Roland ACB Modelling / Modelling allgemein - Pro&Contra

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Und schon kommt der "eingebaute Roland": :good_evil:Patch: 64 (8 memories x 8 banks, per one model)
Performance: 64 (8 memories x 8 banks)

Das kann für einen 2016er Synth mit diesen klanglichen Möglichkeiten doch nicht ihr Ernst sein, oder?
Was für "klangliche Möglichkeiten"? Meinst du die des Grundsynth, der vom Charakter her auch kein solches Chamäleon ist wie ein Virus, Ion oder King Korg, sondern angelehnt an die Roland SH-Reihe (SH-09, SH-1, SH-2, SH-3A, SH-5, SH-7...)?

Ich erwarte jedenfalls weder von einem dedizierten, spezialisierten Jupiter-8-Klon noch von einem dedizierten, spezialisierten Juno-106-Klon – und genau das ist System-8, ob ihr's wollt oder nicht, und nicht der nächste Virus, der King-Korg-Konkurrent oder auch nur der Nord Lead 5 – keine 1000 überschreibbaren Speicherplätze. Wozu brauch ich 1000 Sounds vom Jupiter-8?

Es ist trotzdem traurig, daß für JU-06 64 Speicherplätze zur Verfügung stehen und ein originaler Juno-106 derer 128 hat.

Also fehlender Aftertouch ist auch für mich wieder mehr ein KO-Kriterium.
Hat der Jupiter-8 Aftertouch? Hat der Juno-106 Aftertouch? Welcher Roland vor dem JX-8P hat Aftertouch? Oder auch nur Velocity (außer RD-1000)?

Bei einem Jupiter-8-Klon zu jammern, daß der Aftertouch fehlt, ist, wie bei einem Juno-106-Klon zu jammern, daß das Ding keinen zweiten DCO, keine zwei ADSR-Hüllkurven mit Zuweismöglichkeiten à la ARP Odyssey und keine zwei LFOs hat. Und keine Moog- und Oberheim-Klonfilter.

Solange es kein JX-08-Plugout (= JX-8P) gibt, ist Aftertouch in dem Ding sinnlos. Im Grunde ist Velocity sinnlos und sollte aus jedem Sound wieder rausgebaut werden. Und ein JX-08-Plugout wird nicht kommen, solange sämtliche Plugout-Klone teurer sind als das ohnehin unpopuläre Original (mit 400 € bist du dabei).

Viel schwerwiegender ist, daß das JP-08-Plugout den Arpeggiator des Jupiter-8 nicht vollumfänglich mitklont. Für die Duran-Duran-Tributeband ist das Teil also nur mit externem Sequencer oder (so jemand was Passendes baut) Arpeggiator brauchbar.

Für mich ist der S8 interessant, weil mir die alten analogen Roland Syth sehr gut gefallen, mir aber Pflege/Wartung bei den Altgeräten zu zeitintensiv sind (zudem rauscht mein Juno-106 wie ein Weltmeister...)
Wenn du irgendwann mal System-8 + JU-06 neben einen leibhaftigen Juno-106 stellst, wirst du feststellen, daß der Klon klanglich weit vom Original entfernt ist.

Mal sehen, wie authentisch die neuen Plugout-Simulationen klingen; die Erwartungen gerade beim Jupiter 8 dürften nach den bisherigen Emulations-Ansätzen (wobei ich JP-8000 und Jupiter-80 nicht wirklich als Emulationen betrachte) ziemlich hoch sein. Zumal es neben dem analogen Original auch noch diverse Software-Emulationen gibt, mit denen das Plugout sich messen lassen muss.
Amazona hat entschieden (siehe Seite 3).

Moogulator (dem es mittlerweile schwer zu glauben ist, daß er so ein Roland-Experte ist) sagt, System-8 + JP-08 klingt absolut mit einem Jupiter-8 identisch.

Die ganze Kommentarsektion sagt, das Ding klingt nicht mal in der Nähe eines leibhaftigen, echtanalogen, spannungsgesteuerten Jupiter-8.

