Tutorial "Die Bandpromotion"

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Liebe Leute...

Da mein letzter Workshop so guten Anklang gefunden hat, darf ich als nächstes meinen wohl ausführlichsten zur Verfügung stellen:Die Bandpromotion.

Ich wünsche viel Spass beim Durchlesen, aber Achtung, das Teil ist zeitintensiv!!

So denn:

Ich möchte Euch also nun mit einem Thema konfrontieren, über das sich viele Bands erst einen Kopf machen, wenn es schon viel zu spät ist. Es geht um eine vernünftige Vorbereitung für Band- und Konzertpromotion, die meist schnell über Erfolg oder totale Niederlage eines Gigs entscheidet.

Grundlagen
Wir gehen mal hypothetisch davon aus, dass Ihr über genügend Songmaterial verfügt, die Songs nun langsam im Schlaf spielen könnt und durch harte Booking-Arbeit oder auch durch Zufall die Möglichkeit geboten bekommt, einen Auftritt in einer regionalen Location zu absolvieren.
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Nach der Riesenvorfreude erfolgt dann aber die kalte Ernüchterung, denn außer Euren Freunden, Bekannten und Eltern erscheinen dann später auf dem Gig nur noch Stammgäste des Lokals und ein paar verirrte Besoffene, die sich noch ein Absturz-Bierchen gönnen wollen.
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Kurz gesagt, Ihr habt Euch zwei Wochen im Übungsraum eingeschlossen, die Songs immer und immer wieder bis zum erbrechen geübt, seid hochmotiviert auf die Bühne gesprungen um sie dann 25 Gästen vorzuspielen, von denen 8 auch noch auf der Gästeliste standen... Bitter Bitter.
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Was war passiert? Die Band investierte zwar tausende von Dollars in geiles Equipment ( „mein Verstärker war zu leise, ich hab mir nen fetteren gekauft....“ „... na toll. Dann muß ich mir ja jetzt ne neue Bassrutsche holen. Hab da schon eine im Auge....“
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usw. usw.) und womöglich noch in sündhaft teures Studiomaterial, das eh keine Sau richtig bedienen kann, haben es aber vergessen für den Auftritt ne vernünftige Promotionmaschinerie in Gang zu setzen.
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Damit Ihr diese Fehler nicht macht, versuche ich hier einmal ein paar nützliche Anregungen zu geben.

Grundstock und deshalb enorm wichtig für alle möglichen Promoaktivitäten sind Fotos und Bandinfos. Ihr braucht sie für Eure Bewerbungen bei den Veranstaltern, für Plakatdrucke und um die Presse zu bemustern. Aus diesem Grund müssen sie auch sehr sorgfältig ausgearbeitet werden. Denn es nützt ja nun nichts, einerseits unendlich viel Kohle, Zeit und Nerven in z.B. Plakatdrucke zu blasen, nur um dann festzustellen, dass diese völlig daneben aussehen. Andererseits wirkt eine gut ausgearbeitete Präsentation bei Bewerbungen für Gigs einfach viel professioneller beim Veranstalter und ist deshalb vielleicht eine bessere Basis für die Gagenverhandlungen!!

Die Fotos
Fangen wir also mit den Fotos an...

  • Am billigsten wird es natürlich, wenn Ihr eine/n Freund/in habt, die sich hobbymäßig mit dem Fotografieren beschäftigt. Meistens sind solche Leute ziemlich motiviert und bringen deshalb oft sehr viel mehr Kreativität mit ins Spiel als ein professioneller Fotograf für einen fetten Stundenlohn und außerdem sind sie i.d.R. auch sehr viel preiswerter.

    Aber Achtung!
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    Sorgt dafür, daß Ihr die Rechte des Bildmaterials dem Fotografen mit einer Pauschalen abkauft, um dann hinten auf den Fotos „Abdruck honorarfrei“ draufschreiben zu können. Denn ist das nicht so, dann könnte der Fotograf bei Veröffentlichung in Printmedien ein Honorar verlangen, da er ja der Eigentümer an den Urheberrechten am Bild ist. Von solchen Fotos habt Ihr rein gar nichts, denn die Fotos werden dann schlicht und ergreifend einfach gar nicht erst abgedruckt. (Außer Eure Band heißt „Seeed“ oder „Söhne Mannheims“
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    , aber dann wär das hier eh alles kalter Kaffee).

  • Achtet darauf, dass Ihr beim Fotoshooting Eurem Image entsprechend gekleidet seid und die Location zu Euch passt. Eine Boy-Group passt genauso wenig zu einem Industriegebiet, wie eine Punk-Band vor einem Sonnenblumenfeld...

  • Am besten Ihr macht mehrere verschiedene Motive, denn die Presse vor Ort konkurriert oft untereinander. Ich persönlich empfehle schwarz/weiß Fotos, sie sind universell einsetzbar, Tageszeitungen drucken eh fast ausschließlich nur in schwarz/weiß.

  • Verwendet anstatt seidenmatter Abzüge lieber Hochglanzbilder, viele Zeitungen können seidenmatte Fotos nicht bearbeiten. Außerdem solltet Ihr auf jeden Fall richtige Foto-Abzüge bestellen Gedruckte sind zwar billiger, aber sie sind bereits gerastert. Das kann fatal sein, denn die Zeitungen rastern Ihre Bilder zum drucken auch und dann habt Ihr den sog. gefürchteten „Moiree-Effekt“ auf dem Zeitungsbild, der aussieht als würde das Bild aus kleinen Kästchen zusammengesetzt.

