Heute wird meistens miserables Klangholz verbaut, da gutes, lange abgelagertes Holz sehr teuer ist. Auch bei Firmen wie Gibson und Fender.
Früher war das noch nicht so.
Das ist doch ein arg pauschalisiertes Urteil. Gitarren u.a. der Firma Gibson und Martin haben auch heute noch hervorragende Klanghölzer, die verwendet werden. Natürlich hatten diese Firmen alle ihre "goldene Ära". Bei Martin war das vor dem Zweiten Weltkrieg. Damals hatte Martin riesige Lagerbestände, von erstklassigen abgelagerten Klanghölzern, von denen heute nur noch vereinzelte Restbestände für absolute Einzelstücke im höchstpreisigen Bereich vorhanden sind.
Dennoch bekommt man heute noch gute, abgelagerte Klanghölzer. Und mir braucht niemand erzählen, er kann ein natürlich abgelagertes Holz von einem aus der Klimakammer vom Klang her unterscheiden ( die fachgerechte Behandlung vorausgesetzt ). Wichtig bei der Klimakammer ist lediglich, daß der Prozess nicht im Schnelldurchlauf vollzogen wird, wie es mit vielen Budget Massiv-Gitarren aus Fernost und sonstwo geschieht.
Die Holzauswahl ist bei den Traditionsfirmen Martin und Gibson auch heute noch großartig. Ebenso die Verarbeitung. Da kann man die Gibsons Akustikabteilung übrigens nicht gleichstellen mit der E-Gitarrenabteilung. Die Akustiks sind wirklich penibel verarbeitet und man bekommt gute Ware für's Geld. Auch schon bei den "billigeren" Serien.
Wirklich gute Gitarren kosteten übrigens immer viel Geld bei den Traditionsfirmen, haben aber das gleiche Potential wie gleichpreisige Modelle von Kleinherstellern und manchen Gitarrenbauern. Die Billiglinien wie Martin DXM usw. darf man nicht als Maßstab für die Standard-Modelle der Firmen nehmen.
A propos Budget Modelle: die von Dir genannten Fender Gitarren spielten auf dem Akustikgitarren- Sektor nie eine bedeutende Rolle. Auch früher in den "goldenen Zeiten" nicht.


Fender versuchte es immer wieder mal vergeblich, ein Stück vom hochpreisigeren Akustikgitarrenkuchen abzubekommen, scheiterten aber dabei ständig. Heute haben sie dafür die Firma "Guild" in den Konzern geholt.
Zur Frage zurück:
Die Gitarre wird auf jeden Fall an Qualität verlieren: Mechaniken gehen schwerer oder gar nicht mehr, oder sind oxidiert, die Bünde sind oft abgespielt, der Hals kann sich verziehen, oft sind kleine Risse an den Pickguards, der Leim löst sich usw, usw
Alles Sachen, die man beheben kann. Neue Mechaniken, neue Bünde, usw.
Bei einer pfleglichen Behandlung einer hochwertigen Gitarre verzieht sich der Hals nicht. Zumindest nicht in eine andere Richtung als die, die mit dem Halsspannstab zu beheben wäre.
Aber trotzdem kann es sein, dass die Qualität immer noch besser ist, als das was man heute manchmal geboten bekommt.
Und der Klang kann sich deutlich positiv entwickelt haben, kann aber auch sein, dass er schon immer besser war.
Stimmt. Eine Gitarre, die man sich kauft, sollte von Anfang an so klingen, daß sie gefällt. Wenn sie sich über die Zeit noch verbessert, um so besser.
Am Meisten Potential, um sich klanglich zu verbessern haben ME hochwertige Fichtendecken.
Was ja schon im Wort "hochwertig" angedeutet wird.
