Viscount DB3 Review + Samples

von J.K, 06.01.08.

  1. J.K

    J.K HCA Synth/Midi/Soundgestaltung HCA

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    Erstellt: 06.01.08   #1
    Bei mir zuhause steht seit heute morgen eine DB3 und ich möchte meinen erste Eindruck nicht voenthalten. Vorab, ich bin kein Hammondkenner und kann daher schlecht beurteilen ob sie nun Original klingt oder nicht.

    Zur Ausstattung: Wie üblich bei einem B3-Clone 9 Zugriegel, einige Taster + Regler, Waterfall Tastatur

    Äußeres: Das Holzgehäuse macht einen soliden Eindruck, es ist vielMetall dran. Der Teil des Bedienpanels ist aus Plastik. Die Zugriegel lassen sich präzise einstellen, auch wenn sie ein wenig wackelig wirken. Die Taster sind ebenfalls wackelig, die Potis ok. Die Tastatur spiel sich angenehm, ein bisschen Widerstand ist noch da. Der "Kontaktpunkt" liegt relativ weit unten. Es können ein Volumenpedal, ein Fast/Slow Schalter und ein Schalter zum Presetwechsel angeschlossen werden.

    Manuale:
    Die Orgel ist natürlich einmanualig, hat aber intern ein Upper, Lower und Bass Manual (Bass wohl eher Pedal). Standardmäßig ist das Upper aktiviert, auf das auch die Zugriegel wirken. Es sind sechs Speicherplätze vorhanden, die jeweils mit einem Tastendruck aufgerufen werden können, dazu noch ein "Drawbar-Taster" um die aktuell eingestellte Zugriegel Kombination zu aktivieren. Für Lower und Bass gibt es nur Presets (6 bzw. 2) die auch sofort aufrufbar sind. Wird ein Lower und/oder Bass Preset angewählt, wird der Split-Mode aktiviert. Der Split-Punkt ist frei konfigurierbar, jedoch muss er mindestens beim Midi C2 liegen. Die 3 Sektionen können auf 3 verschiedenen Mini-Kanälen angesprochen werden, Upper und Lower reagieren auf den gesamten Tastaturbereich. Durch verschieben des Splitpunktes auf C2 ist quasi 2 oder 3 manualiges Spiel möglich, nur das C2 fehlt.

    Sound: Ich teile die Bewertung des Sounds mal auf in Grundsound, Chorus/Vibrato, Percussion, Leslie, sonstiges.

    Grundsound: Den Grundsound empfinde ich als relativ warm und sonor. Schonmal eine gute Grundlage.

    Chorus/Vibrato: Das ist schon eine ganz andere Geschichte. Ich habe das Original zwar nicht im Ohr, aber die hier vorliegenden Einstellungen klingen sehr komisch, das ist im Hörbeispiel gut zu hören. Im Kurzvergleich mit der B4 ein ziemlicher Unterschied. C/V sind für Upper
    und Lower getrennt aktivierbar.

    Percussion: Einstellbar sind hier wie bekannt Normal / Soft, Slow / Fast, 2nd, 3rd. 2nd und 3rd sind nicht gleichzeitig nutzbar. In meinen Ohren klingt die Normal / Fast Einstellung am besten oder sagen wir mal so sie klingt nach meiner Vorstellung von Percussion. Die Soft Einstellung geht so ziemlich unter.

    Leslie: Das ist auch nicht das wahre. Während mir die Chorale Einstellung ganz gut gefällt, eiert die Tremolo Einstellung doch so ziemlich. Die Geschwindigkeit ist zwar in 9 Stufen einstellbar, der Grundcharakter bleibt aber. Zusätzliches Problem: Gerade im Tremolo-Modus steht das ganze einfach etwas rechtsgepannt im Raum. Rotieren im Raum ist nicht vorhanden.

    Sonstiges: Der Overdrive hat einen merkwürdigen Klang und ist an die Master-Volume gekoppelt. Sonderlich analog klingt das nicht, aber bestimmte Sounds sind schon sehr brauchbar. Dazu kommen ein schlechter Hall, regelbare Leakage und Noise Parameter (hört man aber nicht sonderlich), und ein 2 Band-EQ. Neben den Speicherplätzen für die Sounds gibt es auch noch globale Speicherplätze, auf denen die ganzen Einstellungen gespeichert werden können.

    Fazit: Das Grundmaterial ist da und mit einem Leslie-Klon ist da sicherlich noch mehr an Klanglichkeit möglich. Den Preis von 700€ finde ich angemessen, gerade weil die Orgel auch 2-manualig nutzbar ist.