  • Die Fotos müssen auf der Rückseite mit Bandnamen, Kontaktadresse und eventuell mit den Namen der Bandmember beschriftet sein, da Bild- und Textmaterial von verschiedenen Redaktionen bearbeitet werden und es somit zu Verwechslungen kommen kann. Beschriftet aber die Fotos nicht mit einem Kuli oder ähnlichem, das drückt durchs Bild. Am besten man verwendet kleine Aufkleber, die man in Ruhe per Drucker beschriftet.

Ok, soweit ersteinmal zu den Fotos.
Als nächstes folgt PartII "Bandinfos und Pressetexte"...let`s go
 
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So weit so gut. Kommen wir zu:

Bandinformationen, Pressetexte
  • Mindestanforderung an den Inhalt sind natürlich Bandname, Kontaktadresse, Telefon, Fax und E-Mail-Adresse. Sorgt auch hier für ein einigermaßen professionelles Design, also bitte keine Kopien von handbeschriebenen Kästchenpapier. Überhaupt solltet Ihr keine Kopien anfertigen (vor allem wenn auch Bildmaterial mit drauf platziert ist), denn Kopien unterliegen einem mächtigen Qualitätsverlust zum Original.
    Also alles auf dem Drucker auspi...n. Irgendwer wird schon einen einigermaßen Guten zu Hause haben.

  • Der Textinhalt sollte sich nicht auf die Nennung der Mitglieder beschränken (Andy = Gitarre, Stöckchen = Bass und Schmadt= Drums), sondern Eure Besonderheiten hervorheben. Bitte jetzt keine riiiiiiiesen Romane verfassen, sondern genau überlegen was Euch bei der Präsentation wichtig erscheint.

  • Dazu gehört genauso eine klare Formulierung Eure Besonderheiten, wie die Erwähnung möglicher Presse-Rezessionen, als auch (ganz wichtig!) eine klare Musikrichtungsangabe. Damit meine ich jetzt aber nicht „..so ähnlich wie Metallica, mit ein bisschen Black Crows Charakter...“ oder „...Gitarrenrock mit psychedelischen Einflüssen...“, sonder eine klare Beschreibung Eurer Musik, die auch für Laien verständlich ist. Vermeidet abgegriffene Wortspiele wie: „...Popmusik vom Allerfeinsten...“ oder „...herausragende Spielfreude bei den Musikern....“ *gähn*. Am besten Ihr zieht ein paar enge Freunde hinzu die Eure Musik mit ein paar Worten umschreiben sollen, denn Ihr habt wahrscheinlich eh keinen objektiven Bezug mehr zu Eurem Schaffen...
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  • Wenn Ihr es also geschafft habt, eine knackige, auf den Punkt gebrachte, gut strukturierte Bandbiografie hinzubiegen, so versucht gleich noch einmal diesen Text als „Fünfzeiler“ runterzukürzen. Dieser dient der Presse dann als Abdruck-Vorschlag, falls sie nicht eine ganze Seite von Eurem unglaublichen Werdegang drucken wollen. Außerdem hat der Redakteur oft nicht die Zeit und den Nerv aus einer DIN A4 langen Info die Text-Perlen hinauszupicken. Ihr kommt ihm damit entgegen, spart ihm Arbeit und könnt deshalb gut Punkte sammeln.

  • Schwer, sagt ihr? Gut so, denn nach dem „Fünfzeiler“ könnt Ihr das Ganze noch mal auf einen „Einzeiler“ runterstreichen um somit der Presse gleich mögliche Bildunterschriften unter dem Foto mit zu liefern.
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  • Ach übrigens!! Die meisten Redaktionen haben (weil nur monatliche Erscheinungsweise) sehr lange Vorlaufzeiten, i.d.R. müssen Ankündigungen für den Veranstaltungskalender zum 10. oder 15. des Vormonats(!) vorliegen, sonst bekommt Ihr Euer Event nicht mehr hinein.


Soviel zu den Fotos und Texten für`s Konzert-Booking und um die Presse mit Infos zu versorgen. Habt Ihr nun einen Auftritt klar gemacht, geht es an die eigentliche Promotion.

  • Einen wichtigen Part davon habe ich hier schon öfter erwähnt, nämlich die Bemusterung der Presse. Ruft bei der jeweiligen Zeitschrift (Stadt- und Tageszeitungen) an und erkundigt Euch nach dem zuständigen Redakteur bzw. der für Euch richtigen Redaktion (Stadtspiegel, Veranstaltungskalender etc.). Schildert Euer Anliegen und fragt nach, ob Ihr Pressematerial für die und die Veranstaltung zuschicken könnt. Damit ist die Redaktion schon einmal vorgewarnt und Ihr könnt Euch notfalls darauf berufen (Namen vom Telefonpartner notieren!). Fragt vorsichtshalber auch nach, welches Material benötigt wird.


  • Noch ein
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    zu der Pressebemusterung...
    Vergeßt nicht, dem Anschreiben zwei Freikarten mit beizulegen um einen Redakteur und einen Fotografen mit einzuladen. Es gibt sicher keine geilere Promo (egal ob fürs Booking oder um sich bei einem Major vorzustellen
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    ) als Presserezessionen vorzuweisen. Außerdem ärgern sich hinterher alle Leute, die dann in der Zeitung lesen müssen, wie oberfett der Gig am letzten Samstag war und kommen dann bei nächsten Mal ganz bestimmt.

