studium musikwissenschaft- und dann?

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carma
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hey leute
nachm abi wollte ich beruflich auf jedenfall "IRGENDWAS" mit musik machen... zum klavier - bzw. gesangsstudium reichts bei mir leider nicht und habe mir deswegen gedacht, alternativ musikwissenschaften zu studieren. momentan tendiere ich zu historischen MW. meine frage allerdings ist: was kann ich danach beruflich mit dem studium anfangen?? weil auf taxifahrer zu studieren ist dann doch nicht so meins... ist vlt einer unter euch, der das fach studiert hat und mir einpaar tipps/erfahrungen bzgl zukunftsplanung/berufschancen geben kann?
kann man, wenn man dieses fach studiert hat, auch ein instrument (in meinem fall klavier/gitarre) an einer musikschule unterrichten, auch wenn ich diese instrumente nicht studiert habe? weil irgendeinen nachweis muss man doch bringen...?
habt ihr sonst noch vlt irgendeinen tipp/idee, was man nachm abi bzgl musik machen kann, wo man nicht eine schwere aufnahmeprüfung bestehen muss und trotzdem mit seinem instrument geld verdient ...außer berühmt werden ;)?
danke schomma im voraus, lg :)
 
Eigenschaft
 
Musikwissenschaft als Studiengang ist sehr vielfältig und du kannst dich spezialisieren.
Hier hast du einige Informationen :

http://www.uni-frankfurt.de/studium/studienangebot/magister/ma-muwi.html

http://www.musikwiss.uni-halle.de/4432_209484/209484_209490/209490_209492/

http://www.muwi.uni-freiburg.de/studieren

Es gibt mittlerweile so vielfältige Musikberufe, die unterschiedliche Bedingungen an den Studierenden stellen, dass man kaum noch einen Überblick haben kann. Vielleicht hilft das hier noch:

http://www.popbuero.de/seiten.php?l=Musikberufe

http://www.abi.de/news/studium/medi...m;jsessionid=1264C642AF49809FE8F83DA8D1849622

Beste Grüße
Effjott
 
Effjott ist allemal hilfreich ! Für mich ist es eine horrorvorstellung, wenn jemand, bei dem es "nicht reicht" in die wissenschaft abdriftet und dann als kritiker oder in irgendwelchen gremien sitzend über musiker urteilt und gegebenenfalls entscheidet, was leider oft der fall ist (ich habe auch mal an einem der genannten institute studiert und mit solchen leuten meine liebe not gehabt). Inkompetenz wird gern hinter strammer haltung und intoleranz versteckt.
Aber nichts dagegen, wenn musikwissenschaftler bescheiden einen winkel der großen, weiten welt der musik erkunden und erhellen.
 
hey leute
nachm abi wollte ich beruflich auf jedenfall "IRGENDWAS" mit musik machen... zum klavier - bzw. gesangsstudium reichts bei mir leider nicht und habe mir deswegen gedacht, alternativ musikwissenschaften zu studieren. momentan tendiere ich zu historischen MW. meine frage allerdings ist: was kann ich danach beruflich mit dem studium anfangen?? weil auf taxifahrer zu studieren ist dann doch nicht so meins...
die aufnahmebedingungen grade für musik an manchen hochschulen sind manchmal enorm. wenn jemand lehrer werden will, muten manche studieninhalteteilweise teilweise wie eine farce an. ähnlich wie ein mathe-grundschullehramt student der im studium mit imaginären zahlen und komplexen funktionen jonglieren muss. ich weiß nicht wie ernüchternd es ist, wenn man später in einer realschulklasse ist und den schülern mühevoll notenlesen und das singen von ein paar volksliedern beibringt ("Herr Schulz, wozu brauchen wir den mist denn überhaupt?!").
andererseits: meine freundin hat gestern für eine klausur (musik leistungskurs 12. klasse) gelernt. in ihren aufzeichnungen stand, dass papst gregor um 600 den "gregorianischen choral" erfunden/geschrieben hat... hmm ich habe ihr mal geraten das für die klausur so zu lernen. gute (vor allem motivierte) lehrer braucht es in D.

arbeitsfelder als musikwissenschaftler hmm... wirklich schwer. am institut unserer uni gibt es einige die nicht wissen was sie damit machen. das bachelorsystem ist teilweise gnadenlos. so zwingt es zu einem 2. fach. jemand der sich ganz der musik widmen möchte muss ein ungeliebtes fach mitschleppeen. der umkehrschluss: einige musikwissenschaftler studieren das nur weil sie ein 2. fach brauchen.
ergo solltest du (im falle des bachelorstudiums) dein 2. fach so wählen, dass es mit deinen zukunftsplänen übereinstimmt. BWL (wirtschaft), Kunstgeschichte, psychologie, geschichte...

