Bin aufs Neue erstaunt wie tief in die "Öko-Kiste" die Argumentationen hier reinreichen. Aber fangen wir mal von Vorne an:
@Dumbledore: Mit "neu-aufrollen" meinte ich weniger, dass sie noch energie-effizienter werden sollen, als dass man sich dieser Technik bedienen könnte um vielleicht auch mal ein paar ungewöhnliche Schaltungsvarianten auch im höherpreisigen Sektor auszuprobieren. Mal abgesehen von der ganzen "Röhre ist immer noch besser als Transistor"-Thematik fände ich sowas wie einen High-End Transistorverstärker auch ganz interessant, aber eben wie gesagt nur interessant, wenn es sowas gäbe. Ich interpretier da jetzt kein Bestreben hinein beim Musikmachen noch aktiv Stromverbrauch zu Minimieren, viel könnte sich das vielleicht ein Hersteller solcher Geräte noch denken. Führt jetzt zu weit, aber ich hoffe ich habs ein bisschen Verständlich machen können.
@Burndown: Geplante Obsoleszent wird demnächst 90!!! Also der Opi wirds schon noch erlebt haben. ;-) Angefangen hats mit dem Glühbirnenkartell vor über 88 Jahren, wo die Lebensdauer der Glühbirne auf teils unter ein 20tel des damals möglichen Wertes gesenkt wurde. Das war ja bis vor kurzen auch noch sehr üblich und ist es wahrscheinlich noch, nur hat die Glühbirne heftig Marktanteile an die LEDs verloren und die werben ja mit Langlebigkeit. Ich will nicht so klingen, als ob ich deinen Standpunkt irgendwie infrage stellen wollte. Das stimmt nicht, ich bin absolut der Meinung, dass Langlebigkeit sich auszahlt und definitiv früher viel besser umgesetzt wurde. Was ich aber immer wieder antreffe in Diskussionen über Nachhaltigkeit ist eine besondere Technologie-Verdrossenheit von denjenigen, die für Langlebigkeit argumentieren, da die meistens das mit den großen Konzerninteressen in einen Topf schmeißen. Klar, die Konzerne haben riesen Einfluss auf die Entwicklungen, es ist aber absolut nicht gesagt, dass Technologie nur für Kurzlebigkeit genutzt werden muss. Da geht sicher noch mehr und ich denke das ist auch notwendig, weil viele Technologien sich heute nur mehr schwer aus den Leben der Menschen entfernen lassen würden. Daher würde ich sagen, versuchen wir doch im Rahmen unseres Möglichen, ein Bewusstsein zu schaffen um auch der Langlebigkeit und Umfeldfreundlichkeit der Technologie Priorität zu geben.
... wieder viel zu weit abgeschweift...
zurück zu Verstärkern. Eine nette Entwicklung der letzten Jahre in Hinblick auf Ressourcen finde ich aber die Flut an kleinen Verstärkern für zuhause und Recording, die den Markt überschwemmt hat. Zumindest für manche Anwendungen hat es da meines Wissens nach früher noch nicht so viel gegeben. Und Strom brauchen die aufgrund der Größe ja auch weniger. Wenn man mit jemandem rechnet, der viel spielt könnte sich das Energietechnisch schon lohnen, auch wenn dafür ein neues Produkt produziert werden musste.
Energie, also meistens Strom, ist hier sowieso einer der Knackpunkte, wie ich finde. In anderen Bereichen, wo es sowohl die Möglichkeit gäbe mit oder ohne Strom dasselbe Ziel zu erreichen, sagen wir zum Beispiel in der Möbeltischlerei oder so (kann man ja auch sehr viel mit Handwerkzeug machen), wäre es sicher nicht verkehrt die Notwendigkeit mancher Elektrifizierter Geräte überhaupt infrage zu stellen. Bei der
E-Gitarre* geht es uns da natürlich etwas anders, da sind wir klanglich auf den Strom angewiesen....
Aber da könnte man sich jetzt sicher argumentativ wieder viel im Kreis drehen.
ich danke wieder für die vielen netten und aufschlussreichen Antworten.
Gute Nacht