    Wenn wir schon dabei sind, die Presse zu schmieren
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    solltet Ihr gleich noch ein paar CDs oder Freikarten für eine Verlosung unter den Lesern mit anbieten. So erhöhen sich die Chancen auf eine Erwähnung im Veranstaltungskalender ungemein und Ihr habt ganz sicher schon mal fünf Gäste auf dem Gig zu verbuchen (nämlich die Gewinner der Freikarten)
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  • Beendet das Anschreiben auf jeden Fall mit dem Satz „...und stehen Ihnen natürlich gern jederzeit zu einem Interviewtermin zur Verfügung...“ und haltet fest die Daumen, denn wie schon gesagt, die Presse ist ab jetzt Euer bester Freund und schlimmster Feind ;)

Das wars zu den Bandinfos... weiter gehts mit dem Thema
"Plakate Grundlagen"
 
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So, nun kommen wir zu den effektiveren Teil der Konzertwerbung.

Ich will damit nicht sagen, dass die Presseveröffentlichungen schlecht sind, ganz im Gegenteil, aber ich persönlich sehe die Pressepromo (vor allem bei Newcommer-Bands) eher als unterstützendes Medium. Denn sind wir mal ganz ehrlich... Eine Bandvorstellung in der Zeitung, womöglich noch mit Interview und großem Farbfotoabdruck ist zumindest in den großen Metropolen schier unmöglich. Da stehen dann erst mal die richtig fetten Events drin und wenn noch Platz ist, dann kann man sich glücklich schätzen, wenn der „Einzeiler“ noch in den Veranstaltungskalender abgedruckt wird. Aber: Versuch macht kluch.


Viel, viel wichtiger und immer wieder total unterschätzt ist die Plakatwerbung!!!

Kurz vorweg erst mal ne Beschwerde an Euch alle durchgeknallten Musiker
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Ich hörte nun schon mehr als einmal „... Plakatieren? Tut das den Not? Draußen is kalt/heiß/naß/dunkel/hell *bla bla* Na gut, denn muss ich ma eben mit Atze los und so`n bisschen kleistern. Nehmen wir nen 10er Träger mit, dann wird’s wenigsten witzig...“
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Und wenn ich dann durch die Stadt oder Kneipen schaue, sehe ich vielleicht mal ein bis eineinhalb Plakate kleben, die vielleicht schon halb runterhängen, überklebt worden sind und wahrscheinlich keinen Termin drauf notiert haben. Mann. Mann.

Genau so bidde nicht
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Ich will es mal ganz deutlich formulieren:
Meiner Meinung nach gibt es keine bessere Möglichkeit, seinen (vielleicht sogar ersten) Gig anzukündigen. Wie wirbt doch gleich die Deutsche Städte Reklame: „Plakate sieht jeder“. Und diesen Spruch solltet Ihr Euch am Besten auf die Gitarren ritzen!

Denn es ist schon was wahres dran... Ihr könnt das ja mal an Euch selbst beobachten. Man schlendert so durch die Gegend und kommt an einem bekannten Plakatierplatz vorbei. Gerade die Mucker (aber auch jede Menge „Otto-Normalos“) bleiben auf jeden Fall stehen und studieren jedes einzelne Plakat. Oder man steht an der Ampel neben einem Bauzaun bei rot. Ja was soll man denn im Moment auch besseres machen, als entweder mit der lecker Lady im Auto hinter einem zu flirten
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oder aber eben die Plakate am Zaun zu betrachten.

Und wenn man dann abends noch in die Studentenkneipe nebenan geht und das Plakat dann da erneut herumhängen sieht, dann bleibt das auch schon mal im Gedächtnis kleben. Das Ganze über ein paar Wochen vor dem Auftritt und viele Leute wissen einfach Bescheid. Lesen sie dann auch noch eine Vorankündigung von Eurem Gig in einem Stadtmagazin, so kann man 100% davon ausgehen, dass die Leute wenigstens neugierig werden (deshalb auch „unterstützendes Medium“...).

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Also Leute, bitte unterschätzt nicht wie viele Eurer Kollegen die enorme Werbewirksamkeit von Plakat-Ankündigungen. Sie sind das A&O der Promoaktivitäten überhaupt.
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Wie geht man jetzt an eine sinnige Vorbereitung für die Plakatier-Aktion?
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Um es gleich vorweg zu nehmen: Plakate drucken zu lassen ist relativ teuer!! Für 500 Exemplare gehen je nach Qualität schon mal so zwischen 250,- bis 350,- Euro drauf.
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Ich weiß, ich weiß. Geld ist immer das, was am wenigsten zur Verfügung steht (im Gegensatz zu kaltem Bier im Ü-Raum). Aber eine Kollekte unter den Band-Member, die Anzapfung von Omis Sparstrumpf oder aber eben den Kauf der aus Edelholz handgeschnitzten, mit goldenen Tonabnehmern besetzten und von Lenny eingespielten Unikat-Gitarre um ein halbes Jahr verschieben, und das Problem ist gelöst
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Eine weitere, sehr interessante Möglichkeit sich Plakate finanzieren zu lassen, ist das Sponsoring.

Das Prinzip ist denkbar einfach: Man fragt bei Firmen nach, mit denen man sich gut identifizieren kann (aber jetzt nicht alle regionalen Brauereien heiß machen ;) Stichwort Konkurrenz!) und verfährt nach dem Motto: „Quit pro quo“, eine Hand wäscht die andere.

Die Firma kann Ihr Logo auf dem Plakat platzieren und zahlt Euch dafür die Lithos und den Druck. Seht aber zu, dass Ihr die möglichen Kostenfaktoren schon in petto habt, die Sponsorpartner lassen sich natürlich nur überzeugen, wenn Ihr klipp und klar wisst, was Ihr wollt, wie das dann aussieht, was es kostet und vor allem was die Firma dann davon hat. Nämlich eine relativ kostengünstige Werbeaktion quer durch die Stadt bei einer klaren Zielgruppendefinition.


