vertikal/horizontal: Wie jetzt?

von bobbymcferrin, 13.02.07.

  1. bobbymcferrin

    bobbymcferrin Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.02.07   #1
    hallo!
    hab bei der SuFu nichts gefunden.
    wie isn das jetzt genau gemeint mit vertikal und horizontal inna Musk?
    also vertikal was gleichzeitíg passiert und hori was nachnander passiert abba ich hab da noch nich richtig n plan von. ein paar erklärte notenbeispiele würden mir vlt helfen.
     
  2. konbom

    konbom Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.02.07   #2
    Notenbeispiele habe ich keine, aber mit vertikal ist wohl gemeint (wie du das schon sagst), was gleichzeitig passiert. Man konzentriert sich dabei an Akkorden, an der Harmonisierung des Stückes.

    Bei horizontaler Betrachtung eines Stückes (z. B. einer Fuge) geht es dann eher um den Einsatz der Stimmen nacheinander, die Imitation, Modulation und Variation von Themen. Dabei wird dann nicht soviel Wert auf die Harmonien gelegt (NAtürlich müssen die einzelnen Stimmen zusammen klingen ;) )

    MfG
     
  3. yamakid

    yamakid Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.04.07   #3
    Also Notenbeispiele bringen nicht so wahnsinnig viel, weil die Unterscheidung von horizontalen und vertikalen Skalen in der Notenschrift unsichtbar ist. Das sind eher Vorstellungen, die beim Komponieren und Improvisieren von Musik verwendet werden. Ich kenne das nur von den Skalen her - also den Tonleitern aus denen die Melodien gebaut werden.

    Vertikale Skala: Die Tonleiter über einem Akkord (die auch die Akkordtöne enthält). Diese Skala kann sich mit jedem neuen Akkord ändern, dh wenn der Akkord wechselt, wird auch eine ganz andere Skala gespielt. Die Skala fängt beim Grundton des Akkordes an.

    Horizontale Skala: Die Tonleiter, auf der die Grundtöne der Akkorde langsam entlang wandern. Die bleibt längere Zeit gleich, zB A Moll. Grundton ist hier (meistens wohl) die Tonart.

    Wenn man nun bei einem Stück nur die Akkorde kennt und einer in der Band will dazu improvisieren oder eine Melodie "erfinden", dann sucht man die vertikalen Skalen raus, die für jeden Akkord erstmal gut klingen (einfach die ganze Zeit nur den einen Akkord spielen und verschiedene Skalen ausprobieren).

    Um sich nachher das Spielen einfacher zu machen, kann man dann die gemeinsamen Töne aller vertikalen Skalen hernehmen und schauen, welche Skala das ergibt. Das ist dann die horizontale Skala (auf der man problemlos die ganze Zeit herumklimpern kann -- passt zu allen Akkorden!).

    Ehrlich gesagt: 100% verstanden habe ich die genauen Unterschiede auch noch nicht, aber der eben beschriebene ist mindestens einer davon ;-)

    yama
     
  4. MaBa

    MaBa HCA Musiktheorie HCA

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    Erstellt: 03.04.07   #4
    Ich würde nicht von vertikalen und hozizontalen Skalen sprechen. Skalen sind einfach ein Ton-Reservoir, aus dem geschöpft wird. Aus diesen Tönen besteht der Akkord (vertikal - Akkordtöne und Tensions), und aus diesen Tönen wird die Melodie über diesen Akkord gebildet (horizontal).

    Das ist die Grundidee in der Akkord-Skalen-Theorie.

    Wenn du beliebige Noten hast, sieht man Akkorde als übereinanderstehende Noten (vertikale Struktur), Melodien als nebeneinanderstehende Noten (horizontale Struktur).

    Gruß
     
  5. yamakid

    yamakid Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.04.07   #5
    Ok. Nicht die Skalen heißen so, sondern ihre Verwendung. Trotzdem gibt es Skalen, die häufiger vertikal eingesetzt werden (alle mgl. Improvisationskalen), und andere die eher horizontal eingesetzt werden (die drei Mollskalen und Dur).

    Wenn man einen Akkord immer weiter vertikal erweitert, erhält man nämlich irgendwann eine komplette Skala. Im Grunde ist jede vertikale Skala ein "Superakkord".

    Es gibt Melodien, die viel mehr Noten enthalten, als in einer üblichen horizontalen Skala drin sind. Die Akkorde darunter bewegen sich halt und mit ihnen auch die vertikalen Skalen (der "Superakkord"). Diese Skalen überschneiden sich aber nur teilweise, wodurch die vielen "Durchganghstöne" entstehen, die aber eigentlich gar keine sind -- sie passen wunderbar in die jeweilige vertikale Skala ;-)

    Daher ist es schon sinnvoll, vertikale und horizontale Skalen(verwendung) zu unterscheiden.

    yama
     
  6. MaBa

    MaBa HCA Musiktheorie HCA

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    Erstellt: 04.04.07   #6
    Genau das habe ich auch gemeint. Nimmt man einen Akkord (Vierklang) und seine Tensions 9, 11, 13, erhält man die zum Akkord passenden Skale. Oder kennt man die Skale, weiß man auch, welche Tensions zum Grundakkord hinzugefügt werden können.

    Ich weiß nur nicht, warum du Skalen in horizontal und vertikal unterscheiden willst.

    Ich weiß nicht, ob ich dich wirklich verstanden habe.
    Ich improvisieren nie nur in einer (horizontalen) Skale, sondern in zu den Akkorden passenden Skalen. Ich wechsel die Skalen von Akkord zu Akkord. Dadurch kann die Melodie alle 12 Halbtöne enthalten, ohne daß akkordfremde (skalenfremde) Töne gespielt werden - wohl aber tonartfremde Töne. Ich denke, das hast du auch gemeint. Nur ist das nicht eine Improvisationsskale, sondern es sind mehrere und sie unterscheiden sich nicht von den Akkordskalen.

    In einer in C-Dur stehenden Progression wie:

    | Cmaj7 | Gb7(#11) | Fmaj7 | E7alt | Am7 | D7(#11) | Dm7 | G7alt |​

    muß man die Skale zwischen den Akkorden wechseln, wenn es nicht schief klingen soll.

    Man kann aber auch in einem Akkord gezielt Töne chromatisch ansteuern bzw umspielen. In dem Fall verwendet man von der Akkordskale abweichendes Tonmaterial.

    Gruß
     
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