Warum ist die G-Saite so schwer zu stimmen

Guvnor
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Servus,

ich weiß zwar nicht, ob ich damit nun wirklich pauschal für alle Gitarren sprechen kann - aber irgendwie habe ich das Gefühl, daß immer die G-Saite diejenige Saite ist, die ich am schwersten gestimmt kriege bzw. die sich am schnellsten wieder verstimmt. Vor allem wenn ich versuche nach Gehör zu stimmen, kriege ich es oft hin, daß sie scheinbar toll und sauber gestimmt klingt, doch dann greife ich ein paar Akkorde und merke, daß sie doch noch nicht ganz paßt. Bis ich dann das Stimmgerät zur Hand nehme, dann kriege ich sie zumindest "wissenschaftlich gesehen" hin, aber wie schon erwähnt, habe ich auch das Gefühl, daß die sich auch am schnellsten wieder verstimmt.

Kennt hier jemand außer mir das Problem? Weiß jemand, ob es einen besonderen Grund hat, wieso gerade diese Saite so schwer zu stimmen ist?
 
Mike Stryder
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Hmmm, ich habe eher das Gefühl, dass die G-Saite immer die Saite ist, die leer angeschlagen (also ohne Akkord) am wenigstens schön "strahlt".
Die anderen Saiten klingen irgendwie immer schöner.
 
Statler
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Überprüf mal mit dem Stimmgerät, ob - wenn die Leersaite sauber gestimmt ist - auch die gegriffenen Töne passen, speziell die Oktave (im 12. Bund gegriffen).
Wenn nicht, gehört zunächst einmal die Oktavreinheit eingestellt.

Ach ja, vorher hätte ich vielleicht noch fragen sollen:
Wie alt sind denn Deine Saiten?
 
Stefan Will
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irgendwie habe ich das Gefühl, daß immer die G-Saite diejenige Saite ist, die ich am schwersten gestimmt kriege bzw. die sich am schnellsten wieder verstimmt. Vor allem wenn ich versuche nach Gehör zu stimmen, kriege ich es oft hin, daß sie scheinbar toll und sauber gestimmt klingt, doch dann greife ich ein paar Akkorde und merke, daß sie doch noch nicht ganz paßt.

Das könnte ein Indiz dafür sein das dein Sattel etwas zu hoch ist. Dann klingen die Saiten speziell wenn man sie an der ersten drei Bünden greift einen Tick zu hoch obwohl die Leersaite stimmt.
Und/oder die Oktavreinheit(Saitenreiter zu weit vorne/zu weit hinten) ist für diese Saite nicht genau eingestellt.

Lass das mal von einem Fachmann checken.


Gruß, Stefan
 
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captain0492
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Es ist eine physikalische Tatsache, dass auf der Gitarre die G-Saite ein klein wenig zu tief gestimmt werden muss, damit sich die grosse Terz auf der G-Saite sauber in einen Akkord einfügt.

Die Gitarrenstimmung ist eigentlich ein Kompromiss und wenn Du die einzelnen Töne z.B. mit denen eines Klaviers vergleichst, wirst Du feststellen, dass sie nicht identisch sind. Wenn Du die G-Saite genau auf pitch stimmst, wird das G# etwas zu hoch.

Mein Vorschlag beim stimmen: Alle gewickelten Saiten (E, A, D) mit etwa demselben Anschlag, mit dem Du auch spielst, stimmen, denn diese Saiten wandern mit der Härte des Anschlags in der Tonhöhe nach oben, die G-Saite etwas zu tief (zwei 10tel etwa), H - und E Saite genau auf pitch, dann stimmt alles.

Guten Rutsch
 
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Harleyman
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Es ist eine physikalische Tatsache, dass auf der Gitarre die G-Saite ein klein wenig zu tief gestimmt werden muss, damit sich die grosse Terz auf der G-Saite sauber in einen Akkord einfügt.

So ist es.
Meine kleine, ganz pragmatische Lösung: stimme die G-Saite so, dass sie sowohl bei E-Dur als auch bei C-Dur ("normal" gegriffen) akzeptabel klingt - was in der Tat, wie oben erwähnt, ein Kompromiss ist. Denn für E-Dur ist sie ein Quentchen zu hoch, und für C-Dur ein Quentchen zu tief gestimmt. Dann klingt sie aber bei allen anderen Griffen auch okay.
 
Statler
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Das alles sind allerdigns Feinheiten, vor denen erst einmal frische Saiten draufgehören und die Oktavreineinheit richtig eingestellt werden sollte.
 
Guvnor
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Die Saiten sind im Moment nicht nagelneu, aber ich habe dieses Phänomen schon mit verschiedenen Gitarren erlebt und egal ob mit oder ohne neue Saiten. Oktavreinheit habe ich gerade nochmal getestet, ich würde mal sagen 98%, leider ist der Saitenreiter schon ganz hinten am Anschlag, sodaß ich da keinen Spielraum mehr habe.

captain0492 spricht von einer physikalischen Tatsache - wodurch begründet sich diese?

