Stage-Piano klavierähnlicher klingen lassen?

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pianof
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Hallo allerseits,

die Frage wirkt vielleicht zunächst komisch - aber ich hoffe, dass mir jemand Tipps geben kann, ob ich mein Stage-Piano durch ein Lautsprechersystem irgendwie mehr klavierartig klingen lassen kann.

Zur Erklärung: aus beruflichen Gründen wohne ich an zwei Orten. Für meine "Arbeitswohnung" habe ich mir Anfang des Jahres ein Roland RD700-GX gekauft, das ich über gute Kopfhörer (AKG 240) betreibe. Mit dem Klang und dem Spielgefühl war ich zunächst äußerst zufrieden.... leider aber nur solange, bis meine Lebenspartnerin und ich diesen Sommer für unsere gemeinsame Wohnung ein Grotrian Steinweg Klavier angeschafft haben.

Seitdem ist meine Freude an meinem RD700-GX stark gesunken. Wenn ich mich an unser Klavier setze, vergesse ich die Zeit - es klingt einfach unglaublich toll, jeder Akkord macht Spaß. Das Roland klingt seitdem aber irgendwie schal und langweilig. Dabei hat das Roland doch eigentlich für ein Stage Piano schon einen guten Klang und hatte mir zuerst auch richtig gut gefallen.

Jetzt hoffe ich, dass der Unterschied auch am Kopfhörerbetrieb liegen könnte - mal abgesehen davon, dass die Töne auf dem Klavier irgendwie stärker "leben" (weiß nicht, wie ich das sonst ausdrücken soll), füllt das Klavier ja mit seinem Klang auch den Raum aus. Beim Kopfhörerbetrieb an meinem Stage Piano habe ich hingegen das Gefühl, dass der Ton nicht so raumfüllend ist und von der Lautstärke nicht passt (der Ton ist irgendwie immer entweder zu leise oder zu laut, aber nie genau richtig, wie beim Klavier).

Daher überlege ich nun, mir ein Monitorsystem anzuschaffen (oder eine PA?). Bevor ich aber nun ein Studiomonitorsystem o.ä. für viel Geld kaufe, möchte ich doch mal fragen: meint Ihr, dass man mit einem Lautsprechersystem ein Stage Piano stärker klavierartig (und raumfüllend) klingen lassen kann, und würde da sowas wie das hier öfter empfohlene Syrincs M3-220 System reichen oder müsste man tiefer in die Tasche greifen? Oder ist es einfach prinzipiell unmöglich, dass ein Stage Piano so richtig Spaß macht, wenn man regelmäßig auf einem guten Klavier spielen kann? Vielleicht hat ja sonst jemand Vorschläge, wie man ein Stage Piano klavierartiger klingen lassen kann?
 
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Hi,

meine These: Ein D-Piano über Boxen kann gut oder schlecht klingen so wie eben ein Klavier über Boxen abgenommen eine Kunst für sich ist.

Dein D-Piano, wie soll das eine Chance haben, wenn man vom akustischen Abstrahlungsverhalten eines Klaviers schwärmt.

Also D-Piano über Kopfhörer klingt schon hammer finde ich. Ein Schüler hatte testweise hier mal mein Yamaha cp 33 über Kopfhörer gespielt und sagte dann: "So, jetzt setze ich mal die Kopfhörer auf", hatte also gar nicht gemerkt, dass da was über Kopfhörer klingt, so räumlich war das.

Ich kann auch beim Spielen auf dem D-Piano die Zeit verlieren und stundenlang spielen. Das ist eine Einstellungssache, wenn man ein D-Piano mal als Kompromiss, aber als sehr guten Kompromiss anerkannt hat.

Nach längerem Üben auf dem D-Piano kam mir sogar die Tastatur meines auch sehr guten Schimmel-Pianos plötzlich "hakelig" vor.

Also ein STück weit auch eine Sache der "Hör"-Gewohnheit. Wie klingen manche Pianos im Mix auf Pop-Produktionen? Und doch oft so markant, wenn auch "künstlich".

Ich spiele mein D-Piano entweder über Uralt-Kopfhörer und bin zufrieden und ansonsten habe ich hier eine Peavey-Gesangsanlage, auch top.

