Schwung reinbringen - wie erklärt man das nem Schlagzeuger?

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Uschern
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Hey hey,

wir haben seit nem halben Jahr ne Band - neu gegründet und alle nicht wirklich Banderfahrung. Nur teilweise und dann auch nur mit Coversongs. Jetzt schreiben wir eigene Lieder - ich schreibe Lieder ( spiele selbst Klavier in der Band - schreib die Lieder aber mit der Gitarre ) und die Sängerin schreibt Songs. Ich sing sanfte Lieder sag ich jetzt mal so - in die man aber gut und gerne bisschen Pepp reinbringen kann. Unser Schlagzeuger hat meist den gleichzen Beat drauf, was ich irgendwie nicht packe bzw. hätt ich einfach gern, dass er bisschen zum einen auf seine Kosten kommt und auch mal reinhaut und zum anderen die Lieder aufwertet. Wenn ich mit der Gitarre das Lied vorspiele und vom einfachen down up schlagen in ein down down down komme - was das Lied halt schwungvoller machen soll - dass er mit dem schlagzeug mitzieh. Nur irgendwie versteht ers nicht. Soweit ich weiß hat er vorher in der Blaskapelle gespielt - aber ich kann doch mein Lied nicht rüberbringen, wenn im Hintergrund immer nur ein Beat läuft.

Habt ihr da ne Idee wie ich ihm das begreiflich machen kann? Hab jetzt schon nen Song rausgesucht, wo der Schlagzeuger mittendrinnen immer wechselt. Und werde das mal vorschlagen. Er hat sich in der vorletzten Probe muckiert, dass unsere Lieder zu lahm sind. Dann haben wir neue geschrieben und versucht die ausbaufähiger zu gestalten - wenig Moll Akkorde etc - dass sie auch fröhlicher klingen. DA kam von ihm nix. Ich weiß da auch nicht mehr, was ich machen soll. Ist das normal? Dauert das bei nem Schlagzeuger länger ehe er seinen Beat entwickelt? Kann er nicht anders? Ich weiß nicht.

Danke für euere Hilfe :D)

Grüße
 
Eigenschaft
 
Wehe, es kommt jetzt einer und sagt sinngemäss etwas über Schlagzeuger und Musikalität......!!!

Die größte Kunst des Trommelns besteht nicht in technischen Finessen, Geschwindigkeit oder Stickrolling-Tricks. Vielmehr im Verständniss für Dynamik und Akzentuierung. Es braucht seine Zeit, so etwas zu erlernen, denn es hat mit Emotion zu tun. Da viele Schlagzeuger keine anderen Instrumente beherrschen oder gar selber singen, haben diese häufig damit ein Problem - und sind dann der Grund für Aussagen, wie oben benannt. Ein gewisses technisches Rüstzeug wird aber natürlich immer gebraucht, wenn der Drummer nur Bumm-Tschak kann, wird es sehr schwer, die beschriebene Problematik zu überwinden.
Es gibt gute Lehrer, die abseits des reinen Technik Gebolzes dem Schüler musikalische Empathie nahebringen können, allerdings sind sie rar gesäht. Dennoch wäre es sicher einen Versuch wert.
Letztlich bleiben vermtl. nur drei Möglichkeiten bestehen: Zähne zusammen und damit leben, viel Geduld und Zeit aufbringen oder sich von ihm trennen. Im Falle einer gewünschten schnellen Lösung bleibt wohl nur Lösung 3, sorry.
 
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Vielleicht solltet ihr ihm mal ein paar Songs zum Anhören geben, wo Drummer ein bisschen "mehr" machen, durchaus mal aus sich herauskommen. Einer meiner Lieblingsdrummer ist z.B. Stewart Copeland von Police.

Ansonsten würde ich ihm mal mehr zum Bass spielen lassen. Bass und Drums sollten eine Einheit bringen. wenn er es mal raus hat, seine Bassdrum zu den Basslinien auszurichten, zumindest Akzente zu übernehmen, habt ihr schon einiges gewonnen.
 
