Der Unterschied besteht darin, dass die Schwingspule mehr Leistung verträgt und den Speaker "weiter" auslenken kann.
Nö, die elektrische Belastbarkeit sagt nichts über den linearen oder maximalen Hub aus.
Sie gibt lediglich ungefähr an, ab welcher Leistung der Wickeldraht der Schwingspule schmilzt
Meistens haben Lautsprecher mit höherer Leistung einen etwas geringeren Wirkungsgrad, d.h. dass Leistung nicht so gut in Lautstärke umgesetzt wird wir bei LS für kleinere Leistungen.
Wieder nö, denn der Wirkungsgrad hängt von anderen Faktoren ab, zum Beispiel einem starken Antrieb und einer leichten Membran, bei tiefen Frequenzen in der Nähe der Resonanzfrequenz auch vom Gehäuse
Ein Speaker der 200W verträgt ist härter als einer für 25 Watt, hat aber durch die härtere Aufhängung einen geringen Wirkungsgrad.
Wieder nein, die Härte der Aufhängung hat nichts mit der elektrischen Belastbarkeit zu tun und der Wirkungsgrad hat nichts mit der Härte der Aufhängung zu tun.
Eine hohe Belastbarkeit bekommt man, wenn man die entstehehende Wärme besser abführen kann. Das geht einerseits über eine größere Schwingspule, andererseits kann man auch durch bestimmte Maßnahmen (Polkernbohrung, hinterlüftete Zentrierspinne, hitzebeständige Kleber und Schwingspulenträger...) auch mit einer kleinen Schwingspule eine höhere elektrische Belastbarkeit erreichen.
In der Mitte des letzten Jahrhunderts hatten die Entwickler von Lautsprechern ein Problem. Starke Magnete waren sehr teuer. Deswegen nahm man kleine Magnete, daraus folgten kleine Schwingspulen, die einfach nicht so hoch belastbar waren. Außerdem kamen meistens Schwingspulenträger aus Papier zum Einsatz, die die Hitze nicht so gut abführen können wie welche aus Aluminium und nicht so hohe Temperaturen aushalten wie welche aus Kapton. Dadurchsinkt die Belastbarkeit weiter.
Wichtig war außerdem eine effiziente Nutzung der ohnehin schwachen Magnete. Man konzentrierte das Magnetfeld also in einem nicht besonders hohen Luftspalt und setzte eine Schwingspule ohne großen Überhang ein. Auch das begrenzt die elektrische Belastbarkeit.
Eine hohe elektrische Belastbarkeit war auch nicht so wichtig, denn meistens war eh nicht besonders viel Leistung im Spiel.
Heute hat man da ganz andere Möglichkeiten. Ferritmagnete sind spottbillig, da kann man sich einen großen Schwingspulenüberhang und große Schwingspulen ohne riesige Mehrkosten leisten.
Große Schwingspulen haben üblicherweise eine höhere Induktivität wobei da die Gestaltung des Magnetsystems auch mit reinspielt. Eine hohe Induktivität führt zu einem früher abfallenden Frequenzgang. Deswegen haben fast alle Lautsprecher mit zu den Höhen hin ausgedehntem Frequenzgang auch kleine Schwingspulen.
Die Leistungsangabe steht ja nun nicht umsonst auf dem Speaker - die Leistung sollte der Leistung des Amps entsprechen.
Man kann auch einen Lautsprecher einsetzen, der weit mehr aushält. Eine höhere Belastbarkeit ist nicht schlimm. Der Klang muss einem gefallen.
Was es gibt sind Erfahrungswerte, welche Lautsprecher zu welchen Lautstärken und Sounds passen.. ich denke wenn du deine Soundvorstellungen hier
Ich würde mich daran orientieren, was man damals so gespielt hat. In der zeit des Rock´n Roll zum Beispiel waren das eben noch die Oldschool Speaker mit kleinen Schwingspulen und viel Höhen.
Später mussten die Dinger mehr aushalten, größere Schwingspulen und stabilere Membranen erzeugen natürlich einen anderen Klang.
Am Ende muss es dir gefallen.
Gelten die veroeffentlichten db Kennlinien z.B. nur fuer eine bestimmte Belastung oder die gesamte Leistungsbreite?
Der Frequenzgang ist von der Leistung weitestgehend unabhängig. Nur kurz vor der Überlastung erwärmt sich die Schwingspule stark, ihr Widerstand steigt an und das schwächt den Antrieb, als ob man einen Widerstand in Reihe schaltet.
Mit höherer Lautstärke nehmen auch die Verzerrungen (Klirrfaktor) zu. Das kann man mögen oder nicht.
Wird der lineare Hub überschritten, entstehen weitere Verzerrungen, auch das ist Geschmackssache.
Die maximale Leistung bezieht sich sowohl auf die Belastbarkeit der Schwingspule als auch auf die maximal erreichbare Auslenkung der Schwingspule ohne aus dem Luftspalt zu hüpfen.
Die elektrische Belastbarkeit bezieht sich nur auf die Leistung. Die erreichbare Auslenkung hat damit nichts zu tun, die wird mit dem maximalen Hub angegeben.