warum tendierst du zur historischen musikwissenschaft? das ist natürlich auch relativ praxisfern... möglichkeit wäre eine historische aufführungspraxis als schwerpunkt.
da wird viel recherchiert, gelesen, gesucht, gefunden, verloren, wiedergefunden, als fälschung befunden, verworfen... aber bei den historikern gibt es in einigen teilen der musikgeschichte in der tat wohl noch forschungsbedarf. so gibt es "relativ" wenig zu sibelius' schaffen abseits seiner sinfonien/tondichtungen. da wären dann wiederum die skandinavischen sprachen eine wichtige voraussetzung. wenn man musikhistoriker werden will, sollten sprachen (italienisch, französisch, latein) dich nicht abschrecken. am besten fühlst du dich sogar sehr wohl dabei alte dokumente/gehaltslisten/tagebücher zu interpretieren und herauszufinden wann in notre dame was niedergeschrieben wurde. nur so als beispiel. ich intressiere mich für musikgeschichte und lese auch gerne und freiwillig mal das eine oder andere fachbuch... aber so arbeiten möchte ich dann doch nicht :D

an vielen unis gibt es einen Tag der offenen Tür oder auch hochschulinformationstage. die sollten bald sein (frühling) - da kann man in die vorlesungen und seminare rein, und mal zugucken/hören.
 
momentan tendiere ich zu historischen MW. meine frage allerdings ist: was kann ich danach beruflich mit dem studium anfangen??

Dazu gibt's hier was zu lesen.

kann man, wenn man dieses fach studiert hat, auch ein instrument (in meinem fall klavier/gitarre) an einer musikschule unterrichten, auch wenn ich diese instrumente nicht studiert habe?

  • privat kannst du alles unterrichten, was du willst und wozu du dich in der Lage fühlst
  • an einer privaten Musikschule kannst du unterrichten, wenn der Chef zustimmt. Das wird er natürlich nur tun, wenn du eine ordentliche Probestunde hinlegst
  • an einer öffentlichen Musikschule zählt das Votum des Chefs viel, aber wichtig ist auch ein abgeschlossenes musikalisches Studium. Im Regelfall sind Lehrer Dipl.-Instrumentalpädagogen, aber auch Lehramt Musik, Künstlerische Ausbildung, Komposition, Kirchenmusik o.ä. kommt vor
Reine Musikwissenschaftler sind sehr selten an Musikschulen, weil sie im Studium weder eine künstlerische noch eine pädagogische Ausbildung hatten - beides braucht man an Musikschulen.

habt ihr sonst noch vlt irgendeinen tipp/idee, was man nachm abi bzgl musik machen kann, wo man nicht eine schwere aufnahmeprüfung bestehen muss und trotzdem mit seinem instrument geld verdient ...

Wenn du dein Instrument wirklich liebst und dir eine Zukunft als professioneller Musiker vorstellen kannst, ist doch die Aufnahmeprüfung nur eine Prüfung unter vielen und nicht viel anderes als ein Konzert unter etwas verschärften Bedingungen. Deine jahrelange Routine auf dem Instrument sollte dir dabei helfen.

Wenn du diese Routine nicht hast, würde ich auch sonst nicht versuchen, mit dem Instrument Geld zu verdienen, denn um dauerhaft Geld zu verdienen mußt du in Streßsituationen (Studio, Bühne, Konzert) zuverlässige Handwerksarbeit mit evtl. hohem kreativen Anteil erbringen. Das ist für die Dauer eines Berufslebens nur was für Leute, die diese Anforderungen selbst bringen wollen.

Harald
 
hey
vielen dank für eure (hilfreichen!) antworten!
ich denke schon, dass ich das mw studium angehen werde, weils mich halt a) total interessiert und b) ne echte alternative zum studium gitarre/klavier ist. ich hab zwar mit 13 mit gitarre angefangen, mich aber nie ernsthaft auf eine richtung konzentriert, wie klassik z.b, auch wenn ich klassik total liebe. naja dann hab ich eben probleme mim notenlesen und mein gehör...also ein 4 stimmiges diktat bei der aufnahmeprüfung werd ich bestimmt nicht bestehen ;). bin da halt einfach realistisch und mache mir keine großen illusionen... mim klavier hab ich vor zwei jahren erst angefangen, naja und wenn man da ma die konkurrenz ausm asiatischen raum sieht, oder überhaupt die anforderungen bei den aufnahmeprüfungen... :eek:
jedenfalls ist es mir egal was ich später beruflich mache, hauptsache ich kann dabei mein instrument in der hand halten. deswegen mw... :) und privatlehrer ist doch auch ein "chilliger beruf" ;) und bis ich das studium abgeschlossen hab, habe ich ja auch noch was zeit ne ganze menge aufm instrument zu lernen und dann ma sehen... *optimist*
aber das mit dem nebenfach stimmt schon... ich bin mir auch noch garnicht sicher, was ich als nebenfach nehmen werde, weil ichs halt echt "mitschleppen" muss...
 