Bei mir klingt eigentlich immer vor allem der D-Dur-Akkord scheiße. Wenn alle anderen passen, dann klingt D-Dur schlecht. Wenn ich die G-Saite so stimme, daß D-Dur gut klingt, dann klingt auf einmal der Rest scheiße... :D
 
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Es gibt sogar Stimmgeräte, in denen diese Vorgehensweise (nicht exakt zu stimmen) einprogrammiert ist. Es gibt Studiogitarristen, die ihre Gitarre je nach Part umstimmen. Einmal für offene Akkorde und einmal für gegriffene. Soweit ich mich erinnere wurde das Buzz Feiten Stimmsystem entwickelt, um dieses Problem anzugehen. Habe mich aber noch nicht weiter damit beschäftigt.
Auch wenn es Dir nicht hilft, mir geht es genauso mit der G-Saite. Dazu kommt immer noch ein subjektiver Part. Es gibt Tage da stimme ich kurz durch und alles ist schön. An anderen Tagen könnte ich stundenlang stimmen und bin unzufrieden, auch wenn das Stimmgerät (Strobo Turbo Tuner) sagt es ist OK. Ich wechsele meine Saiten ziemlich genau alle 14 Tage. Natürlich spielt auch die Sattelhöhe und die Druckkraft eine Rolle, aber dies gilt für die anderen Saiten genau so. Die Probleme sollen nach Umstellung auf nicht umwickelte G-Saite größer geworden sein.
 
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Nimm´ einfach mal 2 Fakten zur Kenntnis:
erstens, das einzig physikalisch, frequenztechnisch "saubere" Intervall ist die Oktave. Alle Töne dazwischen werden quasi interpoliert, wobei die Terz mit 14 Cent Abweichung und die Quint noch Extrazicken machen :igitt:
zweitens, wenn du bspw. 12 Quinten exakt übereinanderlegst / -spielst, bekommst du keinen Ton, der exakt 7 Oktaven über dem Grundton liegt

Einigermaßen verständlich, d.h. ohne dass zu sehr in die Physik geht, wird´s hier erklärt:
http://www.kraushaar-gitarren.de/cms/temperierte_stimmung.html

Ansonsten google mal nach "temperierter Stimmung".
 
Statler
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Okay, dann bist Du tatsächlich über die "Anfängerfehler" hinaus und an den unüberwindbaren Limitierungen der Physik angekommen.
Die entsprechenden Tipps zum Stimmen einer "normalen" Gitarre hast Du oben ja schon gekriegt - damit klingt dann alles ein bisschen schräg, aber nichts so richtig komplett shice.
Wenn Du Dich mit so einem Kompromiss (der, wenn Du in einer Band spielst, außer Dir normalerweise niemandem auffällt (erst recht nicht im Publikum)) langfristig nicht arrangieren kannst, brauchst Du ein Instrument mit "True Temperament Fretting".
 
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abeam ETOU
True Temperament ... habe ich im Musikmesse 2013 Bericht was zu drin ..

img_2600-jpg.380176


hier lang ==> #1


Gruß
Martin
 
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Okay das ist ja auch mal ne Idee... naja so ein riesen Problem ist es fuer mich jetzt auch nicht, man kann damit schon klarkommen, aber mich hatte halt mal interessiert warum das so ist. Aber so ne "kaputt aussehende" Gitarre werd ich mir deswegen nicht kaufen :D
 
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Witziger Weise ist das ein Grund warum ich beim Boss TU-3 Tuner bleibe. Wenn ich da schnell die Saiten stimme, hört es sich danach für mich richtig an. Beim TC Polytune dagegen klingt dann die G-Saite falsch.
Was aber nicht am Gerät liegt, sondern an meinem persönlichen Anschlag/Stimmverhalten.
Am Ende denke ich immer, dass Generationen von Gitarristen mit normalen Gitarren gut geklungen haben, da muss ich nun nicht die Ausnahme sein, die krumme Bünde dafür braucht:D
 
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es liegt an der G-Saite. die Physik dazu ist eh schon erklärt, also solltest du dir keine Sorgen machen - solange die Gitarre Oktav- und Bundrein ist (letzteres wär halt ein Produktionsfehler, dann brauchst einen neuen Hals) wirst du fast immer bei der G-Saite das Gefühl haben, dass sie "off" ist. Ich merk das zb wenn ich einen normalen G-Dur Akkord spiele - da klingt dann das gegriffene G auf der tiefen E-Saite im dritten Bund schräg. Wenn ich aber nachstimme: passt alles. Also wohl eine Mischung aus dem G-Saiten Fluch und schlampiger Grifftechnik...
 

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