Ich möchte in dieselbe Kerbe schlagen wie der Kollege
@chris_kah - probiere erstmal ein Mikro mit einem besseren Durchsetzungsvermögen. Meine Vorschläge dafür wären das sE electronic V7 - kaum teurer als das SM58, aber halt 60 Jahre moderner

Ich habe inzwischen einigen Leuten zu dem Umstieg geraten, und die klingen mit dem V7 alle besser und setzen sich auch besser (vor allen Dingen leichter) durch. Noch edler ist das
Sennheiser e945, eines meiner bevorzugten Solistenmikrofone. Allerdings würde ich an Deiner Stelle (singender Gitarrist, da wird oft der Kopf mal kurz zur Seite bewegt) auch ein Nierenmikro ans Herz legen (die beiden oben sind Supernieren), das
Sennheiser e935 - klingt ganz ähnlich wie das e945, und auch das V7 ist klanglich nicht soooo weit weg - ich habe diese Mikros alle drei.
VORHER aber geh noch mal in Dich und stelle die vorhandene Anlage etwas besser ein. Denn was beim Soundcheck in der leeren Kneipe noch angenehm, warm und ausgewogen klingt, entpuppt sich bei vollem Haus dann oft als dumpf und dunkel, zahnlos, wenig durchsetzungsfähig. Und selbst, wenn der EQ der Stagepas nur zwei Regler hat, nimm die Bässe ein wenig zurück und hebe die Höhen leicht an. Gibt es einen Master-EQ? Die beliebte "Badewanne" klingt hier auch nur alleine im Wohnzimmer gut, vor Publikum gehst Du damit im wahrsten Sinne des Wortes baden. Pun intended. Bei mir als Tontechniker klingt es am Ende des Soundchecks (egal, ob Gitarrenduo oder Hardrockband) oft ein wenig zu scharf - aber mit Publikum im Saal passt es dann genau. Diese Klangoptimierung ist ein Prozess, da arbeitet man sich im Lauf von ein paar Gigs durch.
Also - erst mal am vorhandenen EQ kurbeln. Wenn Du damit auch nicht zum Ziel kommst, dann ein besseres Mikro wie oben erwähnt. Und wenn es DAMIT auch noch nicht reicht, dann besorge Dir ein
Behringer Flow8 (habe ich, ist auch ziemlich gut) und zwei RCF ART 708a oder (falls Du mal mit Bassist und/oder Cajon-Spieler auftreten willst) zwei RCF ART 710a - damit geht dann schon was. Falls Du gebraucht kaufen willst, kaufe NICHT die Mk 1-Serie. RCFs 700er Serie klingt ab der Mk 2 gut, Mk 4 und Mk 5 nochmal etwas besser (allerdings nur noch geringfügig besser als die Mk 2). Die Mk 1 ist extrem aggressiv abgestimmt, das muss man nicht haben. Gebetsmühlenartige Wiederholung: Kaufe diese Boxen
unbedingt mit der passenden Hülle, sonst sehen sie nach zweimal transportieren bereits übel abgerockt aus. Das ist mit allen modernen Plastikboxen so. Die Originalhüllen von RCF sind teuer, aber das Geld auch wert. Etwas günstiger bekommt man von Thomanns Hausmarke die passenden Hüllen für die meisten weit verbreiteten Boxen. Und preislich dazwischen (aber mit sehr hoher Qualität) liegst Du bei
www.coversforall.de.
Brauchbare Hochständer, z.B. von Gravity mit den passenden Taschen, nicht vergessen, denn selbst wenn Du mit den besten Boxen direkt auf die Köpfe der Zuhörerschaft ballerst, klingt es vorne zu scharf und hinten zu dumpf. Der Hochtöner muss von der Höhe her mindestens 20 cm über den Köpfen Deiner Zuhörer liegen. Bonuspunkte, wenn Du die Boxen leicht nach unten strahlen lassen kannst, auch das hilft bei Klarheit und Deutlichkeit, insbesondere hinten. Dazu nimmt man sowas:
Gravity SA Fixtilt 5, 5° Neigungsadapter für Lautsprecherstative, Länge 190 mm, 35 mm Durchmesser
13,50€
www.thomann.de