hallo carma,

ich habe eine freundin, die musikwissenschaft studiert und ich habe selber ein paar seminare in muwi gemacht (als medienwissenschaftler). Also ich würde an die Sache nicht so optimistisch rangehen. Erstmal ist jedes Studium an einer Uni ziemlich schwer und man muss auch in interessanten Themengebieten viele Sachen machen, die absolut nervend sind. Aber da kann ich jetzt viel drüber erzählen. das kann man eh nur durch selber-machen rausfinden.

Was die job-möglichkeiten beztrifft: du könntest zB Chef vom Axel-Springer-Verlag werden, der ist nämlich promovierter musikwissenschaftler und hat letztes Jahr 6 Millionen Euro Grundgehalt bekommen :rolleyes:

Spass beiseite: mit so einem Studium ist die Job-Situation auf gut deutsch beschissen. Die meisten wollen Journalist werden oder an der Uni bleiben. Studiengänge wie Muwi werden aber gerade zu Hauf gestrichen und einen Mangel an Journalisten gibt es auch nicht gerade. Die meisten arbeiten unter miesen Bedingungen für wenig Geld.

Wenn du Privatlehrer werden willst, musst du dir ernsthaft darüber klar werden, dass du kein geregeltes einkommen haben willst. (kranken)versicherungen, arbeitslosengeld etc., um alles musst du dich selber kümmern. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass man als privatlehrer viel verdient (als musikschul-lehrer verdient man schon sehr wenig). Wenn also solche Faktoren wie Familie eine Rolle für dich spielt (in Zukunft), dann würde ich nochmal einen Realitätscheck machen.

Wenn du wirklich das Instrument in der Hand halten möchtest bei der Arbeit, würde ich empfehlen, mir das nötige können draufzuschaffen und an eine musikhochschule zu gehen.
 
Hallo zusammen
Für meine Umfrage unter talentierten Musikern, suche ich Leute, die sich vorstellen können Musik zu ihrem Beruf zu machen. Wir wollen deine Meinung zum Start einer Musikkarriere wissen. Was lief bei Dir /Euch super und was war eher schwierig beim Einstieg in das Musikbusiness.
Auf der Startseite des folgenden Links gibt es noch mehr Infos.

http://www.unipark.de/uc/ik_tu_fb_medwis/45f8/

Gruß und Dank
 
Hallo zusammen
Für meine Umfrage unter talentierten Musikern, suche ich Leute, die sich vorstellen können Musik zu ihrem Beruf zu machen. Wir wollen deine Meinung zum Start einer Musikkarriere wissen. Was lief bei Dir /Euch super und was war eher schwierig beim Einstieg in das Musikbusiness.
Auf der Startseite des folgenden Links gibt es noch mehr Infos.

http://www.unipark.de/uc/ik_tu_fb_medwis/45f8/

Gruß und Dank

Ist das wirklich notwendig? Warst du derjenige, der neulich hier schon mal mit einer Umfrage rumspionieren wollte? Falls du es nicht weißt - aus den Fragen kann man sehr wohl die Identität der einzelnen Benutzers herausfinden - nicht jeder geht über einen Proxy-Server auf die Site, und ihr tracet bestimmt die IP-Adressen aus...

Neenee, das ist nicht freundlich...

PS: Schon das Anklicken des Links gibt Informationen her, die man nicht glauben kann. So läßt sich z.B. die Wohngegend feststellen, womit ein Ranking möglich ist. Wenn es jemand interessiert, dann bitte nur über einen Proxy-Server anschauen.
Die Angaben über die Musikinstrumente, die einer spielt, ergeben ebenfalls wunderbare Info´s, z.B. über die mögliche Ausbildung, den finanziellen Hintergrund (wenn einer mehrere Instrumente spielt und in einer "armen" Gegend wohnt...) etc., ggf. politische, familiäre oder berufliche Hintergründe...
Alle Infos, die hier gewünscht sind, kann man sich auch aus dem Netz ziehen, drum sind sie eigentlich nicht nötig, sondern dienen nur... you know, what I mean...
 