Hi

Im Prinzip gibts 2 OPtionen:

1.)
Euer Drummer und du lesen sich gemeinsam soweit in die Materie ein, dass du ihm sagen kannst "Betone doch mal die 2 mit der Snare; wie wärs mit nem 16tel- Lauf in den nächsten Takt;....usw".
Das hätte auch den Vorteil, dass sich euer Drummer mit vielen versciedenen neuen Möglichkeiten auseinandersetzen muss und diese dann auch einsetzen kann, wenn er entsprechend übt. Das solltet ihr nicht vergessen, aus deinem Post schließe ich einmal, dass der Drummer bis jetzt kaum etwas anderes gespielt hat.
Stichworte zum Afangen in diese Richtung wären:
Notenwerte
Notation von Schlagzeug
Rythmik allgemein

Vorteil: Damit könnt ihr euer Potenzial auf jeden Fall am besten Ausschöpfen und das "Ich weiß nicht wie ich's sagen soll" gibts nicht mehr
Nachteil: Dauert und ist vor allem anfangs recht trocken


2.)
Ihr besorgt euch irgendein Notationsprogramm (Guitar Pro, Sibelius,...), wo man auch ohne speziellen Kenntnisse sich Songs runterladen kann und dann zuschauen (und -hören) kann, wie das Programm die Noten runterspult - dann beschränkt sich der theoretische Teil darauf, dass du mit dem Drummer rausfinden musst, "wo er bei welchem Zeichen hinhauen muss". Damit könnt ihr dann etwa sagen "Drums in Song XY find ich geil", den entsprechenden SOng findet man, so er etwas bekannter ist normalerweise im Internet und dann nachspielen versuchen.

Vorteil: Schnell
Nachteil: Anstatt selbst zu schreiben stöpselt ihr die Drums aus zusammengesuchten Elementen zusammen




Auf jeden Fall muss der Drummer die neuen Sachen regelmäßig üben, regelmäßig Proben usw. - wenn er da Probleme hat gibts ein eigenes Spieltechnik- Unterforum im Schlagzeugbereich.

Kleine ANregung so nebenbei:
Spielt mal ganz straight ein 08-15- Akkordmuster (etwa Am-C-G-Am) im Kreis, und der Drummer soll dazu improvisieren.


Gruß
David
 
Tja, wenn der Komponist was spezielles haben will, dann soll er doch bitte die Noten dazu aufschreiben - ein Drummer aus einem Orchester/einer Kapelle wird das lesen + spielen können.

...außerdem bin ich relativ sicher, wenn Dir ein Frickler Dein Stück "zerhackt", dann ist Dir das auch nicht passend... - unter Umständen ist Dein Drummer schon weiter und weiß, daß oft weniger mehr ist?!
 
Tipps zum ausprobieren:

  • In den schwunvolleren Teilen HiHat öffnen
  • Achtel statt Viertel auf Hihat tickern
  • lauter spielen

Um Kontrast erzeugen, ist oft nicht das Problem, dass in den peppigen Teilen zu wenig ist, sondern in den anderen zu viel. Also in den lahmen Teilen:

  • betont lahm spielen
  • leiser spielen
  • Anschläge auslassen, ausdünnen
  • Hihat zu, Beats halbieren

Weiterhin


  • Verschiedene Tempi ausprobieren
  • Wie dr_rollo schrieb: Kick / Snare mit Bass und anderen Instrumenten synchronisieren.
  • Nicht nur die Gitarre, die ganze Band muss Wechsel tragen. -> Kann der Bass Akzente setzen, die den Drummer inspirieren?

Um Blockaden zu lösen kann man auch mal andere Taktarten probieren, auf die das festgefressene Standardgetrommel nicht passen kann. Angefangen bei Tempoverdopplung / -halbierung, über 4/4 <-> 6/8 bis hin zu richtig krummen Dingern wie 7/8 im Wechsel mit 5/4. Der Teil muss ja im Song nicht so bleiben, aber bei solchen Experimenten können Dinge entstehen, die man dann wieder rückportieren kann.
 