Zurück aber zu den Vorbereitungen für den Plakatdruck.

Ihr solltet Euch bei der Plakatgröße mindestens für DIN A2 , besser für DIN A1 entscheiden. Groß ist zwar auch groß teuer, aber meine Einstellung zur Plakatpromo kennt Ihr ja inzwischen :p

Nachteil beim DIN A1 Format ist, dass man die Teile sehr schlecht in Kneipen und Diskos unterkriegt, da sie ganz einfach zu viel Platz wegnehmen.


Eine völlig geniale Idee habe ich letztens von einer Band „geklaut“ mit der man dieses Problem elegant lösen kann.
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Ihr designt die Plakate zwar auf eine DIN A 1 Länge, aber nur auf DIN A3 Breite!!! (In Zahlen: 84cm x 29,7cm). Somit könnt Ihr zwei Exemplare auf ein DIN A1 Bogen unterkriegen, sie sind von der Breite dann recht gut auch in Kneipen unterzubringen und bei größeren Plakatiermöglichkeiten dann nebeneinandergeklebt genauso groß und auffällig, wie alle anderen Plakate auch.

Weiter gehts mit "Plakatdesign"
 
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Beim Design sind folgende Punkte zu beachten:

  • Wie es der Name schon sagt, die Dinger sollen plakativ, also ins Auge stechend sein. Das bedeutet, das der Bandname noch bei 120 km/h im vorbeirauschen oder mit 2,5 Promille in der Birne aus 20 Metern Entfernung gut zu erkennen sein muss
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    Heißt: Das Band-Logo in jedem Fall GROSS!!

    Zum Thema Band-Logos sei noch angemerkt: Gerade Heavy-Metal-Band haben die Neigung ihr Logo so filigran zu gestalten, dass es nur noch Eingeweihte entziffern können. Für eine effektive Promo macht dies natürlich keinen Sinn. Das Logo muss am besten butterweich reingehen und die Schriftart sollte dies unterstützen.

  • Wenn Ihr noch nicht so bekannt seid, kommt es gut die Musikrichtung des Events zu erwähnen. Z.B. „große Reggae-Party“, „Hardrock-Feuerwerk“ oder ähnliches, damit die experimentellen Konzertgänger hinterher keine Tomaten oder Biergläser auf die Bühne schmeißen, weil sie auf Grund des Bandnamens eine ganz andere Party als angenommen geboten kriegen.
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    Ansonsten würde ich keine weiteren Objekte auf dem Plakat verteilen, das lenkt nur vom wichtigsten ab, nämlich dem Bandnamen.

  • Wollt Ihr nun aber doch noch irgendwas tolles auf dem Plakat präsentieren, so vermeidet wie gesagt bitte irgendwelche feingezeichneten Hintergründe. Alles was geiler als Euer Logo aussieht, verfehlt klar das was Ihr eigentlich wollt. Nämlich, dass sich der potentielle Konzertbesucher gefälligst Euren Bandnamen merkt. Und sonst erst mal nichts!

  • Lasst am Besten das untere drittel des Plakates frei, damit Ihr dann noch auf einem DIN A4 Blatt im Querformat den Veranstaltungsort, Einlass und Showtime, Eintrittspreis usw. darüber tapezieren könnt. (Bei meinen vorgeschlagenen Maßen passt das geradezu ideal *prahl*).
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  • Von Bandfotos auf dem Plakat rate ich übrigens generell ab, denn wenn ein Member die Band verlässt, so könnt Ihr Eure teuren Plakate direkt in den Schredder werfen. Außerdem sehen die Fotos auf dem Plakatdruck eh meistens ziemlich mies aus (außer Ihr entscheidet Euch für eine richtig fette Druckqualität auf saugutem Papier), das schreckt eher ab als das es anzieht.

Qualität ist auch gleich mein nächstes Stichwort:
  • Am preiswertesten ist natürlich der schwarz/weiß Druck, finde ich aber nur für die Hardrock- und Wave-Abteilung sinnig, das passt ganz gut zum Image.

  • Zweifarbendruck sollte es schon mindestens sein, wenn nicht vielleicht sogar ein Vierfarbendruck (je nach Größe von Omis Sparstrumpf)
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    Mit zwei Farben kann man aber schon ne ganze Menge anfangen, viele Farben lassen sich dann noch aus den zwei gegebenen zurechtmischen.

  • Sparen könnt Ihr in jedem Fall an der Papierqualität.
    Da das eine oder andere Plakat an Außenwänden tapeziert wird, solltet Ihr minderwertiges Papier wählen, das hat eine höhere Saugfähigkeit und klebt deshalb auch besser.


*Puhh*... viel Stoff, ich weiss, aber wir habens auch bald und ist ja für nen guten Zweck nicht wahr?? Thema:"Plakatieren"
 
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Kommen wir nun zum eigentlichen Plakatieren:


Soviel zum Design, zum Schluss möchte ich zum Thema plakatieren noch ein paar Allgemeine Sachen erwähnen.

  • Erkundigt Euch vor dem plakatieren nach möglichen Aufhängemöglichkeiten.
    Es macht weder Sinn noch Spaß, mit einem Stapel Papier und einem Eimer Kleister ohne Plan durch die Stadt zu irren um dann später noch ein- zweimal los zu müssen weil man die Hälfte vergessen hat.