Hallo lieber/ liebe/ liebes carma,

Ich quäle mich seit einiger Zeit auch mit dem Gedanken rum, Musikwissenschaft zu studieren, da es für uns weniger talentierten Musiker oft nicht für mehr reicht.
Ich, für meinen Teil, habe mich dann entschieden in Köln Musikwissenschaft mit Sinologie (oder "Kultur und Gesellschaften Asiens", wie es da heißt) zu studieren. Komischerweise werden diese beiden Studiengänge in dieser Kombination empfohlen. So weit, so schlecht.
Da war ich doch letztens, um meinen Frust über meine Entscheidung zu ertränken, in einer Metaldisko/-café, whatever... Da blieb ich dann irgendwann vor einem Schränckchen mit Prospekten stehen und entdeckte ironischerweise ein Prospekt der Akademie der deutschen pop.
Habe mich mal da schlau gemacht und die bieten wirklich berufsorientierte Studien- und Lehrgänge an. Musikproduzent, Musik-/Eventmanager, Tonmeister,.... usw. So weit, so besser. Gefällt mir das Angebot. Aber wie es so bei Akademien ist kosten die seeeeeeeehr sehr viel. 1500 - 1700 pro "semester" und Kurs. So müsste man für ein Musikproduzentenlehrgang 6 Kurse belegen und ca. 10.000 Euro berappen.
Natürlich gibts unter bestimmten bedingungen Rabatte und vergüstigungen. Eine verzinste Unterstützung bieten die auch an.
Anspruch auf Bafög hat man nicht!
Ich muss mir da noch nen Überblick verschaffen, wie ich das finanzieren könnte...

ansonsten: http://www.deutsche-pop.de/start.shtml
 
Hey Mädels! :D

Hab mal hier rumgestöbert und schmeiß einfach mal meine Ansicht zu solchen Akademien im Allgemeinen und dieser POP im speziellen in den Raum.

Wenn man auf der sicheren Seite sein will, macht man halt eine staatlich anerkannte Ausbildung, da gibts über 500 in Deutschland, oder studiert an einer Hochschule oder Universität.
Das mit den Akademien ist so eine Sache. Viele machen da nen Laden zum Geld verdienen auf, und bieten im Grunde Lehrgänge an, die einfach als Berufsausbildung bezeichnet werden und suggerieren, anerkannt zu sein. Doof nur, dass solche "privaten Einrichtungen" in weiten Grenzen lehren können, was sie wollen. Und ihre Abschlussprüfungen auch selber festlegen, so dass keineswegs die Qualität gesichert ist, sondern nur, dass eine tolle Abschlussquote erreicht wird. Dementsprechend auch diese Bezeichnungen "Diplom" für 6 Monate irgendwas, das noch nicht mal als Teil einer Berufsausbildung durchgehen würde. Können halt erfinden, was sie wollen, aber wenn du dich damit bewirbst, bekommst du meist zu hören, dass diese von der Institution erfundenen Abschlüsse für die von der Institution erfundenen Lehrgänge für die von der Institution erfundenen "Berufsbezeichnungen" das Papier nicht wert sind, auf dem sie gedruckt sind.
Habe ich im Bekanntenkreis mehrfach erlebt. Irgendwelche total anspruchslosen Sachen, die auch als normale Ausbildung existieren, werden mit einer Ausbildungsgebühr belegt, mit nem fancy Diplom belohnt, und hinterher kommt die große Ernüchterung, dass es nicht so toll ist, wie das Institut behauptet hat, sondern dass man sich als Realschüler oder gar Gymnasiast eine teure Ausbildung erkauft hat, die sonst nur für Hauptschulabsolventen gedacht ist. Oder dass man nach 6 Monaten ein "Diplom" in irgendwas bekommt und auf dem Arbeitsamt ausgelacht wird. :rolleyes: (Leider wirklich bei nem Bekannten erlebt...)

Um das noch zu verdeutlichen: ob ihr euch jetzt selber ein "Diplom das zeigt dass ich toll bin als Musiker und so und alles!!!!" ausdruckt, oder Zeit und Geld investiert, um ein ebenso erfundenes und genau so wenig staatlich anerkanntes Stück Papier von einer unseriösen Akademie zu bekommen, ist das gleiche, ihr habt nichts in der Hand. Das bitte zu bedenken.

Ein anderes Problem ist das Selbstbild, das an solchen Einrichtungen vermittelt wird und das die meisten (leider) allzu bereitwillig annehmen: Wir sind etwas besonderes, wenn du irgendwas negatives zu sagen hast, dann bist du ja nur neidisch, dass du nicht an dieser [im Grunde erfundenen] tollen AKADEMIEEEE [bitte mit affektiertem Unterton vorstellen] sein darfst blablabla."
Ist ja klar, wenn man 10000€ zahlt, muss man sich ja schon regelrecht einreden, dass es kein Mist ist.

