Software / Hardware - Sampler gesucht

von SoundGear, 05.01.08.

  1. SoundGear

    SoundGear Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.01.08   #1
    Hallo Community!

    Ich bin nach der Suche, nach einem Gerät, was ich über ein MIDI-Keyboard ansteuere und daraus Töne entstehen :cool: .
    Ein Sampler ist ein Gerät, welches Töne abspielen kann, jedoch auch selbst Aufgenommene in die richtige Tonhöhe transporniert und abspielt, ein Sample Player kann nur Töne abspielen. Lieg ich da richtig?

    Zu meiner eigentlichen Frage:
    Bei ebay werden ältere Sampler bzw Sample Player für oftmals unter 120€ angeboten.
    Es sind meist Modelle von Roland, Akai und EMU.
    Der Akai S-2000 geht 120€ weg oder Akai S 1000 PB für 150€. Taugt dat wat? Was ist mit den Roland-Modellen?
    Machen die wirklich das, was ich mir vorstelle, oder sind Computer - Programme und Plugins nicht besser?


    Die von Roland sind 1HE hoch und haben meist Disketten-artige einschübe für Karten.
    Akai hat meist die normal Disketten, die man vom Computer kennt.
    Solche Karten / Disketten sind recht billig. Kann ich dann so die Sounds dieser Geräte erweitern?

    Ich brauche hauptsächlich akkustische Instrumente, gut klingende Pianos, Streicher, klassische Instrumente und auch einige Synth-Sound, sowie Pads mit großen Flächen.
    Könnt ihr mir da Hardware oder Software Varianten empfehlen?

    Gibt es bei Software Freeware? (am besten ohne VST, also Stand-Alone-Programme)

    PS: Es gibt bei ebay auch Sample CDs...was ist das?
     
  2. dr_rollo

    dr_rollo Mod Musik-Praxis Moderator HFU

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    Erstellt: 07.01.08   #2
    Hallo Patrick
    ein Sampler ist erst einmal nichts weiter als eine Gerät zur Wiedergabe von aufgenommenem Audio-Material. In der Regel verfügt er über einen Eingang zur Aufnahme, kann aber auch aufgenommenes Material, das mit seiner Technik kompatibel ist wiedergeben.
    Ein Sampleplayer gibt zunächst auch erst einmal aufgenommenes Audio-Material wieder, aber in der Regel verfügt er nicht über umfangreiche Möglichkeit, diese zu bearbeiten. Zumindest wärst Du mit "nackten" Sampledaten meist aufgeschmissen. Die Sampleplayer waren die Antwort auf synthetische Klangerzeuger, mit denen man nie zufrieden war, wenn es darum ging, den Klang von (nicht nur) akustischen Musikinstrumente authentisch wiederzugeben. Hier wurden dann das Basismaterial nicht synthetisch erzeugt, sondern vom Original-Instrument aufgenommen. Das Schwierige hierbei ist, dass ein Instrument in der Regel nicht über einen Ton, sondern über mehrere verfügt, und die dann auch noch abhängig von der Spielweise variieren. In der Praxis heißt das z.B. für einen Flügel mit 88 Tasten: 88 Samples, im Optimum jeweils als ppp,pp,p,mf,f,ff,fff, und dann noch jeweils mit oder ohne Dämpfer. Bei dem Speicherbedarf haben selbst heute Geräte noch Probleme. Also beschränkt man sich auf's nötigste und rechnet dann doch jede Menge. Man nimmt nicht 88 Töne auf, sondern z.B. nur jeden 5. Ton und transponiert dann jeweils die 2 Töne links und rechts daneben, was klanglich noch akzeptabel ist. Man nimmt nicht pro Ton nur 3 unterschiedliche Anschlagsstärken auf und errechnet die dazwischenliegenden. Auch bei der Länge der Samples lässt man den Prozessor schon arbeiten, damit die Daten nicht zu groß sind. Ein Klavierton kann schon einige Sekunden klingen, aber das Abklingverhalten lässt sich gut errechnen.
    Trotzdem ist da noch einiges, was an Speicher benötigt wird. Die ersten Geräte bewegten sich noch im kb-Bereich, die von Dir genannten konnten schon ein wenig mehr (z.B. Akai S-2000 = max. 32MB, Yamaha A-3000 bis zu 128MB). Für das was Du benötigst, ist die Mindestspeichergröße 32MB, was dann aber auch mal gerade nur für einen Sound reichen würde. Du musst dann für einen anderen Sound umladen.
    Die Karten haben meistens nicht genügend Speicherkapazität und sind sehr teuer, meist auch nur noch schwer zu bekommen. Disketten sind zwar günstig, haben aber mit 1,4MB auch nur geringe Kapazität. Daher hat man mit den o.g. Geräten auch den SCSI-Bus mit integriert, wo Du z.B. ein ZIP/JAZZ/CD-ROM-Laufwerk anschließen kannst, oder was natürlich noch besser ist, eine Festplatte. Hier ist der Vorteil dann bei Soft-Samplern, wo die Speichergrenze durch den Speicher im PC begrenzt ist, den man relativ schnell und günstig erweitern kann.
    Sehr nett ist es, wenn der Sampler WAV oder AIFF importieren kann, da bist Du dann nicht auf ein spezifisches Format festgelegt, kannst die Dateien auch noch gut am PC bearbeiten oder dort erstellen (z.B. mit Wavelab). In diesem Format sind meistens die Sample-CDs, die Du bei ebay oft findest. Die Arbeit bei Universalformaten ist aber die Zuordnung der Keymap, gerade bei den Multisample-Sounds (welches Sample auf welche Taste, die unterschiedlichen Velocities berücksichtigen etc.).
    Für das Yamaha A-3000 gibt es reichlich Soundbibliotheken auf CD, teilweise auch frei im Internet, genau wie auch für die meisten AKAI Sampler. Der Vorteil, hier ist meistens auch eine vorgefertigte passende Keymap dabei.

    Ich persönlich bin nicht der Freund von Computern auf der Bühne, daher meine Empfehlung: Wenn Du nicht unbedingt selber samplen willst, bist Du gut bedient, wenn Du günstig einen Yamaha A-serie bekommst, oder auch einen Akai, aber wenigstens 3000 oder 3200. Er sollte möglichst viel internen Speicher (RAM) haben, da nachrüsten oft teuer ist, er sollte mindestens über SCSI Anschlüsse verfügen, wenn möglich eine interne Festplatte, oder externe Laufwerke dabei haben. so wie ich Deinen Anwendungsbereich verstehe, braucht er nicht unbedingt Einzelausgänge zu haben, was bei Drums sehr vorteilhaft wäre.
    Für reine Nutzung zu Hause oder im Studio kann man den Gedanken an Soft-Samplern noch mal vertiefen. Da kenn ich mich aber nicht so aus, weil's wie gesagt, für mich nicht in Frage käme.

    Gruß, Roland
     
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