Review IMG Stagline GAT 100 R

von Swen, 17.03.07.

  1. Swen

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    Erstellt: 17.03.07   #1
    Da hier, warum auch immer viele auf Vollröhrenamps schwören, sich die teueren Tops nur wenige leisten können, dachte ich mir, dass ich mal ein Review zum IMG Stageline GAT 100 R schreibe, denn man schon für erschwingliche 480 – 610 Euro erwerben kann.

    IMG Stageline ist eine Tochterfirma von Monacor. In welchem Land diese Amps hergestellt werden, konnte ich leider nie in Erfahrung bringen.
    Der Amp erinnert durch die Goldoptik etwas an Marshall Amps, gefällt mir aber mit den „offenen“ Deisgn her besser. Man kann z.B. schön die Röhren sehen.

    Features:

    - Vollröhrenversion (4 EL34 / 2
    - 100 W an 4/8/16 Ohm
    - Umschaltbar zwischen Normal Channel und Overdrive Channel
    - Normal Channel mit zuschaltbarer Boost-Funktion
    - Overdrive Channel mit 2 unabhängig voneinander einstellbaren Gain-Reglern
    - Separate 3fach-Klangregelung für jeden Kanal

    Anschlüsse:
    (alle Anschlüsse über 6,3-mm-Klinkenbuchsen)

    - Eingang High 1 MO, Eingang Low 68 kO
    - Externe Lautsprecher 4/8/16 Ohm
    - Kopfhörer (8 Ohm) (keine Ahnung wozu man die an einem Vollröhrentop braucht)
    - Fußschalteranschluß für Hallspirale und Boost
    - Fußschalter für Kanal- und Gain-Umschaltung
    - Send/Return für Effektgerät

    Der Amp hat zwei Kanäle. Wobei es im cleanen Kanal noch einen Boost im im Overdrive zwei Gain-Stufen gibt. Beide Kanäle haben eine eigene Klangregelung. Zusätzlich gibt es einen Masterregler und einen Federhall, der aber für beide Kanäle gleichzeitig fungiert.

    Verarbeitung:

    Rein äußerlich ist der Amp solide gebaut. Verarbeitungsfehler habe ich keine gefunden. Die Ecken sind aus genau wie die Potiknöpfe aus Metall und goldfarben und geben den Amp somit einen soliden Eindruck. Der Amp soll von der Technik her ganz in Ordnung sein. Man hat jedoch bei Chassi gespart, denn das Blech ist recht dünn und daher etwas Vorsicht beim Transport oder Auseinanderbauen geboten.

    Nun zur Praxis:

    Ich nutze den Amp an einer 4x12“ Harley Benton Box mit Emince Legend V12 Speakern. Er wurde aber auch schon über eine Marshall 1960AV und eine Trace Elliot 412A Box (beide mit Celestion V30 Speakern) gespielt. Da mir der Sound der HB Box mit den Eminence Speakern aber am besten zusagt, wird das Top nur noch darüber gespielt.

    Clean:

    Der Amp hat einen erstaunlich warmen und wohlklingenden cleanen Kanal. Das ist bei dieser Preisklasse schon sehr verwunderlich. Es macht richtig Freude über diesen Kanal zu spielen. Auf verschiedene Tonabnehmer reagiert er hörbar. Ich benutze ausschließlich High-Output-PU´s am Steg und kann somit auch gut testen, wie lange der Amp clean bleibt. Wir spielen in unserer Band wirklich sehr laut, manchmal so, dass wir den Schlagzeuger kaum noch hören. Bei allen meinen Neck-PU´s blieb der GAT 100 R auch bei diesen Lautstärken clean, beim EMGHZ4 und SH-6 wird der cleane Kanal aber bei hoher Lautstärke leicht kratzig (minimal angezerrt), beim X2N ist es dann doch mehr ein Chrunch- als ein Cleankanal. Nichtsdestotrotz bleibt der Sound warm und voll. Von der Wärme her kann man ihn ein bisschen mit dem vom Powerball vergleichen, wobei mir der Sound vom GAT noch etwas besser gefällt.
    Es gibt zusätzlich noch einen Boost für den cleanen Kanal, wobei der mir dann im Verhältnis zur Grundlautstärke gesehen dann doch etwas zu laut wird. Ich benutze ihn von daher nie.

