Richtig auf der Tastatur sliden= Wie genau?

von RawberrY, 18.09.16.

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Casio
  1. RawberrY

    RawberrY Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.09.16   #1
    Hi!

    Ich bin momentan kräftig am üben, wie ich ab besten Slides hinbekomme.
    Von tief nach hoch, oder umgekehrt, bereitet es mir keine großen Probleme- da nehme ich immer den seitlichen Zeigefinger als Auflage.

    Wenn ich aber tief-hoch-tief will, und das mehrfach und ganz schnell, mit ganz vielen gedrückten Tasten, muss ich die Handfläche inkl. Finger nehmen.
    Doch da ist die Reibung extrem hoch auf der Tastatur, sodass sich die Orgel inkl. Ständer schon ein gutes Stück bewegt.

    Gibt es irgendwas, mit das ihr eure Tastatur behandelt, dass sie etwas gleitfähiger wird, oder liegt es an meiner Technik?
     
  2. .Jens

    .Jens Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 18.09.16   #2
    Wahrscheinlich drückst du zu stark. Eigentlich sind Orgeltastaturen so leichtgängig, dass du wirklich nur drüberstreichen musst. Sonst mal mit der Position der Hand experimentieren: ich kann zwar meine Technik schwer beschreiben, weil ich gar nicht so genau weiß, wie ich's mache. Aber ich slide am ehesten mit dem Daumenballen, also dem inneren Teil der Handfläche - und zwar so, dass (je nach Richtung) der Daumenansatz bzw. das Handgelenk eine Art "Rampe" für die Tasten bilden. Die Hand ist dabei leicht gedreht, so dass die Kleinfingerseite von mir weg / leicht nach oben zeigt.
    Das ist generell der Trick, egal wie genau man es dann macht - das geht auch mit flach ausgestreckter Hand: immer so sliden, dass die Finger/Hand keine ebene Fläche auf den Tasten bilden, sondern immer leicht schräg in Richtung des Slides, so dass die Tasten, die als nächstes kommen, schon anfangen, gedrückt zu werden. So vermeidet man, dass man in voller Tiefe seitlich gegen eine "neue" Taste stößt. So verletzt man sich nicht / tut sich nicht weh, schont die Tastenmechanik und übt keine zu großen Kräfte auf die Orgel aus.

    Er macht es richtig (wenn auch anders als ich):


    Man sieht auch sehr schön, dass die Hand ganz locker ist und eigentlich kaum Druck ausgeübt wird...
     
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  3. Don Leslie

    Don Leslie HCA Hammond/Leslie HCA

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    Erstellt: 19.09.16   #3
    Auf dem Piano nehme ich abwärts den Daumennagel, aufwärts die Nägel von Zeige-, Mittel- und Ringfinger gleichzeitig.
    Das kann man im Prinzip auf die Orgel übertragen.

    Wobei ich sagen muß, daß die Tastaturen von Klones (Polystyrol) ein anderes Antwortverhalte haben, als die Bakelit-Tastatur der Konsolen oder M3.
    Und man kann dort auch leichter mit der flachen Hand wischen. Es gibt auch die Technik, den ganzen Unterarm einzusetzen. So eine Art Glissando mit Sustain.
     
  4. happyfreddy

    happyfreddy Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.09.16   #4
    Sowas kann schnell ins Auge gehen bezüglich des Nagelbettes. Bei verkehrtem Ansatzwinkel der Finger reißt hier schnell die Haut ein.
    Gerade am ( echten ) Piano wirken hier ganz andere Kräfte für eine Tonauslösung und wer viel HonkyTonk & R´Roll gespielt hat
    weiß wovon ich rede

    Auf eine Orgel oder heutiges Key bezogen ist auch eine andere Art möglich :
    Die Fingerkuppen von Zeigefinger bis kleinem Finger beschreiben ja einen konkaven Bogen auch in gekrümmtem Zustand der Finger.
    Nimmt man jetzt den abgespreizten Daumen als " Abstandhalter" an den vorderen Tastenenden angesetzt ( liegt damit links vom
    Glissandobereich) kann man sowohl auf wie abwärts mit dem konkaven Bogen der Fingernägel das Glissando ausführen.

