Rückkopplungen Gesangsmikrofon

  • Ersteller landauer
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ich denke auch dass der Mythos vom OM7 daher kommt, dass man es quasi fressen muss, damit da was raus komm. Und wenn du wirklich schon fast an der Membran klebst, dann hast du ein besseres Verhältnis Nutzsignal zu Bleed. Bei den "edleren" Teilen a.k.a Condenser Mikrofonen bleibt man gerne mal ein paar Zentimeter mehr weg vom Mikro und dadurch wird dieses Verhältnis schlechter. Würde man z.B ein e965 auch gleich "fressen" wie das OM7, dann sähe meiner Meinung nach die Welt auch ähnlich aus.
Eine schlechte Kombination ist halt trotzdem wenn eine leise Stimme bei hohem Umgebungs-Lärm (ich wähle jetzt bewusst das Wort Lärm) noch dazu einen etwas größeren Abstand zum Mikro wählt. Da müssen mindestens ein, zwei Dinge daran geändert werden. Was bleibt den Akteuren überlassen. Nur mit Technik alleine und einem anderen Mikro wird sich da keine signifikante Änderung einstellen.
Alternativ kann man halt auch akzeptieren, dass es ist wie es ist und keiner die Stimme hört. Auch eine Variante.

Und noch etwas, falls das nicht schon erwähnt wurde. Wenn das Verhältnis Nutzsignal zu Bleed zu Ungunsten des Nutzsignals ausfällt, dann hilft es auch wenig, wenn man den Monitor lauter macht. denn der überträgt dann eben noch mehr von dem eingefangenen Bleed, z.B wird das Drumset noch lauter auf der Bühne. Selbiges passiert auch mit der PA
 
Das OM7 kenne ich nicht, da es für Lautstärkeverhältnisse konzipiert ist, die ich ablehne.

Aber noch ein Beispiel. Jemand hat versucht, einen Kinderchor mit SM58 abzunehmen - Mikrofone ca 1/2m bis 1m vor dem Chor.
Das hat fast gepfiffen und trotzdem hat man vom Chor fast nichts gehört. Der Techniker meinte, das würde ihn wundern, weil die SM58 doch so rückkopplungsunempfindlich seien.
Nun ja, wenn man auf die Entfernung abnimmt, verliert das SM58 seine Vorteile, da es auf Nahbesprechung gezüchtet ist.
Da bekommt man mit Kleinmembran - Kondensatormikrofonen ein wesentlich besseres Ergebnis.

Anderes Beispiel: Greatful Dead mit der Wall of Sound und 2 übereinander montierten gegenpahsig beschalteten Mikrofonen. Da gibt es auch nur Signal, wenn man nur 1 Mikro besingt, alles andere von weiter weg löscht sich aus. Auch hier wird eine Bevorzugung des Nahbereichs betrieben (und auch wieder durch gegenphasige Auslöschung).
 
Da bekommt man mit Kleinmembran - Kondensatormikrofonen ein wesentlich besseres Ergebnis.
das hat aber nichts mit dem Mikro-Typ zu tun. Und wenn du ein, hmm... "günstigeres", Kleinmembran-Mikro verwendest, das ein ziemlich wildes Polarpattern aufweist, also eben die Niere/Superniere nicht möglichst exakt über das ganze Frequenzspektrum einhält, dann funktioniert das genauso wenig wie das SM58, dessen Polarpattern auch nicht makellos ist.
Deshalb verwenden ja die Klassiker gerne Schoeps, DPA und Co. weil die halt auch in dieser Disziplin nahezu makellos sind.

Das Beispiel mit Greatful Dead ist ja auch so eine Sache. Die haben da ja wild rum experimentiert und sooo einfach war das mit den beiden Mikros auch nicht zumal damit ja auch kein Chor abgenommen werden konnte. Da hörte man dann ja noch weniger vom Chor :biggrinB: Und das machten die ja auch weil deren PA für das Stadion hinter ihnen Stand und die mit den beiden Mikros den Bleed von hinten los werden wollten (PA und Drumset usw)
 
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Nein, das Greateful Dead Beispiel ging ja gerade um die Nahbesprechung.
 
Den Nahbesprechungseffekt und die Richtcharakteristik (die ja maßgeblich zusammenhängen) auszuklammern ist nicht ganz korrekt. Denn zumindest im „Niedrig-frequenten“ Bereich ist es in der Tat so, dass ein Mikrofon mit zunehmender Achtercharakteristik den „nahen“ Schallquellen gegenüber stärker reagiert.
Man könnte also behaupten, dass eine Quelle, die weiter von diesem Mikrofon entfernt ist (im Bass-/ Tiefmittenbereich) exponentiell leiser wird.

Das ist korrekt, deshalb mein Hinweis das ich an der Stelle vereinfache. Aber ist halt eben ein akustischer frequenzselektiver Effekt der sich zur nominellen Empfindlichkeit addiert. Ich habe noch kein Mikrofon gesehen bei dem die Empfindlichkeit (das Übersetzungsverhältnis akustischem zu elektrischem Ausgangspegel) in Abhängigkeit von Einfallswinkel und Abstand definiert ist und wäre wohl auch nicht korrekt da der Druckgradientenempfängeranteil ja nicht unterscheiden kann durch welche akustische "Vorbehandlung" nun der Druckunterschied X vorne/hinten zustande kommt.

Aber ja. Letztlich ist es ein ähnliches Thema wie die nominelle Impedanz eines Lautsprechers. Auch hier wird vereinfacht um es praktikabel zu halten.

Mir war wichtig herauszuarbeiten (sofern ich nicht was übersehen habe, das wollte ich durchaus hinterfragen), das Empfindlichkeit in dem Sinne nicht vom Abstand abhängt. Ja, der Nahbesprechungseffekt hat noch mal je nach Mikrofondesign einen Einfluß, aber das gilt eben für alle Mikros deren Charakteristik keine reine Kugel (Druckempfänger) ist und ist keine Eigenschaft eines bestimmten Mikrofons. Oder anders gesagt: Die nominelle Empfindlichkeit ändert nichts an meinem SNR - die Richtcharakteristik und ausprägung des Nahbesprechungseffekt jedoch sehr wohl.
 
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Ich mische die meiste Zeit sehr laute Shows, auf kleinen und größeren Bühnen.
Hinweis Nr. 1: das lauteste Signal am Mikrofon gewinnt. Die Richtwirkung am Mikrofon bestimmt, in welcher Richtung es besser oder schlechter hört.
SM58 funktioniert gut, so lange das Singen davor laut genug ist im Verhältnis zur Bühnenlautstärke. Wenn nicht, dann nicht.
Hinweise Nr. 2: die Richtwirkung des Mikrofons funktioniert dann, wenn das Ding so steht/gehalten wird, daß die taube Seite in Richtung dahin steht, wo der meiste Bühnenlärm herkommt.
Ferndiagnose zum Thema Feedback überlasse ich Hellsehern, weil vielerlei Faktoren im Spiel sind und Leute, die mit Feedback Probleme haben, diese Probleme haben, weil sie nicht nachvollziehen können, warum die Physik NEIN sagt.

Holt euch wen vor Ort, der sich auskennt. Das ist eine Frage, die nicht wirklich so einfach von fremden Leuten, die nicht da sind beantwortet werden kann. Ich drücke euch die Daumen, das wird schon.
 

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