    Overdrive:

    Ich hatte bis jetzt schon einige Vollröhrentops (Sovtek MIG100, Laney AOR100II und Laney GH100L) und so wie diese Amps geht auch der GAT eher in die britische Richtung. Allerdings frage ich mich, wer diese Overdriveabstimmung gemacht hat, denn hier kenne ich viele Transitoramps, die das wesentlich besser machen und hier kommt die Begründung:

    Overdrive 1:

    ist der mit dem geringerem Gain. Höhen, Mitten und Bässe sind hier gut abgestimmt. Für Rock, über Chrunch bis zum Hardrock bekommt man hier schnell einen guten druckvoll Sound hin, wenn´s härter werden soll gibt es aber ein Problem und das heißt „Matsch“. Ca. ab halben aufgedrehtem Gain wird´s matschig und je weiter man den Gain aufdreht um so matschiger wird es. Das ist nicht schön anzuhören. Man muß sich hier also stark mit dem Gain zurückhalten. Man muß hier auch noch erwähnen, dass der Sound auch hier druckvoll mit ordentlichem Bassanteil rüber kommt. Aber was nützt einem das, wenn er bei halbaufgedrehtem Gain anfängt zu matschen und man gern Metallica nachspielen möchte.

    Overdrive 2:

    soll wohl der Hardrock/Metal-Kanal an dem Amp sein. Hier ist es jedoch nicht anders als beim OD1. Der Gain matscht und das schon bei relative wenig Verzerrung im Metalbereich. Hinzu kommt noch dass der Kanal selbst bei voll aufgedrehten Höhen- und Mittenregler viel zu Dumpf ist. Den Bass, der auch im mehr als ausreichendem Maße vorhanden ist, kann man zwar rausdrehen, aber trotzdem bleibt der Kanal zu dumpf. Man kann ihn also so nicht verwenden und ich frage mich, wie man so etwas bauen kann. Das müssten die Konstrukteure solcher Amps doch selbst mitbekommen. Auf diesen Kanal hätte man eigentlich verzichten können.

    Ich habe deshalb den Amp modifizieren lassen. Dabei wurden beide Overdrivekanäle überarbeitet. OD2 hat zusätzlich mehr Gain erhalten und der Amp noch eine Class-A Schaltung (optional schaltbar) erhalten, was im hörbar mehr Volumen verleiht.
    Beide Overdrivekanäle matschen jetzt bei selbst bei vollaufgedrehtem Gain nicht mehr und sind auch von den Frequenzen her sehr ausgewogen, somit gehört der dumpfe OD2 der Vergangenheit an.
    Was mir nach der Modifizierung aufgefallen ist, dass der Amp im Overdrive sehr auf die Pickups reagiert, was ich hier wirklich dem Amp zu Gute halten muß. Viele klingen ja bei verschiedenen PU´s sehr ähnlich. Das ist beim GAT 100 R aber nicht so. Wenn ich z.B. über den SH-6 spiele, so brauche ich im OD2 ca. ¾ Gain, um ein ordentliches (britisches) Metalbrett zu erhalten. Im OD1 schaffe ich das bei vollem Gain nicht ganz. Mit dem X2N klingt der Sound in beiden OD´s etwas dünner und ich brauche im OD1 nur noch auf ¾ und in OD2 auf ½ zu drehen um den gleichen Verzerrungsgrad wie mit dem SH-6 zu erhalten. Den Overdrive kann man durchaus als british bezeichnen. Er erinnert mich etwas an den Sovtek MIG 100, wobei der GAT natürlich viel mehr Gainreserven hat und auch fetter klingt. Midcut ist natürlich auch möglich und klingt solo gespielt auch recht gut. Im Bandgefüge kann man sich damit aber nicht wirklich durchsetzen, deswegen habe ich die Mitte auf mind. ½.

