Saiten anschlagen bei Akkorden ... was ist nun richtig?

von emilmaier2, 15.08.10.

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  1. emilmaier2

    emilmaier2 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.08.10   #1
    :confused:

    Jo, im einen Buch wird ein C-Akkord so beschrieben, dass alle Saiten angeschlagen werden sollen, im anderen Soll die E-Saite weg gelassen werden. Das eine sagt D-Akkord nur die E-Saite weglassen, das andere E- und A-Saite weglassen. So geht das bei diversen Büchern so. Warum ist das so und was steckt dahinter?


    Cu
    Emil
     
  2. Kompetenzbestie

    Kompetenzbestie Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 16.08.10   #2
    Hi Emil,
    eigentlich ist bei Akkorden der tiefste Ton der Grundton => z.B. beim C-Dur ohne tiefe E-Saite.
    Man kann allerdings auch die tiefe E-Saite mitspilen, was man dann Akkordumkehrung nennt.

    Viele Grüße
    Matze
     
  3. Supra

    Supra Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 16.08.10   #3
    Soweit ich es weis liegt das, vereinfacht ausgedrückt, einfach daran, weil du z.B. beim C-Dur das E sowieso schon mit drin hast (leere hohe e-Saite), deshalb kann man auch das tiefe e noch mitnehmen ohne dass es disharmonisch klingt. Selbes beim D-Dur, der Ton A ist bereits mit drin (G2), also kannst das zusätzliche A noch mitnehmen. Du spielst also trotzdem nur Töne die im jeweiligen Akkord enthalten sind, es bleibt deshalb trotzdem der selbe Akkord.
    Die tiefe E-Saite darf beim D-Dur zum Beispiel (im Gegensatz zur A-Saite) nicht mitklingen, weil der Ton E kein Bestandteil des Akkordes ist.
     
  4. crushiii

    crushiii Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 16.08.10   #4
    Ich würde dich einfach mal hier lesen lassen :)
    Leicht verständlich und bringt dich in der Beziehung ein wenig weiter:
    Dreiklangsumkehrungen
     
  5. emilmaier2

    emilmaier2 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 16.08.10   #5
    Hallo!

    Vielen Dank für die Aufklärung!


    Cu
    Emil
     
  6. KlausG

    KlausG Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 16.08.10   #6
    Hallo Emil,

    richtig ist. C-Dur o. E-Saite, D-Dur ohne E- und A-Saite. Wenn die E-Saite beim C-Dur mitgespielt werden soll, wird es als Slash Akkord notiert. In diesem Falle C/E, d.h. C-Dur-Akkord mit E-Saite im Bass, bzw. D/A, D-Dur-Akkord mit A-Saite im Bass.

    Auch wenn die Tiefe E-Saite zum C-Dur Akkord dazugehört, klingt es schlicht und einfach (in den meisten Fällen) nicht gut, kann aber auch wiederum dann als Stilmittel eingesetzt werden. Beim D-Dur dito.

    Grüsse
    Klaus
     
  7. Scruffy82

    Scruffy82 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.08.10   #7
    Ich denk auch mal das es wohl auch daran liegen wird das die meisten solcher Bücher sich doch eher an Anfänger richten, denen will man es halt so leicht wie möglich machen und je weniger saiten du abdämpfen musst desto einfacher wirds beim schrammeln ;-)
     
  8. mikkiseven

    mikkiseven Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.08.10   #8
    Ich finde, solange es sich gut anhört spielt das keine so grosse Rolle....
     
  9. emilmaier2

    emilmaier2 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.08.10   #9
    Hallo!

    Also ich finde, dass sich die Akkorde ohne Zusatzsaiten besser anhören ... werd die jetzt einfach ohne lernen :D

    Cu
    Emil
     
  10. Gast 64587

    Gast 64587 Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 21.08.10   #10
    Also, eigentlich geht bei den gennanten Akkorden alles. Sprich, man kann die (tieferen) leeren Saiten mitspielen oder es eben sein lassen, da entscheidet einzig und alleine der persönliche Geschmack bzw. das Klangbild. Besonders bei verzerrten Sounds ist's halt oft nicht so klasse, andere Töne als den Grundton (bzw. manchmal auch die Quinte) in tieferen Lagen mitzuspielen.
    Mit Umkehrungen hat das im Übrigen an sich nicht so viel zu tun, denn so ein Standard C-Dur in "open position" lautet ja: (E) - C - E - G - C - E. Eigentlich sind darin sämtliche Umkehrungen enthalten. Wenn man jetzt wirklich ein E im Bass haben möchte, dann wird das eher als C/E beschrieben (Zeh mit Eh im Bass), nicht als 1. Umkehrung von C-Dur.

    Noch eine weitere Anmerkung: In der Musikliteratur gibt es so etwas wie "low interval limits" zu finden. Diese "Regeln" besagen, dass gewisse Intervalle eine gewisse Frequenz nicht unterschreiten sollten, um noch klar und deutlich zu klingen. Kann man auch relativ einfach testen. Eine große Sekunde zwischen, sagen wir, einem A und einem H klingt zwischen A (G-Saite 2. Bund) und H (leere Saite) ziemlich ok. spielt man das ganze eine Oktave tiefer, wird's eher matschig. Erneut verschärfen verzerrte Sounds das Problem.

    Naja, und der Kram gilt eben auch für Akkorde, bzw. da in erweiterter Form. Da funktionieren gewisse Akkordtöne bei unterschreiten einer gewissen Frequenz schlicht und ergreifend nicht mehr, bzw. ergibt sich bisweilen sogar ein ganz anderer Akkord. Etwas unkritischer sind die Dreiklangstöne, Quinten und Terzen können ganz gerne mal im Bass liegen, aber ab der Septime wird das in den seltensten Fällen was.
    Ein kleines Beispiel: Wir spielen ein schnödes Standard A-Dur (A - E - A - C#, auf A. D, G und H Saiten). Jetzt machen wir daraus ein A add9, indem aus dem A auf der G-Saite ein H wird. Klingt prima. Versuchen wir den Kram jetzt mit der leeren A-Saite (sodass der Akkord dann H-E-A-C# lauten würde), klingt's gar nicht mehr nach A sondern nach einem H Akkord (in dem Fall H7/9sus4, gerne auch als A/H geschrieben).

    Ist also alles eine Mischung aus persönlichem Geschmack, gewissen musikalischen (streckenweise auch akustischen) Gesetzmäßigkeiten und benutztem Sound.

    - Sascha
     
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