    Zum Abschluß noch ein Klangbeispiel, mit ungefähr folgender Struktur:
    Trockene Zugriegel -> V1 - C3 nacheinander mit 888000000 -> Versch. Percussion (ab jetzt alles mit C3) -> Leslie Chorale, Tremolo, später mit Geschwindigkeitsänderung -> Overdrive -> Bass und Lower Presets
    Die Registrierungen wandern immer so zwischen 888000000, 888530000 und 888888888.
    Spielerisch nichts dolles, habe seit langem mal wieder einigermaßen Tasten gespielt.

    Ich werde die Orgel zurückschicken, da mit Korg Triton und Nord Modular G2 genug Möglichkeiten vorhanden sind meinen Bedarf an Orgelsounds zu decken. Nur die Tastatur werde ich vermissen.

    Zum Abschluss noch ein Foto und das Soundbeispiel (ca. 12 Minuten)
    Bild
    Sound
     
  2. Herby_A

    Herby_A Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.01.08   #2
    Hallo allerseits.

    Ich spiele ebenfalls eine Viscount DB3 und meiner Meinung nach ist das Preis-Leistungsverhältnis bei dieser Orgel spitze. Zugegeben benutze ich das interne Leslie nicht weil ich einen Leslie-Clone habe. Aber auch zusammen mit einem RT-20 ist der Sound sehr gut. Für diese Kombination hab ich gut 700 EUR bezahlt und bereue keinen cent. Ne Demo hab ich grade keine zur Hand, aber wenn jemand möchte klimpere ich maln bischen was ...

    Viele Grüße und keep on rockin', :cool:
    Stefan.
     
  3. blackstageline

    blackstageline Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.01.08   #3
    Hallo Heby,

    ein Soundbeispiel alla " Uriah Heep / Easy Livin " -dat wär geil
    gr. Pinki
     
  4. Herby_A

    Herby_A Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.01.08   #4
    'nAbend.

    Trotz zahlreicher Verspieler kann man aus den Demos unter

    http://www.aubelweb.de/EasyLivinDB3Demo.mp3
    und
    http://www.aubelweb.de/DB3Geklimper.mp3

    vielleicht raushören, daß - meiner Meinung nach - die Viscount DB3 zusammen mit dem RT-20 gar nicht mal so schlecht klingt. Die Zerre ist ebenfalls vom RT-20. Da die Leslie-Sim des DB3 nicht so doll ist hab ich auch auf den Viscount-Overdrive verzichtet.
    Bei Easy Livin ertönt sozusagen als "Begleitung" mein Tyros, bei dem ich die Midi-Orgel-Spur gemuted hab und selbst in die Tasten - der DB3 - gegriffen habe.

    Viel Spaß,
    Stefan
     
  5. J.K

    J.K Threadersteller HCA Synth/Midi/Soundgestaltung HCA

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    Erstellt: 11.01.08   #5
    Danke für die Demos, das klingt ja schon um einiges besser! Vom Grundsound her ist die DB3 ja auch wirklich in Ordnung!
     
  6. schurke65

    schurke65 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.04.09   #6
    :gruebel::gruebel: also ...

    ich hab die db3 nun seit über 2 jahren im einsatz. viele bühnen auftritte und bis jetzt kein einziger aussetzer! sie hat ihre nachfolge für die doch schon sehr schwache (aber originale) cx3 angetreten und macht diesen job EXCELLENT!! :great::great: der sound ist wirklich klasse und als besitzer von mehreren hammonds (m100, ttr100 und 15 jahre lang b3) kann ich da schon ein kleines bisschen mitreden. :rolleyes: bitte bedenken, dass wir von einem instrument in der 600 eur-klasse reden! für den preis ist selbst der overdrive und die leslie simulation gut! (kleiner tipp, in den tiefen der menüs kann man noch vieles verändern und optimieren ...). diesen sound bringt dann ein ältere leslie clone auf die bühne und im bandgefüge merkt man echt kaum keinen unterscheid. was sie leider garnicht so richtig nicht leiden kann, ist das "typische hammondgewische", verzerrer voll an, hall drauf und so viele tasten auf einmal und dabei rauf und runterwischen ... da kommt es sehr oft zu aussetzern ... aber man lernt damit zu leben ... wen´s stört ...
    halt eben das 4fache ausgeben:-) :eek:

    gruß aus dem ewig verregneten sauerland

    jan :cool:

    ps. wenn einer der technisch versierteren eine "ahnung vonne technigg had" und evtl eine idee wie man den "aussetzern" den garaus machen kann (evtl mehr arbeitsspeicher?? hat die sowas??) bin da eher auf nem "röhrenlevel" ... :-(( :):);)

    und übrigens :cool::cool: www.sauerland-schurken.de :confused::great:
     
  7. andi85

    andi85 Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 28.04.09   #7
    Was meinst du denn genau mit Aussetzern? Bleiben da Töne weg?
     
