Studiobau - Tipps?

von Ingrate, 20.06.07.

  1. Ingrate

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    Erstellt: 20.06.07   #1
    Hi, wir brauchen ein wenig Hilfe von euch. Wir möchten unseren "alten" Bandraum im Dachboden eines Stadels zum Studio umbauen. Im Prinzip haben wir zwei Räume: einen als Regie mit Rigips Trennwand zum Aufnahmeraum. Eine Fensterscheibe zwischen den Räumen in V Art mit zwei ESG Scheiben sind schon in Planung. Nun geht´s uns vorerst um den Aufnahmeraum. Dort soll bedingt durch die Größe zum Großteil Drumrecordings gemacht werden. Es geht nun nicht um Schalldämmung, sondern Klangoptimierung durch Diffussoren, Absorbern und div. Stellwände. Wir dachten an vier Stellwände, die wir um das Drumset platzieren können oder eben bei Ampabnahmen aufstellen können. Wir reden also vom Bassbereich über den Mittenbereich. Was würdet ihr mir da empfehlen.

    Desweiteren wollte ich fragen, was ihr gegen folgendes Problem machen würdet: Ich habe zum Proben ein großes Drumset, dass ich bei Aufnahmen von Fremdbands mit eigenen Drumsets nicht unbedingt abbauen möchte. D.h. Ich kann es evtl. auf die Seite schieben und mit Stellwände abschirmen. So mein Gedanke. Der Raum wäre groß genug.

    Raummaße (BxLxH): 4,40m x 6m x 5,80m
    die Wände auf die Länge sind im 45 Grad Dachwinkel

    Ich hatte vorerst eine Drumkabine um das Drumset gebaut, jedoch aus klanglicher Entfaltung des Sets mit OH Abnahme verzichten wir auf diese.

    Reichen f. Vocalaufnahmen auch Stellwände?

    Ich muß mal schauen, ob ein Kumpel von mir einen Grundriss aufzeichen kann.
     
  2. vesti

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    Erstellt: 20.06.07   #2
    hi

    sry, aber ich kann esg scheiben soundtechnisch überhaupt nicht empfehlen (bin ausgebildeter Glasbautechniker)
    esg = einscheibensicherheitsglas
    Empfehlenswerter VSG = Verbundsicherheitsglas (ab 2 scheiben mit PVB folie oder Giesharz) kombiniert mit/in einer Isolierverglasung...
    D.h. ne iso Verglasung mit einmal Vsg (zb aus 2x6mm) 12mm (oder besser 15mm) ScheibenZwischRaum und eine 6mm float (oder esg) glas scheibe als abschluss. Lieber die scheibe kleiner, aber dafür aus iso... Rentiert sich für die "klangliche" abkopplung von aufnahme und regieraum sicherlich.....(soweit die wände nicht zu dünn sind bzw. aus holz)

    Stellwände für Vocalaufnahmen haben wir auch genommen....ist meiner meinung nach die beste lösung, da man einerseits die stimme abgrenzen kann, aber anderseits doch nicht der ganze raum verloren geht (also die stimme ist nicht zu sehr "isoliert")
    Hör dir doch mal meine aufnahme an...einfach hier klicken bestes beispiel ist der titel "runaway" (nr.6)

    Aufgenommen haben wir mit stellwänden (überzogen mit teppichunterseite 2x) mikrofon Audio Techniker 2020, Dynacord Powermischer (irgendwas mit 1000) und presonus interface

    ist der raum im dachgeschoss? Ist die eine seite sehr hoch und die andere sehr niedrig (also die decke durchgehen schief? 45grad ? )

    mfg

    Vesti
     
  3. Ingrate

    Ingrate Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.06.07   #3
    Habe mal eine Skizze gemacht. Der obere Bereich soll jetzt die Regie werden und der untere der Aufnahmeraum. Was muß ich beim Bau der Stellwände berücksichtigen? Plattenschwinger oder eher was einfacheres?