Um das ganze jetzt objektiver zu machen, als euch nur von meinen Erfahrungen wissen zu lassen (zumal ich mit der POP Akademie ja keine Erfahrungen habe und nur meine Erfahrungen mit anderen Akademien, mein Wissen um die Ausbildung in Deutschland und allgemeine Wachsamkeit beisteuern kann), habe ich die "Ausbildungen", die bei der POP Akademie angeboten werden, mal bei Berufenet gesucht. Die Seite kann ich jedem empfehlen, der zu irgendeiner beruflichen Frage Informationen sucht, es bietet einen unvoreingenommenen und meist sehr umfangreichen Einblick in alles, was mit einer Berufsrichtung zu tun hat...also auch für die unter euch, die nichts mit Musik machen wollen, aber zurzeit nach einer Ausbildung oder einem Studienfach suchen.

http://berufenet.arbeitsagentur.de/berufe/index.jsp

Musikproduzent: findet nix dazu, d.h. das gibts so nicht als Beruf und du wirst mit deinem "Abschluss" als Musikproduzent wohl einfach ausgelacht! :screwy:
Komponist: Studienberuf, ist an einer Hochschule für Musik zu studieren und nicht an einer Privatfirma zu "lernen"
Songwriter: findet nix, aber wer glaubt auch schon daran, dass man allen Ernstes behaupten kann, man habe "eine Ausbildung zum Songwriter gemacht"? Kannste auch an ne VHS gehen, hehehe.

Musiker: kannste an der Hochschule machen, aber auch als schulische Ausbildung, dann sinds 2 bis 6 Jahre und nicht nur so ein paar Kurse.

Eventmanager: offiziell mindestens 2 Jahre Dauer
Musikmanager: zählt als "sonstige Tätigkeit", zu irgendeiner Ausbildung kann ich auf Anhieb nichts finden, ist wohl nur der Vollständigkeit halber aufgeführt, aber bestimmt keine staatlich anerkannte Ausbildung.
Medienmanager: zählt als "Spezialisierung/Funktion", ansonsten siehe Musikmanager

Tonmeister: "Tonmeister/in bzw. Toningenieur/in kann man an Universitäten und Fachhochschulen studieren. Die Regelstudienzeit bis zum Diplomabschluss beträgt mindestens 9 Semester."
Sieht gleich ganz anders aus als deren 2 Semester mit 12 Stunden Unterricht pro Woche, wa? :mad:
Studio-/Live-Tontechniker: gibt es in der Bezeichnung nicht, aber Tontechniker (IHK), und das sollte ja alles sagen, gibt es. Haben die zwar auch dastehen, aber separat! Sehr merkwürdig.
Audiofachkraft. LOL, jetzt fängts aber an. Gibts natürlich nicht, aber noch was: "-fachkraft" ist im Allgemeinen Namensbestandteil von...wie drücke ich das aus...von Berufen, für die man mit Hauptschulabschluss überqualifiziert ist. Ist was für Förderschüler. Also, wollt ihr immer noch Audiofachkraft werden? *gg*
Beatproduzent: kreative Bezeichnung, aber gibts nicht :screwy::screwy::screwy:

Filmproduzent: Jo, träum weiter, gibts natürlich nicht als anerkannten Ausbildungsberuf.
Fotodesigner: Hochschule oder Berufsfachschule. Nunja.

Art Director: Fancy und arbeitslos? Nennt man dann wohl "Lebenskünstler" :D
Mediendesigner: ordentlicher Beruf, der wohl verhunzt wird...

Moderator: findet es so allgemein nicht. Auszug aus Berufenet: "Fernsehmoderator: Wer einen Teilzeitlehrgang absolviert, verbringt einen oder mehrere Abende in der Woche in der Bildungseinrichtung."
Vielleicht könnt ihr dann stattdessen auch in Kernreaktoren eingesetzt werden? :gruebel: Verringert davor bitte euren Wirkungsquerschnitt für Neutronenabsorption! :D
Redakteur: "Ausbildungsberufe - Sonstige". Macht man doch meist entweder als Volontär oder an einer Journalistenschule.

Bedenklich ist auch, was sich unter den FAQs finden lässt.

