Warum holt ihr euch nicht einfach das neue Roland AX-Synth, da ist ein Synthesizer eingebaut und man kann ganz einfach z.B. per Gitarren Drahtlosanlage, kabellos operieren.
1. Wer bitte will sich Romplersounds aus dem Fantom umhängen? Umhängekeyboards sind geradezu dazu prädestiniert, analoge oder virtuell-analoge Synths fernzusteuern. Also: Entweder kommt da ein VA rein als Reminiszenz an Liberation und SH-101 (aber bitte kein Roland-VA) oder ein Little Phatty zwecks Liberation-Wiedergeburt oder gar nix.
2. Zumindest ich will drahtloses
MIDI, um damit Analoge oder VAs fernsteuern zu können, und zwar ohne Kabel. Drahtloses
Audio nützt gar nichts, wenn da kein sinnvoller Synth drin steckt, und da steckt kein sinnvoller Synth drin.
Ich denke nicht, dass die andere Sounds haben. Aber das was ich gehört habe, finde ich schon ok. Ähnlich dem Fantom.
Genau das ist ja der springende Punkt. Die Hauptzielgruppe für Keytars wird mit einer Keytar ganz sicher keine Fantom-Sounds spielen wollen. Oder Sounds aus irgendeinem anderen Rompler. Für die ist ein Rompler in einer Keytar eine eklatante Verschwendung von Gewicht, Geld und Strom.
Das Problem ist heute, daß praktisch nur noch Roland sich traut, Keytars zu bauen. Um den Einstieg zu erleichtern und weil sie immer noch nicht gepeilt haben, daß sie die meisten Keytars an die verkaufen könnten, die ohnehin schon stapelweise Synthesizer haben und gar keinen Klangerzeuger für das Ding kaufen müssen, ganz zu schweige davon, daß solche Leute schon mit MIDI umgehen können haben sie in ihre neueste Keytar gleich einen Klangerzeuger eingebaut. Nun ist Roland aber klangerzeugermäßig in einer doofen Lage. Sie haben nämlich kaum Brauchbares. Sie haben:
- nur einen VA, den SH-201, und der ist außerhalb der Tranceszene mehr oder weniger als Spielzeugsynth verschrien
- den V-Synth, aber das ist ein Exot, da kann nich jeder mit üm
- die letzte Fantom-Generation, die in den Junos weiterlebt, aber in einem revolutionären Keyboard kann man den Leuten keine veraltete Klangerzeugung unterjubeln
- die aktuelle Fantom-Generation, die ist zwar ein Rompler, blieb aber unterm Strich als kleinstes Übel nach
Noch schlimmer dran ist fast nur noch Yamaha, der einstige Klangsynthesepionier (FM, Physical Modeling, Formant Shifting...), der sein Sortiment inzwischen aber von allem, was nicht Rompler ist, bereinigt hat.
Optimal wäre, wenn CME in den Keytarmarkt einsteigen würde mit einer formschönen und hoffentlich auch brauchbar verarbeiteten Keytar (44 oder 49 Tasten, und zwar mit Aftertouch). WIDI fest eingebaut wie bei der zweiten UF-Generation. Und wer unbedingt interne Sounds haben will, kann sich einen Plugiator einbauen, der hat dann auch anständige Sounds. Vor allem aber würde CME höchstwahrscheinlich nicht mit irgendwelchen Mondpreisen antreten.
Was bleibt uns sonst noch? Eigenbau in Form von Gurtpins am USB-Studiokeyboard, wobei die Dinger in umgehängtem Zustand mangels Hals eine ergonomische Katastrophe sind. Der Zen Riffer, der nicht mal wirklich eine Keytar ist und deshalb so teuer ist, damit er sich zu 80% aus den Exemplaren finanzieren kann, die Jordan Rudess kauft. Auktionskrimis auf eBay, nach denen man mit sehr viel Glück um ein AX-1 oder AX-7 reicher und mehr als den Neupreis ärmer ist (und da ist dann der Zoll noch nicht mit drin, weil das Teil aus den USA importiert werden muß). Und Minitasten-Keytars aus den 80ern, die auch noch für etliche 100 gehandelt werden, weil sie die einzigen Keytars am Markt für unter 500 sind (selbst für kleine Korgs mit Pins wie Poly-800 und 707 zahlt man sich heute dumm und dämlich, vom Roland SH-101 nebst Griff und der Analogkeytar Moog Liberation ganz zu schweigen).
Martman