Warum sollte man es nicht als II-V-I betrachten?
Ich denke, es sind wieder mal zwei Seiten derselben Medaille.
Betrachtet man die Akkorde einzeln, für sich, ergeben sich mögliche Scales. Also Dorisch für IIm, eine Dominant-Scale für die V7 und ionisch für die I.
Sieht man das Ganze als zusammenhängenden Block, also eine II-V-I in Dur, dann kann man auch "in der Tonart" denken. Also "Ich spiele einfach C-Dur über alles". Dahinter steht ja aber auch keine eigentliche "Tonleiter", sondern ein "Tonvorrat" aus dem man wählen kann, und der ist nun mal in Dur der Gleiche für IIm, V7 und I.
Es ist also eigentlich streng genommen eine Eselsbrücke, die aber natürlich einen sinnvollen Hintergrund hat.
Bei der V7 funktioniert das, wenn keine Alterationen dabei sind. Alterierst Du Töne, dann muss man da natürlich den Tonvorrat entsprechend anpassen und man kann nicht einfach "Dur über alles" spielen.
In einer Moll II-V-I passt dann auch nicht eine Scale über alles. Trotzdem befindet man sich natürlich im "Tonraum" der Molltonika und hat ein besseres Verständnis, wenn man nicht einzelne Akkorde betrachtet, sondern wie sich die Akkordfolge um ein tonales Zentrum gruppiert.
Wenn das mit CST nichts zu tun hat, dann kann ich nichts dafür.
Wenn Du den Song im Stil der Zeit spielst bzw. darüber improvisierst, zu der die CST passt, dann ist das schon in Ordnung.
Man kann natürlich auch im Schubert-Stil oder John Zorn darüber spielen, dann sind das andere stilistische Mittel, für die andere Methoden vielleicht sinnvoller sind.
Ich denke schon, dass wir hier mit CST arbeiten können, und da gibt es schon - cum grano salis - ein "richtig" und "falsch" - im pädagogischen Sinn, also um die Regeln dieses Stils zu lernen und zu verstehen. Vielleicht sind da aber die Ansichten von
@CUDO II und
@HaraldS unterschiedlich?