Unterwegs läuft das D-Piano über verschiedene Anlagen und ich bin oft wieder neu erstaunt über den Sound "mit Seele" und mit "Lebendigkeit".
 
Hallo allerseits,

die Frage wirkt vielleicht zunächst komisch - aber ich hoffe, dass mir jemand Tipps geben kann, ob ich mein Stage-Piano durch ein Lautsprechersystem irgendwie mehr klavierartig klingen lassen kann.

...... Vielleicht hat ja sonst jemand Vorschläge, wie man ein Stage Piano klavierartiger klingen lassen kann?

Hallo !
Die Frage ist berechtigt !
Es gibt verschiedene Methoden, ein Stagepiano "klavierartiger" klingen zu lassen.
Ein gutes Monitorsystem ist da schon mal eine gute Grundlage (z.B. KRK Rockit 5).
Je mehr Lautsprecher, desto besser. Stereo ist gut, 4 Lautsprecher "raumfüllender".
Es macht beim Stagepiano durchaus Sinn, relativ schlechte oder mittig klingende
Lautsprecher mit hochwertigen zu kombinieren und diese lautstärkemäßig aufeinander
abzustimmen. Sehr gute Ergebnisse erziehlt man z.B. zusätzlich ,
wenn man das Stagepiano an ein Stereopaar anschließt
und zusätzlich einen Expander über Midi anschließt und dessen Pianoklang über seperate Monitorboxen abstrahlt
( Es sollten dann allerdings Klangerzeuger verschiedener Firmen sein ). Yamaha und Roland ergänzen sich z.B. ganz gut.
Die oftmals kritisierten Auslöschungen gleichartiger Frequenzen konnte ich beim Zusammenspiel von NP30 + Fantom XR nicht heraushören.
Zugegebenermaßen etwas aufwendig und auch kostspielig.
Man muß auf jeden Fall etwas experimentieren, da nicht jedes Stagepiano mit jedem Soundsystem harmoniert.
Mein Yamaha NP 30 und mein kürzlich verkauftes FP4 hörten sich an meiner Mackie SRM 350 Box und an den KRK´s 5 ziemlich verschieden an.
Bei meiner Korg M50 Workstation ist der Klangunterschied jetzt
weitaus geringer. Sie klingt sogar in der Monovariante nach Klavier.
Und macht mir weitaus mehr Spaß ( in Punkto Klang ) als meine vorher genutzten
Geräte von Roland, Yamaha und GEM ( RPX ).
Leider gibt es keine speziellen Lautsprechersysteme für Stagepianos, die auch die
Resonanzen des Gehäuses wiedergeben, da dies eigentlich im Boxenbau eher unerwünscht ist.
Mit Kopfhörer spiele ich persönlich mittlerweile auch eher ungern,
da es vielleicht hochauflösender klingt, aber auch irgendwie unnatürlich gepuscht.....
Kann natürlich auch an meinen Sennheiser - Kopfhörern liegen.
 
Zunächst einmal stellt sich die Frage, wo der Grund liegt. Ist es das Sound vom D-Piano an sich oder das Wiedergabesystem, sprich die Kopfhörer.
Um den Sound auszuschließen, könntest du dir Beispiele von anderen Klangerzeugern anhören oder auch real aufgenommene akustische Klaviere. Wenn dir das immer noch dünn und wenig räumlich vorkommt, wird es auf jeden Fall auch an den Kopfhörern liegen.

Hier einige Links zu hochwertigen Software-Beispielen. Akustische Klaviere hörst du dir am besten von CDs an (YouTube ist jetzt nicht bekannt für herausragende Klangqualität ;)).

Garritan Steinway
EastWest QuantumLeap Piano
Synthogy Ivory
Steinberg The Grand

BurtaN
 
Naja gut, aber es klingt generell immer alles anders über diverse Kopfhörer, weil Kopfhörer einfach sehr verschieden sind, manche sind etwas Basslastiger, manche das Gegenteil etc.

