Trompete Yamaha 739

von Naddyyyyy, 25.02.16.

  1. Naddyyyyy

    Naddyyyyy Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    01.11.14
    Zuletzt hier:
    22.12.17
    Beiträge:
    16
    Zustimmungen:
    1
    Kekse:
    0
    Erstellt: 25.02.16   #1
    Guten Tag,
    ich bin auf der Suche nach Infos über das Yamaha Modell 739. Leider findet man im Netz auch nicht viel aufschlussreiches. Vielleicht spielt ja jemand Instrumente aus der alten Yamaha Serie und kann seine Eindrücke mal schreiben. Kann man die Qualität mit den heutigen Yamaha Modellen vergleichen. Hatte irgendwo gelesen , sie entspreche heute etwa den 6000 Serie.
    Über Antworten würde ich mich freuen...
    Liebe Grüße Nadine
     
  2. Claus

    Claus MOD Brass&Keys HCA Tp Moderator HCA

    Im Board seit:
    15.12.09
    Beiträge:
    10.102
    Zustimmungen:
    3.573
    Kekse:
    44.972
    Erstellt: 25.02.16   #2
    Hast Du denn eine 739 oder wurde dir eine angeboten?

    Yamaha hat auch in den 70/80er Jahren einen hohen Qualitäts-Standard, aber das Fertigungsniveau der letzten Jahre ist noch einmal ein ganz anderes Kaliber. Eine bekannte Schwachstelle der Zeit vor rund 40 Jahren das Yamalloy-Problem für Schilke- und Yamaha-Trompeten die zwischen 1972 und 1982 produziert wurden.
    http://www.dallasmusic.org/schilke/Miscellaneous.html#Yamalloy Valves

    Die "Feinheiten" der Trompetenkonstruktion, des Trompetenbaus und die Qualitätskontrollen haben seit ungefähr Mitte der 80er Jahre grundsätzlich ganz erhebliche Fortschritte gemacht.
    Das merkt man seit gut 10-15 Jahren an der allgemeinen Qualität (Spielgefühl, Klang) auch mittelpreisiger und in den letzten Jahren sogar bei ziemlich preisgünstigen Trompeten und es betrifft z.B. eine viel bessere Intonation sowie die Abstimmung des Blaswiderstands.
    Speziell die Fertigungstechnik bei Yamaha ist in den letzten Jahren nur mit dem Wort branchenführend zu bezeichnen und das gilt sogar für alle Serien.

    Das bedeutet aber nicht, dass im Einzelfall einer Trompetenfertigung nicht doch etwas schief gehen kann. Es bedeutet auch nicht, dass die anderen Hersteller und Werkstätten "abgehängt" werden.

    Eigentlich ist es angemessener, eine Trompete individuell zu bewerten.
    Die Serienbezeichnung und evtl. ihr Jahrgang geben bei Markenherstellern eher Rahmendaten für eine groben Einordnung ab - aber was nutzt die schon im Einzelfall?

    Gruß Claus
     
    gefällt mir nicht mehr 1 Person(en) gefällt das
  3. Naddyyyyy

    Naddyyyyy Threadersteller Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    01.11.14
    Zuletzt hier:
    22.12.17
    Beiträge:
    16
    Zustimmungen:
    1
    Kekse:
    0
    Erstellt: 26.02.16   #3
    Vielen lieben Dank,
    für die ausführliche Antwort. Ich hatte genau die Chance eine 739 Yamaha zu bekommen für 250 Euro. Dann war sie auch schon verkauft. Es ist wirklich schwer von der Ferne eine Trompete einzuschätzen. Jetzt habe ich die Möglichkeit für eine Expression, aber da hab ich weder im Bekanntenkreis jemanden und habe noch nie was von gelesen. Denke Sie kommt aus Taiwan, die Saxe sollen ganz gut sein... mh
    Danke jedenfalls für die Antwort Gruss Naddy
     
  4. Claus

    Claus MOD Brass&Keys HCA Tp Moderator HCA

    Im Board seit:
    15.12.09
    Beiträge:
    10.102
    Zustimmungen:
    3.573
    Kekse:
    44.972
    Erstellt: 26.02.16   #4
    Ich hatte vor etlichen Jahren mal ein Altsaxophon von Expression gebraucht und blind zum damaligen halben Neupreis gekauft. Es war verblüffend gut und ging vier Jahre später zum gleichen Preis wieder ohne Probleme weg. Zu den Trompeten aus dem Haus kann ich leider gar nichts sagen.

