Rückbau einer 1960er Gibson Les Paul Special

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Hallo zusammen,

wie einige von euch eventuell schon mitbekommen haben, habe ich mir in der letzten Woche eine originale jedoch stark modifizierte Gibson Les Paul Special BJ 1960 gekauft.
Die Ankunft erwarte ich gegen Ende dieser Woche.

Hier mal kurz 1 Bild damit jeder weiß wovon ich spreche:

$_12-20.JPG


Da die Gitarre in den Originalzustand zurück gesetzt werden soll, benötige ich einige Parts und bin mir noch nicht sicher was ich nehmen soll. Am liebsten würde ich hier auf Originalparts zurück greifen, jedoch sind diese äußerst schwer zu bekommen und mit immensen Kosten verbunden. Die Holz und Lackarbeiten werde ich in diesem Fall einem Gitarrenbauer überlassen. Benötigt werden:

1) Pickups - P 90 Soapbar:
Hier hatte ich bisher "Kloppmann SB 62" in Betracht gezogen. Kann hier jemand etwas zu sagen - oder hat jemand einen Vergleich zu originalen 60ern?
Natürlich bin ich auch für andere Vorschläge offen. Es sollte vom Sound nur authentisch sein!!!

2) Pickupcover:

Da ich davon ausgehe, dass die meisten P-90 keine authentischen Cover haben denke ich auch darüber nach diese zu ersetzen. Gefunden habe ich solche von Monreux. In "short" und in "tall" welche würde ich benötigen?
Allerdings sind diese schon "leicht" teuer. Gibt es Alternativen?

3) Bridge - Wraparound:
Hier könnte ich mir beispielsweise die "Faber TPW-59NA" vorstellen. Alternativen?

4) Pickguard:
Das originale Pickguard ist zwar vorhanden aber auf Grund des Umbaus auf Humbucker leicht "beschnitten". Hat irgendjemand eine Anhnung wo ich ein Replacement finden kann?
Klar ist eine Einzelanfertigung möglich, nur sollte es nicht neu aussehen und außerdem habe ich blöderweise auch keine unbeschädigte Vorlage die ich dazu einreichen könnte.

5) Poti Kobs:
Originale sind vorhanden allerdings fehlen wohl bei 2 die Inlays. Bekommt man diese einzeln und vor allem mit authentischer Schrift?

6) Tuner - Kluson 3 in Line:
Da habe ich jetzt DIESE gefunden.



Wenn jemand passende Parts abzugeben hat bitte eine PM schicken!!!

Danke schonmal und Grüße
Sven
 
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Tolles Projekt!

Zu 1) und 2) kann ich meinen Senf geben :).

1) Ich habe zwei Sets von diesen Kloppmännern und hatte schon viele P-90 unter den Saiten. Auch originale aus den 50er Jahren und 60er Jahren. Wir hatten ja wegen den einem Set schon Kontakt.

Vorab: Die Kloppmanns sind wahnsinnig gute Pickups und jeden Cent wert, aber die zwei originalen Sets (eines von 54 und eines von 68) die ich hatte/habe, waren verstärkt deutlich outputstärker. Das heißt, der gemessene Widerstand war in den gleichen Regionen, aber die alten P-90 waren um einiges kraftvoller.

Clean: Die Kloppmann P-90 selbst lösen im Allgemeinen sehr gut auf. Die Bässe werden extrem gut und definiert wiedergegeben. Die Grundcharakteristik war im Vergeich zu den alten von Gibson auf jeden Fall gleich. Auch die haben super und glasklar aufgelöst. Im Vergleich zu allen anderen P-90 die ich hatte, waren die Kloppmanns überlegen. Oftmals nur um Nuancen, aber troztdem den kleinen Tick besser.

Crunch: Da haben die P-90 ihre Stärke. Sowohl die alten Gibson als auch die Kloppmanns klingen einfach nur phantastisch. Da war der Outputunterschied kaum zu merken, die Pickups klangen in meinen Ohren gleich. Allerdings haben die Gibsons eben den Hotspot nen Tick früher. Im Vergelich zu allen anderen P-90 die ich hatte, waren auch hier die Kloppmanns um einen Tick überlegen.

