Ja, ich weiß - in ein paar Jahren wird man sagen "Wie jetzt, "richtiger Verstärker"? Die hab´ ich doch alle hier in meiner toolbox!" 🙃
...und dann kommt wieder einer mit einem abgeranzten Tweed, hat exakt einen Grund-Sound, ist damit erfolgreich... und alle machen sich wieder auf, ihren heiligen Gral zu suchen.
Es gibt ja nach wie vor genug Profis, die mit Vintage Equipment unterwegs sind, auch live, weil sie Spaß dran haben und/oder es für das Einzig Richtige (TM) halten, ebenso gibt es andere ebensolche Profis die pragmatisch mit den Modellern unterwegs sind.
Wobei ich bleibe: Irgendwann geht es um mehr als "perfekt gespielt und perfekter Sound", irgendwann merkt jede(r), dass man etwas braucht, wo man einfach spielt und Spaß hat und die Zeit vergisst. Und es hat schon was, mit limitierten Möglichkeiten und wenigen haptisch verfügbaren Drehknöppen arbeiten zu "müssen" und zu sehen, wie weit man kommt. Viele Wege führen zum Ziel, und das ist gut so. Wäre halt schön, wenn mehr Leute diese Einstellung hätten.
Aber eben auch - ich brauch' ne Tele und was
Fender-artiges, und schon kann ich loslegen mit dem was ich gerne musikalisch mache. Ich brauche weder nen
Marshall noch irgendwas mit Humbuckern oder die ganzen vielseitigen Möglichkeiten... meinetwegen nur Gitarre, Kabel, Amp, Strom, auf geht's. Und das ist genauso OK wie andere ausgetüfteltere Herangehensweisen.
Ich muss da nicht missionieren, und ein Teil von mir will das gar nicht ... würde mich nämlich freuen, wenn der Vintage-Hype nachlässt und ein paar coole alte Amps wieder erschwinglicher würden.
(Und ein Teil von mir fragt sich immer noch, wann die ersten Kempers ihren Geist aufgeben weil auch die dort verbauten Bauteile ein Lebensende haben und wie dann damit umgegangen wird, aber das ist ja ein anderes Thema für einen anderen Thread)