Unterschied Declassement / Cassotto ?


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Hallo Leute,
ich bin mit diatonischen und chromatischen (B-Griff) Instrumenten unterwegs und bin derzeit auf der Jagd nach einer alten Morino (Artiste XN).
Da gibts ja welche mit und ohne Cassotto bzw. auch welche mit einem Declassement (wie ich hier gelesen habe ;-) )
Leider ist mir der Unterschied zwischen Cassotto und Declassement nicht ganz klar.
Kann mir einer von euch vielleicht das kurz erläutern?
Für mich als Techniker wären Bilder / Zeichnungen auch ganz hilfreich, falls jemand was hat :)

Danke Euch herzlich!
LG
Hans
 
Frager
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Hallo Hans

Meine C-Griff–Morino Artiste XN (hat Casotto) verkaufe ich leider nicht.
Möge Deine Suche nach dem Wunschinstrument erfolgreich sein.

Wünsche Dir ein schönes Wochenende; freundliche Grüsse vom Paul Frager.
 
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Hallo,
Leider ist mir der Unterschied zwischen Cassotto und Declassement nicht ganz klar.
Kann mir einer von euch vielleicht das kurz erläutern?
Der Korpus des Knopfinstruments ist breiter (dicker) als beim Tasteninstrument. Dies wird zur Konstruktion von Declassement verwendet: Der seitliche Stimmstock (näher am Spieler) hat die Klappen mit einem Auslass unter dem Knopfmanual. (bitte schön: Bilder, gelbe Pfeile):
Hohner Artiste 1.jpg Hohner Artiste 2.jpg Hohner Artiste 3.jpg Hohner Artiste 4.jpg Hohner Artiste 5.jpg Hohner Artiste 6.jpg
Quelle: https://akkordeon-museum.ch/hohner-artiste-v/

Klassisches Cassotto ergibt sich immer über (d h.: „vor“) dem Diskant-Manual, nie unter (d.h. „hinter“) dem Diskant-Manual:
Cassotto.jpg

Cassotto-Declassement.jpg


Gruß, Vladimir
 
Grund: Grammatikfehler...
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Malineck
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Leckomio, wieder was gelernt!
 
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Wow, vielen herzlichen Dank, jetzt kenn ich mich aus! (y):) Ihr seid super!
Bin seit heute stolzer Besitzer einer Hohner Morino Artiste XN (B-Griff, bin ja ein Wiener ;-)
5-chörig, Doppelcasotto :love:
IMG_6977.jpg
 
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Guten Abend,

Bin seit heute stolzer Besitzer einer Hohner Morino Artiste XN (B-Griff
Herzlichen Glückwunsch zu einem tollen Instrument! Ich wünsche Ihnen, dass Sie damit zufrieden sind und schöne Musik machen.

Gruß, Vladimir
 
maxito
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Der Korpus des Knopfinstruments ist breiter (dicker) als beim Tasteninstrument. Dies wird zur Konstruktion von Declassement verwendet: Der seitliche Stimmstock (näher am Spieler) hat die Klappen mit einem Auslass unter dem Knopfmanual. (bitte schön: Bilder, gelbe Pfeile):
Super dargestellt, wie ein Declassement aussieht!

Ich hab das in echt noch nie gesehen.... muss aber zugeben, dass ich mir Knopfinstrumente bislang auch noch nicht so genau angesehen habe!

Was man aber gut sieht, sit die doch relativ aufwendige Mechanik, die notwendig ist um den Chor im Decklassement anzusteuern.
Das, zusammen mit der Tatsache, dass man auf die Art nur einen Chor im Declassement unterbringen kann, während im Cassotto zwei Chöre eigentlich Standard sind, dürfte vermutlich mit der Grund sein, warum das Declassement heutzutage praktisch nicht mehr in Neuinstrumenten vorkommt.
 
Malineck
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Wäre jetzt nur interessant, wie sowas klingt. Auch wenns super selten ist.
 
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Auch wenn ich mich bislang noch nicht so sehr für Knopfinstrumente im Detail interessiert habe ( könnt auch daran liegen, dass die eben noch in meiner Umgebung weniger verbreitet sind ... und davon noch weniger Leute gern mal das Instrument zur innen reinschauen aufmachen...) , so habe ich doch schon ein paar Mal ein Instrument mit Declassement gehört.

