz zu dem gerät sagen?
vielen dank. ;-)
 

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