    Das wegen der Scheibe werde ich mir nochmals überlegen. Ich habe eben diese beiden Scheiben von der Drumkabine übrig. Es kann sogar sein, dass es sich um VSG Scheiben handelt. Praktisch zwei Scheiben mit Folie dazwischen. Aber das sollte nicht das Problem sein, da mein Vater bei einer Glasfirma arbeitet und evtl. auch an Restmaterial rankommt.
     

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  4. vesti

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    Erstellt: 21.06.07   #4
    Hi

    Für mich stellen sich nun ein paar fragen...

    -Ist der komplette dachboden aus holz? (nur die träger balken, oder komplettes skelet?)
    -Aus was sind die wände? (beplankung mit holz, rigibs oder ziegelaufbau?)
    -wie schaut der aufbau der rigipswand zw. regie und aufnahmeraum aus? (einfach, doppelt)

    Wäre sehr interessant zu wissen, um sich mal n besseres bild des raumes und der akkustik zu machen...

    Hab hier mal einen netten link, der dir sicher um einiges weiterhilft!
    Scroll etwas runter, da sind viele beschreibungen.
    Ich selber hab das aber nicht ganz so kompliziert gemacht (meine variante ist eher primitiv)
    Rahmen bauen, und mit günstigsten teppich doppelt bespannen (auf beiden seiten des Rahmens, aber die zum bodengewante seite des teppichs nach aussen)
    Ist auch relativ billig, und geht gut.

    Man müsste eventuell probieren (wenn man mit solchen "stellwänden" arbeitet), das schlagzeug um 90° gegen den UZS zu drehen (einfach um beide situationen zu kennen). Aber damit kenn ich mich ehrlich gesagt zu wenig aus.

    Glasscheibe ist ja kein muss. wir werden bei uns ne billige überwachungscamera in der ebucht kaufen, und diese als "sichtfenster" missbrauchen, da wir einfach keine möglichkeit zum lochausstemmen haben.

    Wie ist die beschaffenheit des bodens?
    Teppich, holz...?

    mfg

    Vesti
     
  5. Ingrate

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    Erstellt: 21.06.07   #5
    Die Schrägen ist aus Holzbalken mit Dampfdichter Folie und ISOVER Isolierung. Darauf befindet sich 2 Lagen 12mm Rigips

    Die Fürste sind aus ca. 30cm Ziegel. Wobei eine Seite sogar doppelt gemauert wurde: eine Aussenwand normal, dann 10cm Isolierung mit Fleesefolie und dann Zeigelwand mit Lochmuster sichbar! Das ist für die akustik schon mal nicht schlecht.

    Tja, da sind wir noch am Grübeln. Ein bekannter in einem Studio meinte, wir sollten einen Betonboden mit Ziegelwand aufstellen. Das geht statisch nicht. D.h. der Boden der Regie ist aus Holzträgerbauweise mit ca. 8cm Verlegeplatten und Holzboden. Darauf befindet sich nun ein Teppich. Darunter Isolierung. Mein Gedanke war nun: eine doppelte Regipswand hochzuziehen und mit Steinwolle zu dämmen. An den Auflageflächen mit Gummi oder Schaumstoff versehen. Evtl. doppelte Türe und doppelte Verglasung rein. Das wird wohl im Moment noch der Knackpunkt sein, wie wir die Trennwand bauen.

    Ach ja: Im Aufnahmeraum haben wir einen Betonboden (war früher mit Autogarage und Betondecke).
     
  6. vesti

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    Erstellt: 21.06.07   #6
    Also, auf was ich beim bau der trennwand achten würde ist folgendes....

    - Erhöhung der masse (schwere bauteile)
    - Mehrschichtiger aufbau

    Vielleicht am besten mit 3facher beplankung.(auf beiden seiten)
    Möglicherweise könnte eine abgehängte decke auch zu einer besseren akustik führen?(im aufnahmeraum)

    Solltest du ein fenster mit einplanen:

    - Fugendichtheit!
    - Befestigung elastisch im Falz (verhindert körperschallübertragungen)
    -Scheibenaufbau (regie --> aufnahmenraum)
    [4/6vsg, 15mmSZR, 12mm] als iso einheit. damit wirst du sicherlich gut fahren....