Vom Klang her klingt das Declassement dem Cassotto sehr ähnlich. Und von daher wäre es eigentlich schon ne Alternative zum Cassotto gewesen. Der Stimmstockeinbau war definitiv einfacher.... aaaaber .... die Ansteuerungsmechanik defintiv komplizierter... und aufgrund der Platzsituation eben nur für 1 Chor sinnvoll. Und weil es bei Knopfinstrumenten auch die Möglichkeit gibt statt dessen ein Cassotto einzubauen, hat das Cassotto aufgrund seiner Vorteile eben langfristig das Rennen gemacht und drum wird heute praktisch kein Instrument mehr mit Declassement gebaut.

Der Spieler hat keine Nachteile wenn er statt Declassement ein Cassotto hat, klanglich ist das wie gesagt sehr, sehr ähnlich - er hat eher den Vorteil dass er zwei Chöre im Cassotto haben kann.
 
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Guten Abend!

Ich habe heute meine bisher bisschen vereinfachten "enzyklopädische" Informationen aufgefrischt. Das Thema ist viel interessanter und auch komplexer:

A/ Tonumfang:
Aus dem Tonumfang von Knopfgriff-Instrumenten (oftmals 50 Töne und mehr) ergibt sich, dass selbst für Declassement bei größeren Instrumenten nur ein Stimmstock nicht ausreicht, sondern anderthalb. Wir haben insgesamt 51 Diskantmechanik-Führungsdrähte in diesem Instrument. Dies entspricht dem Umfang von 51 Tönen des 16'-Registers. Daher muss eine weitere Reihe aus einem nebenen Stimmstock im Declassement aufgenommen werden (17+17+17=51)
Führungsdrähte.jpg
Stimmstocke.jpg Errata.jpg


B/ Schalt- und Oktavkoppeln
Auf einer französischen Seite gibt es ein schönes Bild dieser Diskant-Mechanik, die auch Kamm-Mechanik (Fr.: „Peigne“) genannt wird:
Kamm-Mechanik.jpg
Quelle: https://www.mon-accordeon.com/registre-peigne

Aus dem Text folgt:
  • Die Kamm-Mechanik schaltet sich nur ein, wenn man (auch) 16´ Register spielen möchtet, ansonsten ist es inaktiv (was logisch ist), weil:
  • Bei abgeschalteter 16´-Kamm-Koppel wird die gesamte mechanische Belastung der Diskant-Spielmechanik entlastet.
  • Die Franzosen geben jedoch an, dass es neben dem 16´-Grundregister auch möglich ist (bei Doppelkamm-Mechanik), eine Oktave zuzuschalten: (Bitte Originaltext: „On trouve aussi des registres à peigne double. Dans ce cas, il y a une deuxième prise mécanique qui permet, suivant le registre, de mettre en jeu une note, son octave ou les deux.“). In diesem Fall korrigiere ich meine Position gegenüber der Meinung von @Herr H. :
dann gibt es eine Mechanik, die Oktaven verschieden koppeln kann
Ja, Sie haben recht, wahrscheinlich gibt es solche Koppeln. (Ich hoffe ich habe es richtig verstanden...) Aber sie sehen wirklich kompliziert aus. Die Kamm-Mechanik erinnert mich ein wenig an die Konverter-Mechanik im Bass. Kompliziert. Höheres Gewicht. Höhere Ausfallrate. Aber die Idee ist wunderbar! (y)

Liebe Grüße, Vladimir
 
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Die Kamm-Mechanik erinnert mich ein wenig an die Konverter-Mechanik im Bass. Kompliziert. Höheres Gewicht. Höhere Ausfallrate. Aber die Idee ist wunderbar!
Als Maschinenbauer bin ich von dieser Mechanik fasziniert! ... Wenn ich aber zusammenszähle, wieviel Gelenk- und Kontaktstellen es gibt, die aufeinander eingestellt werden müssen, damit alles perfekt funktioniert und das dann mit der im direkten Vergleich doch recht simplen Konstruktion der Clavishebel eines Cassottoinstruments vergleiche, dann brauche ich nicht lange zu überlegen, welche Variante wohl die störanfälligere sein könnte....
 