Hey David,

danke schonmal, das hilft mir sehr!!! Dann liegts nicht nur an mir - dass ich zu hohe Ansprüche hege und wirr rede. danke. Und ich spiele in meinen Songs nix anderes als 4 Akkorde nacheinander und er spielt immer immer immer nur bum schakk bum schakk. da wer ich wahnsinnig. Weil klar sinds die gleichen Akkorde aber bei z.B. The Horrible Crows - das Lied Witness a Crime - ist auch ein ruhiges Lied, welches grad durch das wechselnde Schlagzeug so bissl schwung kriegt oder ganz anders klingt z.B. derzeit Antwortet er auf meineVorschläge nicht und macht sich sehr rar bei Diskussionen. Ich bin gespannt, ob ich ihn bewegen kann. Ist halt viel viel Zeit für mich zum einlesen - ich muss ja Klavier noch raussuchen, Gitarre dazu spielen teilweise und auch singen üben. Wenn ich da für Schlagzeug und Bass noch Zeug mach, dreh ich ab. Basser haben wir noch keinen - such ich gerade, evtl bringt das auch schon was.

Gru, Uschi

- - - Aktualisiert - - -

Danke au schonmal an die anderen. Da stecken eine Menge Infos drinnen, die ich nutzen und probieren werde. Der Entusiassmuss muss ja trotzdem von ihm aus kommen. Ob dem so ist, seh ich in der nächsten Probe.

Bei dem Gitarristen ists halt geil. ich sing was - er spielt einfach rein oder ich sag was und er probierts und meist isses dann eins wo wir sagen - ja, genau so. Bei der Sängerin auch. Das bleibt bei dem Schlagzeuger raus - ich denke, dass ich schon nen Gehör dafür habe, was ich mir als Schlagzeug vorstelle und dass die Songs grad alle so lahm sind, weil der Beat nich passt. Madsen haben auch Mädchentexte find ich - und da gehts auch ab irgendwie.

Ich such mal nen Bassisten, evtl wirds dann besser und bring ihm paar Beispiele. Reinlesen werd ich auch versuchen oder befreundete Schlagzeuger nochmal fragen. Und sonst evtl mal nen anderen schlagzeuger zur probe einladen oder sowas - dass die da bissl hilfestellung geben? Wäre ja auch ne Idee. Aber Musiker sind ja alle Futterneidisch, da hat evtl keiner bock drauf :D

Grüße

- - - Aktualisiert - - -

Und: WilliamBasie

ich will nix spezielles - nur dass er verschiedenes ausprobiert und sich mal austobt. Von nem Bum schack - kommt das nicht. Und wenn ich das sag spiel doch mal schneller...hnm, das geht nicht. ahja is klar
 
Huhu,

kurzes Update: die Probe verlief super. Habe mich vorher mit dem Schlagzeuger getroffen, ihm 2-3 Lieder vorgespielt, wie ich mir das vorstelle. Er konnte damit auch direkt was anfangen, hat das dann auch so geübt. Das selbst komponierte Lied hat nun spürbar an Charakter gewonnen - wir sind klar noch am probieren und ausbauen, aber es hörte sich wesentlich voller, spritziger und flotter an. Genau das, was ich wollte. Und es taugt allen in der Band. :)

Was wir auch gemacht haben: in einigen Teilen leiser/lahm gespielt - sodass man die lauteren steigernden Stellen besser herausheben kann. Zudem spielt der Gitarrist in den steigernden Stellen einen anderen Anschlag und ich singe anders. Ein Trompeter war auch zum proben mit am Start - das gibt uns zudem noch mehr Fülle. Nice :)

Lief super, ich freu mich :) Danke für euere Hilfe - hätte ich nicht gedacht, dass es wirklich funktioniert.
 
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...und ganz konkret DANKE für das Feedback im Forum. Ist leider oft so, dass nach Tipps hier dann nichts mehr kommt - schön, dass es hier einen Dialog gibt.

