Fake oder Original-Gitarre? Fragwürdige Angebote in Netz

Es gibt so einen (Immobilien-)Verkäufertrick, da stellt man Sache für völlig überteuert ein. Dann rufen Leute an und beschweren sich über den völlig illusorischen Preis. Die bekommen dann die Sache für die Hälfte angeboten, was eigentlich immernoch überteuert ist. Oder sie werden gefragt, was sie denn bereit wären zu zahlen. Derjenige, der es trotzdem kauft freut sich über seinen Verhandlungserfolg.

Hier könnte der Verkäufer nach zähen Verhandlungen sogar auf 1/10 runtergehen, was immernoch völlig überteuert ist, und der Käufer freut sich über ein Schnäppchen.

Wer weiß, jeden Tag steht ein Dummer auf, oder auch mehrere.
 
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Allerdings finde ich im Text keine "Nachbesserung" und auch das Wort "Mitarbeiter" finde ich nicht - hat der Anbieter den Text wieder zurück geändert?
Das war nur sinngemäß, wörtlich: "Man hat in den 60ern in der Produktion eine kirschfarben lackiert und für sich genommen." Den, der das "für sich" gemacht hat, habe ich jetzt mal frech als Mitarbeiter interpretiert, für was anderes fehlte mir die Fantasie. Obwohl - Einbrecher im Werk finden nichts passendes, lackieren sich nachts schnell selber eine Gitarre in einer Custom Color, um sie zu stehlen; ginge natürlich auch...:D

Genau mein Humor:
Oh wow, das alte Angebot samt "Jargonsprache" ist ja noch besser (und noch dreister)! Ganz neu war mir auch ein "mega Decay", da spielt wohl jemand eher Synthi.

Damals also sogar eine 1958er, inzwischen ist sie dann doch ein paar Jahre jünger geworden und "nur noch" so teuer wie eine S-Klasse statt wie eine Eigentumswohnung. Damals war auch nicht der Hals, sondern der "Rückteil" des Korpus (!) aus Palisander, auch mal ne nette Variante. Dass das Format der Seriennummer zu einer 58er erst recht nicht passt: geschenkt.

Seine Antwort auf meine Anfrage zu den vielen überhaupt nicht in die Zeit passenden oder schlicht falschen Specs war übrigens auch köstlich: Das solle wohl ein Witz sein, man sehe doch schließlich, wie alt das Holz sei... :patpat: Nach den mehr als deutlichen Hinweisen kann er sich auch nicht mehr darauf hinausreden, dass er selber beim Ankauf betrogen worden sei und das alles echt geglaubt habe. Ich hoffe bloß, dem Kerl geht keiner auf den Leim, ebay lässt sich da ja wohl Zeit.

Ich überlege mir inzwischen ernsthaft, das auch an die Polizei zu geben. Bei der Summe ist das ja nun wirklich keine Bagatelle mehr, und eigentlich auch nicht mehr lustig.

Gruß, bagotrix
 
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BTW
Die Gitarre wird mit einer Abdeckungssumme von 300.000.- € versichert verschickt"
Wenn das Paket verlorengeht bekommt man wahrscheinlich trotzdem nur maximal 1000 €, denn es wird bestenfalls "bis" 300.000 € versichert sein, bei Verlust wird trotzdem nur der tatsächliche Wert gezahlt.
 
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Die Caps können auch nicht so ganz original sein, oder? Laut Wikipedia hat sich Seibu Shin-Ei Inc. im December 1990 in Rubycon Corporation umbenannt.