    Erkundigt Euch per Rundfahrt, wo man legal (dazu gleich noch mehr) Außenplakatierung vornehmen kann, welche Kneipen in Frage kommen usw. Vielleicht habt Ihr ja Muckerfreund mit Gig- und Plakatiererfahrung, die können Euch dann die Plätze verraten (Bestechungsmöglichkeiten abschätzen!!!)
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    Einige Vorschläge: legale Plakatierplätze wie Wände, Brücken, Bauzäune suchen oder erfragen, alles was mit Studenten zu tun hat, wie Mensa, Studi-Kneipen, Studentenwohnheime, FH und Uni „schwarze Bretter“, Studenten Sportvereine, dann nat. alle anderen Kneipen wo sich Euer mögliches Zielpublikum so rumtreibt, Diskos, Schmuckläden, Restaurants, Theater, Kinos, Schwimmbäder, Dönerhütten

Wenn Ihr nun wisst, wo man seine Plakate loswerden kann, dann geht es auf große Tour.

  • Mindestmaterial zu mitnehmen sind *logisch* die Plakate, die DIN A4 Bogen mit den Details, einen großen Eimer mit angerührtem Kleister (ein paar Stunden vorher anrühren, da er noch ziehen muß!!), einen, besser zwei breite Tapezierpinsel (Witschequast), eine feste, breite Bürste zum andrücken (ist suuperwichtig, gibt nix schlimmeres als ständig mit der Hand anzudrücken, weil ekelig ), ein paar Lappen zum Hände sauberhalten, einen stabilen Knüppel zum Skinhead-Angiff abwehren
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    oder zum gelegentlichen Kleisterumrühren und für die Kneipenplakatiererei noch Tesafilm und stabile Pin-Nadeln.

  • Beim Außenplakatieren bestreicht Ihr am besten erst mal den Untergrund satt mit Kleister, das bindet den Dreck und Staub, der Untergrund kann schon mal Feuchtigkeit saugen und zieht sie nicht vom Kleister auf den Plakaten (halten dann nicht mehr so gut) und die Plakate lassen sich dann noch hervorragend verschieben wenn sie schon an der Wand sind.

    Weiterer Vorteil ist, dass Ihr die Plakate dann erst mal mit der Front leicht an die vorgekleisterte Wand hängen könnt um die Rückseite mit Kleister einzustreichen. Ist leichter und sieht auch professioneller aus, als wenn Ihr den Bürgersteig als Tapeziertisch nutzt.

    Seid bloß nicht geizig beim Kleber auftragen, sonst hängen die Plakate ein paar Stunden später auf halb Acht.
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  • Wenn Ihr an einem bekannten Plakatierplatz tapeziert, so sucht Euch immer Flächen aus, die mit anderen, veralterten Ankündigungen beklebt sind. Optimaler Untergrund!!! Auch wenn die schon halb abgerissen sind oder runterhängen, einfach mal mit dem Witschquatst drüber, andrücken und fertig. Es lohnt sich.
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    Wenn wenig Platz ist, dann kommt bloß nicht auf die Idee, aktuelle Plakate überzukleben. Das ist nicht nur egoistisch und unfair, es gibt womöglich eine schlechte Resonanz darauf und Ihr wollt ja, dass die Leute Euch lieben und nicht hassen :redface:

    Wenn allerdings ein Spezi der Meinung war, er musste jetzt mal so 200 Meter die gesamte Wand mit seiner Ankündigung zukleistern, dann könnt Ihr ohne schlechtem Gewissen ein paar davon überkleben. (Meiner Meinung nach sollte man sowieso alle Plakate von den Typen abreissen, damit die mal wieder irgendetwas merken. Egoismus hasse ich ja wie die Pest und irgendwie haben wir ja alle denselben Auftrag, gell?)

  • Ok, wenn Ihr also schon mal unterwegs seid, dann seht am besten zu, dass Ihr pro Wand eine optimale Fläche nutzt.

    Wie gesagt, jetzt nicht alles dichtmachen, aber so eine Handvoll solltet Ihr wenn möglich schon platzieren. Am besten immer so drei, vier nebeneinander und dann noch mal ein paar Meter weiter zwei, drei und denn noch mal ein paar Meter weiter weg welche. Das hat den Effekt, dass wenn die Leute im vorbeigehen auf die Plakate schauen, bekommen sie meist nicht alles mit, was dort angekündigt wird. Hängen die Plakate in mehreren Abständen zueinander, so besteht eher die Chance, dass sich das Bild und die Ankündigung darauf im Betrachterhirn einnistet.

  • Mit dem plakatieren bitte früh genug anfangen, so 5-6 Wochen vorher sollte es schon los gehen. Dann könnt Ihr nämlich drei Wochen vor dem Gig noch mal los, um überklebte oder abgerissene Plakate zu aktualisieren. Macht nen guten Eindruck.

  • Zum Außenplakatieren sei unbedingt erwähnt, dass die meisten Plätze eher inoffiziell geduldet werden. Nehmt auf jeden Fall nur Flächen, von denen Ihr wisst, dass sie beklebt werden dürfen (z.B. weil da immer plakatiert wird.) Verlegt Eure Aktion mehr in den Nachmittag bzw. Abendstunden, dann gucken die Leute nicht so blöd
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  • Kommt auf gaaaaar keinen Fall auf die Idee freie Plätze wie Wände, Stromkästen, Brückenpfeiler oder Bauzäune zu plakatieren, die noch keine anderen Plakate drauf haben. Es drohen sonst echt empfindliche Strafen.
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    Das allerschlimmste (und allerdümmste) was Ihr allerdings machen könnt, ist Werbeflächen der Städtereklame, also Litfasssäulen oder Werbetafel zu überzukleben. Die Jungs von denen sind da sehr schnell mit bösen Anzeigen und kennen verständlicherweise kein Pardon. Dann lieber schnell durch viele geile Gigs berühmt werden und die Plattenfirmen dann die Litfasssäulen im Auftrag tapezieren lassen
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So, nun ist es aber mal gut mit dem Thema Plakate&Co, zum Schluss noch einen wichtigen
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Wenn der Veranstalter (z.B. außerhalb Eures Wohnortes) anbietet, selbst plakatieren zu lassen, dann verschickt die Plakate nicht zusammengerollt per Post, denn dann gelten sie als Sperrgut und kosten das doppelte an Porto, als wenn ihr sie einmal in der Mitte leicht anfaltet, in einen Karton packt und das dann als Päckchen verschickt!! Spart schon mal wieder ein paar Euros ein.

