Vielleicht kurz Vorweg: Ich schreibe hier jetzt immer Keyboard, weil wir noch nicht wissen, welche Art für dich in Frage kommt. Keyboard ist ja an sich erstmal nur ein Oberbegriff für (meist elektronische, aber eigentlich sogar alle) Tasteninstrumente. Wenn man Keyboard im engeren Sinne sagt, meint man normalerweise die Alleinunterhalter-Keyboards/Arranger - von denen rede ich hier jetzt nicht!
danke für die ausführliche antwort!
mit loopen meine ich tatsächlich das aufnehmen.
Für alles, was mit Aufnahmen zu tun hat, würde ich grundsätzlich immer zum Rechner greifen. Es gibt zwar auch Keyboards, die das können, die sog. Workstations, aber das ist von der Bedienung her eigentlich immer ein Krampf. Am Rechner dagegen hast du einen großen Monitor und kannst einzelne Parts mit der Maus umherschubsen, schneiden usw., das ist einfach viel schöner.
Das bezieht sich allerdings erstmal wirklich nur auf die Aufnehmerei, d.h. woher du deine Klänge nimmst ist davon vollkommen unabhängig. Im Prinzip gibt es da zwei Möglichkeiten:
1) Nutze ein herkömmliches Keyboard und verbinde es mit dem Rechner. Dann kannst du auch unabhängig vom Rechner spielen und alle Klangeinstellungen direkt am Gerät vornehmen, hast aber trotzdem den Komfort des Rechners für die Aufnahmen.
2) Nutze ein reines Midi-Keyboard und erzeuge die Sounds im Rechner. Es gibt Software-Instrumente, die genau das tun und darin auch ziemlich gut sind. Vorteile: Sehr gute Klänge, vergleichsweise niedriger Preis (wenn du bereits einen hinreichend potenten Rechner hast), praktische Integration in die Aufnahmeumgebung. Nachteile: Du kannst überhaupt nicht ohne Computer spielen und die gesamte Klangbearbeitung muss am Rechner passieren. Letzteres mögen viele Leute nicht, weil es immer einen Touch von Büroarbeit hat, die man ggf. ohnehin schon den ganzen Tag macht.
Natürlich kann man das auch noch mischen, aber dann wird es entsprechend teurer, weil du ja quasi die Klangerzeugung doppelt bezahlst. Das würde ich nur in sehr speziellen Situationen empfehlen.
unter Midi habe ich meistens das "verschiedene sounds aufs keyboard bringen und benutzen" verstanden.
Und damit unterliegst du dem üblichen Irrtum

Midi überträgt eben gerade
keine Sounds, weder vom Keyboard weg, noch zum Keyboard hin. Stattdessen fungiert ein Keyboard über Midi als Fernsteuerung für einen anderen Klangerzeuger.
Verstehst du wenigstens ein bisschen in welche Richtung ich will? Oder über was muss ich mir genauer Gedanken machen?
Grundsätzlich kommen mir da folgende Gedanken:
- Aufnahmen wie gesagt immer im Rechner machen, d.h. du brauchst schonmal Software (eine "DAW"). Der m.W. günstigste Einstieg dafür ist
Reaper.
- Wenn du seit 12 Jahren Klavier spielst, hast du vermutlich auch eines, d.h. "ohne Computer spielen können" ist eher kein so großes Argument.
- Du willst viel mit Natursounds arbeiten, auch mit Non-Keyboard-Sounds wie Blasinstrumenten. Dabei dürften Software-Libraries klanglich deutlich im Vorteil sein.
- Generell hast du bei Software den Vorteil, dass es viele vergleichsweise günstige Pakete gibt, die einen klar definierten Umfang haben. Du zahlst nicht, wie bei den meisten Keyboards, einen Haufen an Funktionen und/oder Sounds mit, die du eigentlich gar nicht brauchst.
- Wie sehr willst du an den Sounds schrauben? Willst du überhaupt eigene, "künstliche" Sounds (die müssen nicht unbedingt sehr elektronisch klingen) gestalten, oder geht es dir mehr darum, echte Instrumente möglichst naturgetreu nachzubilden?
- Bedenke, dass viele Naturinstrumente schwierig auf Tasten zu spielen sind. Selbst, wenn du hervorragende Sounds hast ist es extrem schwierig, sie so zu spielen, dass es realistisch klingt.
- In welcher Musikrichtung bewegst du dich ungefähr?
- Würde es dich stören, komplett am Rechner zu arbeiten? Abgesehen vom Einspielen der Noten natürlich, denn das würde ja immer noch über eine normale Klaviatur passieren.
Joa. Soweit vielleicht erstmal...