Mein Tipp: Sind dir alte zu teuer, kann ich dir klar die Kloppmanns ans Herz legen. Auch wenn die nicht ganz günstig sind. Aber auch die alten Gibson P-90 sind mit ein bisschen Glück zu einem guten Preis zu bekommen.

2) Die Montreux Parts sind klasse und sehr autentisch. Passen auch auf viele P-90, ob alt oder neu. Denn da muss man aufpassen. Bei neueren Gibson P-90 passen beispielsweiße keine alten Kappen und vice versa. Ich hatte auch mal ein Set alter originaler schwarzer aus 58 und habe kaum mehr bekommen, als ein Set Repros kostet. Also ist mein Tipp, nach bezahlbaren alten ausschau zu halten.


Viel Spaß beim Restaurieren :great:


Edit: Habe nochmal nachgesehen. Die Soapbar Covers von 58 habe ich auf Ebay für 82€ in einer Auktion verkauft.
 
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abonniert. Schaue, ob ich dir mit Parts helfen kann.
 
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Abonniert und bin sehr gespannt wie es weiter gehen wird.
Ich hätte dir ad hoc Wolftone P90 ans Herz gelegt, aber leider kann ich keinen Vergleich mit Kloppmanns ziehen.
 
Ich weis von Dave Johnson, dass er Restaurationen und Makeovers macht, die in Fachkreisen zu den besten seines Fachs zählen sollen (ohne das ich das sachlich beurteilen könnte). Evtl. nimmst du mit ihm mal Kontakt auf, ob er dir da weiterhelfen kann mit "Ersatzteilen"? Schaden kann es ja nicht. Ob es preislich interssant wäre musst du für dich selbst entscheiden. Möglicherweise ist es für einige auch mit Kanonen auf Spatzen geschossen.

Ein authentischer Pickguard-Ersatz für eine Les Paul kostet z.B. ca. 50-55 USD zzgl. Einfuhr nach Deutschland.

http://davejohnsonrestorations.com/index.html
 
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Noch eine kleine Anmerkung von mir.
Der von mir aufgerufene Preis für ein Dave Johnson-PG von 50-55 USD ist eher annähernd geschätzt, und bezog sich auf ein PG für 57-60er Les Paul RIs oder eben richtige Standard Bursts.

Ich habe mal ein Dave-Johnson PG für meine Gibson RI gekauft, jedoch über MarksGuitarLoft.com (also einem Dritten). Da habe ich 65 USD bezahlt.
 
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Noch eine kleine Anmerkung von mir.
Der von mir aufgerufene Preis für ein Dave Johnson-PG von 50-55 USD ist eher annähernd geschätzt, und bezog sich auf ein PG für 57-60er Les Paul RIs oder eben richtige Standard Bursts.

Ich habe mal ein Dave-Johnson PG für meine Gibson RI gekauft, jedoch über MarksGuitarLoft.com (also einem Dritten). Da habe ich 65 USD bezahlt.

Ok danke! Bei MarksGuitarLoft ist leider derzeit nichts im Angebot aber ich kann ja sonst auch mal eine Mail an Dave Johnson schreiben.
Wichtig ist mir, dass die Parts nicht neu aussehen, da dies die komplette Optik stören würde.

Worauf ich auch ein wenig achten sollte ist das am Ende nicht alles "zu teuer" wird -> heißt ich will am Ende nicht so viel bezahlt haben, dass ich mir auch gleich eine unverbastelte mit Neckrepair hätte kaufen können.

Ich kann leider schlecht einschätzen was z.B. Florian Jäger für die Restaurierung so verlangt. Möchte aber erst anfragen wenn die Gitarre bei mir ist und ich bessere Bilder machen kann. Wenn jemand Erfahrung hat freue ich mich über PM etwas zu hören.


Worauf ich ein wenig zähle ist das ich noch einige € für den Verkauf der dann nicht weiter benötigten Parts die derzeit verbaut sind bekomme.