Die 100.000€ sind übrigens ein echter Schnappo! Jedenfalls mit vorherigen Preisvorstellungen
aber da passt ja grundsätzlich bei dem etwas nicht. so dumm kann man ja ned sein, dass man so eine aktion schiebt. wenn ich das deutsche recht ein wenig google, ist es ab 50.000 eur schaden ein schwerer betrugsfall und der täter bekommt mal fix 6 monate. ... da inserier ich doch ned um 300.000 eur eine 3000 eur gitarre....
Beitrag automatisch zusammengefügt:

BTW

Wenn das Paket verlorengeht bekommt man wahrscheinlich trotzdem nur maximal 1000 €, denn es wird bestenfalls "bis" 300.000 € versichert sein, bei Verlust wird trotzdem nur der tatsächliche Wert gezahlt.
ich bezweifle das irgendein postdienstleister hier solche abdeckungen anbietet...
 
Zuletzt bearbeitet:
Ist vlt. sogar eine aus dem Antiquitätenbereich bekannte Masche, die mir ein befreundeter Fachanwalt für Strafrecht erzählte: Wenn A dem B für Dinge, die nicht genannt werden sollen, eine große Summe Geld übermitteln will, stellt B irgendeine absurde Antiquität zu einem völlig überteuerten Preis ein (reeller Preis plus das, was übertragen werden soll) und A zahlt den dann anstandslos. Der Empfänger B kann dann sauberes Geld nachweisen. Da Antiquitäten keinen objektiven Wert haben ist das schwer zu durchschauen.
Muss man hier aber nicht unterstellen, sonst wäre die Gitarre schon verkauft.
 
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Ich verstehe die Aufregung nicht. Wer unter uns wird sich für eine sechsstellige Summe (Euro!) eine Gitarre kaufen, die so bescheiden angepriesen wird? Auch die Gefahr, dass ein Millionär auf so ein plumpes Angebot hereinfallen könnte, weil er sich vorher nicht informiert hat, halte ich für sehr gering. Und sollte das doch geschehen, wäre ihm ohnehin nicht zu helfen und mein Mitleid hielte sich in Grenzen.
Es ist doch ein bekanntes Mittel, mit völlig überzogenen Preisen auf sich aufmerksam zu machen. Ich finde, der Anbieter hat jetzt genug unverdiente Aufmerksamkeit bekommen. :nix:
 
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Genau.

Außerdem finde ich es beschämend dass niemand hier positiv erwähnt hat dass für das vorinstallierte "topwrapping" keinerlei Aufpreis erhoben wurde.

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Ich verstehe die Aufregung nicht.
Und ich habe mich nicht aufgeregt, wie auch eigentlich keiner hier. Es ist doch legitim, dass man herausfinden möchte, was das tatsächlich für eine Gitarre ist. Wenn Dich das nicht interessiert, brauchst Du ja ganz einfach nicht mitlesen. Du bestimmst doch, was Du liest; dann lass es halt einfach; das gilt auch für alle, die sich Deiner Meinung per Like angeschlossen haben. Dass aber Du bestimmst, was uns interessiert und worüber wir uns unterhalten (wollen), halte ich für nicht angebracht. THX.
 
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So, der Gibson-Service hat sich auf meine Anfrage gemeldet und Folgendes mitgeteilt:

"Diese Seriennummern im in ovaler Form bearbeiteten Holz haben wir durch die Jahre schon öfter gesehen. Soweit ich weiss waren alle dazugehörigen Gitarren in Deutschland. Diese Seriennummern sind nicht original von Gibson ,sondern wurden aus uns unbekanntem Grund im Nachhinein verändert. Wir haben keine weiteren Angaben oder Einzelheiten hierzu und auch keinen Zeitraum in dem dies passiert ist.

Sobald eine Gitarre einmal modifiziert wurde, ist es sehr schwierig, etwas Sicheres darüber abzugeben. 57 Classic pickups existieren seit etwa 1992."

Ich finde es sehr angenehm, dass bei Gibson so freundlich und qualifiziert geholfen wird. :prost: (y)

Danke auch allen hier im Thread, die sich konstruktiv mit ihrem Wissen beteiligt haben.
@bagotrix : Die Meldung an ebay hat ja zu nichts geführt, was auch meine Erfahrungen sind. Da wird auf Meldungen erst mal eine KI losgelassen und wenn es hoch kommt, kriegt auf die Beschwerde hin jemand den Fall, der absolut keine Ahnung von der Materie hat. Ich hab's inzwischen aufgegeben, bei ebay etwas "korrigieren" zu wollen, und kümmere mich nur noch um mich.
 