Sorry, also der King Korg spielt eine ganze Liga weiter unten.
Clavia ist ganz nett, aber eben nur nett.
Einzig Virus sehe ich als ernsthafte VA Konkurrenz zu ACB VA Technologie.
Was das exakte Klonen konkreter analoger Vorlagen angeht, stimmt das, weil das sonst kein Hardwarehersteller auf dem Niveau betreibt.

Was die Gesamtleistungsfähigkeit und Flexibilität der Engine angeht, wird jeder ACB-Synth winselnd den Schwanz zwischen die Hinterläufe klemmen im direkten Vergleich mit dem guten alten Clavia Nord Modular G2.

Im Blindtest ist das mMn nicht mehr zu unterscheiden. Schon gar nicht im Mix oder auf der Bühne. Bei mir im Studio steht jetzt ein Juno 106. Mal sehen ob ich einen JU06 oder einen S8 auftreiben kann. ;)



Den Vergleich brauch ich gar nicht machen. Wer da noch einen Unterschied hört, der will ihn einfach hören, hab ich das Gefühl.
Wie gesagt, die gesamte Kommentarsektion von Amazona sagt, daß der Unterschied zu deutlich ist und System-8 nicht wie ein analoger Polysynth klingt.

8 Stimmen sind mir persönlich eigentlich zu wenig, da muss das schon ein absoluter Kracher sein, der mich voll überzeugt, und da steht leider der fehlende Aftertouch und die - wieder mal - seltsame Speicherverwaltung dagegen.
Noch einmal: Was erwartet man hier von einer Jupiter-8-Replica (die Erwartungen an einen Juno-106-Klon müßten eigentlich noch geringer sein)?
64 Stimmen monotimbral (wie will man die mit Analogsounds ausreizen)?
64 oder 128 Stimmen bei 16fachem Multimode (wer stellt sich insgesamt 16 Exemplare von nur drei oder vier Rolands auf die Bühne – und nein, das Ding kann keine Minimoog-Sounds)?

Was würdest du sagen, wenn du die Chance hättest, bei einem Gig auf einem leibhaftigen, gerade frisch restaurierten 1981er Roland Jupiter-8 im Wert von 8.000 € zu spielen? Daß dir acht Stimmen nicht reichen, daß das Ding keinen Aftertouch hat, und daß das Ding nicht mal Velocity hat?


Für alle, die es noch nicht gepeilt haben: System-8 soll ein Roland Jupiter-8 sein für 20% des Preises eines Jupiter-8, wo dann auch noch ein Juno-106 im Preis mit drin ist – und eine SH-ähnliche Klangerzeugung, wo noch nicht ganz klar ist, wofür die gut ist, aber zum Nachahmen von Moog, ARP, Oberheim, Prophet, CS80, Polysix usw. taugt die nichts, auch nicht für komplett Eigenständiges.

Folglich ist System-8 als einziger VA in einem Setup auch komplett ungeeignet, solange man nicht sowieso nur Roland-Sounds braucht.


Martman
 
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...also der D-50 hatte Aftertouch... :whistle:


danoh_hammering_Smash_zps90fb5931.gif






Was das exakte Klonen konkreter analoger Vorlagen angeht, stimmt das, weil das sonst kein Hardwarehersteller auf dem Niveau betreibt.


Der geschätzte Kollege Retrosound zum Thema "exakt" und "LaDoSi"-Modelling...


asien.gif
 
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@Martman: Das Ding ist nicht NUR ein reiner Clone. System 8 ist eine eigenständige Engine. Des weiteren erwarte ich gar nichts, sondern sage nur, dass mir 8 Stimmen und 64 Presets zu wenig sind. 64 Presets hab ich sofort voll. Deswegen ist er nichts für mich. Nicht mehr und nicht weniger. Man muss ja auch nicht gleich mit irgendwelchen Extremen um sich werfen. Mit 2-4 klassischen Midi Bänken und 16 Stimmen würde das ganze schon erheblich besser aussehen. Ebenso mit einer dynamischen Stimmenverteilung. Das starre 4/4 ist jetzt nicht so cool, für Bässe zu viel, für Flächen zu wenig.