- Da wären eine ABR-1 + Stoptail (wohl leider eine neuere >196X Version)
- Grover Tuner (möglicherweise alte 60er)
- Pickups (Gibson PAT#)
- Pickuprahmen (möglicherweise alte Gibson?)

Bei den Pickups handelt es sich laut Verkäufer um Gibson PAT# Pickups. Beim Neck fehlt leider das Decal aber ich habe erstmal keinen Grund dies anzuzweifeln. Wo ich mir schon mit Hilfe der 2 Bilder sicher bin ist das die Pickups nicht aus dem gleichen Jahr / der selben Gitarre stammen, da diese schon auf der Unterseite deutliche Unterschiede aufweisen.

Bridge:
- Hier originales PAT# Decal vorhanden
- scheinbar keine "L" Tool Marks (100% sicher bin ich da nicht)
- schlichtzschauben

Ich gehe davon aus, dass es sich hier um einen späten 60er handelt.

$_57-2.JPG


Neck:
- Hier kein Decal vorhanden
- "L" Tool Marks vorhanden
- Kreuzschlitzschrauben

Ich gehe davon aus, dass es sich hier um einen frühen 60er handelt.

$_57.JPG


Genaue Erkenntnis habe ich aber erst wenn die Gitarre bei mir ist und ich die Kappen entfernen kann. Ich hoffe zumindest beim Neck sehr auf einen frühen 60er (nuja lasse mich auch gern überraschen und es ist ein P.A.F. :D -> na ja Träumen darf man ja?!)


Wenn hier im Board bereits mit diesen Bilder mehr sagen kann bin ich für jeden Kommentar dankbar!


Grüße
Sven
 
Ich würde vermutlich die Humbucker in der Gitarre lassen und nur wieder eine Wraparound Brücke verbauen. Da kann ich die Mojoaxe Wraparound empfehlen. Die hat eine optisch dezente Kompensierung, so dass es sehr gut mit der Intonation klappt. Bei Mojoaxe bekommt man auch ein passendes Pickguard, falls es doch wieder P90 werden sollen.

Als Mechaniken würde ich neue Kluson 3-on-a-plate nehmen. Die funktionieren einfach besser als der alte Kram. Wenn Interesse besteht, ich habe hier noch welche mit gut geageten Knöpfen liegen.

Wurde die Gitarre mal nachträglich lackiert? Auf dem Bild kann man den Zustand leider nicht erkennen.
 
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Ich würde vermutlich die Humbucker in der Gitarre lassen und nur wieder eine Wraparound Brücke verbauen.

Mh... Schlecht wäre das bestimmt nicht und würde eine ganz Menge €'s sparen aber der Rückbau war schon vor dem Kauf mein Plan und ist mir eigentlich auch wichtig. Ich meine ich hab schon um die 20 Gitarren mit Humbuckern aber nur 3 mit P90 :tongue:.

Da kann ich die Mojoaxe Wraparound empfehlen. Die hat eine optisch dezente Kompensierung, so dass es sehr gut mit der Intonation klappt. Bei Mojoaxe bekommt man auch ein passendes Pickguard, falls es doch wieder P90 werden sollen.

Sieht wirklich toll aus - haste Recht! Aber 139$... Da kann ich mir vorstellen, dass ich für das Geld mit Glück sogar ein Originales bekomme.
Zum Pickguard werd ich wohl mal ne Anfrage stellen. Deren Replika sieht klasse aus!

Als Mechaniken würde ich neue Kluson 3-on-a-plate nehmen. Die funktionieren einfach besser als der alte Kram. Wenn Interesse besteht, ich habe hier noch welche mit gut geageten Knöpfen liegen.

Bekommst gleich ne PM :great:

Wurde die Gitarre mal nachträglich lackiert? Auf dem Bild kann man den Zustand leider nicht erkennen.