    Aber : je nach Beschaffenheit des Kunststoffes der Tasten wird sich im Laufe der Zeit eine durch die Fingernägel "eingefräste" Nut parallel zur Tastenfront ergeben.

    Sollte einem mal so eine Orgel mit Nut im Obermanual über den Weg laufen dürfte sie vo FL häufiger gespielt worden sein
     
  5. .Jens

    .Jens Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 20.09.16   #5
    Irgendwie käme ich nie auf die Idee, mit den Fingernägeln zu sliden... so unterschiedlich sind die Geschmäcker. Mir kommt das mit dem Handballen und der "Rampe" für die nächsten Tasten so natürlich vor wie nur was. Ich habe mich immer schon gefragt, warum sich manche Leute das mit Fingerkuppen/-nägeln usw. so unnötig schwer machen.
    Also - wer damit klarkommt, kann das ja machen. Aber wann immer ich hier was von "Problemen beim Sliden/Glissandos" lese, sind das Leute, die es mit den Fingerspitzen versuchen und sich dabei alles aufreißen. Ich hab das in jungen Jahren einmal versucht*) und es gleich wieder gelassen. Seitdem (seit über 20 Jahren, und ich mache das oft und ausgiebig) mit dem Handballen nie auch nur das kleinste Problem gehabt.

    *) Da habe ich mir sowas von die Flossen aufgerissen, die ganze Orgel war am Ende des Abends blutig. Nie wieder ;)
     
  6. happyfreddy

    happyfreddy Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.09.16   #6
    Heutige Keyboard Tastaturen gehen so leicht da kann man sogar einen Akkord auf den weissen Tasten greifen und mit dem so wie er gegriffen ist rauf oder runter sliden.

    Aber egal wie man es macht. man sollte jedoch auch immer an die Lager der Tasten dabei denken.
    Eine Hammond verzeiht sowas eher wie heutige Plastik Tastaturen was ausgeleierte seitliche Führungen angeht.
    Eine Hammond bekommt neue Filzkämme verpaßt und gut ist.
    Das Gegenmittel bei Kunststoff Tastaturen dann wohl eher neue Tastatur .......
     
  7. .Jens

    .Jens Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 21.09.16   #7
    Ein Grund mehr, der gegen die Fingerkuppen und für den Handballen spricht. Egal, wie man die Finger hält - mit den Fingerkupöen kann man nie so flach über die Tasten gehen wie mit der flachen Hand oder dem Ballen. Mit den Fingerspitzen drückt man immer eher seitlich gegen die Tasten - beim "Wischer" mit der flachen Hand werden trotz der Wischbewegung die Tasten hauptsächlich von oben gedrückt.
     
  8. Don Leslie

    Don Leslie HCA Hammond/Leslie HCA

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    Erstellt: 21.09.16   #8
    Eure Einwände gegen Benutzung der Fingernägel kann ich nur dahingehend deuten, daß Ihr es eben nicht beherrscht bzw. geübt habt. Es ist eine übliche Technik und man kann sie zahlreich beschrieben in Klavierforen finden. Natürlich kommt auch immer der Einwand mit dem blutigen Nagelbett, aber mit der richtigen Technik und etwas Übung ist das m.E. die Technik, mit der man die schönsten Glissandos hinbekommt, auch chromastische.

    Fingernägel unter etwa 45° ansetzen und nur die Kanten der Tasten berühren. Nicht tief eintauchen. Nur so gerade eben, daß die Taste genug Schwung bekommt, um nach unten zu federn.