Jetzt aber wünsche ich Euch erst einmal viel Spaß beim ausarbeiten eines genialen Plakatierkonzepts, gibt sicher ne Menge zu tun.

Auf gehts zum letzten Teil weitere Werbeträger
 
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So, da bin ich wieder
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Kommen wir nun zum finalen Endspurt in Sachen Band- und Konzertpromo....


Wenn Ihr nun also aufgrund guter Fotos, einer repräsentativen Info und guter Bookingarbeit (Workshop zum professionellen Booking werde ich demnächst veröffentlichen) einen Gig organisiert habt, die Bemusterung der Presse erfolgreich in Angriff genommen und Euch gerade die Klamotten mit Kleister eingesaut habt, dann könnt Ihr Euch guten Gewissens schon mal auf die Schulter klopfen, denn die wichtigsten Promoaktivitäten laufen nun auf Hochtouren
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Wollt Ihr nun aber, dass noch mehr kreischende Teenies von Eurem Auftritt erfahren
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oder ihnen einfach solange auf den Sack gehen, dass sie schon aus Mitleid zu Eurem Gig kommen, so könnt Ihr noch einige Aktionen starten.

Wie schon gesagt, doppelt hält besser und manchmal müssen die Leute einfach zu ihrem Glück gezwungen werden.



Sehr werbewirksam und auch echt preiswert zu organisieren sind kleine
Flyer (Handzettel)

  • Man kann mindestens 4 Stück (also DIN A 6) besser noch 8 Stück (DIN A 7) auf einer normalen DIN A4 Seite unterbringen. Einmal auf dem Rechner gestalten, ausdrucken, -zig Mal kopieren, schneiden lassen und dann verteilen...

  • Wer sich den Workshop bis hier aufmerksam durchgelesen hat, dem brauche ich jetzt nicht mehr erklären, warum das Design der Vorlage weder filigran gestaltet, noch mit Fotos besetzt sein sollte. Beim Design würde ich mich sowieso am Plakat als Vorlage halten, hat einfach einen höheren Wiedererkennungswert und wir wollen Euch Euren zukünftigen Fans ja nun ins Gedächtnis hämmern und dort auch möglichst halten
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    Überhaupt solltet Ihr alle Tips, die ich Euch fürs Plakatdesign vermittelt habe dann auch auf die Flyer umsetzen!!

  • Ihr könnt die Flyer überall dort ablegen, wo Ihr auch die Plakate in Kneipen etc. aufhängt. Einfach ein paar auf die Tresen verteilen, die Leute lesen die Dinger dann schon allein aus lauter Langeweile.

  • Schickt Ihr dem Veranstalter ein paar Plakate, dann legt natürlich gleich noch eine handvoll Flyer mit hinein, die kann er dann in seinem Laden verteilen.

  • Um Eure Flyer an die Windschutzscheiben der Autos von Diskobesuchern, Schwimmgästen oder ähnlichen zu klemmen, benötigt Ihr unbedingt die Genehmigung des jeweiligen Ladenbesitzers, denn mögliche Beschwerden gehen dann an ihn und bei Nichtgenehmigung reißt er Euch wahrscheinlich die Füße auf
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  • Eine weitere gute Möglichkeit seine Handzettel noch loszuwerden ist sie an Passanten zu verteilen. Damit meine ich jetzt aber nicht, dass Ihr zu einer anderen Veranstaltung lauft (womöglich noch bei einem konkurierenden Veranstalter) und dort Eure Zettel verteilt. Das hat den Geschmack der wettbewerbswidrigen Behinderung und ist per Gesetz verboten
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    (kein Mensch kann Euch aber dafür belangen, wenn irgend jemand Eure Flyer dort verteilt, immerhin könnt Ihr dem Verteiler ja nicht auf Schritt und Tritt folgen ) :redface:

  • Das Verteilen auf der Straße hingegen ist erlaubt (!), Ihr dürft die Passanten dabei nur nicht in ein Verkaufsgespräch verwickeln (z.B. Eintrittkarten verkaufen).

  • Verboten dagegen ist es, ungefragt das Werbematerial einfach in Postbriefkästen von Privathaushalten zu schmeißen.
    Auch ich habe einen „bitte keine Werbung“ Aufkleber auf meiner Briefkasten und die Firmen von denen ich trotzdem Wurfsendungen erhalte, müssen sich brutale Beschwerdeaktionen von mir über sich ergehen lassen.
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    Also bitte nicht so, Ihr würdet auch nicht gerade Euere Zielgruppe damit erreichen....


Wo wir schon gerade bei den Drucksachen sind, möchte ich Euch noch eine ganz gute Aktion vorschlagen, die ich ebenfalls von einer Band kennengelernt habe.

