Ohne dir jetzt zu nahe zu treten: Lass die Finger davon. Du hast es immer noch nicht verstanden.
Sag deinem Chef, dass er sich an eine Fachfirma wenden soll, welche das plant, ein Angebot macht, das Material hinstellt, einrichtet und das Event begleitet. Ende der Durchsage (mit einem STI von deutlich über 0,6).
Diese HiFi Boxen (mit 15er drin) sind für Zuhause und sollen das Frequenzspektrum einer vorgefertigten Produktion übertragen, ohne dass dabei auch nur im entferntesten auf der anderen Seite ein Schallwandler noch steht (Mikrofon) und es damit zu einer Aufnahme - Wiedergabe - Aufnahme..... Kette kommt. Das ist etwas ganz anderes als eine Wiedergabe von einem Liveevent, vor allem in einer Industriehalle (schallharte Flächen), welches eine vollkommen andere Anforderung an eine LS Box stellt (Richtwirkung, Bündelung) vor allem wenn da ein oder gar mehrere Mikrofone im Einsatz sind. Im Wohnzimmer steht genügend Kram rum, welches die abgegebene Schallenergie direkt wieder vernichtet.
Bei der Produktion werden z.B. auf dem Vocalkanal die unteren Frequenzen stark bedämpft. Das geht je nach Produktion auch mal bis über 200 Hz. hoch. In der Regel wird zw. 120 - 180 Hz und alles darunter weggeschnitten. Wenn das nicht geschieht, dann rumpelts ordentlich und die Übertragungsqualität der Sprache geht in den Keller, vor allem wenn man dann auch noch Pappen größer 12" nutzen möchte.
Um eine gute Sprachqualität zu erreichen muss der Direktschall deutlich über dem reflektierten Diffusschall liegen. Dies erreicht man, wenn die LS Box gerichtet ist bzw. deren Abstrahlverhalten kontrolliert ist und man dieses auch kennt. Nur so kann man die Box korrekt ausrichten. EIne HiFi Box z.B. kennt das gar nicht und ist quasi ein Kugelstrahler. Sicher wird auch die HiFi Box zu höheren Frequenzen Bündeln doch niemals in der Weise wie es eine PA Box macht. Dafür gibt es Wellenformer und Hörner. Dasselbe erreicht man mit Linienstrahlern (mehrere LS untereinander). Die DInger die in Kirchen hängen, das sind meist Linienstrahler. Die
the box pro Achat 804 MKII ist z.B. auch ein Linienstrahler.
Das nächste ist dass HiFi Boxen auf Klang optimiert sind und nicht auf Wirkunsggrad bzw. hohen Schallpegel. Den brauchts aber, wenn man auf Strecke gehen will oder gehen muss. Pro Verdopplung der Entfernung nimmt der Pegel um 6dB ab. Klar soweit? Vor allem die Hochtontreiber einer HiFi Box machen oftmals keine 92 dB. Für das Wohnzimmer reicht das dicke. In 10 m Entfernung kommt da halt weniger als 74 dB noch an und das in einer Industriehalle mit ordentlich Diffusschall und Reflexionen. Sprachverständlichkeit ist dann exakt zero zero. Es ist dann im übrigen vollkommen wurscht ob da ein 10" oder 21" Tieftöner in der Box steckt. Der macht nur den Grundton doch die Präsenz kommt vom Hochtöner und da steckt die meiste Information drin.
Man kann noch soviel HiFi Boxen und Frequenzweichen gebaut haben. Das ist eine komplett andere Welt. Die Physik ist zwar gleich, doch der Anwendungszweck ist vollkommen anders.
Wenn man im PA Bereich 15er in eine Box baut, dann ist das für DJ Anwendungen, also auch vorgefertigte Produktionen. Ja man kann darüber mal "und jetzt alle die Hände hoch" nach Malle Mania ins Mikro brüllen, doch das hat nix mit einer informativen Rede von Geschäftsführung und Betriebsrat zu tun.
Allein schon die Idee da stumpf ein Headset aus dem Consumer/Konferenzbereich direkt dranklemmen zu wollen....
Das wird eine Vollkatastrophe, egal welchen Lautsprecher man da nimmt. Das wird rumpeln und fiepen von der Latenz mal ganz abgesehen. Für so eine Anwendung braucht es neben einer Raumanpassung für den Mikrokanal das korrekte EQing. Lowcutfilter nebst Entzerrung der Mikrofonkapsel inkl. Anpassung an die Rednerstimme. Auch bei einer Produktion wird dies gemacht und da werden durchaus Mikrofone verwendet welche doch ein klein wenig mehr kosten als so ein Jabberdingens.
Das ist eine ernstgemeinte Frage, wie sollte ein Profi PA Anlagen Probehören aussehen?
Dann hier die absolut ernstgemeinte Antwort.
Man mietet sich so ein System an, baut es auf und testet direkt vor Ort in diesem Fall, wenn man kein ausreichendes KnowHow hat. Dann hört man sehr schnell was geht und vor allem was nicht geht. Einfach auf gut Glück und "ja das klingt hier beim Händler toll" eine Kaufentscheidung zu treffen ist mit verlaub dämlich.
Die Kunden in solchen Läden sind im übrigen seltenst Tontechniker mit Erfahrung. Das sind Musiker und die Technikabteilung in solchen Läden ist auch nicht auf Profikundschaft ausgerichtet, sondern auf Musiker die eben in der Kneipe ihre Gigs spielen. Dies als Maß zu nehmen.... naja. Lassen wir es lieber.
Sicher in Treppendorf gibts auch eine Profiabteilung doch da reden wir von ganz anderen Kalibern und Preisen.
Aus dem hohlen Bauch raus (und es wurden hier und im anderen Forum schon zig brauchbare Kisten genannt) würde ich behaupten, dass 2-4 10" Direktstrahler auf guten Stativen (Höhe und anwinkeln) reichen, um das adäquat für die 100 PAX zu machen. Aufbau keine max. 30 Minuten mit Helfer. Je nach dem wie die Leute sitzen/stehen deine angedachten 4 Tonmöbel auf einer Linie an der Front oder 2 vorne und 2 weiter hinten als Delayline. Das bringt eine gute Sprachverständlichkeit und es muss nicht brüllend laut sein. Voraussetzug man weiß was man tut.
Doch es braucht halt auch noch das Gegenstück und Mittelstück, also Mikro (Headset) und kleines Mischpult hauptsächlich für die Entzerrung und den Lowcut in den Mikrokanälen.
Als Headset reicht ne günstige Funke wie ne Shure BLX oder auch LD Krams. Frequenz im Bereich 470 - 690 MHz. Nix 2,4 GHz und auch nix Mittenlücke. Das ist sinnfrei.
Headset selbst ne Kugel weil natürlicher und vor allem verbiegt sich der Klang nicht signifikant, wenn man an der Kapsel rumspielt. Gute Headsets gibts z.B. bei MiPro (MU 55 HNS). Für das Geld gibts fast nix vergleichbares.
Nochmal zum Abschluß: Lass die Finger davon. Du kannst sie dir nur so richtig einklemmen. Übergebt das eine Fachfirma und lernt. Wenn dann immer noch der Drang dazu bestand hat das selbst zu machen, dann hat man zumindest mal ein Grundwissen, doch so ganz ohne. Autsch.