Ist immer eine Balance aus gemeinsamer Sprache und Musikalität und Können. Manchmal hilft da in der Tat auch - wie die Tipps ja schon kamen - an konkreten bestehenden Songs Beispiele vorzuspielen bzw. sogar nachzuspielen. Wo die gemeinsame Sprache fehlt (dies können Noten sein, aber auch - bei vergleichbarem Hintergrund - nur Stücke/Musiker), wird es dann schwierig. Wenn man sich - jetzt mal auf Gitarristen bezogen - zuwerfen kann "mach das mal mehr in Richtung Nile Rogers und nicht so Cropper-mäßig" ist das schon toll, das bringt sogar mehr als Noten, wenn man den Code dahinter versteht. Musikalität an sich kann da viel ausgleichen - wenn das Können fehlt, wird es aber nicht umsetzbar.

In einer Band kann und muss man in diesem Dreieck (Sprache, Musikalität, Können) permanent arbeiten und sich weiterentwickeln. Schön, dass es erste Erfolge gab!

Immer auch gut: Stücke irgendwie aufnehmen (notfalls Handy) und dann mal in Ruhe anhören - da fällt einem auch immer was auf, was besser geht...
 
Gerhard Eichberger


In einer Band kann und muss man in diesem Dreieck (Sprache, Musikalität, Können) permanent arbeiten und sich weiterentwickeln.
Wobei das meiner Meinung nach nicht unbedingt ein gleichseitiges Dreieck sein muß. Kann durchaus sein, daß einer der drei Eckpunkte dominierend ist und die anderen zurücktreten.


Gerhard
 
Huhu,

kurzes Update: die Probe verlief super. Habe mich vorher mit dem Schlagzeuger getroffen, ihm 2-3 Lieder vorgespielt, wie ich mir das vorstelle. Er konnte damit auch direkt was anfangen, hat das dann auch so geübt. Das selbst komponierte Lied hat nun spürbar an Charakter gewonnen - wir sind klar noch am probieren und ausbauen, aber es hörte sich wesentlich voller, spritziger und flotter an. Genau das, was ich wollte. Und es taugt allen in der Band. :)

Was wir auch gemacht haben: in einigen Teilen leiser/lahm gespielt - sodass man die lauteren steigernden Stellen besser herausheben kann. Zudem spielt der Gitarrist in den steigernden Stellen einen anderen Anschlag und ich singe anders. Ein Trompeter war auch zum proben mit am Start - das gibt uns zudem noch mehr Fülle. Nice :)

Lief super, ich freu mich :) Danke für euere Hilfe - hätte ich nicht gedacht, dass es wirklich funktioniert.

Hi Uschern,
freut mich, dass die Tipps was gebracht haben - manchmal braucht es halt irgendwas, was den Knoten lösen und den Kick bringen kann und man weiß halt nicht genau. wo ansetzen.

Was mir beim Lesen des threads und auch Deinem post aufgefallen ist: Dynamik ist immer auch eine Sache des Zusammenspiels. Der drummer hat natürich beim beat eine besondere Bedeutung, aber wenn Bass, Gitarre, Gesang etc. da nicht mitmachen, bleibt die Wirkung begrenzt. Das macht dann auch letztlich die "Chemie" einer Band aus - und das braucht schon etwas an Entwicklung. Wichtig, ist - wie Ihr es dann gemacht habt - miteinander zu sprechen, an Beispielen konkret machen, was man meint und gemeinsam und sich unterstützend Lösungen zu finden und die auszuprobieren. Viel Spaß und Erfolg auf dem Weg!

x-Riff
 
Mahlzeit :)

Soh, die nächste Probe war am Start. Gestern war wieder alles anders. Alles wie vorher - brrrrr. ich schnapp noch über. :D Was ich mitbekommen habe: der Drumer passt sich fast zu 90 Prozent an die spielenden Instrumente an. An Gitarre oder Klavier bei uns. Bass haben wir derzeit keinen und Gitarrist war gestern nicht zur Probe. Folglich hat er sich an mein Klavier angepasst. Da es kein Klavierlied ist sondern ich das Klavier nur reingebracht habe um das Lied fülliger zu gestalten, hat er sich im bum schack - Rhythmus da angepasst.