Nein ist der originale Lack. Allerdings ist unter der ABR eine recht große Fläche ausgefräst worden welche dann wieder verschlossen und neu lackiert wurde (sieht man auf dem Bild ganz gut als dunklere Fläche). Ich denke mal um die Löcher der Wraparound zu verschließen. Aber warum man da nicht nur die beiden Löcher verschlossen hat...
 
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Also für frühe Gibson PAT-Pickups sollte schon ein recht ordentlicher Betrag zu erlösen sein. Bis 1964-1965 waren die nahezu unverändert zu den PAF-Spezifikationen. Die haben einen hervorragenden Ruf und sind meines Wissens nach auch recht begehrt. Ohne zu euphorisch zu sein, aber so um die 1.000 EUR plus ist nicht unrealistisch. Wenn dem so sein sollte, muss ich AlexGT recht geben, und durchaus überlegen, ob du sie nicht drinnen lässt.
 
Mal abwarten...

Ich bin zwar kein Experte aber ich bin mir recht sicher, dass mal diese "L" förmigen Werkzeugspuren normalerweise ausschließlich auf P.A.F. und frühen PAT# findet. Hier mal mit zugegeben unschöner Markierung:

%22L%22.JPG
 
Ja das siehst du schon richtig. Daher ja meine Einschätzung. Diese L-förmigen "tool marks" sind bis 1965 auf Gibsons Humbuckern zu finden. Bin gespannt :D
 
Meiner Meinung nach machst Du keine Restauration, wenn Du keine Original-Teile verwendest, sondern nur eine weitere Modifikation.
Für eine richtige Restauration musst Du wohl in den sauren Apfel beißen und in leider sau-teure Original-Teile investieren.

Das günstigste an solch einer Restauration wird wohl das Aufbereiten des Lackes sein.

Ich wünsche Dir für Dein Projekt viel Geduld. Es wäre der falsche Weg, zu pfuschen, nur weil man schnell Resultate sehen will.

Schönen Tag noch

Boisdelac
 
Meiner Meinung nach machst Du keine Restauration, wenn Du keine Original-Teile verwendest, sondern nur eine weitere Modifikation.
Für eine richtige Restauration musst Du wohl in den sauren Apfel beißen und in leider sau-teure Original-Teile investieren.

Das günstigste an solch einer Restauration wird wohl das Aufbereiten des Lackes sein.

Ich wünsche Dir für Dein Projekt viel Geduld. Es wäre der falsche Weg, zu pfuschen, nur weil man schnell Resultate sehen will.

Schönen Tag noch

Boisdelac

Nu ja pfuschen werde ich hier definitiv nicht! Hier wird definitiv nur mit hochwertigsten und vom Material sowie der Optik richtigen Parts gearbeitet.
Was falsch daran sein sollte mit originalgetreuen Replikas zu arbeiten weiß ich auch nicht.

Nehmen wir z.B. mal das Holz und den Lack der zur Wiederherstellung der Pickupfräsungen benötigt wird. Hier wird man logischerweise auch keine "Originalteile" verwenden können. Trotzdem ist hier ja wohl definitiv von Restaurierung zu sprechen.

Und ja die Zeit werden ich mir nehmen. Alle Holz und Lackierarbieten werde ich wie gesagt auch von einem Profi durchführen lassen.

Grüße
Sven
--- Beiträge wurden zusammengefasst ---
Ahaaa.....

Gerade aktualisierte sich die Sendungsverfolgung. Gitarre soll morgen mit DHL ankommen.
Morgen bin ich sowieso im Homeoffice das passt ja wie die Faust auf Auge :D

Spannung steigt!
 
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Bin gespannt. :w00t:
 
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Mit Replica Parts zu arbeiten ist durchaus legitim. Das wird seit Jahren im Oldtimer-Bereich so gemacht. Wer bekommt denn für seinen Porsche 356 noch Originale Kotflügel, welche nicht gerostet sind?

Ich weiss, dass du da alles sehr sorgfältig planst ud danach eine absolut toll restaurierte Gitarre in den Händen hältst.
 
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Ohhhh...

