Sauberes Spielen und ätzende Deprimierung

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Plainshift

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Hallo Leute!
Zjm ersten Mal hab ich vor 3 jahren (da war ich 16) eine Gitarre in die Hand genommen, und mir innerhalb von 6 Monaten den Stoff von 2,5 Jahren erarbeitet, laut Aussagen einiger Gitarrenlehrer.
Dann, aus Zeit-/Motivationsmangel, spielte ich weniger fanatisch, doch immerhin ab und zu, manchmal in einer Jazzkombo etc.

Akkorde sind kein Thema, mittelschnelles Pentatonikgedudel (manche nennen es "nette Melodie", ich nicht) auch nicht...
Aber bis auf Fingerpicking/die meisten Akkorde kriege ich irgendwie keine 100%ig sauberen Sachen hin.

Den Malmsteen-Lick spiele ich so bei 100 bpM. Wirklich sauber, also ohne EINEN Fehler oder halb-klingenden Ton habe ich aber selbst bei 40 bpM Probleme! Immerzu greift ein Finger daneben, da ich auf Grund kleiner Hände auch viel ´zu strecken bzw. zu "springen" habe.

Ich erinnere mich noch daran, dass ich nach 6 Monaten innerhalb weniger Tage tears in Heaven locker spielen konnte, obwohl es angeblich zu den anspruchsvolleren Fingerpicking-Sachen zählte.
Und jetzt diese Misere...
Gestern habe ich jeden Part vom Malmsteen-Lick, also je 8 Töne der 8 Lagen, jeweils 50x hintereinander gespielt, mit kleinen Pausen.
Also jeweils 400 Töne. Auf etwa 60 bpM. Hat um die 40 Minuten gedauert, und danach war das Griffbrett butterweich zu greifen. :)

Aber heute läuft wieder nichts (sauber)...
Ich weiß gar nicht, womit ich mir Motivation schaffen soll.
Vielleicht einen Lehrer, da ich bisher keinen hatte?
Aber andererseits werde ich so oder so Übungen machen müssen, ob mit Lehrer oder ohne. Der Gitarrenlehrer in der Jazzkombo meinte auch, ich hätte im Prinzip eine gute Technik und Improvisationstalent wohl auch -
also nichts mit verkehrtem Greifen/Picken o.ä.

Hat jemand ähnliches erlebt? Kann mir wohl jemand helfen? Was sollte ich jetzt unternehmen?
Ich spiele als Linkshänder auf einer Rechtshändergitarre, dabei ist nach einst 4 Jahren Klavier meine rechte hand DEUTLICH schneller als die linke, und das trotz all der Bewegungen, die die linke im Gitarrespiel vollführen muss.
(Ich merke es etwa beim Klopfen im Takt mit zwei Fingern abwechselnd, meine rechte schafft problemlos 16tel auf 160 bpm+ und auch Triolen sind kein Thema, meine linke kommt immer aus dem Takt etc.)

Zwischenzeitlich hatte ich überlegt, auf Schlagzeug zu wechseln, da ich mit den Handflächen auf Trommeln rumballerte und dabei beliebig lang mit 16teln auf 160 bleibe und kurze Passagen selbst auf 208 schaffe. Naja... Mit Sticks würde ich da wohl kaum rankommen... :rolleyes:


Tjo, ich wär euch wirklich für Tipps aller Art sehr dankbar!
Damit die Gitarre nicht bloß zum Begleitinstrument für meinen Gesang verkommt.

Thx im Voraus!:D
 
Zakk_Wylde

Zakk_Wylde

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die einzige Erklärung die ich hab is die, dass du falsch geübt haben könntest.
Wenn du sagst, dass du selbst im Zeitlupentempo Fehler machst, könnt ich mir das nur so erklären, dass du ständig viel zu schnell und daher unsauber geübt hast, und sich deswegen eine schlechte Technik entwickelt hat. Könnte da was dran sein?
 
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Geht mir manchmal auch so, gibt Tage an denen ich glaube ich sei ein kommender Gitarrengott, an anderen denke ich ans aufhören. Ich hab in letzter Zeit auch kaum Kontinuität in der Übung wegen Abitur (nachher solls besser werden :D )

Ich kann dir da mangels Erfahrung nicht viel helfen.
Aber vielleicht kannst du es ja selbst herausfinden, wo dein Problem liegt.
Zu welcher Tageszeit spielst du. Wenn ich Mittags oder Nachmittags spiele geht es meistens daneben. Konzentration ist wichtig und wenn es manchmal doch klappt, dann kann es eigentlich nur daran liegen. Wie oft und wie lange übst du? Es ist besser jeden tag eine halbe Stunde zu üben als ein mal die Woche fünf Stunden. Wie warm sind deine Hände? Ich hab chronisch kalte Hände, die auch nach einer halben Stunde Fingerübungen kaum wärmer werden. Joe Satriani macht sich Hände und Unterarme vorm Spiel mit warmen Wasser warm hab ich mal gelesen.
Ansonsten auch mal außergewöhliche Fingerübungen.
1 - 3 - 5 auf jeder Saite oder die hier:

--------------------------------------------------------3-4-1-2-
----------------------------------------------2-3-4-1-----------
-----------------------------------1-2-3-4----------------------
-------------------------4-1-2-3-------------------------------
-------------3-4-1-2-------------------------------------------
-2-3-4-1-------------------------------------------------------

Hoffe, dass ich dir wenigstens ein bisschen helfen konnte, auch wenn das Sáchen sind, die du möglicherweise schon kennst :D
 
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Plainshift

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Erstmal thx für die Antworten! :great:

Hmm... Die Sache ist ja, dass ich beim Improvisieren auf der Pentatonik praktisch NIE Fehler mache, oder sehr selten wenigstens.
Gut, dass Tempo erreicht auch höchstens mal 16tel bei 100, also nicht gerade Speed, aber dafür schön sauber.

Es liegt... ja, woran liegt das wohl? Bei dieser Malmsteen-übung gibt´s Probleme bei der Stelle mit 3-7-5-3 auf der saite, weil die linke Hand da hin- und herspringen muss. Und bei 5-8-7-5 gibt es Probs, weil Ring- und kleiner Finger nacheinander gespielt werden, die sind wohl nicht so trainiert. :rolleyes:

Was auch komisch ist, bei den verschiedenen Übungen von Petrucci, z.B. bei der 1-2-3-4-Übung bin ich wesentlich schneller rückwärts, wenn ich also mit dem kleinen Finger anfange, obwohl es bei den meisten andersherum ist???

Ne, schon seltsam das Ganze. Gerade bei den kleineren Auftritten der Jazzkombo im Rahmen eines Jazzworkshops waren laut Lehrer (ich selbst sehe sie als primitiv an, naja) die Soli eigentlich ziemlich schön sauber und interessant (auch wenn eben Speed fehlte - aber das muss ja bei Jazz/Funk nicht sooooo wichtig sein).

Tja, das Aufwärmen der Hände und Unterarme könnte vielleicht wirklich helfen! Werd´s mal ausprobieren!


P.S. Naja, zu schnell habe ich eigentlich selten geübt, da ich nie wirklich schnell wurde, und es daher eigentlich ganz gelassen hatte! Also schon seltsam... :eek:

P.P.S. Das erste halbe jahr habe ich 7 mal die Woche 5 Stunden aufwärts geübt - vielleicht daher auch der Erfolg damals? Heute sind es vielleicht 30 Minuten pro Tag, manchmal mehr, aber ich versuche dennoch, immer mehr täglich zu spielen.

P.P.P.S. Zudem habe ich seit einem Jahr kein einziges Gitarrenstück wirklich gelernt - vielleicht kommt dann die Motivation, wenn ich einen ganzen Song mal lerne?
 
KlausP

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Bei dieser Malmsteen-übung gibt´s Probleme bei der Stelle mit 3-7-5-3 auf der saite, weil die linke Hand da hin- und herspringen muss.

Darf eigentlich nicht sein. So ein Intervall sollte man greifen können auch wenn man keine großen Hände hat. Mach mal Dehnübungen für die linke Hand.
 
Imperial

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Hi,

ich würde dir empfehlen viel musik rauszuhören (mit deinem Jazzbackground dürfte das ja kein Problem sein) und auch zu Musik zu improvisieren.

Ich improvisiere eigentlich locker 1 Stunde täglich zu irgendwelcher mukke.
Versuch mal "check it out" von Vinnie Moore. Ist relativ leicht rauszuhören und zu spielen. Übe die rausgehörten Passagen erstmal langsam wenns vom speed her noch nicht klappt.

Ich kanns immer wieder nur betonen

SCHNELLER WIRD MAN WENN MAN LANGSAM ÜBT!

Aber wer will heut noch schnellspielen ;)
ich selbst kann in 16tel auf tempo 200 (an nem guten Tag auch 210)
relativ frei improvisieren und kann dir sagen das die Mädels da garnit drauf stehen :D
 
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Plainshift

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@KlausP: An und für sich komme ich mit meine Händen etwa von Bund 5 bis 10, sicher bis 9. Allerdings "liegt" der Finger dann total flach auf der saite, statt "aufrecht" über der Saite zu schweben. Darf das so sein?
Deswegen springe ich auch immer (sind immer ein üaar mm) leicht hin und her, damit die Finger nicht wie ein toter Mann so am Griff kleben, sondern quasi auf ihm stehen. :confused:

@Imperial:
Ja, langsam üben tue ich ja... (Fange so in Achteln bei Tempo 40 an). Aber mir stellt sich eben immer die Frage: Wie oft soll ich jetzt Übung A fehlerlos spielen könne, bevor ich das Tempo , sagen wir, um 3 bpm erhöhe? 3x? 5x? 50x? ;)
Das ist halt schwierig... ich denke, ich werde einfach mal ein paar Standardstücke lernen (die Rhythm-Gitarren ohne Soli erstmal), etwa für The Trooper, Nothing Else Matters etc.
 
