Schnarren Saitenlage/11er Saiten

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Hallo zusammen

Ich habe ein Problem mit 2 meiner Gitarren, eine Taylor 514 und eine Martin 000-15M.
Beide Gitarren habe ich erst seit ein paar Wochen und ich habe beide vor 2 Wochen zum Gitarrenbauer gebracht um die Saitenlage zu verbessern. Da werkseitig 12er Saiten drauf waren, habe ich vor dem Termin noch 11er Saiten aufgezogen, damit er die Einstellungen gleich mit den Saiten macht, die dann auch drauf sein sollen. Gesagt getan, es war nicht viel einzustellen, Halskrümmung, ein wenig den Sattel nachgefeilt und den Steg abgeschliffen. Er hat mir 2,3mm E und 1,8 e eingestellt, was sich wirklich toll bespielen lässt.

Aber, zuhause ist mir dann bei der Martin aufgefallen, dass ich immer wieder ein leichtes Schnarren oder klirren höre, wenn ich einen Akkord spiele. Das habe ich vorher nie gehört. Offen angeschlagen schnarrt nichts. Zuerst dachte ich, dass die Halskrümmung zu flach ist oder er doch zu tief gegangen ist (wobei 2,3 und 1,8 nicht wirklich tief ist und ich nicht hart anschlage), doch da war nichts zu finden. Gegenprobe mit der Taylor gemacht und dort höre ich es auch.

Ich habe versucht nachzustellen wann das passiert und es liegt ziemlich sicher daran, dass ich schlampig greife. Entweder nicht nah genug am Bundstäbchen oder ich drücke zu locker. Wenn ich konzentriert drücke (D, G zB) dann tritt das nicht auf. Wenn ich dann auf der e oder B Saite absichtlich zu locker drücke, kann ich das Klirren oder Schnarren nachstellen. Ok, spiele ja erst sein ein paar Monaten, aber warum ist mir das bis dato nicht aufgefallen?

Meine Vermutung ist, dass die 11er Saiten weniger Spannung haben als die 12er. Ich habe Daddario XS drauf, die sollen ja noch etwas weicher sein, als z.B. Elixir. Und durch die nun niedrigere Saitenlage, brauche ich weniger Kraft um die Saiten runterzudrücken und drücke daher vielleicht überhaupt zu wenig fest. Oder die 12er haben schlampiges Greifen eher verziehen als die 11er. Ich habe das Gefühl, dass die 11er mit der Saitenlage weniger verzeihend sind, als das Setup vorher. Laienhaft stelle ich mir das so vor, dass ich bei etwas höherer Saitenspannung und etwas höherer Saitenlage, schon fester drücken musste um die Saiten aufs Bundstäbchen zu bringen. Jetzt geht es leichter und daher drücke ich anscheinend gleich zu wenig fest. Dass ich beim Umgreifen von Akkorden nicht immer sauber und nicht nahe genug am Bundstäbchen bin, war vorher auch schon so, aber geschnarrt hat es nicht. Also entweder ist es nur meine Vermutung wie gerade beschrieben, oder die 12er verzeihen da mehr als die 11er.

Ist das möglich oder reime ich mir da was zusammen?

Danke euch!
 
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Das wäre jetzt alles eher ein recht munteres Raten.

Lass doch einfach mal beide Gitarren von einem erfahrenen Spieler spielen?
Wenn da alles paletti ist? 😉
 
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Hi,

ich würde noch mal zu deinem Gitarrenbauer damit gehen. Schildere und zeig ihm dein Problem. Das der Unterschied zwischen 11er oder 12er da eine Rolle spielt, glaube ich eher nicht, aber wer weiss. Zu fest drücken müssen ist allerdings per se nicht gut. Man sollte alles mit möglichst wenig Kraftaufwand spielen können, und der Gitarrenbauer hat sie ja scheinbar gut bespielbar eingestellt. Also, frag ihn nochmal.
 