7. Was wird als schulische Voraussetzung erwartet?
Jeder hat das Recht auf Bildung und Weiterbildung. Gerade in der Musik- und Medienbranche sind Geschick, Kreativität und Teamgeist wichtiger als ein bestimmter Schulabschluss. Erwartet wird daher nur die eigene Einsatzbereitschaft.
8. Muss ich Vorkenntnisse besitzen?
Für die Grundkurse sind i.d.R. keine speziellen Vorkenntnisse erforderlich, nur Eigenständigkeit, Engagement und Leistungsbereitschaft sind von der ersten Stunde an gefragt. Hilfreich sind Englisch- sowie Computer-Grundkenntnisse. Für die Kompositions-Kursmodule ist zudem das Spielen oder das parallele Lernen eines Instruments zu empfehlen, für den Designbereich sind Grundkenntnisse im Zeichnen von Vorteil. Im Kommunikationsbereich wird das Beherrschen der deutschen Sprache vorausgesetzt.

Macht also mal wieder den Anschein, dass es sich an wenig qualifizierte Leute wendet, die nicht wirklich was finden, oder die sich durch Augenwischerei und schöne Worte einlullen lassen, und die "was (besseres) werden wollen". Bauernfängerei. Tausende im Jahr bezahlen, um mit Leuten im Raum zu sitzen, die voller Begeisterung die Zugangsvoraussetzung "Du musst GAR NICHTS können, nur toll sein wollen!" erfüllen.
Auch wenn es einigen nicht passt: Zugangsvoraussetzungen sind ein Indikator von Qualität, denn sonst ist es allzu oft ein Sammelbecken für den Rest. Zukünftige Arbeitgeber informieren sich über sowas.

29. Muss ich eine Aufnahmeprüfung oder einen Eignungstest machen?
Für die Grundkurse gibt es keine Aufnahmeprüfung.
Eben. "Ey alda isch bin da ali isch singe zuhause und isch mach jetzt krass musik aldaaaa isch kann auch rappen!!!! "mein block meine straße meine garage" oder wie ging das aldaa???"

17. Wie sieht das Notensystem aus?
Alle Bewertungen erfolgen in Prozentangabe. Die Hürde für die erwartete ordentliche Leistung liegt bei 70%, ab 80% liegt eine gute, ab 90% eine sehr gute Leistung vor. Ab 95% wird die Bewertung mit Auszeichnung vergeben.

Das Fachwort dafür ist "Bullshit". Ok, das ist gelogen, aber es würde passen :D
Ab 70%, was in der Schule ne 3 ist, kriegt man eine "ordentliche Leistung" bescheinigt, die auf dem Abschlusswisch toll aussieht, und ne 1 schon ab 90%, und nicht 96% wie in der Schule. Bei gleicher Leistung bessere Bewertung. Das nennt man Noteninflation, damit die Abschlüsse vorzeigbar sind.

21. Ist das Deutsche POP-Diplom staatlich anerkannt?
Beim Deutsche POP-Diplom handelt es sich nicht um einen staatlichen Hochschulabschluss. Daher darf auch anschließend die Abkürzung „Dipl.“ nicht im Namen geführt werden. Zweck des Deutsche POP-Diploms ist es, die erfolgreiche Teilnahme an allen Einzelkursen eines Studiengangs auf einen Blick nachzuweisen.

Wenigstens sind die ehrlich. Könnten aber auch hinschreiben, dass es ne Spaßbezeichnung ist, die sie selber erfunden haben und nix wert ist...Siehe oben, ich mag mich nicht allzu oft wiederholen, ne?

22. Ist die Deutsche POP staatlich anerkannt?
Nein, die Deutsche POP ist eine private Akademie.

AHA! Jaaa, so sieht's aus.

37. Was ist, wenn ich Unterricht versäume?
Wer aus privaten oder beruflichen Gründen nicht kommen kann, sollte sich beim Dozenten und den anderen Kursteilnehmern über die versäumten Inhalte informieren. Wer mehr als 30% des Unterrichts versäumt, erhält kein Zertifikat oder Deutsche POP-Diplom.
Hui, an jeder Uni wärste da schon zweimal durchgefallen. In jeder Ausbildung hätte dich der Meister dann schon ausm Fenster geknüppelt. Und zwar mehrfach.


Ich möchte jetzt nicht komplett gegen solche Akademien im Allgemeinen und die POP-Dingsda im besonderen schießen, es mag auch gute geben (aber das sind halt nicht alle), und wer damit glücklich wird oder nen Job findet, soll sich freuen.
Es gibt allerdingsDinge, die man beachten muss:
  • wenn es keine staatlich anerkannte Ausbildung ist (die man auch woanders machen könnte müsste), sondern ein von der Institution erfundener "Lehrgang", der Ausbildung genannt wird, hat man hinterher nichts handfestes und zählt de facto als ungelernter Schulabgänger. Bitte macht euch darüber Gedanken.
  • dann ist es auch egal, wie sich der Abschluss nennt, und besonders die Bezeichnung "Diplom" ist da verräterisch, das gibt es nämlich eigentlich nur in zwei Situationen: nach einem Studium, und da gehört es hin, und nach Ausbildungen, die ja gar nicht mit einem Diplom abgeschlossen werden, dort ist es eine erfundenen und zur Wachsamkeit mahnende Bezeichnung für etwas, dessen Wert man unbedingt prüfen sollte.