    Also bei doppelter beplankung (je 12,5mmx2 auf einer seite) und diesem Plan bekommst du schon mal einen schallschutzwert von ca. R=54dB. Das klingt doch schonmal gnaz gut. Du musst aber nach dem plan im link vorgehen (nur eine seite mit steinwolle, usw)

    In Gelochter form könntest du auch eine art "akustik decke" einziehen, wie oben schon erwähnt. nur ob das dann nicht doch ne spur zu kompliziert wird???

    Die bauteile wand und boden würde ich auf alle fälle in irgendweiner wiese mit gummi oder sonstigen trennen, da trittschall so doch sehr gern übertragen wird. "akustisch" getrennt, sollte dies aber kein allzugroßes problem darstellen!
    wenn du in google schallschutz und rigips eingibst, kommen doch sehr viele links mit plänen usw....
    die Türe muss auf alle fälle eine 3fach dichtung haben....
    Ich würde eine doppeltüre vermeiden, weil das doch erhebliche kosten sind, die man sicherlich besser investieren kann (zb. in ne glasscheibe :-)
    Frag halt mal deinen Vater was eine (oben beschriebene) iso verglasung im format 700x500 Kostet...(mm)

    so....hoffe ich hab dir soweit etwas geholfen...

    Mfg

    Vesti
     
  7. Ingrate

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    Erstellt: 21.06.07   #7
    Vielen Dank Vesti... wie würdest denn den Boden verbessern? Angeblich wäre ein Betonboden und Ziegelwände das Optimale. Jedoch habe ich in der Regie "nur" Holzboden mit Teppich.
     
  8. vesti

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    Erstellt: 21.06.07   #8
    bitte....

    Also, du hast ja im aufnahmeraum betonboden und zieglewände (soweit ich das verstanden habe) nur im regieraum nicht...
    Mich würder der teppich nicht stören.
    du kannst ja deinen regieraum im nachhinein mit absorbern usw. "tunen". aber im vorhinein kann man ja nie ganz genau sagen, wies klingt! ich würde das machen, wenn der regieraum eingerichtet ist...(grundlegend kann man drauf achten, das das verhältniss zwischen absorberflächen (also schallschluckende) und Reflexionsflächen (also schallreflektierende) nicht zu weit auseinander liegt. (aber da gibts akkustiker die sich um einiges besser auskennen!!!)
    im nachhinein ist schnell 1qm lochblech mit zb steinwolle dahinter montiert....das muss man halt dann einfach testen (oder vermessen, aber das ist sehr kompliziert (hab da überhauptkeinen plan davon!)

    so....der Betonboden im aufnahmeraum:
    ist das dachgeschoss den im rohbau?
    weist du, ob der boden ein "schwimmender estrich" ist?
    oder ist es einfach ein beton boden?
    solltest du erst einen boden verlegen wollen, würde ich dir entweder teppich oder laminat empfehlen (wobei du mit dem teppich sicher schnellere und günstigere ergebnisse bekommst)
    Bei laminat halt den trittschall schutz nicht vergessen, lieber doppelt nehmen (wenns schon ein aufnahmeraum ist!) aber bei laminat hast du halt schon die erste reflektierende fläche + Die ziegelwände (die warscheinlich verputzt sind) + Rigips! das wird im großen und ganzen erstens um einiges zuviel hallen, und zweitens wird der ton dort sehr hell bzw. verwischt sein. ich glaube das du dort min. 2 seiten mit (zb. noppenschaumstoff) dämmen musst, bzw. absorber aufbauen usw.....(lochblech mit wolle dahinter oder so?)

    danach noch 3-4 "stellwände" und das ding sollte laufen....:-)

    Als tür zum regieraum würd ich dir ne brandschutztüre empfehlen.....die sind einigermaßen schallschluckend (evt. dahinter auch noppenschaumstoff...)

    mfg

    vesti
     
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