    Welche Anforderungen hast Du denn an die Trompete?
    Für 450 EUR bekommt Du eine nagelneue YTR-2330 Serie II, damit bist du auf der sicheren Seite.
    Gebraucht solltest Du also je nach Zustand mit 250 - 300 EUR hinkommen.

    Hier spielt sie ein guter Blogger Probe:


    Für wenig mehr kannst Du dich bei einigen Carol Brass (Neuinstrumente) umsehen, bei Interesse kann man das noch genauer diskutieren.

    Bei Trompeten aus den 80er Jahren und den Jahrzehnten davor sind die typischen Schwachpunkte aufgrund der damals viel größeren Fertigungsstreuung:
    Ansprache, Widerstand, Intonation und oft genug hält auch der Klang nicht, was ein Markenname verspricht.
    Diese Probleme begegnen einem heute nur noch vereinzelt, ausgeschlossen sind sie aber nicht!

    Je nach "persönlichem Stil" des Besitzers kommen noch Beschädigungen beim konkreten Exemplar dazu, die sicherlich die Optik, aber im Extremfall auch den Klang oder die Lauffähigeit der Ventile beeinträchtigen können.
    Wurde zu wenig gepflegt (reinigen, anschließend auch innen trocknen lassen und immer gut ölen), dann sind Korrosion und undichte Ventile typische Gefahren.
    Abgenutzer Lack ist kein Problem, solange das Messing nicht allzu stark angegriffen ist

    Instrumente vom "professionellen Trompeter" taugen übrigens nicht zwangsläufig mehr als die eines Laienmusikers, falls dir dieses Argument begegnet.

    Alte Instrumente können wunderbar sein, aber man braucht entweder Glück oder einen langen Atem bei der Anschaffung.
    Junge gebrauchte Instrumente sind wesentlich unproblematischer, selbst einwandfreie professionelle Topexemplare, wie z.B. Yamaha Xeno kann man mit wenigen Jahren auf dem Buckel für rund 1.100 EUR finden.

    Gruß Claus
     
  5. Naddyyyyy

    Naddyyyyy Threadersteller Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    01.11.14
    Zuletzt hier:
    22.12.17
    Beiträge:
    16
    Zustimmungen:
    1
    Kekse:
    0
    Erstellt: 27.02.16   #5
    Guten Morgen,
    vielen Dank für Deine Antwort. Ich möchte eine Trompete mir zulegen, die mich über viele Jahre begleiten kann. Also, eigentlich möchte ich nicht doppelt kaufen. Das mit Carol Brass hatte mich auch schon gereizt. Wenn ich es richtig verstanden habe, könnte man sich aus einem Baukasten eine Trompete zusammenbasteln. Thomann bietet ja als einziger Importeur diese Trompeten an. Ich weiß allerdings nichts über Preise , wenn man sich die Trompete speziell zusammen stellt, es könnte sein, dass es doch viel teurer wird. Außerdem wird man eigen angefertigte Trompeten nicht zurückgeben können, bei Nichtgefallen. Ich bin bisschen ratlos.....
    Lieben Gruß Nadine
     
  6. Claus

    Claus MOD Brass&Keys HCA Tp Moderator HCA

    Im Board seit:
    15.12.09
    Beiträge:
    10.102
    Zustimmungen:
    3.573
    Kekse:
    44.972
    Erstellt: 27.02.16   #6
    Du müsstest halt einmal schreiben, was Du von der Trompete erwartest und wieviel Du investieren willst.