Man muss einräumen: nicht für alle Berufe, die man zum Beispiel unter
http://www.popbuero.de/seiten.php?l=Musikberufe
findet, gibts auch ne richtige Ausbildung.

Es wäre also durchaus sinnvoll, eine staatlich anerkannte Ausbildung in der Richtung anzubieten und diese dann durch Unterricht zu ergänzen, der die Besonderheiten für die einzelnen Einsatzgebiete abdeckt. Das ist jetzt eine Überlegung von mir, und hat nix mit der POP Akademie zu tun, die ja den Anschein erweckt, es gebe für solche Beschäftigungen richtige Ausbildungen.

Ok, reicht.
Zuletzt noch eins: für einen "Abschluss" benötigt man bei denen so im Durchschnitt ein halbes Dutzend Kurse, die ein halbes Jahr Dauern und 1-6 Stunden pro Woche in Anspruch nehmen, bei einer "Vollzeitausbildung" macht man maximal 3 zur gleichen Zeit. Zeigt auch schon, dass man nach einem Jahr mit der "Ausbildung" fertig wäre. Nunja.
Worauf ich aber hinaus will: selbst, wenn du alle gleichzeitig belegen könntest, hättest du mit unter 30h pro Woche weniger als jeder Azubi und jeder (nicht faule :D) Student. Der Umfang und der Anspruch der "Lehre" sind also auch daran als gering zu erkennen.

Also, Mädels...passt nur auf, dass ihr in eurem Eifer nicht auf unseriöse Geldmacherei hereinfallt.

Liebe Grüße
 
Hallo Carma,

falls dein Anliegen noch aktuell ist, informier dich doch mal über Holland! Teilweise kannst du dort an den Unis ein Propädeutik-Programm machen, dass dich gezielt auf die Aufnahme-Prüfung vorbereitet... Bin mir nicht mehr sicher, wo ich das gesehen habe, aber guck mal in Utrecht/Hilversum oder in Enschede (Saxion)... In Utrecht gibt es meines Wissens Studiengänge, bei denen du keine Vorkenntnisse haben musst und du alles mehr oder weniger von der Pike auf lernst...
 
In Argentinien, kann man auf öffentlich (staatlich anerkannten ;) Unis "Music Production" studieren.
Heißt also, dass es wohl doch Länder dazu gibt.
 
Musikwissenschaftler die ich kenne, z.B. meine Frau, haben alle Ethnologie (phil. nat.) studiert. Ein solches Studium beinhaltet einiges, z.B. Frühgeschichte, Musikästhetik, Musikarchäologie, Kontrapunkt und Harmonielehre, historische Instrumentenkunde, Notationskunde. Aufführungspraxis, Stilkunde, Altertumskunde, Terminologie, Werkanalyse, Quellenkunde, Musiktheorie, Musikalische Akustik, Musikphysiologie, Musikinformatik, Musikpsychologie, Musiksoziologie, Musikphilosophie, Musikästhetik, Performanzforschung, Biographieforschung, Erkenntnistheorie, Logik, Klassifikation, Messung, Empirik, statistische Analyse, Modellierung, Vorhersage etc..

Die Arbeit nach dem Studium kann vielfältig sein. Zum Beispiel in der Archäologie werden alte Musik Instrumente anhand ausgebrabener, oder gefundener Fragmente rekonstruiert - oder anderer ein Freund von mir ging für sechs Jahre in den Tibet, und macht heute Grundlagen Forschung in Tibetologie, ein anderer ist Professor und Mozartspezialist am hiesigen Musikseminar. Die Ergatterung einer Professur ist oft ein schwieriges Unterfangen, und einige die ich kenne wurden so in die ganze Welt verstreut, weil irgendwo auf der Welt. z.B. in der Bretagne, in Südafrika, Japan oder Neuseeland eine Stelle frei war.
 