Freunde SIE ist gestrandet! Die Gibson #10 in meiner Sammlung. Seriennummer 010402.
Bilder gibts später. Das Erste was ich gemacht habe war erstmal die Pickups auseinander bauen :D



Bridge:
- Hier originales PAT# Decal vorhanden
- "L" Tool Marks sind vorhanden
- schlichtzschauben
- T-Top Bobbins
- Pickupcover scheint original

Es handelt sich hier um einen eher frühen 1965-1975: T-top, "patent no." Pickup.

thumb_IMG_8581_1024.jpg
thumb_IMG_8582_1024.jpg
thumb_IMG_8583_1024.jpg




Neck:
- Hier kein Decal vorhanden
- "L" Tool Marks vorhanden
- phillips screws
- Maple Spacer
- PAF style bobbins ("circle in a square")
- Pickupcover scheint original
- bobbin lead wires one black and one white

Es handelt sich hier um einen 1962-1965: Early "patent no." Pickup. Soweit ich weiss sind diese Pickups bis auf die Kabelfarbe der Bobbin leads identisch mit den späten PAF.

thumb_IMG_8577_1024.jpg
thumb_IMG_8578_1024.jpg
thumb_IMG_8579_1024.jpg
thumb_IMG_8580_1024.jpg




Auch die Tuner sind nicht uninteressant. Es sind frühe Grover PAT Pend. USA Tuner:

thumb_IMG_8584_1024.jpg


So das wars erstmal. Ich melde mich dann später mit Erfahrungen und Bildern!

Grüße
Sven
 
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Schön erste Bilder zu sehen. da sind wir natürlich auch gespannt, was du zu berichten und zu zeigen hast.
 
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Guten morgen!

Sorry das es gestern nicht mehr geklappt hat mit weiteren Infos. Dafür heute um so ausführlicher.

Gestern morgen ca. 09Uhr klingelt also der Paketdienst. Nach der Annahme erstmal der Schockmoment.
Die Verpackung war aus meiner Sicht einfach ungenügend. Die Gitarre kam in einem Epiphonekarton in dem der Koffer einfach ohne zusätzliche Polsterung nur so vor sich hin wackelte. Ich habe mich kaum geraut diesen zu öffnen, da ich einen Kopfbruch oder ähnliches erwartete.
Aber Glück gehabt immerhin gab es innerhalb des Koffers leichte zusätzliche Polsterung in Form von Luftpolster Folie.
Die Gitarre ist also ohne weitere Schäden angekommen.

Nachdem ich einige Stunden später dann meine Arbeit beendet hatte machte ich mich sofort daran die Neue zu zerlegen. In der Regel mache ich das bei allen Gebraucht Käufen schon vor dem ersten Spielen um ALLES über die Instrumente zu erfahren und diese von Grund auf zu reinigen und auf meine Bedürfnisse anzupassen.

Schon nach dem Abnehmen der ersten Parts war zu sehen wie stark die nun 55 Jahre Alte Dame auf der Vorderseite gefaded ist. Auch zeigt es, dass die Modifikationen schon vor langer langer Zeit vorgenommen wurden, da dass Fadini unter dem STP fast genau so stark ist wie unter dem Pickguard.
In der Realität wirkt das Ganze sogar noch extremer:

thumb_IMG_8595_1024.jpg


Auf diesem Bild sieht man nun nochmals deutlich den großen "Block" Mahagoni der nachträglich unter der derzeit verbauten ABR-1 zu irgendwelchen Reparaturmaßnahmen angebracht wurde. Auch sieht man, dass unter dem STP schon mehrfach Änderungen stattgefunden haben. Unter Andrem war dort wohl mal ein Maestro Tremolo verbaut:

thumb_IMG_8598_1024.jpg


Also weiter. Die "Pickupfräsungen" sehen wirklich fürchterlich aus sind aber kaum in der Länge/Breite vergrößert worden, sondern eher in der Tiefe.
Sollte problemlos wieder auf P90 umgebaut werden können und dürfte bei verbauten Pickups + Pickguard auch komplett unsichtbar sein:

thumb_IMG_8606_1024.jpg
thumb_IMG_8609_1024.jpg


Als nächste habe ich dann mal die Kunstoff Parts gereinigt. Die Pickuprahmen sind wohl keine Gibson. Den Neckrahmen konnte ich als DiMarzio identifizieren und beim Bridge habe ich keine Idee. Alles war dort zu finden ist wäre ein "M" auf der Unterseite.
Das Pickguard war neben den Anpassungen für die Hubmucker außerdem schonmal gebrochen und wurde eher schlecht als recht geklebt.
Auf der Unterseite haben sich wohl Vorbesitzer oder ähnliches verewigt:

Bridge

thumb_IMG_8612_1024.jpg
thumb_IMG_8613_1024.jpg


Neck

thumb_IMG_8618_1024.jpg
thumb_IMG_8620_1024.jpg


Pickguard

thumb_IMG_8622_1024.jpg
thumb_IMG_8621_1024.jpg



Auch die Mechaniken wurden entfernt und einzeln gereinigt. Ich habe natürlich nirgendwo übertrieben und nur gereinigt aber nicht aufpoliert.
Dadurch konnte ich die Kopfplatte nun problemlos säubern. Der Kenner wird es sehen: Die Seriennummer auf der Rückseite ist nicht mehr "original".
Es war früher gängig die Seriennummer nach einer Reparatur durch Gibson neu anbringen zu lassen daher ist diese nun eingepresst:

thumb_IMG_8624_1024.jpg

thumb_IMG_8626_1024.jpg
thumb_IMG_8633_1024.jpg
thumb_IMG_8636_1024.jpg


Auch das schöne gleichmäßig dunkle Rioboard wurde gereinigt. Die Bünde sind nicht mehr original und zumindest an den Bindenden teile nicht 100% verarbeitet:

thumb_IMG_8631_1024.jpg
thumb_IMG_8629_1024.jpg


So nun wurde erstmal alles wieder zusammen gebaut. Hier noch ohne Saiten:

thumb_IMG_8643_1024.jpg

thumb_IMG_8645_1024.jpg



Und jetzt mit:

thumb_IMG_8654_1024.jpg
thumb_IMG_8655_1024.jpg

thumb_IMG_8666_1024.jpg


Dann war ich erst neu kleine Runde spielen <- dazu aber später mehr.
Ich hab allerdings recht fix wieder aufgehört, da mich die 2 zerstörten Potiknobs genervt haben :rolleyes:. Nun ja hatte aber auch bis zu dem Zeitpunkt noch nichts gemacht, da ich diese einfach nicht abbekommen habe. Ich habe noch NIE so festsitzende Potisknobs erlebt. Also habe ich eine geschlagene Stunde Lang ALLES probiert was mir eingefallen ist. Mit nem Tropfen Öl, mit Tuch drunter verwickeln etc., mit dem Händen...
Alles nichts gebracht. Die "Löffelmethode" war hier einfach nicht möglich, da die beiden Knobs so tief waren, dass die sich kaum drehen ließen und man absolut mit nicht außer nem dünnen Tuch unter die Kobs gekommen ist.
Am Ende habe ich es dann doch geschafft. Ich habe ohne Witz zwei Polittücher zerrissen bis die Jobs dann endlich ca. 1mm hoch gekommen sind und ich vorsichtig mit der Löffelmethode zum Ziel gelangt bin.

Erfreulicherweise waren die Abgebrochen Teile der Potts vollständig im Koffer, so dass ich die Knobs kleben konnte:

Foto 24.07.15, 17 21 16.jpg

Foto 24.07.15, 17 05 43.jpg
Foto 24.07.15, 17 19 33.jpg

Foto 24.07.15, 17 20 05.jpg



Hier nochmal Bilder mit den reparierten Knobs:

Foto 24.07.15, 17 25 08.jpg
Foto 24.07.15, 17 25 33.jpg

Foto 24.07.15, 17 26 10 (1).jpg



So danke euch fürs Lesen. Weiteres zu Klang weitere Planung etc. folgt ein Kürze!
 
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