Fazit: eine Probe ohne alle Instrumente ist evtl nicht wirklich sinnvoll bzw. nur zum jammen geeignet. Ich ging da von mir aus - ich kann Klavier und Gitarre - egal und unabhängig von allen anderen Instrumente schnell, langsam, laut, leise , füllig, nicht füllig etc. spielen auf Abruf. Das gleiche hab ich jetzt auch mal vom Schlagzeuger gedacht - ist scheinbar nicht so, was sagt ihr? Evtl fällt es leichter, wenn wirklich ein Basser da ist. Nächste Woche will einer mitkommen, ich bin gespannt :)

Für den Drumer ist es halt auch schwierig, er kann zu Hause nix üben, da das Schlagzeug im Proberaum steht. Heißt - er kommt rein und fängt erstmal zu hämmern an, spielt sich ein. Ich üb zu Haus viel Gitarre und mach Ideenfindung / mir ne Vorstellung von dem, was ich am Klavier dazu spielen will. Üb das dann fix ein und dann funzt das in der Regel. Dann geht man immer von sich aus und in dem Moment wo ich dem Schlagzeuger dann mitteile - nee, heut haste den Beat nicht vom letzten Mal, sagt er - naja, heut ist keine Gitarre dabei. Sag ich: aber dann spiel einfach das vom letzten Mal, ich auch und wir singen dazu. Das geht dann irgendwie nicht - ist das dann jetzt wieder mein Verständnisproblem oder isses so, dass ich mit dem Schlagzeuger konkret dann wirklich nur das Zeug proben kann, wenn er seine geliebte Gitarre dabei hat oder nen Bass an dem er sich orientiert?

Danke im Voraus für eure Unterstützung :)

Viele Grüße

Usch
 
Warum geht euer Drummer denn nicht in den Proberaum üben? Das solltest du ihm mal ans Herz legen. Es gibt nämlich einen signifikanten Unterschied zwischen Spielen und Üben.
Wenn ihr Probt spielt er, d.h. er greift nur auf sein bekanntes Repertoir zurück, was er auch beherrscht. Bei Üben hingegen kann er neu Sachen ausprobieren und dann in die Probe einfließen lassen.

Cheers
 
Hast du ihm das Feedback direkt in der Probe gegeben? Wenn es beim letzten Mal gut war und dann wieder nicht, würde ich dascdirekt angehen und so lange daran arbeiten, bis alle wissen was gemeint ist ( inkl. Drummer). Wenn es mal funzt und mal nicht, dann ist offenbar noch nicht allen klar, was genau anders laufen muß. Um das umzusetzen hilft nur so lange daran arbeiten bis wirklich jeder die Struktur des Songs verstanden hat. Auch im Proberaum kann der Drummer nur die Dinge alleine üben, die er wirklich verinnerlicht hat. :)
 
Hey,

danke für die Antworten!

Das mit dem üben und spielen stimmt, gebe ich vollkommen recht. Sollte ich anbringen! Probe sollte effektiv sein und kein rumprobieren.

Geredet hab ich ganz viel, finde aber irgendwie nicht den richtigen Ton vermutlich. Er kommt sich immer angegriffen vor obwohl ich mich auch teilweise sehr vorsichtig ausdrücke. Er sagt - nur mit Klavier ists irgendwie zu lahm das Lied, zu eintönig. Dann sag ich: ok, wir hatten doch ausgemacht, dass wir da und da und dort und dort folgende Unterschiede im Lied vornehmen. Dann sollte es ja nicht so lahm klingen. Ja, das wüsste er - aber mit dem Klavier geht das nicht. Meine Frage wäre - geht das wirklich nicht oder kann ers nicht? Ich kann das nicht beurteilen - kann ja wirklich sein, ein Schlagzeuger kann nur spielen wenn er ne Vorgabe hat? Aber wie macht er's dann im Unterricht? Ich mein, ich spiel ja auch was und hör mir vorher was ungefähr ähnliches an, damit ichs im Ohr habe.

Grüße
 
Zerbrich Dir darüber nicht weiter den Kopf. Ein Schlagzeuger, der nicht übt bzw. üben kann, wird über kurz oder lang (eher kurz!) zum Problem für die Band. DAS ist das Schlüsselthema - "nicht üben können" gibt's nicht, wer spielen will, der kann's auch!
(das gefühlte "Verdammt nochmal" spare ich mir).