Arvir

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Imho sollte man ne Passage ( ne normale, kein Fingebrechersolo) 8-10 mal sauber ohne Unterbechung spielen können bevor man das Tempo erhöht.
 
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Plainshift

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@Arvir:
Hmm... irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich mit diesen Methoden nie auch nur 90 saubere bpm bei der Malmsteen-Übung hinkriegen werde!
10x hintereinander ohne Unterbrechung? Das wären ja schon alleine ca. 4-5 Minuten Spiel. Ich weiß nicht, es kommt mir im Moment so vor, als wäre ich wirklich wieder gaaaaaaaaanz am Anfang.
By the way: Als was zählt ihr FEHLER? Falsche Töne, unabsichtlich durch falsches Greifen abgedämpfte Töne?

Für mich ist ein Fehler jeder Ton, der nicht 100%ig richtig gegriffen und gepickt wurde und vollständig erklingt, außerdem ist es nur dann KEIN Fehler, wenn er gerade nach Metronom seine Beatdauer abdeckt. Jeder leicht ungerade gespielter Ton ist für mich also auch ein Fehler.
Bin ich da etwas zu streng?

Im Malmsteen-Thread gab es ja trotz all der tollen Hörbeispiele genügend Beispiele, die trotz mehrerer Aufnahmeversuche dennoch mehrere hörbare Fehler aufwiesen.
 
I

-Inf1nity-

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kann man sich überhaupt ne falsche technik durch schnellspielen erlernen die irreversibel ist??
 
JerryHorton

JerryHorton

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nein, gibt es nicht, aber man muss sich dann zeit nehmen um es richtig zu lernen und die schlechten gewohnheiten aus dem kopf zu kriegen.

Das Problem ist hier wohl tatsächlich, dass sich jmd trotz sauberer Technik etc nie richtig mit Rhytmen beschäftigt hat. Wenn du einen Ton nicht ganz hundertprozent rüberbringst, aber dein Rhythmus immer noch grooved (so 16tel Style ala Chilli Peppers), dann wirst du auch dein Publikum immer noch zum Nicken bringen und nicht aus der Bahn werfen, dem Laien fällt es dann evtl gar nicht mal auf.

Beschäftige dich mit sauberen Taktzählzeiten, spiel dir Akkorde ein, bastel deinen individuellen Jamtrack oder spiele halt deine Lieblingssongs, improvisiere, spiele richtig mit ihnen mit, nachdem du alles langsam erlernt hast. Du wirst merken, sobald du dich sicherfühlst .. dann kannst du das Tempo anheben und deine Impros als kleine Sololicks verwenden.

Häufig macht man sowas im Unterricht. Man fragt sich immer "what the fuck" wenn man nen kleines Stück einspielt und mehrmals ansetzt. Man denkt sich echt der Lehrer hält einen für doof. Aber hat schon seinen Grund, warum er dann anhält und dich das Stück mehrmals spielen lässt bzw einzelne Licks, damit es irgendwann klick macht. Du verstehst dann was du spielst und deine Hände machen es in Zukunft richtig auf Abruf. Ist echt dermaßen von Vorteil, auch mal kleine SChritte zumachen ohne gleich weit hinaus zu wollen. Du musst dann wohl dein tägliches Gitarrenspiel etwas ändern, also ein paar Minuten opfern um solche Dinge in den Griff zu kriegen und deine zukünftigen Sachen intensiver üben. Am Ball bleiben. Im Fitness wirst du ja auch net zum Ochsen, wenn du die Gewichte stämmst und aufhörst, sobald es etwas brennt im Muskel. Du willst bewusst noch 2x mehr drücken, damit du das nächste mal weiter kommst und dich langsam und kontinuirlich (argh, meine Rechtschreibung !!!) nach vorne bewegst.

Es gibt viele Wege nach Rom, Freunde der Sonne :)

Hoffe diese Textleiche kann dir ein paar Anreize geben !!

Gruß,

Ich
 
J

JohnPetrucci

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ich habe auch schon oft von leuten im forum gehört,dass sie den ganzen tag üben und am nächsten tag schlechter spielen als vorher.
Das liegt wahrscheinlich daran, dass sich das Gelernte erstmal festsetzten muss.Man denkt man wäre schlechter,weil man Fortschritte erwartet.
Das beste Mittel dagegen ist einfach mal die gitarre 1 bis 2 Tage ruhen lassen.
Du wirst sehen dass es hilft. Mir geht es oft genauso.

Außerdem kann man,meiner meinung nach,nicht kritisch genug sein wenn es um sauberes spielen geht.
 

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