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was ist denn der tatsächliche wert? das, was auf der Verkaufsrechnung / Quittung / Überweisungsbeleg steht?
Wenn es solche Dokumente gibt, ist das rechtlich der erste Ansatz. Es kommt aber darauf an, was wie versichert ist: welcher Gegenstand, Neuwert, Wiederbeschaffungswert? Es gibt keinen theoretischen festgesetzten "Marktwert" (außer man definiert ihn als Wiederbeschaffungswert).

Autos (Neuwägen) werden z.B. zum Neuwert versichert; oft wird über die Jahre eine Anpassung in Richtung Wiederbeschaffungswert vorgenommen. Schmuck wird auch häufig zum Neuwert versichert. Haushaltswaren und auch Musikinstrumente werden regelmäßig zum Wiederbeschaffungswert versichert, was halt eines Gutachtens bedarf und wobei vom Versicherer oft versucht wird, den Wert zu drücken: Stichwort "Abnutzung". Der Versicherungsnehmer ist in der Pflicht, einen anderen als den vom Versicherer angebotenen Wert zu belegen.

Ganz "ätzendes" Gebiet, auf dem viele Fehler gemacht werden und sich falsche Meinungen dauerhaft halten.
 
was ist denn der tatsächliche wert? das, was auf der Verkaufsrechnung / Quittung / Überweisungsbeleg steht?
Hier dürfte es der Wiederbeschaffungswert sein, also die Geldsumme, die notwendig ist, um zum aktuellen Zeitpunkt einen gleichwertigen Gegenstand zu ersetzen, der verloren gegangen oder beschädigt ist.
Wenn es solche Dokumente gibt, ist das rechtlich der erste Ansatz. Es kommt aber darauf an, was wie versichert ist: welcher Gegenstand, Neuwert, Wiederbeschaffungswert?
Es kommt darauf an welche Versicherung greift. Haftpflicht zahlt in der Regel nur den tatsächlichen Schaden, also den Wiederbeschaffungswert (oder die Reparatur). Die eigene Hausratversicherung deckt meißt den Neupreis.
Es gibt keinen theoretischen festgesetzten "Marktwert" (außer man definiert ihn als Wiederbeschaffungswert).
So etwas gibt es bei KFZ mit der sogenannten Schwackeliste als ersten Anhaltspunkt, bei Gitarren oder Antiquitäten würde den Wert ein Sachverständiger bestimmen, bei KFZ im Streitfall aber auch noch einmal.
Autos (Neuwägen) werden z.B. zum Neuwert versichert; oft wird über die Jahre eine Anpassung in Richtung Wiederbeschaffungswert vorgenommen.
Kommt darauf an welche Versicherung du meinst. Die Hapftpflicht eines Unfallgegners zahlt nur ganz ausnahmsweise den Neuwert, z.B. wenn du den Wagen gerade vom Verkäufer abgeholt hast. Eine eigene Zusatzversicherung (z.B. bei Oldtimern) könnte man aber abschließen. Grundsätzlich kann man alles zu jedem erdenklichen Preis versichern, ist nur eine Frage der Kosten.
Schmuck wird auch häufig zum Neuwert versichert.
Wenn es Goldschmuck ist, dann kann der Widerbeschaffungswert deutlich über dem (damaligen) Neuwert sein. Da müsste man, falls du die Hausratversicherung meinst, in den jeweiligen Geschäftsbedingungen schauen. Bei Haftpflicht ist es der Wiederbeschaffungswert.
Ganz "ätzendes" Gebiet, auf dem viele Fehler gemacht werden und sich falsche Meinungen dauerhaft halten.
In der Tat ;-)
 
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