Der Clou bei solchen VA Clones ist doch, dass man moderne Features auch mit einbauen kann. Wieso man zB bei den Presets, die genau nichts kosten, spart verstehe ich einfach nicht. Wozu soll das gut sein? Das dürfte aber echt ein Fetisch von Roland sein. Der Integra 7 hat ja auch nur 64 Studio Sets. Völlig lächerlich.

Ich bin schon sehr gespannt drauf, den S8 selbst zu spielen, klanglich finde ich ihn absolut geil.
 
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Klanglich bin ich völlig bei Martmann und der Kommentarsektion von Amazona: was ich bisher vom System 8 höre, macht mich nicht sehr an. Ich finde, in den letzten Demos klang derJD-XA mit Abstand besser als das System 8 und auch näher an altem, warm-lebendigen, analogem Roland-Sound - auch wenn er gar kein Clone ist.

Aber was Funktionalität betrifft, selbst wenn Roland nur einen Jupiter 8 Clon mit 106 plus x Dreingabe machen wollte (ich finde es seit ca. einem Jahrzehnt immer schwer, zu sagen, was Roland eigentlich wollte, weil ihre Konzepte so einen verwirrenden und verwirrten Eindruck machen):
- worin läge denn der Sinn, das auf eine Weise zu machen, die auf ACB-Modelling setzt, also volldigitale Basis, aber dabei technische Fortschritte der Digitalisierung weitgehend ignoriert? Wäre das nicht wieder einer von diesen totalen Roland.Selbstwidersprüchen, die heutige User sprachlos den Kopf schütteln lassen?

Und nein, auch ein gelungener Jupiter Clone würde klanglich nicht annähernd so schmal sein, dass 64 Presets für einen sinnvollen Nutzen ausreichen würden. Der Prophet 6 ist klanglich nicht breiter aufgestellt, aber die 500 User-Speicherbänke sind eine sinnvolle Größenordnung. Es macht nämlich Sinn, nicht nur einige Grundklänge quer durch viele Kategorien bereit zu halten (Bässe, Leads, Pads, Poly-Sounds mit mehreren Unterkategorien [short und long decay, brassy, punchy etc.], Atmos, dezidierte Arps und FX-Sounds), sondern auch die typischen "bekannte-Song-Sounds" und kleine Klangvarianten vieler Patches für verschiedene Kontexte. Nur wer all das weder möchte noch braucht (also praktisch kein auf der Höhe der Zeit agierender Keyboarder mit verschiedenen Projekten und Band-Aufgaben ist) will heutzutage mit 64 oder 128 Presets klarkommen - zumal es nicht einen Hauch von nachvollziehbarer technischer oder finanzieller Begründung für diesen Unsinn gibt.

@hairmetal: das war ein aufschlussreicher Vergleich.
Der VP-330 vs VP03 (auch ACB?) Vergleich fällt für meine Ohren derartig erbärmlich für den VP03 aus, dass sich ein Test im Laden für mich nach dem Ansehen/Hören des Vergleichsvideos völlig erübrigt hat - ganz abgesehen davon, dass ich Bonsai-Knöpfe und -Taster sowieso nicht benutzen möchte.

Noch mal in aller Deutlichkeit: ACB mag manches können und an einzelnen Stellen auf einem guten Wege sein. Aber ich habe noch nicht ein einziges Gesamtklangverhalten von einem ACB-Synth gehört, das mich genug an das Klangverhalten analoger Klassiker wie Jupiter6/60 oder Jupiter8 erinnern würde, um ernsthaft interessiert zu sein. Moogulator schätze ich in anderer Hinsicht als Fachmann, aber mit seiner euphorischen und z.T. sogar krass überdrehten Klangeinschätzung von ACB liegt er m.E. (und auch in den Ohren vieler anderer Kommentatoren) völlig daneben.
 