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Ich spiele auf meinen Steelstrings inzwischen auch nur noch 11er Sätze, zum Teil besonders "weiche" Typen (Roundcore, Thincore). Den von dir beschriebenen Effekt kenne ich nicht. Wenn, dann schnarrt es eher bei kräftigem Melodiespiel mal ein bisschen, diese Saiten scheinen etwas weiter auszuschwingen, besonders die tiefen. Wenn es nur bein Akkordspiel auftritt, scheint es mir doch am Greifen zu liegen, und wird sich wohl mit mehr Erfahrung und Routine geben.

Und wenn es nur sehr leicht ist, und womöglich nur du selbst es bemerkst, könnte man es auch erst mal einfach ignorieren ... bisschen "Schmutz" gerhört bei mir zum typischen Klang von Gitarren einfach mit dazu, mit HiFi-Klang kann ich überhaupt nichts anfangen :sneaky:
 
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ich würde noch mal zu deinem Gitarrenbauer damit gehen.

Genau.

Du kaufst Dir als Anfänger gleich zwei sehr hochpreisige Gitarren, bringst sie zum optimieren zum Gitarrenbauer und willst Dich dann hier im Forum beraten lassen???

Wie sollen wir aus der Ferne einschätzen können woran es hapert?

*
 
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Lass doch einfach mal beide Gitarren von einem erfahrenen Spieler spielen?
sehr gute Idee.
Ich habe versucht nachzustellen wann das passiert und es liegt ziemlich sicher daran, dass ich schlampig greife.
Meine Vermutung ist, dass die 11er Saiten weniger Spannung haben als die 12er.
11er haben weniger Spannung, die Saiten schwingen mit einer größeren Amplitude, aus rein physikalischer Sicht, schwingen weiter aus.
Aktuell spiele ich auf meinen Steestring 9er, am 12. Bund passt eine 1 Euro Münze rein, wenn man die Saite ein wenig anhebt. Über das gesamte Griffbrett schnarrt nichts.
Du spielst noch nicht solange, wenn man richtig reinlangt, bei Strumming, kann schon ein Schnarren entstehen, bei niedriger Saitenlage, eigentlich völlig normal. Wenn man schlampig greift, wohl auch. Bei Fingerstyle habe ich keine Probleme, mit dieser oben genannten Saitenlage.

Du müsstest angeben, wo es schnarrt, nur auf einer bestimmten Position, oder überall auf dem Griffbrett, durch schlampiges greifen.

Deshalb ist die Idee, einen erfahrenen Spieler mal ranzulassen sehr empfehlenswert.
 
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  • #7
Danke für eure Antworten.

Ja ich habe vor, die Gitarren von einem Freund der schon 18 Jahre und auch in einer Band spielt, die beiden Gitarren spielen zu lassen, damit sehe ich sofort ob es an der Gitarre liegt oder an mir.

Aber ich habe mich glaube ich nicht ganz deutlich ausgedrückt, mir ist schon klar, dass niemand eine Ferndiagnose stellen kann. Ich wollte eigentlich nur wissen ob es sein kann, dass ich durch den Wechsel (12 auf 11 und gleichzeitig niedrigere Saitenlage) jetzt unterbewusst nicht mehr so fest drücke wie vorher. Das Schnarren kommt vom Bundstäbchen in dem Bund wo ich drücke. Ich kann das nachstellen, drücke ich bewusst auf den Bund, dann ist kein Schnarren zu hören, lockere ich den Finger so weit, dass es noch nicht plopp macht, also die Saite gedämpft ist, dann höre ich das schnarren.

Also, es liegt mit ziemlicher Sicherheit an mir, etwas zu wenig Druck, und manchmal zu weit weg vom Bundstab. Aber und das ist was ich nicht verstehe, warum ist mir das vorher mit etwas höherer Saitenlage und 12er Saiten nicht aufgefallen oder war nicht vorhanden? Und da reime ich mir jetzt zusammen, dass ich vorher durch die höhere Saitenspannung und den etwas weiteren Weg, die Saiten bewusster runtergedrückt habe. Jetzt wo alles weicher und einfacher geht, ich das anscheinend nicht mehr so mache und mir das erst wieder antrainieren muss. Das ist derzeit die für mich einzige Erklärung warum das passiert.