Meiner Erfahrung nach klingen unterschiedliche Piano-Sounds über den gleichen Kopfhörer einfach zu unterschiedlich und sind nicht wirklich vergleichbar, ich würde also eher die Kopfhörer zum DP aussuchen und nicht umgekehrt ^^ also:

Ich denke das Beste wäre, du nimmst dir von deinem DP etwas auf, brennst es als Wave auf CD nimmst nen CD Player mit gehst in einen Musikladen/Elektrofach-Handel deiner Wahl und probierst einfach die Kopfhörer individuell auf dein DP zugeschnitten durch, hab bei Roland bisher gute Erfahrungen mit Bose gemacht, einfach mal probieren.
 
Hallo allerseits,

vielen Dank für die ganzen Tipps! Um das ganze etwas abzuschwächen: mir macht das Spielen mit dem Roland immer noch viel Spaß; die Mechanik und das Spielerhalten finde ich immer noch großartig, auch im Vergleich mit einem echten Klavier. Nur ist mir halt erst mit der Anschaffung unseres Klaviers der Klangunterschied zum Klavier hinsichtlich Klangfülle und Lebendigkeit bewusst geworden, und damit kommt halt der Appetit den Klang des DP zu verbessern...

Ich werde sicher einige der Tipps aufgreifen - auf jeden Fall werde ich mal die Samples von BurtaN über meine Kopfhörer hören. Ich werde mich auch mal nach einem Monitorsystem umschauen - und den Vorschlag von Talor, zur Auswahl des Monitorsystems eine Aufnahme vom Klavier mitzunehmen, finde ich eine prima Idee.

Hallo Trapp, bis ich mal irgendwas in Richtung Deiner Tipps ausprobieren kann, vergeht sicher noch etwas Zeit (ich habe leider die Midi Features meines DP noch nie benutzt, irgendwann finde ich aber sicher mal Zeit dazu). Ich frage mich allerdings, ob es nicht klingt wie 2 Klaviere, wenn man einen Expander parallel zu DP betreibt? Und hört man keine Latenz, wenn man das Midi in einen Expander routet und dann beides zusammen mischt?

Viele Grüße aus Hannover...
 
Hallo allerseits,

Ich frage mich allerdings, ob es nicht klingt wie 2 Klaviere, wenn man einen Expander parallel zu DP betreibt? Und hört man keine Latenz, wenn man das Midi in einen Expander routet und dann beides zusammen mischt?

Viele Grüße aus Hannover...

Wenn es für meine Ohren künstlich klingen würde, hätte ich es nicht vorgeschlagen.
Das Lautstärkeverhältnis beider Geräte kann man nach persönlichem Geschmack abstimmen. Es gibt keine hörbare Latenz. Der Klang erhält auf jeden Fall mehr Fülle.
 
Ausser den Materialen und den akustischen Gründen, wird sehr oft EIN Aspekt übersehen, der hauptverantwortlich ist für die klangliche Differenz zwischen einem echten Klavier und einem Elektronischen: die Stimmung.

Beim Stimmen eines echten Klavieres ergeben sich halt einige Probleme, aufgrund des "historisch" gewachsenen Notensystems. Ein elektronisches Instrument verwendet meistens (wenn nicht anders eingestellt) die "gleichstufige Stimmung". Die gleichstufige Stimmung ist aber eher ein Kompromiss und ein Klavierstimmer wird ein echtes Klavier nicht genau nach dieser "glattgebügelten" Stimmung stimmen. Ein geschultes Ohr oder der eins zu eins Vergleich, erkennt halt doch Unterschiede, gerade bei Quinten und großen Terzen. Daher kommt das Gefühl, ein echtes Klavier klingt irgendwie anders als ein Elektronisches.
 
Ich glaube nicht, dass Lautsprecher den Sound jetzt unbedingt realistischer machen. Anscheinend ist Dir einfach der Grundsound der Roland-Samples nicht lebendig genug. Damit meine ich jetzt nicht, dass der Roland-Sound schlecht ist, ganz im Gegenteil. Vermutlich wirst Du beim ausprobieren eines Yamaha-Stage jetzt denken, das ist ja viel besser, aber letztlich wird es Dir nach ein paar Wochen vermutlich wieder ähnlich gehen, da einfach alle aktuellen Samples nach einer Weile langweilig werden. Mir geht es zumindest so.