  • Die haben sich im laufe der Zeit nämlich eine Datenbank eingerichtet und gepflegt, wo Freunde, Verwandte, Interessierte, Muckerkollegen, Fans und Groupies eingetragen werden, um sie dann ungefähr 2 Wochen vor einem Gig mit einem netten Infoblatt auf Ihre Tourdaten aufmerksam zu machen.

    Das zieht ganz gut, Plakat- und Presseankündigungen werden schnell vergessen, ein persönliches Anschreiben an der Pinwand des Empfängers eher nicht. Außerdem fühlen sich die „Fans“ dann unter Umständen angenehm geschmeichelt weil Ihr an sie gedacht habt und kommen dann schon aus reiner Solidarität.

    Im Zeitalter von Multimedia und Internet bietet es sich allerdings geradezu an, seine Gig-Ankündigung per Mailverteiler zu versenden.

    Nichts ist einfacher als ein nettes Anschreiben zu verfassen und das dann an alle möglichen Leute zu mailen. Denkt mal nach, allein durch Euren Freundeskreis kommen da schon ne Menge Adressen zusammen. Die Cracks unter Euch zimmern sich vielleicht eine nette HTML-Seite oder ein geiles Bild mit der Ankündigung zusammen, die dann als Anhang verschickt werden. Aber achtet bitte darauf, dass dieses dann auch optimal konvertiert sind, denn ich finde ja nix schlimmer als einen Anhang, den ich erst ne knappe halbe Stunde runterladen muß. Da gibt es dann auch immer böse Replies...
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Ganz cool und billig kommen auch sog. „Spuckis“.

Das sind diese Papieraufkleber, die oft von politischen Randgruppen als Werbeträger eingesetzt werden. Die sind gut erschwinglich und man kann damit schon so einige Klosetttüren in Diskos zupflastern. Aber nicht erwischen lassen, man könnte dies nämlich als Sachbeschädigung betrachten und dann könnt Ihr erst mal das ganze Pissoir von sämtlichen Tackings befreien.
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So, nun habe ich Euch aber genug Infos zur Konzertpromo in die Birne geschaufelt, ich will ja nicht, dass es zur Überlastung Eurer Speicherkapazität kommt
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Denn immerhin wollt und müsst Ihr ja nun auch noch mal ein bisschen Musik machen, trotzdem hoffe ich Euch ein wenig inspiriert zu haben, damit Euer nächster Gig ausverkauft wird und Ihr so richtig das Haus abrocken könnt
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;)

Deshalb schließe ich diesen Workshop nun und wünsche Euch viel Spaß auf dem Weg gute Promoter zu werden. Have fun...

Martin
 
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dazu fallen mir nur 3 worte ein:
geil
ausführlich
gut beschrieben (sind 2 aber egal ;))
 
ernennt boomshop zum admin ehrenhalber ;)
 
wiedereinmal PeRFEKT :) :eek:
 
hab's jetzt auch durch..... echt nützlich danke
 
da fehlt doch das internet, oder hab ich was übersehn? Na ja es ist auch eine gute möglichkeit für promotion :)
wo wir dabei sind, wenn jemand ne homepage braucht bei mir melden :surprised
 
Ich find's ganz lustig... vieles trifft zu... einiges sehe ich jedoch anders ;)

Schade, das das Internet Thema nur so kurz angeschnitten wurde... das ist nämlich mein persönliches Steckenpferd :D
 
@j.konetzki:
Dann für du doch dein Wissen noch hinzu, um das Tutorial noch etwas zu perfektionieren.
 
Sorry... :redface: mir fehlt es auf Arbeit immer an der Zeit mich etwas eingehender auf ein Thema besinnen... ich schreibe später gerne etwas dazu... ;)
 
Bandpromotion im Internet

Vorab erst mal die Info. Es kostet ein enormen Batzen Geld um auf eine gewisse Art und Weise nach außen hin professionell zu wirken. Studio Produktion und das Band Equipment nehmen zwar den Löwenanteil des Budgets vorweg. Aber die laufenden Kosten für Aufkleber, Autogrammkarten, Plakate, Flyer, Fanclub, Fanartikel, Probenraum, Webhosting, Vertrieb, Produzent, Bandbus, Verbrauchsmaterial, etc. sind in keinem Fall zu verachten! Ihr müsst jedenfalls wissen was Ihr für einen Gig kostet. Verlangt aber keine Unsummen... verkauft euch aber auch nicht unter Wert!

Übersichtlichkeit:

Um im Internet die beste Promotion zu erzielen ist es vorab natürlich sehr wichtig eine Page zu besitzen dessen Inhalt lückenlos und vor allen Dingen auch Fehlerfrei ist. Es kommt gar nicht mal auf ein perfektes Design an. Viel wichtiger ist es den Fans, den Veranstalter, den Literaten, etc. das die Page leicht verständlich ist. Es muss eben alles an seinem Platz sein. Vollständig aber nicht zu viel Inhalt so das die Page mit duzenden Links und Sublinks unübersichtlich wirkt.

Der Fan ist i.d.R faul. Falls etwas nicht wie erwartet funktioniert oder nicht ausreichend beschrieben ist (Hilfe, FAQ) wird im Gästebuch genörgelt. Das sieht bekanntlich nicht so gut aus.

Verzichtet auf Preislisten im Internet. Insofern ein Kunde Interesse zeigt sollte er sich auf elektronischen Weg melden, das Ihr Ihn anrufen könnt oder er ruft euch direkt an. In einem Telefonat kann sich ein Gespräch viel positiver entwickeln als das jemals eine Informationsseite im Internet leisten kann.

