Steh grad auf der Leitung mal wieder: Unterscheidung Moll/Dur bei gleichen Vorzeichen

von jamakasi, 21.04.07.

  1. jamakasi

    jamakasi Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.04.07   #1
    hallöle!

    ich hätte folgende (hoffentlich nicht schon zu oft behandelte) frage bzgl. dem bestimmen von tonarten nach deren vorzeichen. habe leider wohl in der suchfunktion die falschen stichworte eingegeben.

    ich habe vor mir die beiden quintenzirkel für die dur- und molltonarten liegen. so, jetzt gehn wir mal davon aus, im notensystem werden drei "b"´s angegeben. laut zirkel ist nun eine bezeichnung als Es-dur, aber eben auch als c-moll möglich.

    was mach ich denn nun, wenn mir z.b. ein musiklehrer das notenblatt vor die nase knallt und mich fragt "bitte bestimm die tonart" ? woher weiss ich denn nun, ob es sich um Es-dur oder um c-moll handelt ? oder hab ich mal wieder einen kapitalen denkfehler bei mir vorliegen ?

    vielen dank schon mal für jede antwort.

    gruß
    manu
     
  2. philley

    philley Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.04.07   #2
    ich glaube, man muss die motiv-abschliessenden dreiklänge untersuchen. sind die in moll, ist das stück in moll
     
  3. konbom

    konbom Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.04.07   #3
    Sollte dich das wirklich dein Musiklehrer fragen, dann sollte es die meisten Lehrer wohl befriedigen, wenn du sagst, dass es sich entweder um Eb-Dur oder um die parallele Moll-Tonart C-Moll handelt.

    Bei nicht allzu exotischen Stücken kann man die Tonart aber am Schlussakkord bzw. Schlusston erkennen. Dieser gibt sehr häufig den Grundton der Tonart an.

    MfG
     
  4. Orgeltier

    Orgeltier Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.04.07   #4
    Ist jedoch nicht immer so... Bach-Fugen in Moll enden z.B. grundsätzlich in Dur. Am besten du schaust dich ein bisschen um, was sonst noch für Akkorde aufgebaut werden. Meistens kann man aus dem Zusammenhang irgendwie drauf kommen. Ein Dominantseptakkord löst sich z.B. seltenst zu einer Molltonika auf.
     
  5. MaBa

    MaBa HCA Musiktheorie HCA

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    Erstellt: 23.04.07   #5
    Dein Beispiel stimmt so nicht. Gerade in Moll wird die Dominante gerne als Dominant-Septakkord gespielt (=> Harmonisch Moll), um einen zwingenderen Abschluß zu erreichen. Dementsprechend kommt in Moll häufig die Verbindung V7 I- (= D7 t) vor.

    Gruß
     
  6. Roland Kramer

    Roland Kramer Mod Emeritus Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 23.04.07   #6
    Wenn Du ein Stück mit drei B's vor die Nase gesetzt bekommst, dann weißt Du, daß das Tonmaterial von Es-Dur ist - nicht mehr und nicht weniger! (Vorausgesetzt, es sind keine Exoten ... bei Bartok kann das schon ganz anders aussehen, aber das ist nicht der Normalfall.)

    Ob's dann C-moll oder Es-Dur ist - naja, da muss man nach typischen Wendungen (II-V-I, Kadenzen, gibt's Dominantseptakkorde, die sich zu etwas auflösen, was man als tonales Zentrum empfinden kann, usw. ....). G7->c könnte ein Hinweis auf C-Moll sein, Bb7->Es auf Es-Dur.

    (Gegen?-)Beispiel: Wir haben im Chor "Te pauperum refugium" gesungen. Zwei Kreuze als Vorzeichen. War aber kein D-Dur, auch kein H-Moll, sondern Fis-Phrygisch(!), das konnte man am tonalen Zentrum und an der typischen phrygischen Kadenz sehen (prinzipiell zumindest). Aber das ist die Ausnahme: 99.9% solten wohl "normales" Dur oder "normales" Moll sein.


    Grüße
    Roland
     
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