Und dieses Schnarren kommt auch bei sehr sanften Anschlag. Ich habe auch versucht wenn ich bewusst ordentlich und sauber ein paar offene Akkorde drücke und bewusst fester anschlage, ob dann etwas zu hören ist, aber da ist kein Schnarren, bei keinem Akkord, oder auch nicht ganz offen. Ich gehe daher davon aus, dass es nicht am Gitarrensetup liegt (zu tief oder Halskrümmung).

Ich könnte natürlich die Gegenprobe machen und wieder 12er aufziehen oder die Daddario XS gegen Elixir tauschen, die meiner Meinung nach nicht so wabbelig sind. Aber da die derzeitigen Saiten noch neu und frisch sind, wollte ich eben einfach hier einmal nach euren Erfahrungen fragen.
 
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Ich verstehe das nicht so wirklich. Davon ausgehend, das wir hier von den ersten offenen Butter und Brot Akkorden in den ersten Bünden reden, kannst du das doch auch einfach gezielt ausprobieren?

Wenn es mit etwas mehr Druck, aller Ruhe und einigen Versuchen irgendwann sauber klingt, dann ist es wirklich nur eine Sache der Technik. Geduld! 😉

Das Setup sollte halt so sein, das möglichst jede Saite in jedem Bund sauber ausklingen kann. Idealerweise auch mal bei fester gespielten Tönen.

Ob 11er, oder vielleicht 12er light, das wird erstmal gar nicht so arg viel ausmachen.

Was macht denn eigentlich die rechte Hand? Plektrum? Finger?
Wie kräftig langst du da denn ggf. rein? Spielst da auch sauber?
 
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Ich wollte eigentlich nur wissen ob es sein kann, dass ich durch den Wechsel (12 auf 11 und gleichzeitig niedrigere Saitenlage) jetzt unterbewusst nicht mehr so fest drücke wie vorher.
In der Regel ist es anders herum. Das Muskelgedächtnis lässt dann eher unterbewusst so fest wie vorher drücken. Eine Reduktion der Griffkraft muss dann ohne lange Spielpraxis eher bewusst bewirkt werden.
 
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  • Ersteller
  • #11
kannst du das doch auch einfach gezielt ausprobieren?
Ja das habe ich ja gemacht, ich suche nur eine Erklärung dafür, warum das vorher nicht so war oder mir nicht aufgefallen ist.

Was macht denn eigentlich die rechte Hand? Plektrum? Finger?
Wie kräftig langst du da denn ggf. rein? Spielst da auch sauber?
Plektrum, sanfter Anschlag.

In der Regel ist es anders herum. Das Muskelgedächtnis lässt dann eher unterbewusst so fest wie vorher drücken. Eine Reduktion der Griffkraft muss dann ohne lange Spielpraxis eher bewusst bewirkt werden.
Danke, ja das hätte ich auch gedacht. Alles ziemlich unlogisch was da beim mir gerade passiert :-)

Wie ist der Abstand an dem letztem Bund? Könnte auch an der zu großen Halskrümung liegen...
Am letzten Bund ist der Abstand beim E 3,5mm. Die 2,3 und 1,8 sind im 12. Bund gemessen.
Die Halskrümmung schaut gut aus und auf keinen Fall zu viel. Habe von Music Nomad diese Messtools und das passt mit der Fühlerlehre.

Wie gesagt, ich bin mir mittlerweile zu 99% sicher es liegt an mir und nicht am neuen Setup. Aber ich verstehe halt nicht, warum es vorher nicht so war oder (neue Theorie) ich es vorher nicht gehört habe. Im Gunde ist es egal, es interessiert und irritiert mich nur etwas. Dass ich mir eine saubere Greifweise antrainieren muss steht außer Frage, aber werde das Gefühl nicht los, als hätte das alte Setup Fehler eher verziehen als das neue.
 
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  • #12
Noch ein Punkt: Neue Saiten haben u.a. auch brillantere Höhen als lange gespielte und auch lange aufgezogene. Damit verstärken sich gerade auch diese "Nebengeräusche". Vielleicht spielt das ja auch in die Wahrnehmung mit ein.
Waren vor dem Wechsel auf 11er noch die Werkssaiten auf den zwei Gitarren?
 