Tip: Verzichtet auf eine Übersichtsliste über euer Equipment. Viele Bands und andere Musiker sind heiß darauf zu wissen, was Ihr für ein Equipment habt. Außerdem schmälert Ihr die Gefahr, das euch euer Gear entwendet wird. Bedenkt... das ist euer Sound und der soll ja nicht von einer x-beliebigen anderen Band kopiert werden.

Look’a’Like:

Am besten ist es natürlich, wenn die Page den Aktuellen Autogrammkarten, Postern, Plakaten nachempfunden ist. Das fördert den Wiedererkennungswert. Auch wie schon angesprochen sollte die Page natürlich dem Image der Band entsprechen. Ein späterer Imagewechsel kann sich je nach erlangter Popularität sehr schwierig gestalten.

Historie:

Bandgeschichte bleibt Bandgeschichte. Wenn Ihr euch einmal zu etwas entschieden habt gibt es i.d.R. kein zurück. Im Normalfall ist es so, das sich die Presse gerne auf die Vergangenheit (mit all den Sünden) der Band stürzt und diese gerne in deren Artikeln veröffentlicht. Es ist halt einfach kurz auf die Seite zu gehen, kurz den Artikel per Cut&Paste auszuschneiden und in die Pressemitteilung zu kopieren. Meistens ist es nur leider so, das der somit veröffentliche Presseartikel nicht wirklich auf die derzeitige Situation den Band passt. Sprich.. das ist unangenehm für euch!

Seht also zu, das Ihr euch auf eine kleine Bandgeschichte im Internet beschränkt. Nährt die Presse nur mit Informationen die Ihr für sinnvoll und angemessen haltet. Macht euch die Presse zum Freund, aber lenkt sie.

Insofern Ihr eure gesamte Bandgeschichte trotzdem veröffentlicht wollt, würde ich euch empfehlen diverse Stellen für die Presse schwammig zu gestalten das jene damit nichts anfangen kann.

Aktualität:

Neben all der Promotion ist es vorab grundlegend zu erreichen, dass sich ein Besuch auf der Internetseite lohnen muss. Dies ist sicherlich nicht für jeden Bereich der Seite möglich aber 2 oder 3 Bereiche (News, Bilder, Termine, Gästebuch, Forum) sollten sich wöchentlich eines Updates erfreuen. Ebenfalls wird bei längerer Inaktivität im Gästebuch gemotzt, was wir ja bekanntlich vermeiden wollen. Darüber hinaus sollten längerfristig die Bereiche: Hörproben (Studioproduktion natürlich bevorzugt), Preisausschreiben, und sonstige Infos zu pflegen.

Aktionen:

Eine Aktion muss dezent aber klar ersichtlich sein, sie darf aber nicht nerven bzw. es darf sich keiner davon angegriffen führen. Ich würde einen einmaligen Pop-Up empfehlen der sich bei Bedarf erweitern lässt. Dieser Pop-Up sollte leicht auffällig aber ebenfalls der Page nachempfunden sein.

Sucht die Nähe zu den Fans und schafft ein Online-Portal auf dem Ihr euch mit Ihnen unterhalten könnt. Dieser Kontakt fördert indirekt eine Brücke zu den Fans hält euch aber trotzdem auf Distanz und auf eine gewisse Weise unantastbar. Privates ist nicht mit der Band zu vermischen. Auch wenn Ihr nur Hobby Musiker seit. Insofern Ihr gebucht seid und Geld im Spiel ist erwartet der Veranstalter eine professionelle Musikgruppe die das Geld mehr als wert ist.

Erreichbarkeit:

Vermeidet die Veröffentlichung von privaten Telefon und Handynummern... Der eMail-Kontakt ist je nach Popularität der Band noch zu vertreten. Eine Feedback bzw. Kontakt Seite ist unumgänglich. Viele Leute haben keine eMail Adresse (tatsächlich, so was gibt’s Heute noch). Hierfür müsst Ihr ein Kontaktformular erstellen, was plattformübergreifend funktioniert.

Ganz amüsant sind Mädels, die sich in ein Bandmitglied verlieben, und diesen dann die ganze Nach mit anrufen bombardiert... aber ob das so schön ist für denjenigen der angerufen wird (oder dessen Freundin) stelle ich jetzt mal so dahin...

Kritik:

Reagiert geschlossen auf Kritik. Eine Todsünde ist es eine Kritik zu ignorieren oder falls sie veröffentlicht wurde (Gästebuch etc.) zu löschen. Kritik entsteht wie schon oben erwähnt aus Frust des Fans. Reagiert souverän und geht auf den Kritikpunkt ein, erklärt wie es funktioniert, bzw. gelobt Besserung.
 
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Reaktionen: 5 Benutzer
Dank an die beiden Autoren der Texte für die sehr hilfreichen Tipps.
 
Also ich finde das einfach super von euch beiden....die Texte sind sehr hilfreich
 
Ja, danke an euch beide. Ich hoffe, wir kommen endlich dahin, dass wir die Tips verwerten können.
 
Hallo.

@ j.konetzki:
Vielen Dank für den Abgleich, so macht das für alle wirklich Sinn
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Vielleicht hat ja noch irgendwer ne Idee oder Fragen zu Themen die hierher gehören, die wir aber vergessen haben? Immer her damit!

Bis dahin viele Grüsse
Martin
 
hey.

vielen dank! wirklich sehr interessant :great:

was mich noch interessieren würde ist die sache mit den absprachen bzw. verträgen mit den veranstaltern!
auf was ist zu achten, was muss festgelegt werden usw.!
vielleicht eine kleine anregung für das nächste tutorial!
 

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