    Fazit:

    Für das Geld erhält man einen Amp mit einem nicht nur für diesen Preis sehr guten cleanen Kanal. Er ist aber ohne Modifikation nur bedingt im Overdrivekanal 1 einsetzbar und im Overdirvekanal 2 gar nicht verwendbar und deshalb so wie er ist für härtere Musikrichtungen (Hardrock/Metal) nicht empfehlenswert. Für das Geld, kann man da auf jeden Fall etwas Besseres bekommen. Man kann es aber auch so machen wie ich und steckt fast noch mal so viel Geld wie der Amp kostet hat in die Modifikation. Dann hat man aber ein vernünftiges Arbeitsgerät, was auch die nötige Flexibilität mitbringt um verschiedene Stilrichtungen damit abzudecken.
     

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  2. Matzel

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    Erstellt: 17.03.07   #2
    :great: gutes, wenn auch knapp gehaltenes review. wie siehts mit samples aus?
     
  3. Swen

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    Erstellt: 17.03.07   #3
    Samples könnte ich nur mit einem MP3-Stick machen. Wie der Klang dadurch gefärbt wird, weiß ich nicht. Ich müßte in ein paar Tagen ein Micro zu Abnahme bekommen. Da kann mal ein paar Samples machen.
     
  4. Matzel

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    Erstellt: 17.03.07   #4
    ja..wir haben zeit , dann geht das board auch wieder richtig. bin gespannt ;)
     
  5. Swen

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    Erstellt: 18.03.07   #5
    Ja, das hoffe ich mal. Zur Zeit macht es hier nicht so richtig Spass.

    Was ich noch vergessen hatte zu erwähnen, ist dass man für den Amp zwei 2-fach Fußschalter braucht (1 x Kanalumschaltung und Umschaltung zwischen OD1 und OD2 und 1 x Clean-Boost und Reverb). Da beide über 6,5 Klinge angschlossen werden gibt es keine Möglichkeit einen 4-fach Fußschalter mit z.B. DIN-Stecker zuverwenden. Man müßte sich dann so einen Fußschalter umbauen. Zwei Fußschalter zu benutzen ist schon nervig, vor allem wenn man ab und zu mal seine Position wechselt.
     
  6. Matzel

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    Erstellt: 18.03.07   #6
    ja..sehr dämlich, hatte ich auch schon bei nem transenamp von denen gesehen. da steht in der anleitung doch ernsthaft, dass man, selbst, wenn man deren fußschalter kauft, mit klinkesteckern arbeiten muss?! sehr beschränkt
     
  7. Swen

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    Erstellt: 18.03.07   #7
    Ja, leider. Von den gibt es einen 3-fach Fußschalter mit zwei Klinkensteckern, aber keinen 4-fach Fußschalter. Das ist auch sehr verwunderlich. Wenn man den Amp schon so baut, sollte man doch auch einen passenden Fußschalter im Programm haben.
     
  8. Swen

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    Erstellt: 27.03.07   #8
    Ich habe mir am Wochenende mal ein Mikro ausgeliehen und mich mal kurz hingesetzt und ein bißchen was aufgenommen. Leider spielte mir die Technik einne Streich, denn was sich auf dem Stick in eine annehmbaren Lautstärke zu sein schien, entpuppte sich zu Hause als viel zu leise. Die cleanen Samples sind dadurch leider gar nicht verwendbar. Da ich nur einen analogen Internetzugang habe, habe ich die zwei Samples so klein wie möglich gehalten. Das Mirkofon stand an einem Eminence GB12. An Celestion G12T75 kommt der Amp noch etwas fetter. Ich hoffe Ihr stört Euch nicht an meinen fehlenden spielerischen Fähigkeiten und hört raus, was in dem Amp steckt. Als Gitarre wurde eine Vester 1500 mit einem DiMarzio X2N verwendet.
     

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