    Carol Brass kann auf Wunsch eine Trompete bauen, aber eigentlich deckt das Angebot von deren fertig angebotenen Modelle bei Thomann bereits die üblichen Ansprüche sehr gut ab.

    Für sich persönlich gebaute Trompeten kauft man aber nicht bei einem Händler, sondern direkt bei demjenigen Blechblasinstrumentenmacher, den man für geeignet hält.
    Dazu muss man nämlich ausprobieren und entscheiden, wie man verschiedene Mundrohre und verschiedene Schallstücke an verschiendenen Korpussen bzw. Maschinen empfindet und was man bevorzugt.

    In Hinsicht Blechblasinstrumentenmacher leben wir in Deutschland sozusagen im Paradies, da es viele hervorragende Werkstätten gibt, die sich über Deutschland und Nachbarländer verteilen. Ich selbst würde in so einem Fall auch lange Anfahrten in Kauf nehmen.
    Handwerklich hochwertige Instrumente aus der Werkstatt beginnen bei ca. 2.500 EUR, in der Praxis landet man eher bei ungefähr 3.000 bis 3.500 EUR, teurer durch Sonderausstattung geht natürlich immer.


    Ein Tip "ins Blaue": zwei der besten Trompeten auf dem Markt für alle normalen (auch professionellen) Ansprüche sind die Yamaha YTR-8335G(S) und deren reversed leadpipe Variante YTR-8335RG(S)
    https://www.thomann.de/de/yamaha_ytr_8335gs_02.htm
    https://www.thomann.de/de/yamaha_ytr_8335rgs_02.htm

    Da Modelle aus deren erster Serie sehr verbreitet sind, findet man häufig Gebrauchtangebote z.B. bei den ebay-Kleinanzeigen.de oder bei Vioworld.de.
    Tadellose Exemplare mit nur ungefähr 4-5 Jahren werden um die 1.100 bis 1.200 EUR gehandelt.
    Die passt von Klassik bis Jazz und Ensemble, Big Band wie Solospiel, ist leicht über alle Register spielbar, aber natürlich nicht so extrem ausgelegt wie z.B. die YTR-8345EM oder YTR-8335LA (meine seit 3 Jahren bevorzugte Trompete).

    Eine deutlich schlichter gebaute und daher preisgünstigere, aber genauso für viele Zwecke bestens spielbare und klingende Trompete wäre die Bach VBS1.
    https://www.thomann.de/de/bach_vbs1s_bbtrompete.htm

    Als Neuinstrument in der gleichen Preisklasse von ca. 1.600 EUR und gebraucht für ungefähr 700 EUR findet man die Yamaha YTR-6335, ebenfalls ein extrem verbreteites und bewährtes "bread & butter horn".
    https://www.thomann.de/de/yamaha_ytr6335_bbtrompete.htm

    Bei Gebrauchtinstrumente würde ich mich außerdem nach manchen Kanstul-Modellen umsehen. Die sind bei uns nicht sehr verbreitet, aber in den professionellen Serien meist hervorragende instrumente und auf dem Gebrauchtmarkt relativ günstig.

    Gruß Claus
     
  7. Naddyyyyy

    Naddyyyyy Threadersteller Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    01.11.14
    Zuletzt hier:
    22.12.17
    Beiträge:
    16
    Zustimmungen:
    1
    Kekse:
    0
    Erstellt: 27.02.16   #7
    Danke für die vielen Infos. Von einer Trompete die ich kaufen möchte, erwarte ich das Sie mitwächst, so dass eben die Trompete nicht irgendwann den Anforderungen nicht mehr genügt. Aber ich möchte auch nicht zu hoch greifen. Da ich auch noch andere Instrumente spiele, werde ich die Trompete nie im High End Bereich nutzen. Wahrscheinlich wäre dann eine Trompete in der Mittelklasse schon das richtige. Manchmal verstehe ich auch nicht warum es so viele Modelle gibt. Von der technischen Seite verstehe ich , das man z.B. bei einem Mundrohr besseres Material nimmt (Zinkfraß). Die Bohrung der Trompete wird nicht eine allzu große Rolle spielen. Die meisten liegen wohl da im ML Bereich, was auch immer eine größere Bohrung für das Spielgefühl beteudet. Dann wären noch die Ventile, für mich wäre es ausreichend mittlere Qualität. Da ich geringere Nutzungsdauer, nicht jeden Tag stundenlang spielen werde. Zu guter Letzt, eben noch das Material für die Trompete, das sollte auf jedenfall gutklingend sein, da würde ich nicht sparen wollen. Wenn wir bei zB. Yamaha bleiben... ist es so die 5000 Serie die ich dann für mich suchen sollte. Anscheinend spielen sich ja alle Yamaha Serien super. Genauso die Frage z.B. Carol Brass.... 4000 er Serie oder 5000 serie? Gefallen tun mir am besten silberne Trompeten.....
    Gruß Naddy
     
