Zuerst mal: Herzlich willkommen im Musiker-Board!!!
Den Ausführungen meines Vorredners kann ich wenig hinzufügen, auch wenn ich es nicht ganz so hart formuliert hätte. Ich hoffe, du fühlst dich jetzt nicht zu arg "überfahren".
Immerhin hast du dir bei deinem ersten Thread/Post die Mühe gemacht und einigermaßen aussagekräftige Fotos beigefügt.
Für mich sieht die Gitarre danach aus, als wäre sie als Bastelprojekt, für erste Erfahrungen, geeignet. Sieht so aus, als wäre sie nicht in einer professionellen Gitarrenfabrik entstanden. (Schichtholzbody, Machart der Fräsungen, Korpuskanten ziemlich eckig, auch das Tremolo sieht wenig hochwertig aus, etc.)
Wenn du aber wirklich das Tremolo durch eine "Fixed-Bridge" ersetzen willst, dann würde ich dir empfehlen:
- das Tremolo nochmals auflegen/aufschrauben und peinlichst genau die Mensurlänge messen und/oder auf dem Body markieren. Die freie Saitenlänge muß nach dem Umbau exakt dem alten Maß entsprechen. Der Abstand Sattel <-> 12.Bund <-> Steg muß genau gleich sein, sonst wird die Gitarre unspielbar. Gewisse Toleranzen kann man zwar auch bei einem Stop-Tailpiece mit den Saitenreitern ausgleichen, aber Präzision ist hier schon wichtig.
- besorg dir einen Holzklotz (Hartholz, Ahorn, Mahagoni, o.ä.), der etwas kleiner und flacher als das Tremolofach ist. (ca. 2 mm kleiner, bei Bedarf zurecht feilen/raspeln/schleifen). Lege den Klotz in das Tremolofach und markiere den Sitz der neuen Brücke. Bohre nun ein Loch (3-5 mm) für das Saitenerdungskabel so, daß du das Kabel später problemlos von unten an die neue Bridge/Saitenhalter löten kannst, aber achte drauf, daß es nicht im Bereich der Befestigungsschrauben für die Brücke liegt.
- besorge dir PUR-Leim (PU-Leim,Schaumleim) und 2K-Holzspachtel. Fädele nun den vorbereiteten Holzklotz auf das Saitenerdungskabel und benetze sowohl den Boden des Tremolofachs, als auch die Unterseite des Klotzes flächig mit PUR-Leim (Handschuhe tragen! Das ist ein Sauzeugs
) Drück nun den Klotz in das Klebstoffbett und fixiere ihn mit dünnen Holzkeilen im Tremolofach, so daß er vom aufquellenden Leim nicht hochgedrückt werden kann. Er darf ruhig tiefer als die Korpusoberfläche sein, aber auf keinen Fall höher!
- Ist der PUR-Leim ausgehärtet (ca. 1-2 Stunden, gerne auch länger) kannst du die Holzkeile entfernen und auch die seitlichen Schlitze mit PUR-Leim füllen, aber nicht überdosieren, das Zeug quillt ordentlich auf. Herausgequollene, überstehende Klebstoffreste nach dem Aushärten abschneiden/abschleifen.
- Wenn alles geklappt hat und der Klotz etwas tiefer als die Korpusoberfläche sitzt, den 2K-Spachtel nach Anleitung anrühren und Alles glatt spachteln. Lieber etwas mehr auftragen und später bündig schleifen.
- Gitarre nach Wunsch neu lackieren, neue Brücke anzeichnen, bohren und montieren. Das Saitenerdungskabel nicht vergessen.
Sollte das ganze deine handwerklichen Fähigkeiten überschreiten würde ich mich nach einer anderen Gitarre umsehen. Gerade im Einsteigerbereich kriegt man heutzutage schon sehr gute Gitarren für wenig Geld. Gute Anhaltspunkte findest du hier im Anfängerbereich und im Kaufberatungsthread. Oder du schaust mal bei den großen Anbietern (
Thomann*, MusikStore, etc.) nach deren Hausmarken (
Harley Benton*, Jack & Danny). Aber auch Marken wie Squier, Vintage, oder Epiphone haben Gutes und Günstiges. Die Auswahl ist üppig! Zieht man Gebrauchtkauf in Betracht dann sogar riesig!
Edit: Ach ja, und falls die Reparatur- und Selbstbauprofis jetzt hier reinschneien und zurecht meckern wollen, daß PUR-Leim eine so gar nicht "schwingungsfördernde" Verleimart darstellt: Dessen bin ich mir bewußt! Es ging mir um einen möglichst einfachen Umbau in einem Anfänger-DIY-Projekt und keinen 5000,- Euro Holy-Grail-Rework.