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Stellt sich letztlich die Frage:

Was ist näher am originalen Jupiter-Sound (...den es nicht gibt...)
Physical Modelling (Sys-8)
oder PCM-Samples (Jay-Dex-Aye)



Der Clou bei solchen VA Clones ist doch, dass man moderne Features auch mit einbauen kann.


Stand aktuell kann man ja 4 Engines herauspicken, welche jeweils digital-subtraktiv sind...

Hand auf's Herz:
Wirklich flexibel ist das (noch...) nicht...



VP-330 vs VP03 (auch ACB?)


Jawohl - auch ACB (bzw. Physical-Modelling)


...Zitat von Kollege Burman: "LaDoSi-Modelling..."
 
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Stellt sich letztlich die Frage:

Was ist näher am originalen Jupiter-Sound (...den es nicht gibt...)
Physical Modelling (Sys-8)
oder PCM-Samples (Jay-Dex-Aye)

[Duplo war schneller :) ]Vielleicht spielen die 4 analogen Stimmen im JD-Xa eine Rolle, zumindest im Mix mit dem gesampleten Material?

Ansonsten geht es mir gar nicht um das oft bemühte 1:1 mit jeweils einem konkreten Vorbild.
Mir geht's nur darum, dass mir beim Spielen/Hören modernen Klangquellen so die klangliche Sonne aufgeht, wie oft von Vertretern der klassichen Analogen. So ähnlich hat es auch ein Kommentator zu den neugefertigten Curtis-Chips über Erwartungen formuliert: es geht gar nicht so um eine festgelegte Erwartung auf EINEN Sound. Aber es wär schön, wenn man sich beim Spielen und Hören klanglich ähnlich gut fühlen könnte wie mit vielen klassischen analogen Sounds.

Synth-Instrumente als weitgehende klangliche Sweetspots sozusagen. DAS ist das, was sich die meisten wünschen. Wie es technisch zustandekommt, ist den meisten wurscht. Mir auch.
 
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Ich glaube, viele würden sich über eine echt analoge, um einige moderne Funktionen erweiterte Replik des Jupiter 8 freuen - wobei auch da die Stimmen der Mecker-Fraktion laut werden würden, von wegen wie unauthentisch das Ganze im Vergleich zum Original klänge und wieso man noch das ganze zusätzliche Bling-Bling drumherum (wie vielleicht eingebaute digitale Effekte) braucht.
 
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Die JD-XA Waveform 001 "JP-8 Saw" ist eine PCM-Wellenform...


JD-XA_ParameterGuide_e01_W.jpg


;-)
 
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Die SuperNatural-Engine besteht nun mal aus "berechneten" Wellenformen - quasi die "echten" VA-Wellenformen - das sind SAW-A bis SINE-C und PCM-Wellenformen (Samples), davon hat der JD-Xa insgesamt 450. Wenn ich also einen Jupiter-8 Sound nachbauen will, kann ich das bestimmt auch mit den "echten" VA-Wellenformen. Wie nah das dann am Original ist, ist wieder eine andere Frage.
 
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@Martman: Das Ding ist nicht NUR ein reiner Clone. System 8 ist eine eigenständige Engine. Des weiteren erwarte ich gar nichts, sondern sage nur, dass mir 8 Stimmen und 64 Presets zu wenig sind. 64 Presets hab ich sofort voll. Deswegen ist er nichts für mich. Nicht mehr und nicht weniger. Man muss ja auch nicht gleich mit irgendwelchen Extremen um sich werfen. Mit 2-4 klassischen Midi Bänken und 16 Stimmen würde das ganze schon erheblich besser aussehen. Ebenso mit einer dynamischen Stimmenverteilung. Das starre 4/4 ist jetzt nicht so cool, für Bässe zu viel, für Flächen zu wenig.