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  • #13
Es gibt bestimmt etliche Gründe für's Scheppern. Im Moment würde ich mir an deiner Stelle noch nicht so viel Gedanken machen. Warte noch einen Monat und wenn es dann immer noch scheppert bringst du die Gitarre nochmal zum Einrichten, und zeigst dort was dich stört.

Es kann z.B. sein, dass der Hals nach dem neu Einrichten noch etwas nacharbeitet
Der Hals könnte auch zu gerade eingestellt sein, auch das ist möglich
Der Sattel wurde zu tief gefeilt.
Es kann sein, dass das Bundstäbchen schon von der Saite eine Delle eingeschliffen hat
Das Bundstäbchen selbst könnte locker sein
Ein Bundstäbchen könnte zu tief im Holz sitzen.
Irgendetwas anderes an der Gitarre schwingt bei einem bestimmten Ton mit.

Und ja, es kann an den dünneren Saiten liegen.
Wenn du dicke Saiten mit aller Kraft auf das Bundholz drückst, was du nicht tun solltest, dann biegt sich die Saite über das Bundstäbchen mit einem größeren Radius als bei einer dünnen Saite. Das bedeutet, dass eine dicke Saite beim nächsten Bundstäbchen etwas höher darüber schwebt als eine dünne Saite.

Selbst beim Saitenaufziehen kann man Fehler machen, wenn man die Verdrillung der Saite beim Spannen falsch streckt, geht diese Verdrillung nicht vollständig raus. Das ist zwar minimal, aber vorhanden.
 
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  • #14
Es gibt bestimmt etliche Gründe für's Scheppern. Im Moment würde ich mir an deiner Stelle noch nicht so viel Gedanken machen. Warte noch einen Monat und wenn es dann immer noch scheppert bringst du die Gitarre nochmal zum Einrichten, und zeigst dort was dich stört.
Genau so. Theoretische Möglichkeiten wurden genug aufgezählt, alles andere ist Kaffeesatzleserei ... :)
 
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  • Ersteller
  • #15
Waren vor dem Wechsel auf 11er noch die Werkssaiten auf den zwei Gitarren?
Ja es waren 12er Werksaiten drauf auf beiden.
Aber guter Hinweis mit den Höhen, Danke!

Im Moment würde ich mir an deiner Stelle noch nicht so viel Gedanken machen. Warte noch einen Monat und wenn es dann immer noch scheppert bringst du die Gitarre nochmal zum Einrichten, und zeigst dort was dich stört.
Ja das werde ich auch so machen, ich bemühe mich jetzt sauberer zu greifen (das schadet ohnehin nicht) und dann schauen wir wie es in ein paar Wochen ist bzw. hat dann ein erfahrener Spieler das einmal gegengeprüft.

Danke euch!
 
  • Ersteller
  • #16
Ich möchte euch ein Update zu dem Thema geben.

Heute konnte ich meinen Kollegen spielen lassen und er hat zuerst nichts schnarren gehört, nur sehr selten kann ein kleines Schnarren.

Und wie es der Zufall möchte, hatte ich heute auch Gitarrenunterricht und habe meinen Lehrer auch spielen lassen. Bei ihm schnarrte es kein einziges mal, er dürfte alles und immer sauber greifen. Ich habe ihm das Problem geschildert und er meinte es könnte schon daran liegen, dass die 11er weniger verzeihen. Aber er meinte die Gitarre selbst ist perfekt eingestellt, ihm fällt nichts auf, dass etwas schnarren würde und ich habe auch nichts gehört während er gespielt hat. Er findet es gut, damit muss ich mir sauberes greifen angewöhnen.

Aber ich bin nun beruhigt, dass die Gitarre und wahrscheinlich auch die andere, gut eingestellt ist und es tatsächlich an mir liegt.
 
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  • #17
Na prima, alles gut ... und jetzt üben, üben, üben, und Spaß mit der Gitarre haben! :)
 
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