    Natürlich spricht auch nichts gegen einen Wischer mit der Handfläche, aber das bremst und klebt.
     
  9. McCoy

    McCoy HCA Jazz & Piano Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 21.09.16   #9
    Abwärts auf dem Klavier mache ich das auch mit dem Daumennagel (ohne mich zu verletzen ;)), aufwärts mit dem Hand- bzw. Fingerrücken, ggf. auch mit den Fingernägeln.

    Aber bei einem Hammond-Slide will man doch eher, daß beim Rutschen immer 2-4 Töne gleichzeitig klingen, damit es schön fett klingt, beim Klavier eher, daß immer nur ein Ton klingt, damit es schön perlt. Oder irre ich mich da? Ich bin ja kein Hammondspieler.

    Viele Grüße,
    McCoy
     
  10. Don Leslie

    Don Leslie HCA Hammond/Leslie HCA

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    Erstellt: 21.09.16   #10
    McCoy,

    im Prinzip hast Du recht. Bei der Orgel wischt man mehr, beim Piano soll es "perlen", also mehr die einzelne Taste herausklingen. Der OP hatte ja auch ursprünglich gefragt, ob man ein "Gleitmittel" einsetzen kann. Außer Original-Hammondöl fällt mir da im Moment nichts ein, was nicht zu dauerhafter Verschmutzung führen könnte bzw. die Hammond verträgt. Talcum/Baby Puder, Magnesium Kreide, Kukident Haftcreme, alles nicht tauglich.
     
  11. McCoy

    McCoy HCA Jazz & Piano Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 21.09.16   #11
    Ich habe mal Klaviertasten mit Fast Fret eingerieben, das flutschte ... :D (hielt aber nicht lange vor).

    [​IMG]
     
  12. happyfreddy

    happyfreddy Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.09.16   #12
    @Don
    Vielleicht sollte man an der Hand so ein Ölreservoir anbringen und von dort aus dann Baumwollfäden zu den Fingerkuppen ?
    Wäre doch ein richtig nostalgisches Hammond-like-Glissando-feature :D

    duck und wech
     
  13. Günter A100

    Günter A100 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.09.16   #13
    Bei Beate Use gibt es auch Gleitmittel. Vielleicht wäre so was nicht schlecht:)
     
  14. happyfreddy

    happyfreddy Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.09.16   #14

    oooops ! vollkommen überlesen .......

    G lissando

    H and

    S peed

    ..... man hat sich also schon Gedanken darum gemacht
     
  15. RawberrY

    RawberrY Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.09.16   #15
    Hi!

    Ich habe mich mal mehr an den Tastaturkanten orientiert und dort meinen Handballen angesetzt.
    Auf einmal wurde es fürchterlich heiß :D

    Nun denn, irgendwas mache ich wohl noch verkehrt. Vielleicht zu viel Druck.
    Ich werde üben, auch wenn es hin und wieder weh tun wird.
     
  16. .Jens

    .Jens Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 29.09.16   #16
    Also, wenn es weh tut, können es die Kanten sein. Wenn es dagegen heiß wird, kann es nur zwei Dinge bedeuten: zuviel Druck oder zu schnell ;)
    Ich tippe auf den Druck. Versuche mal (vielleicht auch schon beim Spielen) ein Gefühl dafür zu entwickeln, wie wenig Druck eigentlich schon ausreicht. Hände mal locker lassen. Arme auch. Stell dir vor, du wischst nur ein paar Staubkrümel von der Tastatur.
    Oder mal umgekehrt: versuch mal, über die Tastatur zu streichen mit der Hand, ohne dass der geringste Ton zu hören ist. Du wirst dich wundern, wieviele Tasten du versehentlich drückst.
    Orgeltastaturen sind ziemlich leichtgängig, lösen früh aus und haben in der Regel keine Anschlagsdynamik - ein winziger Tipp mit dem Finger reicht schon - Kraft braucht man da nicht. ;)
     
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