@ David_MiS & antipasti: ...gibt es eine derartige Chance (wie Lena sie jetzt hat) nur einmal im Leben, wenn ĂĽberhaupt...
hier gilt es - anstatt "machen lassen und Kaffee trinken"- vielmehr jetzt in Lichtgeschwindigkeit Professionalität zu entwickeln und das in jeder Beziehung und so lange das Eisen im Feuer ist.
EDIT: Ich glaube, du hast uns miĂźverstanden. Der "Kaffee" sollte kein Bild fĂĽr "schluren und rumsumpfen" sein.
Ich kenne Lena und ihre Ziele nicht. Vielleicht ist ihr Ziel ja wirklich, ein Zeit lang "unorthodox auf der Bühne rumzuhopsen", wie du es sagst. Die Möglichkeit ist nicht auszuschließen. Aus einer "eimaligen Chance" (was ja heutzutage auch nicht mehr so ganz stimmt) kann nämlich schnell ganz großer Nerv werden.
In den letzten 15-20 Jahren hat die Grand-Prix-Teinahme gerade bei Newcomern in DE nur selten fĂĽr den riesigen Karrierekick gesorgt. Insofern darf sie etwas entspannter sein, das ganze nicht zu verbissen sehen und sich eventuell eben auch damit anfreunden, dass das Interesse nach dem Grand Prix auch schnell wieder abflaut
Er argumentiert in dem Video ja auch dementsprechend und greift auf, dass sich bestimmte harmonische Strukturen für uns interessant oder eher langweilig anhören und dass unfreiwillige "Verstöße" gegen die Harmonielehre dafür sorgen, dass man es beim Zuhören als unpassend empfindet.
Schon klar... Ich selbst habe da früher zu meiner Musik-LK-Zeit auch mal dran geglaubt und Jahre gebraucht, mir diesen Quatsch wieder abzugewöhnen. Auf Klassik, wo sehr viel Wert auf Form gelegt wird, mag das auch zutreffen - Popmusik ist schwerer berechenbar, da sie viel mit Attitüde zu tun hat.
Die Theorie wirkt ja speziell in diesem Fall, nachdem aus insgesamt 6 Möglichkeiten die vermeintlich schlechtere Version eines Songs zum Siegertitel gewählt wurde, doch irgendwie haltlos und zeigt auch wieder mal, dass sich Volkes Ohr in der Realität recht wenig um die Harmonielehre schert.
Mit ähnlichen Argumenten kann man auch Daniel Küblböck loben. Ich habe eh den Eindruck, dass Lena so ein das Äquivalent zu ihm für Künstler und Intellektuelle ist. In beiden Fällen steht nicht gesangliches Können im Mittelpunkt, sondern Andersartigkeit und Bühnenpräsenz.
Ich selbst empfinde Lena überhaupt nicht als andersartig oder schräg. Das mag aber daran liegen, dass ich eben aus der gleichen Stadt komme. Hier gibt es gerade in Studentenkreisen viele "solche". Deswegen maße ich mir auch an, zu wissen, dass ihr Verhalten nicht - wie gern behauptet wird - inszeniert ist , sondern einfach Hannöversch.
Ich finde außerdem, dass Lena eine exzentellente Interpretin ist. Aber ich bewerte Musik auch eher impulsiv. Wenn ich Musik nur nach "Können" bewerten würde, bräuchte ich Lagerhallen für meine Musiksammlung. Denn handwerklich gute Sänger gibt es viele. Tatsächlich kaufe ich mir nur ca alle 4-5 Jahre eine CD eines mir neuen Künstlers. Jene haben mich dann aber auch innerhalb von Sekundenbruchteilen überzeugt.
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