Aus der Praxis:
- Wir nutzen Proben mit dünner Besetzung für Ausarbeiten neuer Songs auf Basis von vorhandenen Ideen oder kleinen Jams - oft sind das schon in einer Probe wirklich schöne Sachen entstanden
- Wenn wenige Leute da sind, spielen wir aber auch die bekannten Lieder in dünner Besetzung und lernen so auch viel - nämlich, dass jeder das Stück selbst kann und sich nicht zu sehr auf andere Instrumente verlässt.
- Oft hört man dann auch, was noch nicht passt und kann dann feilen.

Zu Eurem Thema: In fast jeder Band ist das ein Thema - nie ist man auf demselben Stand und hat dieselben Vorstellungen. Entweder - und hier menschelt es - findet man in dieser Konstellation ein kreatives Umfeld in dem alle Spaß haben ODER es kriselt und ist anstrengend und wird nix und jeder fühlt sich kritisiert. Mit mehr Erfahrung etc kann man besser kommunizieren und viel Druck bewusst rausnehmen - trotzdem kann es genau so schief gehen.
 
Okay, da hast du vollkommen Recht. Und super, dass ihr es so handhabt, wie ich es mir vorgstellt habe. Das zeigt mir, dass meine Idee nicht falsch ist und die Umsetzung funktionieren kann. :)

Und auch ein Schlagzeuger muss üben und so bisschen seine Ideen und Stücke im Kopf haben. Dann wirds auch was :D

Man kann ja prinzipiell alle Leute erziehen oder in Richtungen bewegen. Liegt jetzt an uns und an mir, wie ichs kommunizier und auch daran, wie bereit er ist, bisschen mehr zu üben etc.

:)

Schönen Donnerstag und ein lustiges WE wünsch ich schonmal :D

musikalische Grüße
 
Hi Uschern,

also auch ein drum ist ein Instrument und will geübt sein (ich hab sehr lange drum gespielt) - und es gibt auch Trocken-Übungen für zu Hause, die in diesem Bereich sinnvoll wären (beispielsweise bei gleichem beat von bassdrum und snare wechselnde Hihat-Schläge (2, 4, 6, 8, 16 - und dann auch mal die Offbeats spielen) - das sind Grundübungen, die ich immer gemacht habe). Und als drummer weiß man, dass man seine Zeit vorwiegend in Proberäumen verbringt, weils halt in den wenigsten Fällen Hause gespielt werden kann. So was zählt für als Argument nicht - jedenfalls nicht für jemand, der wirklich drum spielen will.

Einiges kann ich aber auch nachvollziehen: Zu Anfang fiel es mir schwer, mich von anderen Instrumenten zu lösen und etwas anderes zu spielen als gitarre oder bass - meist habe ich mich unwillkürlich an dem orientiert, was von dort kam. Wenn das bei ihm auch so ist, dann braucht er vielleicht wirklich den Bass oder die Gitarre, um das genau so zu spielen - und wenn nur ein Klavier da ist, funktioniert es so nicht. Dass das funktioniert und dass er mit seinem Instrument eigenständig umgehen kann, sollte natürlich dennoch das Ziel sein.

Natürlich ist es wichtig, dass Du Deine Vorstellungen so rüberbringen kannst, dass er was damit anfangen kann; dass Du ihm keinen Streß und Druck machst etc. Ich finde es auch gut, dass Du Dir darüber einen Kopf machst. By the way: etliche Musiker sind sehr stark "Ohren-Menschen" - da wirken Probenmitschnitte oft tausend mal mehr als lange Erklärungen, wie man denn was an welcher Stelle wie (schnell, betont, dynamisch etc.) gespielt hat. Wenn Ihr das noch nicht macht, wäre das durchaus eine Option.

