Verzierungen (Melodie) mit dem Pianoakkordeon

bigvik
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Hallo Gemeinde,

zunächst zur Info: Die SuFu (nach "Verzierungen") ergab fast ausschließlich optische Verzierungen an Instrumenten und Ausrüstung.

Nun zum Thema: Ich spiele jetzt seit etwa einem Jahr Pianoakkordeon, und habe hier im Forum bisher immer kompetente Hilfe erfahren. Deshalb wende ich mich auch jetzt vertrauensvoll an Euch.

Es geht um Verzierungen der Melodie. Das stumpfe abspielen der Noten reicht mir nicht mehr ganz aus, ich würde gerne mehr persönliche Note (im Wortsinne^^) einfließen lassen. Ich habe dazu diesen WIKIPEDIA-ARTIKEL gefunden, der mir allerdings zu hoch ist, da ich mit den Fachbegriffen nicht so vertraut bin. Ich kann auch niemanden in meinem Umfeld fragen, da ich autodidaktisch ohne Unterricht lerne (mit "Haas" und "Schumeckers").

Hier also meine (möglicherweise etwas naiven) Fragen:

Gibt es ein Einsteiger-Patentrezept, wie man in eine Melodie (erstmal sehr einfache) Verzierungen einbaut? Kann man z.B. sagen, dass es immer gut klingt, wenn man "X" Tasten über dem notierten Ton, dann "Y" Tasten unter dem Ton und dann erst den eigentlichen Ton spielt?

Was für Insidertipps habt Ihr persönlich im Bezug auf Verzierungen? Was liegt Euch besonders, was spielt sich sehr einfach? Was passt zu welcher Musikrichtung?

Wenn es kein Patentrezept gibt, was für anfängertaugliche(!) Bücher/Sites könnt Ihr empfehlen, um einen möglichst praktischen(!) Einstieg in die Harmonielehre (möglichst mit Bezug auf Pianoakkordeon) zu bekommen, um daraus das nötige Hintergrundwissen für das improvisieren von Verzierungen abzuleiten?

Vielleicht sollte ich noch ergänzen, dass ich am liebsten Evergreens und Welthits spiele - vielleicht werde ich mich in Zukunft auch etwas mehr dem Thema Walzer und Tango widmen. Außerdem interessiert mich Blues/Jazz, aber das ist leider noch sehr ferne "Zukunftsmusik^^".

Ich danke Euch für alle Antworten und verbleibe mit besten Grüßen

der Vik :)



EDIT:

Ich habe soeben folgende Bücher zur Harmonielehre entdeckt. Kennt Ihr diese Bücher? Wenn ja, was haltet Ihr davon?

1.) Grundlagen der Musik (Hans Renner)

2.) Physikalische und psychoakustische Grundlagen der Musik (Juan G. Roederer)

Leider haben beide Bücher wenig Bewertungen, so dass ich nicht sicher bin ob sie das richtige für mich sind.
"Grundlagen der Musik" ist mir evtl. zu anspruchsvoll und "Physikalische und psychoakustische Grundlagen der Musik" ist theoretisch bestimmt interessant, aber keine praktische Anleitung.
 
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Hallo Vik,

das ist ein recht komplexes Thema, das zum großen Teil Instrumenten-unabhängig musiktheoretisch ist.

Vorab: Ein Patent-Rezept dafür gibt es nicht! Im zweiten Band von P. M. Haas (Akordeon Spiel) wird auf einige gängige Verzierungen eingegangen. Im Normalfall ist es so, dass der Komponist eines Stückes in der Notation schon angegeben hat, wann/wo/wie verziert werden kann/soll.

Darüber hinausgehende Verzierungen (Vorschlag, Pralltriller) sind Geschmacks- und Gefühlssache. Anhand des Wikipedia-Artikels (oder der genannten Bücher) kannst Du Dir einen groben Überblick verschaffen - ansonsten heißt es: Probieren geht über Studieren!

Ggf. findest Du auch in der Musiktheorie-Forum des Boards ein paar weitere Erklärungen/Anregungen...
 
HaraldS
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In der Tat, Verzierungen sind unabhängig vom konkreten Instrument. Allerdings gibt es eine ganze Menge stiltypischer Verzierungen, und auch auf dem Akkordeon gibt es in einigen Stilen übliche und unübliche Verzierungen.

Grundsätzlich ist es ja so: wenn du Töne hinzufügst, können die Bestandteil des momentan klingenden Akkordes sein, oder nicht. Es gibt also akkordeigene Verzierungstöne oder akkordfremde. Um die zu unterscheiden, mußt du jederzeit wissen, welcher Akkord gerade klingt und aus welchen einzelnen Tönen er besteht. Das ist nicht immer ganz simpel, denn wenn du z.B. links den Baßton c und einen C-Dur-Akkord greifst, rechts in der Melodie aber z.B. ein langes a liegen bleibt (wie bei "Mack the knife", 3. Ton), klingt in der Summe schon mal ein C6.