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Ich hatte hier mal irgendwo gelesen, dass grad bei alten 3-reihigen Bajans, die ohne Daumen gespielt wurden, der Diskant zwecks Ergonomie nach vorn versetzt wurde. Beispiel
Vll. war das Declassement gar nicht der Versuch, eine Alternative zum Cassotto zu finden, sondern ergab sich aus o.g. und wurde dann für die passensten Töne genutzt? :nix:
 
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Knopfinstrumente ... noch weniger Leute gern mal das Instrument zur innen reinschauen aufmachen...
Also meines darfst du gerne aufmachen - bzw. hattest du, wenn ich mich recht erinnere, schon mal (zum Ventile ankleben). Darfst aber gerne noch mal ... nicht Ventile ankleben (da ist momentan nichts fällig), sondern reingucken ...
 
maxito
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Also meines darfst du gerne aufmachen - bzw. hattest du, wenn ich mich recht erinnere,

stimmt - aber aus irgendeinem Grund habe ich damals vergessen ein paar Fotos zu machen, was ich sonst gerne mache wenn ich mir bis dato unbekannte Instrumente aufmache und reingucke.. bzw. in diesem Fall auch drin rumwerkle...

Aber deins hat auch Cassotto... Und ältere Knopfinstrumente mit Declassement hab ich bislang nur eines offen gesehen .. und da aber auch nur die Basshaube, weils da um die Mechanik ging mit der man den Oktavknick verschieben konnte (Und "Declassement" mir damals noch kein so rechter Begriff war...) und habe ich bei dem Instrument auch nicht gesehen, wie der Diskant aufgebaut war....
 
theaccordionist
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Nachdem hier so viel geballte Kompetenz versammelt ist… 😉
Ich platze ja bissl vor Neugier, was das Baujahr meiner „neuen“ Artiste XN betrifft. Die Anfrage an Hohner ist ja draussen, aber das dauert wohl…
Die auch hier kolportierte Liste (von 2010) nennt für die Artiste X D/N/S Baujahre 1952-1961 und 1987.
Weiss da jemand was dazu? Gabs da 1987 eine kurzzeitige Neuauflage?

Falls jemand irgendwelche Prospekte oder Infomaterial hat, würd ich mich freuen 😎😉.
Es gab ja mal einige Threads mit Links zu verschiedenen Servern mit Sammlungen von Unterlagen, aber die dürften nicht mehr aktiv sein…
 
Tobias R.
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Die auch hier kolportierte Liste (von 2010) nennt für die Artiste X D/N/S Baujahre 1952-1961 und 1987.
Weiss da jemand was dazu? Gabs da 1987 eine kurzzeitige Neuauflage?
Nur soviel kann ich dazu beitragen:

Diese berühmte Liste ist ein sehr grobes Schätzeisen. Wohl hilfreich für eine grobe Einschätzung und für den Beginn einer Suche, nicht jedoch als sichere Quelle - manches Stimmt, manches ist etwas seltsam und viele Infos fehlen schlichtweg.

Die N-Morinos sind m.W. ab 1968 nach und nach auf den Markt gekommen, so richtig dann ab 1972. Dazu gibt es einiges an Prototypen und Kleinserien von Übergangsmodellen (ob genau ab 68 oder schon davor, weiß ich nicht).
Das gilt für die Tastenmorinos, für die Knopfmorinos mögen die Übergänge zwischen den Modell anders gelagert sein, dürften von der Richtung her aber grob ähnlich liegen.

Das als grobe Richtung, nun können andere das ergänzen oder verbessern.

Gruß, Tobias

P.S. Ab den N-Morinos sind das trotz dicker Aufschrift "Made in Germany" etwas italienischere deutsche Akkordeons:D, entwickelt bei Hohner (?gemeinsam mit Exceslior?) und gebaut bei Excelsior.
 
Grund: Ergänzung
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Zum nächsten Treffen bringe ich gerne meine Morino VI D mit. B-Griff-flach. 4chörig - 62 aktive Töne im Diskant.
Die hat so ein Declassement. Es wird eh Zeit, dass die mal wieder aus ihrem Koffer kommt.
Die Idee für diese Technik war ganz brauchbar, jedoch die technische Umsetzung ist durch das viele Gestänge sehr aufwändig.
 
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Doppelcassotto: zwei Chöre (16´ und 8´) sind im Cassotto
 
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