AintNoEddie schrieb:
Sehe ich genauso (auch re. deinem längeren Post weiter oben). Es steht auch nirgendwo geschrieben, dass das leichte Historic-Holz AUTOMATISCH besser ist, als das reguläre, schwerere Gibson-Holz. Tendentiell besser vielleicht, aber eine Les Paul aufgrund ihres Gewichts in gut/schlechtklingend einzuteilen ist einfach lächerlich.
Automatisch besser würd ich nicht sagen, aber in 99,9 % der Fälle nimmt man für eine Gitarre aus dem Custom Shop das bessere Tonholz als für eine normale Standard. Die 0,1%: naja, auch ein Custom Shop Mitarbeiter kann bei der Holzwahl mal danebenliegen.
Der Custom Shop hat das Erstwahlrecht bei den Hölzern und darf sich die schönen und guten Stücke nehmen, der Rest wird halt in der Serienproduktion verarbeitet.
Das mit dem Gewicht ist so ne Sache: generell kann man bei Mahagoni schon nach der Faustregel "je leichter, desto besser" vorgehen. Voraussetzung dafür ist natürlich, daß das Holz ganz gelassen wird und nicht durch Bohrungen leichter gemacht wird.
Dies ist jedoch kein Naturgesetz, sondern spiegelt nur die grobe Richtung wieder. Eine etwas schwerere Gitarre kann durchaus besser klingen ( was wiederum ein subjektives Empfinden ist ), wenn die Eckdaten im Gesamten "besser" sind. Soll heißen die Enge und der Verlauf der Maserung und die Holzdichte, der Trocknungszustand blablabla...
Das hier soll nicht zur Physikstunde ausarten.
Am Besten zu Beurteilen ist immer noch das Ohr und das Bauchgefühl geeignet. Und vielleicht ein klein wenig das Wissen, was unter der Decke schlummert. Wie gesagt, es gibt Alternativen zur normalen Standard und ich würde jedem raten, der sich eine Les Paul kaufen will und sich nicht sicher ist, ob er mit den Bohrungen "psychisch klarkommt": Kauft gleich eine Reissue! Dann kommt später nicht das Gefühl auf, das falsche gekauft zu haben.