Ein klein wenig Chemie... Pflanzliche und tierische Öle sind sog. Triglyceride d.h. das sind Ester aus Glycerin und langkettigen Carbonsäuren. Aufgrund ihrer Struktur, sind Sie vergleichsweise leicht oxidierbar und werden schnell von Bakterien verstoffwechselt. Das nennt man im Volksmund auch "ranzig" werden. Dabei entstehen kürzerkettige Carbonsäuren, wie die bekannte Buttersäue und die stinken.
Daher ist es keine gute Idee, solche Öle zur Gitarrenpflege zu verwenden.
Balistol ist ein sog. Weiß Öl und besteht aus ziemlich stabilen langkettigen Alkanen. Dabei ist die Flüchtigkeit von Balistol noch so hoch, das es mit der Zeit - allerdings rückstandsfrei- verdunstet. Andere mineralische Öle enthalten auch noch schwerflüchtige Bestandteile, die nach dem Verdunsten der Leichtsieder als "Harze" zurück bleiben. ...auch keine Freude. Weißöl ich ziemlich unpolar und wegen den langen Ketten besteht keine große Gefahr, dass hier Lackierungen oder Kunststoffe abgelöst werden können.
Mit irgendwelchen Mitteln, die chemisch reagieren würde ich meine Gitarren lieber fern bleiben. Leinölfirnis , Schellack und ähnliche Zaubermittel sind IMO keine Pflegemittel, sondern verändern dauerhaft die Oberflächen. Wenn man damit auf lackierte Flächen kommt, sind die schnell versaut.