Unterschied zwischen Ohm Zahlen !!

von DrunkenMaster, 20.06.04.

  1. DrunkenMaster

    DrunkenMaster Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.06.04   #1
    Moin


    Wo liegt eigentlich der unterschied zwischen den Ohm Wert bei Micros, also ich hab ein Micro mit 250 Ohm und einen mit 600 Ohm, welches der beiden ist besser und was sagen die Ohm Werte eigentlich aus ??

    Kann mir da jemand weiterhelfen ??
     
  2. Johannes Hofmann

    Johannes Hofmann v.i.S.d.P. Administrator

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    Erstellt: 20.06.04   #2
    Am Ohm-Wert kann man nicht ablesen, ob ein Mikro besser ist als ein anderes.

    Prinzipiell: Je dünner der Draht der Schwingspule, desto länger kann er sein. Höhere Ohmwerte haben theoretisch eine höhere Ausgangspannung, reagieren aber uU wieder empfindlicher auf Störeinstrahlungen.

    600 Ohm wurden in grauer Vorzeit mal als Standard für niederohmige Mikros definiert (kommt aus der Telefontechnik) und sind häufig anzutreffen. Benutzt man einen Preamp (Kondensatormikros), dann kann man den Wert niedriger machen, ohne dass dadurch die Ausgangsspannung reduziert wird.
     
  3. mikroguenni

    mikroguenni HCA Mikrofontechnik HCA

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    Erstellt: 21.06.04   #3
    In grauer Vorzeit waren die Mikrofone sehr oft hochohmig (10kOhm) und für direkten Anschluss an hochohmige Röhrenschaltungen gedacht. Gleichzeitig gab es auch niederohmige Mikrofone mit 200 Ohm. Viele Mikrofone waren mit einem Ausgangsübertrager versehen, der hoch- oder niederohmigen Betrieb ermöglichte. Auch steckbare Übertrager waren üblich und verbreitet.

    600 Ohm war die Standard Ausgangsimpedanz in der Nachrichtentechnik, soweit mit Leistungsanpassung gearbeitet wurde war auch die Eingangsimpedanz der folgenden Stufe 600 Ohm. Das dBm wurde auch darüber definiert => 0.775 V an 600 Ohm ergibt 1 mW oder 0 dBm.

    Zunächst mal ist es ziemlich egal, ob man ein hoch- oder niederohmiges Mikrofon über ein kurzes Kabel in einen entsprechenden Mikrofoneingang steckt. Interessant wird es aber immer dann wenn längere Mikrofonleitungen erforderlich werden. Dann scheiden die hochohmigen Mikrofone als ungeeignet aus, da jedes Kabel eine Kapazität Ader gegen Ader und eine Kapazität Ader geben Schirm besitzt. Hierdurch werden die Höhen plötzlich abgeschnitten.
    Beispiel: ein Bühnensystem mit 100m Multicore und einer professionellen Kabelqualität mit 100 pF Ader/Ader und 150 pF Ader/Schirm. Bei einem 200 Ohm Mikro ergeben sich durch die Kapazitäten bei 22 kHz 1 dB Abfall. Bei einem 600 Ohm Mikrofon am gleichen Kabel/Multicore tritt der 1 dB Abfall schon bei 7 kHz auf und beträgt bei 20 kHz immerhin 4.5 dB.

    Bei einem schlechten (billigen) Multicore verschlechtern die Verhältnisse sich weiter.

    Warum werden dann überhaupt Mikrofone in 600 Ohm gebaut? Für den Käufer ist der Klang überprüfbar und auch die "Lautstärke" des Mikrofons. Ein 600 Ohm Mikrofon gibt bei gleicher Qualität mehr Ausgangsspannung ab als ein 200 Ohm Mikrofon. Will der Hersteller die gleiche Ausgangsspannung wie bei einem vergleichbaren Mikrofon erreichen, kann er bei einem 600 Ohm Mikro einen schwächeren Magneten verwenden und dazu einen riesig großen Luftspalt verwenden, der auch grobe Einbaufehler toleriert. Ein so hergestelltes Mikro kann natürlich billiger sein.

    Mikrofone der traditionellen Hersteller haben Impedanzen von 200 Ohm, bei amerikanischen Produkten sind manchmal noch 150 Ohm üblich. Bei moderneren Mikrofonen mit Neodym Magneten sind oft noch Werte bis 280 Ohm üblich. Die Angabe 600 Ohm auf einem Mikrofon ist ein ziemlich sicherer Hinweis darauf, daß das Mikrofon oder zumindest die Mikrofonkapsel in Fernost hergestellt wurde.
    Für einen Profieinsatz mit langen Multicores sind diese Mikrofone (nicht nur wegen der 600 Ohm) weniger geeignet.

    (Nachtrag: bei einigen sehr kleinen dynamischen Kapseln für Headsets oder Clip Mikros werden manchmal höhere Impedanzen benutzt um auf die notwendige Mikrofonempfindlichkeit zu kommen, auch bei Markenherstellern)


    Gruß mikroguenni
     
  4. engineer

    engineer HCA Recording HCA

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    Erstellt: 17.07.04   #4
    Sehr gut erklärt! Hinzuzufügen ist noch, daß Spitzenmikros generell sehr niedrige Ausgangsimpedanzen (OHM) haben und 200 Ohm so in etwa die Obergrenze darstellt. Einige gehen runter bis unter 100 Ohm, womit sich problemlos Kalbellängen bis über 100m treiben lassen, wie sie z.B. bei Orchesterkonzerten benutzt werden (->Strecke bis zum Ü-Wagen).

    In gewissem Umfang lassen sich aber Kabelverluste (Höhendämpfung) durch den Treble-EQ am Mischpult korrigieren.
     
  5. Reinhard

    Reinhard Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.08.04   #5
    Wieso EQ? Man dreht einfach die Lautstärke hoch. :)
     
  6. .Jens

    .Jens Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 15.08.04   #6
    Schau mal auf das Wort "Höhendämpfung" hinter "Kabelverluste"... Es wird eben nicht einfach frequenzunabhängig leiser...

    Jens
     
  7. engineer

    engineer HCA Recording HCA

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    Erstellt: 15.08.04   #7
    Der Eingang des Mischpultes bildet durch seine kapazitive Last mit dem Kabelwiderstand eine Art Tiefpass.
     
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