Mit dem "Erziehen" habe ich aber so meine Schwierigkeiten. Wenn jemand nicht will oder einfach andere Vorstellungen von seinem Instrument, der Musik oder seiner Haltung hat, hilft das alles nicht, sondern ergibt, wenn höchstens, nur kurzfristig ne Aufwindphase, die wieder abflaut und von Frust abgelöst wird. Wer beispielsweise Hobbymusiker bleiben will und wer aus Spaß in der Band ist oder weil er mit Kumpels zusammen sein will, hat vollkommen das Recht dazu, wird aber eine entsprechende Haltung zu Unterricht, Proben etc. haben und auch dabei bleiben.
Aus meiner Sicht besteht die hohe Kunst nicht darin, Leute in einer Band zu erziehen, sondern möglichst schnell und vorurteilsfrei zu klären, was wer in einer Band eigentlich will und damit akzeptierend und konsequent umzugehen. Das ist manchmal nicht so einfach, weil es die Leute - besonders am Anfang - oft selbst noch nicht wissen und sich erst ausprobieren wollen. Das ist völlig okay, man sollte dann aber im Blick halten, dass man eben auch seine Erwartungen hat, und versuchen, sich Ziele zu setzen. Das könnte bei dem drummer sein, dass er beispielsweise sein Repertoire erweitert, mehr übt und dass man bis Ende des Jahres beispielsweise drei songs dynamischer umgesetzt hat. Vielleicht findet der drummer in dieser Zeit heraus, dass er besser ist als er denkt und dass Üben ne klasse Sache ist und er überhaupt mehr Spaß und Eland kriegt - vielleicht merkt er aber auch, dass drum eigentlich gar nicht sein Ding ist oder er sich ne andere Band suchen will ...

Herzliche Grüße

x-Riff
 
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In meiner Band ist es übrigens so, dass der Drummer bzgl Dynamik die Führung ausübt. Auch beim Jammen ist er es, der durch sein Spiel ankündigt, dass und was für einen Dynamikwechsel er sich gerade vorstellt und die Band dahin leitet. Wenn wir da mal den Spieß umdrehen möchten, dass also ein anderes Instrument die Dynamik vorgeben soll, müssten wir das vorher absprechen. Vermutlich hätten wir dann das gleiche Problem nur mit vertauschten Rollen. Denn wir anderen sind da auch ein bißchen faul geworden und können sowas gar nicht mehr richtig führen. Uns ist es bequemer wenn wir dem Drummer vorher sagen wohin er uns führen soll und jammen ihm dann wie die Lemminge hinterher. Richtig spannend wird es wenn einer von uns Saitisten nur so eine grobe Vortellung davon hat, wohin der rythmische Charakter seines halbgaren Riffs laufen soll. Dann jammt der drauf los, verwirrt den Drummer welcher dann versucht das irgendwie gerade - oder zumindest reproduzierbar zu ziehen. Wenn der Drummer dann die rythmische Charakteristik nicht ganz richtig geraten hat, ist irgendwer ein ganz ganz winzig kleines bißchen beleidigt. Das ist etwa so wie wenn sich zwei Leute gegenseitig den Vortritt lassen möchten, nachdem sie im Türrahmen kollidiert sind. Dann wird es manchmal etwas zäh die Kuh in den Stall zu kriegen. Aber es nützt ja nix, sie muss da rein. Deswegen schaffen wir das letztendlich auch immer irgendwie und da wir nur Kindergarten für Große machen, geht das sogar ohne Heulen und Haare ziehen.
 
Guten Morgen.

Grins. Sehr schöne Beschreibung der 'Meinungsverschiedenheiten' - langhaarrocker :D

Quintessenz ist letzten Endes, dass es

a) in jeder Band diese Meinungsverschiedenheiten gibt (und sonst auch überall, wo sich Menschen neu zusammenfinden um ein Projekt zu starten)
b) auf die Kommunikation ankommen, wie man die Dinge anspricht (du kannst nicht = greift an; wir könnten doch mal probieren = greift nicht an)
c) es eine Weile dauert, bis alle eingespielt sind ( mein Bruder spielt seit 7 Jahren in ner Metal Band - er sagt, die kommen, jammen und keiner muss groß viel erzählen, das ergibt sich mittlerweile von allein)

= ich nehm etwas das Tempo raus mit dem ich an die Sachen gehe und wir nehmen seit der letzten Probe jedes Lied auf, damit wir den Rhythmus und die drums drauf haben. So kann niemand mehr diskutieren 'das war aber anders beim letzten Mal...'.

:)

Schöne Woche euch.

Grüße :)
 

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