Mit einem Laptop und aktuellen Software-Pianos wie Pianissimo (mein Liebling zur Zeit) oder The Grand fühlt sich das ganze schon viel lebendiger an und abwechslungsreicher an!

Von Pianissimo gibt es eine kostenlose Demo:

http://www.acoustica.com/pianissimo/

Ich persönlich finde das RP-X von GEM immernoch im Hardware-Bereich ungeschlagen, siehe dazu den dazugehörigen Thread:

https://www.musiker-board.de/vb/digitalpianos/174924-gem-rp-x-ist-gekommen-review.html

Zur Zeit kostet es nur 350 EUR:

http://www.musicstore.de/de_DE/EUR/GEM-RP-X-Piano-Expander-der-Promega-Serie/art-KEY0002087-000

Zum Anschließen braucht man nur ein standard Midi-Kabel und dann kannst Du den Kopfhörer in das RP-X anstatt das Stagepiano stecken. Die ganzen Midi-Funktionen des RD-700 brauchst Du da gar nicht für.

Alternativ wäre evtl. auch das meiner Meinung nach übertrieben teure Roland V-Piano etwas für Dich.
 
Hm, also gerade "Bachs 'Wohltemperiertes Klavier" ist ja kompositorisch auch auf die "gleichstufige" Stimmung ausgelegt. Das ist doch eigentlich heute der Stimmstandard.

Werckmeister usw. machen die Klavierstimmer dann eben auf Nachfrage. Aber da eignen sich dann gar nicht alle Klavierstücke für.

Außerdem gibt es bei vielen D-Pianos auch schon die Möglichkeit die anderen Stimm-"Arten" einzustellen.
 
Werckmeister usw. machen die Klavierstimmer dann eben auf Nachfrage. Aber da eignen sich dann gar nicht alle Klavierstücke für.
Grundsätzlich ist Werckmeister schon ziemlich perfekt, wenn man eine Einschränkung beachtet: Es klingt nur für die 'eingestellte' Tonart gut. Da wohl nur wenige Leute einen Klavierstimmer kommen lassen wollen, um mal ein Stück in Es-Dur zu spielen, hat sich die gleichstufige Stimmung durchgesetzt, die da unempfindlicher ist. Einige Digitalpianos bieten die Möglichkeit, das Stimmen mit ein paar Knöpfchen selbst zu erledigen. Damit fehlt zur wohlgestimmten Freude nur noch der Blick in die Bedienungsanleitung. :p
 
Es gibt keine hörbare Latenz. Der Klang erhält auf jeden Fall mehr Fülle.
Vielleicht gerade deswegen: ein Chorus-Effekt wird mittels einer Verzögerung von ca. 15 ms realisiert, was wir noch nicht als Echo wahrnehmen.
 
Vielleicht gerade deswegen: ein Chorus-Effekt wird mittels einer Verzögerung von ca. 15 ms realisiert, was wir noch nicht als Echo wahrnehmen.

In die Richtung denke ich auch immer beim Layern von verschiedenen Expandern. Letztlich ist auch alles Geschmackssache, ich für meinen Teil glaube nicht, dass mir so ein Sound gefallen würde, da ich es lieber drahtig und schlank mag, wie bei Roland beispielsweise. Chrorus stelle ich als erstes überall ab. Hall nehm ich meist nur wenig, höchstens bei grottigen Uralt-Keyboards viel Hall...

Gerade weil es so vom persönlichen Geschmack abhängt verstehe ich auch nicht, wieso Roland oder Yamaha nicht einfach noch mehr Variationen von Ihren Sounds anbieten. Warum bleibt man heute noch bei den üblichen 2 bis vielleicht 7 Variationen und macht da nicht nochmal 40 (ich meine unter Verwendung der selben Samples) draus. Ich denke evtl. wollen die von Roland oder Yamaha halt gerne ihrem eigenen Stil treu bleiben, so nach dem Motto man muss auch erkennen, dass es ein Roland/Yamaha ist! Das wurde auch in Tests zum V-Piano bemängelt, dass er sich trotz allem nach Roland anhört.
 

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