  8. Helmut

    Helmut HCA-Laser HCA

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    Erstellt: 29.04.09   #8
    ja ich verstehe, es ist ein Instrument der 600 € Klasse, man muss Abstriche machen, die Geschmäcker sind verschieden und jeder hat eine andere Vorstellung vom Hammondsound. Nur in den obigen Soundbeispielen (damit meine ich ausdrücklich nur den Klang und nicht den Musiker) verbietet sich für meinen Geschmack der Vergleich mit einer B3, einer M100 und selbst noch mit der T-Serie, wobei die noch am ähnlichsten klingt. Man kann der Orgel aber gerne einen gewissen eigenständigen Klang attestieren. Als Hammondclone sehe ich klanglich eher Orgeln der XK-Serie oder die Nord-Produkte, die kosten aber halt auch deutlich mehr.

    Evtl. bringt ein richtiges Leslie noch einen Schub in Richtung Hammondsound.

    Gruss Helmut
     
  9. andi85

    andi85 Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 29.04.09   #9
    Mit einem richtigen Leslie oder einer besseren Simulation könnte man da sicherlich noch was reißen. V.a. das "Schlagen" auf fast wäre mit einem Boss RT-20 o.ä. sicherlich abzustellen.
     
  10. keys+organ

    keys+organ Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.05.09   #10
    Ich spiele die DB3 seit 2 1/2 Jahren. Anfangs mit der internen Leslie-Sim, aber die ist wirklich sehr eierig, deshalb die Kombi mit RT-20. Die Geschwindigkeiten und Anlaufzeiten habe ich mal mit einem 122er abgeglichen. Das klingt schon recht brauchbar. Ein paar Gigs habe ich sie über ein 760er gespielt, das geht ab wie Schmidts Katze. In einer Purple Coverband spiele ich C3 über 122er, da kommt sie selbstverständlich nicht ran.

    Trotzdem kann ich die DB3 für die meisten Bandanforderungen empfehlen. Man muss halt ein bisschen mit den Klangeinstellungen probieren und wenigstens ein RT-20 benutzen. Im Bandkontext finde ich sogar die interne Zerre brauchbar.

    Meine Einschätzung:
    - Der Grundsound ist gut. Andere Clons einschl. XK3 klingen auch nicht so richtig nach Röhrenorgel und Röhrenleslie.
    - Die Percussion klingt auch recht original.
    - Vibratochorus und Vibrato haben die Eigenschaft, dass die Orgel leiser wird. Der Gegensatz zur Höhenanhebung beim Original ist schon hörbar.
    - Die Tastatur spielt sich sehr angenehm. Schnelle Glissandi sind kein Problem. Von Aussetzern habe ich auch noch nichts bemerkt. Ich kann auch die Arme drauflegen und es kommen alle Töne.
    - Für einen 2manualigen Betrieb ist sie eigentlich nicht richtig zu gebrauchen, weil das untere Manual nur über Festregister verfügt.

    Fazit: Für die meisten 1manualigen Bandanwendungen hat sie ein einmaliges Preis-Leistungsverhältnis. Als Soloorgel Richtung Purple ist sie vor allem wegen der fehlenden Zugriegel für das 2. Manual eher ungeeignet (Für Smoke on the water reichts allemal.), aber das trifft m.E. auch auf alle anderen Klons zu. Ich würde die DB3 wieder kaufen.
     
  11. Manned

    Manned Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.05.09   #11
    Du hast Recht, was die "alte" XK-3 betrifft! Allerdings hat gerade die Röhrenvorstufe bei der XK-3c deutlich zugelegt und ist für mich neben der verbesserten Lesliesimualtion die wichtigste Neuerung der XK-3c gegenüber dem Vormodell.

    Ich würde mir wünschen, die Zerre meiner A100 über Reussenzehn O&G auf das Leslie 147 würde so parametrisierbar sein wie die Röhrenvorstufe der XK-3c. Vom zarten Grummeln bis zum vollen Brett sind alle Nuancen machbar und klingen sehr gut !

    Nachdem die XK-3c bei mir die Nord C1 abgelöst hat, bin ich überzeugt davon, dass im Combo-Orgenbereich derzeit nichts über die XK-3c geht !

    Das ist aber ebenso Off-Topic wie Geschmackssache! ;-)

    Gruß Manne
     
  12. unifaun

    unifaun Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.05.09   #12
    @Herby_A:

    Ich habe gerade die Fotos Eurer Band gesehen. Kann es sein, dass Du die Viscount plus RT-20 mittlerweile gegen ne "Hammond" XK-1 mit Leslie ausgetauscht hast?

    Wie ist der Unterschied v. a. DB-3 gegen XK-1? Stehe nämlich genau vor dieser Entscheidung! Allerdings erst einmal mit RT-20.
     
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