Der Clou bei solchen VA Clones ist doch, dass man moderne Features auch mit einbauen kann. Wieso man zB bei den Presets, die genau nichts kosten, spart verstehe ich einfach nicht. Wozu soll das gut sein? Das dürfte aber echt ein Fetisch von Roland sein. Der Integra 7 hat ja auch nur 64 Studio Sets. Völlig lächerlich.

Ich bin schon sehr gespannt drauf, den S8 selbst zu spielen, klanglich finde ich ihn absolut geil.

Grundsätzlich stimme ich @Martman in den meisten Punkten zu.
Man darf sich beim System-8 nicht über die 8-Stimmen beklagen, da das Original z.B. der Jupiter-8 eben auch nicht mehr hatte.
Den Sound des System-8, soweit man ihn aus der Ferne beurteilen kann, finde ich sehr gut. Insbesondere die nativen Sounds.
Zu der Jupiter-8 Emulation gab es bisher wenige 1:1 Demos. Grundsätzlich halte ich jedoch die ACD Technologie für die beste am VA Markt. Bezogen auf die eigenen Produkte die Roland emuliert.
ACB geht bei der Simulation einen Schritt weiter und simuliert Baugruppen der alten analogen Synths, und nicht nur das grundsätzliche Verhalten (siehe SuperNatural) mit aus meiner Sicht wirklich sehr guten Ergebnissen.
Da waren Samplebasierte Emulationen bisher nicht so weit, auch nicht die die ebenfalls auf Modelling setzen.
Beim Modelling gibt es mehrer Evolutionsstufen, hier ist sicher noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht.
Insgesamt expandiert Roland in die ACB Technologie, da schlicht nach einem System-1 welches schon sehr beeindruckte, aber auch Defizite hatte - nennen wir es freundlich Kinderkrankheiten - ein ordentliches Upgrade kam.
Vieles wurde verbessert, Insbesondere die Tastatur, die 8-stimmige Polyphonie und die wirklich sehr gute UI. :great:
Daher kann man vom Sound hier viel erwarten, und bekommt auch viel.
Abwarten was den 1:1 Vergleich angeht. Abweichungen gibt es bei analogen Synth immer, nur sind die dann wesentlich ? , wenn der Grundsound top ist ?

Bei den Nachteilen sehe ich es ähnlich wie @Martman, der leicht kastrierte Arpeggiator stellt in der orginalität des Jupiter-8 aus meiner Sicht ein Hadicap dar. :weird:
Wer Duran Duran Arpeggio Fahrten simulieren möchte, muss vermutlich auf eine DAW zurückgreifen, und das kolportiert das Alleistellungsmerkmal der Plugout Phylosophie von Roland - wenn auch nicht schwerwiegend.
Das Charmante am System-8 ist doch, dass man sich einen coolen Synth auf einen Slot drauflädt (oder mehrere) und loslegt, ohne Rechen-Plugin geeiere, unterwegs oder im Studio.
;)
 
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ACB geht bei der Simulation einen Schritt weiter und simuliert Baugruppen der alten analogen Synths, und nicht nur das grundsätzliche Verhalten


Äh, ja... das ist das Grundprizip von Physical Modelling. Lässt man die "Circuits" und deren "Behaviour" weg, wird ein Schuh aus VA...


In sound synthesis, physical modelling synthesis refers to methods in which the waveform of the sound to be generated is computed by using a mathematical model, being a set of equations and algorithms to simulate a physical source of sound, usually a musical instrument. Such a model consists of (possibly simplified) laws of physics that govern the sound production, and will typically have several parameters, some of which are constants that describe the physical materials and dimensions of the instrument, while others are time-dependent functions that describe the player's interaction with it, such as plucking a string, or covering toneholes.
For example, to model the sound of a drum, there would be a formula for how striking the drumhead injects energy into a two dimensional membrane. Thereafter the properties of the membrane (mass density, stiffness, etc.), its coupling with the resonance of the cylindrical body of the drum, and the conditions at its boundaries (a rigid termination to the drum's body) would describe its movement over time and thus its generation of sound.
Although physical modelling was not a new concept in acoustics and synthesis, having been implemented using finite difference approximations of the wave equation by Hiller and Ruiz in 1971, it was not until the development of the Karplus-Strong algorithm, the subsequent refinement and generalization of the algorithm into the extremely efficient digital waveguide synthesis by Julius O. Smith III and others, and the increase in DSP power in the late 1980s[1] that commercial implementations became feasible.
 