  8. Claus

    Claus MOD Brass&Keys HCA Tp Moderator HCA

    Im Board seit:
    15.12.09
    Beiträge:
    10.102
    Zustimmungen:
    3.573
    Kekse:
    44.972
    Erstellt: 27.02.16   #8
    Weil es viele verschiedene Geschmäcker und verschiedene Anforderungen gibt. Die Bohrung allein sagt rein gar nichts über das Spielgefühl aus, das ist (häufig zu lesender) Irrtum.
    Es kommt letztlich auf die gute Abstimmung und perfekte Montage aller Komponenten einer Trompete an, als "Einzelfaktor" sind die Details der Konstruktion des Mundrohrs für das Spielgefühl sehr bedeutend.

    Das einfachste und sinnvollste ist, von Trompeten auszugehen, die nicht auf spezielle Zwecke ausgelegt sind. Solche Trompeten stellen oft Anforderungen an den Spieler, mit denen sich Amateurmusiker weniger wohl fühlen.

    Zum Material: Goldmessing (=mehr Kupferanteil) ist korrosionsbeständiger und im Bezug etwas teurer, aber für den Klang nicht besser als Gelbmessing. Meine Bach Stradivarius und meine Kanstul Trompeten sind allesamt hochwertig, haben Gelbmessingmundrohre und auch nach Jahren bis Jahrzehnten noch keine Korrosion.

    Wenn Du jetzt bei Neuinstrumenten schauen möchtest, dann würde ich an deiner Stelle mit der
    YTR-4335 GSII anfangen statt bei der YTR-5335. Beide Instrumente haben maschinell gefertigte zweiteilige Schallstücke, also was soll's.
    https://www.thomann.de/de/yamaha_ytr_4335_gii.htm
    https://www.thomann.de/de/yamaha_ytr_4335_gsii.htm
    Außerdem ist man bei der 5...er Serie anscheinend noch nicht in Serie II angekommen und im Wiederverkaufspreis dürfte sich das Step Up auch nicht ausreichend bemerkbar machen.

    Vielleicht bist Du damit schon auf Jahre oder alle Zeiten glücklich und gut gepflegt ist sie auch nach etlichen Jahren noch gut zu verkaufen.

    Ein guter Wiederverkaufswert nach einigen Jahren muss sich für Carol Brass erst noch zeigen.
    Als Ausgangspunkt bei Carol Brass würde ich die 5060H wählen, wobei die ein Sterling Silber-Mundrohr mitbringt, edler geht es kaum.
    http://www.carolbrass.com/product.php?i=56
    https://www.thomann.de/de/carol_brass_ctr_5060h_gss_bb_l.htm
    https://www.thomann.de/de/carol_brass_ctr_5060h_gss_bb_s.htm

    Gruß Claus
     
    gefällt mir nicht mehr 1 Person(en) gefällt das
  9. Naddyyyyy

    Naddyyyyy Threadersteller Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    01.11.14
    Zuletzt hier:
    22.12.17
    Beiträge:
    16
    Zustimmungen:
    1
    Kekse:
    0
    Erstellt: 27.02.16   #9
    Super vielen Dank für deine ausführlichen Antworten...... :)
     
Die Seite wird geladen...

mapping