Ich glaube nicht, dass KI zu einer großen Gefahr für kreative Berufe wird. Da ist das Aufwand/Nutzen-Verhältniss nicht kalkulierbar. Überall da, wo Kreativität bestellt wird, soll doch etwas Neues, etwas Überraschendes, oder etwas Ungewöhnliches geliefert werden. Also genau das, was KI nicht liefern wird. KI wird mit Mustern, Schemata und Abhandlungen trainiert. KI wird in absehbarer Zeit wohl nur das aufgrund einer Beschreibung zu erwartende Ergebnis liefern. Noch ist KI darauf ausgerichtet, einem Suchmuster zu entsprechen.
Das Verwertungsrecht eines auf Pattern basierenden Songtextes enthält ein hohes Risiko, angezweifelt zu werden. Und der Bedarf an solchen Texten ist überschaubar. Ich erkenne hier weder beim Produkt noch auf dem Markt ein profitables Geschäftsmodell. Anders sieht das bei Info-Broschüren, Gebrauchsanweisungen und Bedienungsanleitungen etc. aus. In dem Bereich ist auch das Copyright viel einfacher geregelt. Oder dort, wo eine zielgerichtete Kommunikation erwünscht wird, wie z.B. Chatbots in der Kundenbetreuung/-beratung.
Viel dramatischer empfinde ich, dass über die automatisierte Kommunikation eine Monopolisierung der publizierten Realität stattfinden kann.
Wie werden die Muster zur Kommunikation behandelt/kontrolliert/zensiert/manipuliert und wie stark werden breit veröffentlichte Schemata unser Kommunikationsverhalten konditionieren?
Wenn z.B. Info-Kanäle aus definierten Fakten mit vertrauenswürdig klingenden Ausdrucksmustern Informationen erzeugen, können mit dieser rationalisierten Kommunikation schnell größere Marktanteile bedient werden, und dass ist gefährlich.