Was natürölich auch interessant sein kann! Mich interessieren andere Länder z.B. sehr ;) Wär eine tolle Mischung.
Ich jedoch mache Musikwissenschaft wahrs. nur als Nebenfach, also quasi die Grundausbildung. Weil es mich interessiert.
Als Hauptfach BWL - damit schaut man ja meistens ganz gut aus und wenn es dann irgendwie ins Musikbusiness geht würd ich mich sehr freuen :)
 
Chefredaktoren der Musikabteilung von Radios, und Produzenten von klassischer Musik sind oft auch Musikwissenschaftler
 
Ich weiß, der Thread ist alt..

dennoch wollte ich mich mal erkundigen was du denn nun gemacht hast? Stehe dieses Jahr selbst vor der Entscheidung... Habe im Sommer 09 ABI gemacht und würde gerne "etwas" mit Musik studieren. Zum reinen Musikstudium wird es wohl nicht reichen bzw. möchte ich eigentlich nicht machen.

Musikwissenschaften in Köln klingt da schon ganz nett, auch wenn ich es nur solange studiere bis ich die Aufnahmeprüfung für zB. Lehramt schaffe.
Also, was hast du nun getan und hast du weiteres erfahren was man später mit Musikwissenschaften machen kann?

liebe grüße
 
Ich selber studiere Systematische und Historische Musikwissenschaften an der Uni Hamburg. Aus Erzählungen meiner Vorgänger und Dozenten kann ich sagen: Die Jobchancen sind bei weitem nicht so schlecht wie man vermuten könnte. Egal ob Kulturbetriebe, Plattenfirmen, Künstleragenturen, Theater/Opernhäuser, Rundfunksender, Musikzeitschriften, Musiksoftwarebetriebe... als Musikwissenschaftler ist man ein willkommener Mitarbeiter. Allerdings heißt das nicht, dass man nach dem Studium automatisch sofort einen Job bekommt - Vitamin B ist sehr sehr wichtig. Alle Leute raten einem, schon während des Studiums Praktika in allen möglichen Betrieben zu machen und Kontakte und Beziehungen aufzubauen. Ohne diese Soziale Kompetenz wird man es in diesem Fach wohl sehr schwer haben.

Ansonsten ist das Studium sehr allumfassend und umfangreich. Vor allem wenn man wie ich beide Sparten abdeckt. Allerdings bekommt man häufig das Gefühl, dass man von allem ein bisschen aber nichts so richtig macht. Deswegen ist es wichtig, sich selbst mit dem Fach auseinanderzusetzen und sich auch in der Freizeit mit der Literatur der verschiedenen Fachgebiete zu beschäftigen.
Des weiteren wird man sehr enttäuscht sein, wenn man ein musiknahes Studium erwartet.
Während man in einem Lehramt-Studium noch praktischen Musikunterricht erhält, fällt sowas bei einem Musikwissenschaftsstudium vollkommen unter den Tisch. Sicher, Musik machen in der Freizeit ist noch drin, vor allem weil beinahe alle Leute die das Fach studieren auch selbst Musiker sind und sich so sehr schnell fähige Mitmusiker finden lassen. Allerdings bekommt man in den Veranstaltungen wenig Musik zu hören, man beschäftigt sich wenn überhaupt nur mit elementaren Musikbestandteilen (in der Systematischen MuWi) wie etwa Frequenzen, Schwingungen und Rhythmen, und auch in der Historischen Musikwissenschaft verbringt man die meiste Zeit nur damit, Harmonielehre zu büffeln und allerhand Stücke zu analysieren - aber halt nicht, sie zu spielen.

Wenn du Fragen hast, stehe ich dir gerne zur Verfügung.
 
Hey vielen Dank!
Okay, das es so "trocken" wird hätt ich mir jetzt schon fast gedacht..
Die Jobs die du ansprichst klingen ja schon interessant, ich denke eh das es zum Teil nicht wichtig ist WAS man studiert hat, sondern DAS man studiert hat. Viel geht über die von dir schon angesprochene soziale Kompetenz und Interesse, Engangement.
Bin übrigens noch immer nicht viel weiter.. nur das ich kein Lehrer werden möchte.

Mal sehen was sich noch so ergibt.. Vielleicht starte ich sonst einfach mal mit MuWi und gucke mich in der Zeit mal um. Vielleicht klappts ja auch super und ich bleibe dabei!

Liebe Grüße
 
Ich hatte mich auch mal nach dem Studiengang Musikwissenschaft umgeschaut und bin dabei auch auf Hamburg gestoßen. Ist es also möglich historische und systematische Musikwissenschaften zusammen zu studieren? Ich habe dieses System nicht ganz verstanden. Habe mich aber auch, wenn ich ehrlich bin, noch nicht intensivst damit auseinandergesetzt. Gilt das dann als Hauptfach und Nebenfach oder nur Hauptfach? Wie hoch war der NC denn in Hamburg? Und weißt du in etwa, wie sich dieser Studiengang in Hamburg von den anderen, wie z.B. in Köln, unterscheidet (ich meine wegen der Aufteilung in historische und systematische Musikwissenschaft)?
 

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