Akkordeigene Töne kannst du beliebig für Verzierungen verwenden, weil sie harmonisch unproblematisch sind. Entscheidend ist dabei vielmehr, daß ein glaubhaftes melodisches Muster dabei herauskommt. Z.B. kommt es in französischen Musette-Walzern oft vor, daß gebrochene Akkorde in der r.H. gespielt werden und die Spitzentöne eine Melodie ergeben. Auch in "Zirkus Renz" kommt genau das vor.

Akkordfremde Töne gibt es in unterschiedlichsten Zusammenhängen, wie z.B. als Vorhalt, Wechselnote oder Duchgangsnote. Hier ein PDF, das die Unterschiede erklärt. Wie man die konkret einsetzt, ist hochgradig stilabhängig und sollte am besten anhand eines bestimmten Stückes umgesetzt werden.

Für Fragen zu musiktheoretischen Büchern haben wir übrigens das Bücher-Forum in der Musiktheorie-Abteilung.

Harald
 
bigvik
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Danke für die Antworten!

Wie es aussieht, komme ich wohl um intensivere Studien der Harmonielehre nicht herum.

Gruß, der Vik :)
 
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Wie es aussieht, komme ich wohl um intensivere Studien der Harmonielehre nicht herum.

Gruß, der Vik :)

Hallo bigvik,
ganz so kompliziert muss es aber auch nicht sein. Versuch es doch erstmal einfach mit den benachbarten leitereigenen Tönen (also, die in der jeweiligen Tonart des Stückes vorkommen) als Vorschlag von unten oder oben, Mordent (Hauptnote-untere Nachbarnote-Hauptnote) oder Pralltriller (Hauptnote-obere Nachbarnote-Hauptnote). Dann kannst du ausprobieren, ob vielleicht auch ein leiterfremder Ton an der betreffenden Stelle gut klingt (z.B. fis als Vorschlagsnote zu g in C-Dur). Dazu musst du nicht erst Harmonielehre pauken.
 
olaf_berlin
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Hallo Vik,

vielleicht wäre ja auch der Workshop von Peter M. Haas im "akkordeon magazin" etwas für Dich gewesen - da geht es zwar nicht direkt um Verzierungen der Melodie sondern eher um ein "Aufpeppen" der Begleitung in der rechten Hand...
Leider habe ich gerade ein Heft nicht gefunden - so kann ich Dir jetzt nicht sagen, was in Folge 10 des Workshops dran war. Eine Folge soll noch kommen - dann wars das erst mal mit diesem Workshop:

1. Akkorde auf den Tasten
2. Akkorde auf den Tasten
3. Akkorde auf den Tasten
4. Akkorde auf den Tasten
5. Akkorde auf den Tasten - Umkehrungen: Neue Griffe für den Dreiklang
6. Akkorde auf den Tasten - Zweite Stimme: Terz und Sexte klingen immer
7. Akkorde auf den Tasten - "Klischee-Linien": Weniger ist oft mehr...!
8. Akkorde auf den Tasten - Fette Klänge: Ein Voicing für die Melodie
9. Akkorde auf den Tasten - Knifflige Griffe: Tipps zum Dreiklangs-Voicing
11. Akkorde auf den Tasten - Kadenz-Griffe: Die "Kadenz" üben und anwenden

Peter M. Haas gibt auch einige Tipps zu Verzierungen in seinem Buch "Akkordeon Go East" - Harald hat schon darauf hingewiesen: Verzierungstechniken sind oft charakteristisch für den Stil. Und in diesem Band geht es dann eben auch um Verzierungen in osteuropäischer Musik - wirklich viel erklären tut der Peter M. Haas da aber auch nicht. Wahrscheinlich kann man sich da nur viel abgucken und abhören...
Und beim nächsten Berliner Stammtisch bist Du ja hoffentlich dabei (Ende Juli, wenn ich nicht doch noch für zwei Wochen ins Kloster gehen kann, was ich gern würde...) - dann kannst Du uns ja vielleicht schon mal was vorführen :D

Liebe Grüße
Olaf
 
bigvik
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Sorry dass ich mich erst jetzt melde, aber mein Router hat bei der Hitze heute Mittag den Geist aufgegeben (ich wohne im Dachgeschoss).

@Waldgyst, danke für die Tipps!

@olaf_berlin, zum kommenden Stammtisch würde ich sehr gerne kommen, es gibt bei mir aber folgende Einschränkungen: am WE vom 30. Juli (Freitag) bis 01. August (Sonntag) bin ich nicht in Berlin. Und an Montagen habe ich gegen Abend prinzipiell keine Zeit. Sonst bin ich flexibel.
Was das Vorspielen angeht: Ich habe NOCH NIE vor Publikum gespielt - also wird es höchste Zeit! ;) Wenn Ihr mein laienhaftes Gedudel aushaltet, und mir vielleicht sogar noch den einen oder anderen Tipp zukommen lasst, dann würde sich die Sache für mich richtig lohnen.^^

Es grüßt Euch der Vik :)
 

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