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Nach deiner Argumentation ist das Model T nichts anderes als ein 5er Golf. Stimmt auch irgendwie, ist aber relativ irrelevant.
 
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...sage ich ja...


Auch "Plugout" ist nicht neu... hiess mal "VariOS",
bei Arturia "Origin"/"Origin Keyboard",
bei Creamware erst "Noah", dann "ASB", und schliesslich "Plugiator".
 
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nur dadurch, dass man ein Eitkett dranhängt, wird aber noch lange kein Schuh draus... ;)
die Methode der 'in circuit' Emulation ist weder eine Roland Erfindung, noch garantiert sie ein definiertes Ergebnis - das haben sich schon zahllose Entwickler auf die Fahne geschrieben.
Oder besser gesagt in ähnlicher Form äussern sich praktisch alle, ich kann das 'meticulously recreated' schon nicht mehr lesen...
Bei Creamware haben sie das seinerzeit mit dem Moog Kaskadenfilter ganz gut hinbekommen, und sinnigerweise dann genau die Version Odyssey nachgeschoben, die sich eines Moog Clones bediente. John Bowen hatte sehr überzeugende Curtis Filter, geht also auch mit einer Baugruppe (das Original ist schliesslich ein Chip). Ich kann mich auch an ein quasi no-name Filter eines Franzosen erinnern, das dem Curtis ausgesprochen ähnlich war... er hat's halt so designed.
Das ist alles kein Hexenwerk und mehr als 10 Jahre her. ;)

Den Vergleich des VP330 und VP03 fand ich schon relativ krass... so schlecht hätte ich es nicht erwartet.

cheers, Tom
 
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Danke, Tom.



Wie ich im Nachbarforum lernen durfte, ist auch "virtuell analog" (VA) selbst so ein Etikett.
...eingeführt von Clavia 1995 mit dem ersten NordLead.

Seither versucht man drüben dem entgegenzusteuern mit der Verwendung eines neutralen Begriffs. Bisher hat man sich auf "digital-subtraktiv" festgelegt.
 
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Bei Creamware haben sie das seinerzeit mit dem Moog Kaskadenfilter ganz gut hinbekommen, und sinnigerweise dann genau die Version Odyssey nachgeschoben, die sich eines Moog Clones bediente. John Bowen hatte sehr überzeugende Curtis Filter, geht also auch mit einer Baugruppe (das Original ist schliesslich ein Chip). Ich kann mich auch an ein quasi no-name Filter eines Franzosen erinnern, das dem Curtis ausgesprochen ähnlich war... er hat's halt so designed.
Das ist alles kein Hexenwerk und mehr als 10 Jahre her. ;)

Den Vergleich des VP330 und VP03 fand ich schon relativ krass... so schlecht hätte ich es nicht erwartet.

cheers, Tom

Ein Curtis Filter alleine, und dessen Emulation macht bei weitem noch keinen gut simulierten Sound eines Instruments.
Dann stell ich mal die Gegenfrage.
Wie weit war denn die Modellingtechnologie nicht nur im Bezug auf Instrumentenverhalten sondern Schaltkreissimulation vor 10 Jahren, und welcher Hersteller hat da was signifikantes geboten, dass einem 1:1 Vergleich standhielt ?
 
