Technische Frage: Mein Verstärker wird sehr warm!

von ruedi, 18.05.08.

  1. ruedi

    ruedi Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.05.08   #1
    Hi,

    ich habe seit gestern den JVM 410 von Marshall. Nun habe ich festgestellt, dass der Verstärker die Heizung ersetzen kann, weil er sehr warm wird. Über den Röhren ist ein Gitter, wenn ich meine hand dort drauf lege, ist es zwar nicht heiß, aber wirklich schon ziemlich warm... nach einer halben stunde spielen. Ich kenne mich wirklich nicht gut mit Röhren aus und wollte einfach mal fragen, ob das normal ist, oder ob ich mir da Sorgen um mein Ein und Alles machen muss.

    PS: ich gehe vom verstärker aus dem 1x4 Ohm Ausgang in eine Kustom Box. Dort wähle ich den Mono-Eingang, der ebenfalls 4 Ohm beträgt. ist das richtig?

    Danke für Eure Antworten und einen schönen Sonntag wünsche ich!
     
  2. jesses

    jesses Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.05.08   #2
    ist alles so i.O., die Verstärker werden wirklich so warm, da kannste im Winter die Heizung ausschalten.. ;-)
    die Box haste auch richtig angeschlossen..:great:
     
  3. J.B.Goode

    J.B.Goode Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.05.08   #3

    Am Glaskolben einer Röhre kannst du dir ein Spiegelei braten ;) von daher können die Röhrenverstärker schon heiß werden und verkraften es.

    ja, 4 Ohm an 4 Ohm ist richtig.
     
  4. raphrav

    raphrav Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.05.08   #4
    prinzip einer röhre: http://de.wikipedia.org/wiki/Glühemission - das ist auch der grund, weshalb aus einem röhrenamp nach dem anschalten erst mal nichts kommt - die röhren müssen erst warm sein (und bleiben), bevor sie arbeiten können - und das glühen strahlt halt ab - wie bei einer glühbirne auch, die wird ja auch heiß...
    auch ein transistoramp wird in geringerem maße warm, denn jeder halbleiter, auch der verstärker-ic hat einen nicht unerheblichen leckstrom, d.h. eine deutlich höhere elektrische als musik-, schalt- oder rechenleistung - und diese leistungsdifferenz wird in form von wärme abgegeben. und woher kennen wir dieses phänomen aus dem nichtmusikalischen alltag? richtig, von dem pc, vor dem du grad sitzt und der grad rumlüfterrrauscht, weil deine cpu sonst alles im näheren umkreis grillen würde ;)
    von daher alles im grünen bereich...
     
  5. ruedi

    ruedi Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.05.08   #5
    alles klar, vielen dank! bin beruhigt =)
     
  6. OneStone

    OneStone HCA Röhrenamps HCA

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    Erstellt: 19.05.08   #6
    Die Hitze kommt nur zum kleinen Teil von der Heizung. Beispiel: Eine EL34 hat eine Heizleistung von ca. 9W, aber eine Anodenverlustleistung von 25W und eine Schirmgitterverlustleistung von IIRC 8W. Die auf das Anodenblech und das Schirmgitter auftreffenden Elektronen führen zu der starken Erwärmung, eine EL34, die nur beheizt wird, die kann man noch anfassen.

    Leckstrom ist nicht das Problem sondern der benötigte Ruhestrom in einer Leistungsendstufe zur Vermeidung von Übernahmeverzerrungen. Bei Klasse AB-Gegentaktverstärkern ist dieser aber meist sehr gering und fällt nicht wirklich ins Gewicht. Die Verlustleistung ensteht durch die am Bauteil abfallende Spannung in Verbindung mit dem zu liefernden Ausgangsstrom.

    Eine Schaltleistung ist was anderes, so kann ein MOSFET beispielsweise 20W bei 100V schalten und wird dabei nicht nennenswert warm.

    Beim Computer ist das wieder was ganz anderes. Hier ist das Problem die Kapazität der Schaltung an sich, die umgeladen werden muss, wodurch nicht zu unterschätzende Ströme fließen.

    Das sollte man richtigstellen und auseinanderhalten, da es unterschiedliche Vorgänge sind, die nicht wirklich was miteinander zu tun haben.

    Aber zum Thema: Wie die Vorredner schon festgestellt haben ist die Erwärmung normal und nicht weiter bedenklich :great:

    MfG
    OneStone

    PS: Preisfrage für die Grübler: Wann wird der Verstärker am heißesten, also bei welcher Auslastung der Endstufe?
     
  7. Rockin'Daddy

    Rockin'Daddy Mod Emeritus Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 19.05.08   #7
    Bei null Auslastung? Würde für mich jetzt Sinn ergeben. Wenn der Amp die Leistung zur Verfügung stellt, aber diese Leistung nicht abgefordert wird.

    Bildlich:

    Morgens einen Kaffee und eine Zigarette nach dem Aufstehen und "uuupppsss", da drückt es ganz arg. Ab auf die Keramik und preeeeeesssssseeen. Die Birne wird rot und der Schweiß fließt. Det ist anstrengend!
    Und kaum, daß das Grillfleisch von gestern (Form, Farbe und Konsistenz haben sich nur geringfügig bis gar nicht geändert) in den Tiefspüler taucht, ist die Erleichterung groß und ein zufrieden, debiles Lächeln (gemischt mit Stolz und der Gewissheit, der Tag hat gut begonnen) erfüllt das Gesicht des Hauptdarstellers.

    Aber eine physikalische Erklärung würde mich auch sehr interessieren. Also OneStone, gib mal einen zum Besten!

    mfg

    P.S.: Hab ich was gewonnen? Ich will das Spongebob Kaffeeservice und die Patrick-Unterhosen mit extra großem Eingriff!
     
  8. Kramusha

    Kramusha Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.05.08   #8
    Nix, war falsch :D

    EDIT: Bzw. teilweiße richtig, kommt auf den Arbeitspunkt an :)

    Lg Stefan :)
     
  9. Schinken

    Schinken Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.05.08   #9
    Class A haben doch den höchsten Strom in Ruhe, oder? bei AB isses doch genau anders rum....

    OneStone, bitte korrigieren Sie mich ;)
     
  10. Kramusha

    Kramusha Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.05.08   #10
    Der Strom ist nicht das wichtige, sondern die Verlustleistung :)

    Ich häng mal ein Bild an. Ra ist die Arbeitsgerade und Pa die Verlustleistung der Röhre. Musste im Excel bissi tricksen weil so einfach is des nit ;)

    Edit: Unten ist die Anodenspannung in Volt aufgetragen und links der Anodenstrom in Ampere*100

    Lg Stefan :)
     

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  11. OneStone

    OneStone HCA Röhrenamps HCA

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    Erstellt: 19.05.08   #11
    Stefan, du bekommst ein Bier :D

    Aber gut, das Thema ist erledigt, ich wollte jetzt nur mal diesen Irrglauben, dass "Volle Ausgangsleistung = viel Hitze" beseitigen. Die Wahrheit liegt - abhängig von der Schaltung - bei Klasse AB irgendwo in der Mitte, wie man an Stefans Grafik sehen kann.
    Bei Klasse A ist die Verlustleistung konstant.

    Übersteuerung der Endstufe ist hier nicht mit berücksichtigt.

    MfG OneStone
     
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