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was Roland aktuell anbietet, verputzt ein 10 Jahre altes Scope System zum Frühstück - locker.
Die Ursprünge lagen Ende 90, so um 2002-2004 war qualitativ eigentlich alles im Kasten.
John Bowen hat seinen Solaris da quasi als Software Prototypen erstellt.
Für Entwickler war das eigentlich ein ideales System, weil man damit modular 'Algorithmen' zusammensetzen konnte.
'Eigentlich' weil das Teil einen Pferdefuss hatte: man konnte 'intellectual property' nicht wirklich schützen, weswegen sich (ua) Quantec nach anfänglichem Interesse sofort wieder ausklinkte...
Aber technisch erste Sahne...

cheers, Tom
 
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nur dadurch, dass man ein Eitkett dranhängt, wird aber noch lange kein Schuh draus... ;)
die Methode der 'in circuit' Emulation ist weder eine Roland Erfindung, noch garantiert sie ein definiertes Ergebnis - das haben sich schon zahllose Entwickler auf die Fahne geschrieben.
Oder besser gesagt in ähnlicher Form äussern sich praktisch alle, ich kann das 'meticulously recreated' schon nicht mehr lesen...

+1

Es ist komplett kalter Kaffee, zu glauben, dass ACB irgendeine nennenswerte technische Neuerung oder irgendein greifbares Qaulitäts-Niveau impliziert. Die digitale Nachbildung von Schaltkreisen gibt es seit vielen Jahren nicht nicht nur für Synths, sondern auch für Effekte und für Amps. Die klanglichen Ergebnisse liegen trotzdem SEHR WEIT auseinander (und das sogar oft unabhägig von Preisen und Ansprüchen!).

Der VP-03 basiert laut Roland auf ACB. Zitat: "the VP-03 brings together the worlds of synthesized sound and the human voice, using the latest ACB technology to accurately emulate the sound that made the original so influential" [https://www.roland.com/us/products/vp-03/]

Das ist ein gutes Beispiel für "des Kaisers neue Kleider":

- der Name ACB (sogar als "latest ACB technology") bedeutet hier ganz offensichlich keinerlei Qualitäts-Level, sondern nur eine grundlegende und verbreitete Nachbildungs-Technik, und ansonsten nur einen beliebigen Schall-und-Rauch-Namen, einen dahingeworfenen Firmen-Anspruch, der nur so lange glaubwürdig existiert, wie genug Leute hinter dem Anspruch Realität sehen/hören wollen: "schaut mal, was der Kaiser für schöne Kleider anhat!" In Wahrheit steht VP-03 genau so bloß da wie der Kaiser im Märchen: keine Spur von "accurately emulate the sound that made the original so influental"!

- das heißt zwar umgekehrt auch, dass andere ACB-Emulationen gelungener als diese sein können. Nur liegt das nicht an irgend einer besonderen Technik namens "ACB" (das ist bloß ein Roland-Name für etwas, was viele andere seit Jahren mit eigenen Mitteln machen), sondern ausschließlich an einer besser gelungenen Umsetzung (bei Roland oder bei anderen).

Kurz: am Ende zählt wie immer nur das, was "hinten rauskommt". ACB an sich bedeutet gar nichts - oder jedenfalls nicht viel und ganz sicher nicht so etwas wie ein Güte-Siegel.
 
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Warum beziehst Du Dich andauernd auf den Bugetsynth VP-03 aus der Boutique Reihe (MiniSynth) und nicht auf das System-8 ? - worum es hier geht (neueste Generation).

@Telefunky - was wurde aus dem Scope System ?
Gibt es dazu 1:1 Vergleiche indem die von Dir genannte Qualität unter Beweis gestellt wurde?
Kannst Du dazu bitte einen Link reinstellen.

... Bowens Solaris war übrigens kein kommerzieller Erfolg. Viele Händler hatten den Synth aus dem Regal rausgenommen. Zuletzt hatte er den Solaris nur über seine eigene Homepage verkauft. Kein schlechter Synth, aber viel zu teuer für das was er soundmäßig bot. Die Sounds waren auch nicht mehr up to date.
Ich hatte den Solaris auf der Musikmesse in Frankfurt angetestet.
Auf meiner "will haben" Liste hat der Synth nie gestanden.
 
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